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 | World Trade Center |  | | |
World Trade Center, 2006 | |
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| deutscher Start: | 2006 | | Herstellungsland: | USA | | Regie: | Oliver Stone ("Alexander") |
| Drehbuch: |
Andrea Berloff |
| Darsteller: | Nicholas Cage, Michael Pena, Mario Bello u.a. | | Verleih: | UIP | | Genre: | Drama/Geschichte | | Länge: | 129 Minuten | | FSK:
| ab 12 Jahren |
| Website: | Link nicht vorhanden | | Günstig DVD, Video, Buch oder Soundtrack zu "World Trade Center" | 
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Inhalt:
„World Trade Center“ schildert die Geschichte von 2 Polizisten. Sergeant John McLoughlin (Nicolas Cage) und Will Jimeno (Michael Pena) wurden am 11. September 2001 unter den Trümmern des World Trade Centers begraben und verbrachten mehrere Stunden, eingeklemmt unter Beton und Stahl, in Lebensgefahr. Nur 21 Menschen wurden damals lebend geborgen. Diese beiden gehören dazu. Zunächst scheint es wie ein ganz normaler Arbeitstag für eine Polizeitruppe. Doch dann die Meldung: Ein Turm des WTC brennt lichterloh. Nur wage vernehmen die Polizisten, dass der Brand durch ein Flugzeug ausgelöst wurde. McLoughlin, Spezialist für Terroreinsätze, macht sich mit seiner Truppe auf den Weg, kämpft sich durch das Chaos auf den New Yorker Straßen und entert schließlich den ersten Turm des Centers, um die Lage zu begutachten und die Evakuierung einzuleiten.
Die Truppe um McLoughlin kurz vor dem Einsturz.
Doch der Terror ist längst nicht vorbei. Als der zweite Turm ebenfalls schwer beschädigt wird, stürzen die Gebäude ein und begraben die Truppe. Nur McLoughlin und Jimeno überleben den Zusammensturz. Während ihre Frauen Donna (Maria Bello) und Allison (Maggie Gyllenhaal) sowie ihre Familien zwischen Panik und Trauer hin und hergerissen sind und verzweifelt auf ein Lebenszeichen warten, kämpfen die beiden um ihr Leben und versuchen sich mit tiefgreifenden Gesprächen wach zu halten. |
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| Kritik:
Wie die Zeit vergeht! Nun mehr ist es 5 Jahre her, als sich die schrecklichen Terrorangriffe in New York ereigneten. Dabei kommt es einem vor als wäre es gestern gewesen. Der Tag der die gesamte Welt grundlegend veränderte, wird jedem noch sehr gut in Erinnerung sein. Die beiden Flugzeuge die ins WTC rasten und eben jenes und alles drum herum in Schutt und Asche verwandelten, forderten mehr als 2500 Menschenleben. Ein weiteres Flugzeug stürzte in den Pentagon, ein anderes war augenscheinlich auf dem Weg zum Weißen Haus, wurde aber, nimmt man zumindest an, von den Passagieren zum Absturz gebracht, was Paul Greengrass bereits in seinem „Flug 93“ tragisch zelebrierte. Der Schockzustand scheint langsam aber sicher nach zulassen, so läuft mit „World Trade Center“ nun der zweite Film über den Tag aller Tage in den Kinos.
Allison wartet verzweifelt auf ein Lebenszeichen ihres Mannes.
Um diesen umzusetzen, gab sich kein geringerer als Oliver Stone die Ehre. Selbstverständlich handelt es sich bei diesem Werk, um einen 100% wahren Tatsachenbericht. Stone scheute keine Kosten und Mühen, um seinen Befreiungsschlag so intensiv wie möglich auf die Leinwand zu bringen. Das hat er auch bitter nötig, denn nach seinem kommerziellen wie künstlerischen Totschlag „Alexander“ muss zwingend ein Erfolgsfilm her. Penible Recherchen wurden betrieben und Cage und Pena wurde gar dazu verleitet eine Weile bei den echten beiden Polizisten zu wohnen, um haargenau deren Verhaltensweise zu studieren und folglich umzusetzen. Dann kann ja nichts mehr schief gehen, oder? Definitiv wird Oliver Wendigkeit beweisen müssen, um nicht von einem der niederprasselnden Oscars erschlagen zu werden, doch ob diese auch gänzlich verdient sind, darf in Frage gestellt werden, denn letztendlich ist „World Trade Center“ zu eindimensional, um auf ganzer Linie zu überzeugen.
Auch Donna und ihre Familie sind in Panik.
Stones Werk hat zu keiner Zeit vor sich mit den bitteren Schattenseiten des 11. Septembers zu beschäftigen, obwohl man das von ihm durchaus hätte erwarten könne, wo er doch seit eh und je der Mann Nr. 1 für politisch-gewagte Thematiken ist. Viel mehr hat es sich der Regiegarant zur Aufgabe gemacht die wenigen positiven Seiten von 9/11 aufzuzeigen und noch einmal ausgiebig Trost zu spenden. In „World Trade Center“ geht es um die kleinen Happy ends. Es geht um die Helden die Leben retteten, um den plötzlich auftretenden Zusammenhalt der amerikanischen Bevölkerung, um Courage und darum über sich selbst hinaus zu wachsen und durch tiefe Emotionen selbst die schlimmsten Situationen zu überleben. Unerwartet ist ebenfalls das „WTC“ gänzlich unpolitisch ist. Weder wird ein Feldzug gegen Georg. W. Bush. geführt, noch kommen Aspekte wie Terrorangriffe, Osama Bin Laden oder Sonstiges zur Sprache. „I never saw „World Trade Center“ as a political film, but as an intensely human story“, sagt Stone und hält strict an diesem Gedanken fest. Er konzentriert sich Voll und Ganz auf die Schicksale der beiden Polizisten und beschäftigt sich damit, was in einem Menschen im Angesicht des Todes vorgeht. Sicherlich ist dies eine höchstemotionale Angelegenheit, die mit bewegenden Rückblenden, tollen Dialogen und den Nebenhandlungssträngen der beiden Familien ideal inszeniert wurde. Drehbuchautorin Andrea Berloff hat ganze Arbeit geleistet.
Die Feuerwehr tut was ihrer Macht steht.
Von einer Stone-Produktion ist technische Perfektion zu erwarten. Kamera und Schnitt sind selbstverständlich hervorragend und in Sachen Score setzte man statt orchestralem Bombast auf sanfte Pianoklänge. Überraschend ruhig ist „WTC“ geraten; absolut nicht die kommerzielle Bombe, die wohl viele erwartet haben. Man fragt sich wo die $63 Mio. Budget verschwunden sind. Inszenatorische Krachereffekte, wie z.B. den Einschlag der Flugzeuge, lässt Stone gar ganz aus, was auch reichlich unsensibel wäre. Stattdessen lässt er den Zuschauer sowie die Charaktere den wahren Terror nur erahnen. Das komplette Ereignis wird ausschließlich aus der Sicht der beiden Polizisten und deren Familien geschildert. Geschickt werden Fernseh- und Radioberichte nebenbei in die Handlung eingeflochten und geben nur ein verschwommenes Bild der Gesamtsituation ab. Die Schauspieler zeigen sich durchweg von ihrer besten Seite, wobei keine riesige Leistung abverlangt wird. Durch diese sehr stimmige Inszenierung sieht der Zuschauer gerne mal über den etwas wackeligen Spannungsbogen im Mittelteil hin weg.
Wieder glücklich vereint: Will und seine Familie.
Doch nun zur alles entscheidenden Frage: Ist es denn gerecht dieses schreckliche Ereignis auf lediglich 2 Hauptfiguren zu beschränken? Ist es fair, für einen der ersten 9/11-Spielfilme, 2 positive Schicksale genau zu fokussieren, während tausend andere Negative fast gänzlich außer Acht gelassen werden? Wahrscheinlich nicht. „World Trade Center“ ist ein handfester Beweis dafür, dass der radikale Oliver Stone nicht mehr existiert. Aus Angst erneut für einen Flop verantwortlich zu sein, ist ihm der Mut verflogen. Wo er einst stets seine politischen Statements und Verschwörungstheorien („Platoon“, „JFK“) überzeugend an den Mann bringen konnte oder einfach mal für einen Skandal („Natural born killers“) gut war, ist er handzahm geworden. Dabei geht es doch anders. Mit „Flug 93“ hat Greengrass dasselbe Thema um einiges gewagter inszeniert, ohne dabei jemandem heftig auf die Füße zu treten oder kommerzielle Ausschlachtung zu betreiben. Der Stone´sche Biss aus längst vergangenen Tagen hätte auch „WTC“ sehr gut zu Gesicht gestanden. Sicherlich ist dieses sehr optimistische Heldendrama gut gemeint, doch leider zu harmlos und blauäugig um dieser schwierigen Thematik völlig gerecht zu werden. |
| | Fazit: Oliver Stones „World Trade Center“ ist ein perfekt inszeniertes Heldendrama über die wenigen positiven Seiten von 9/11. Allerdings ist diese sehr intime Sichtweise sehr eindimensional, erreicht lange nicht die emotionale Wucht von „Flug 93“ und wird daher seiner Thematik nur bruchteilig gerecht. Von einem Oliver Stone kann man mehr erwarten. |
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