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 | Wolf Creek |  | | |
Wolf Creek, 2005 | |
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| deutscher Start: | 2006 | | Herstellungsland: | Australien | | Regie: | Greg McLean ("ICQ") |
| Drehbuch: |
Greg McLean |
| Darsteller: | John Jarratt, Cassandra Magrath, Kestie Morassi u.a. | | Verleih: | Kinowelt | | Genre: | Abenteuer/Horror/Krimi/Thriller | | Länge: | 99 Minuten | | FSK:
| ab 18 Jahren |
| Website: | Link nicht vorhanden | | Günstig DVD, Video, Buch oder Soundtrack zu "Wolf Creek" | 
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Inhalt:
Kristy (Kestie Morassi), Ben (Nathan Phillips) und Liz (Cassandra Magrath) – drei Junge Leute an der sonnigen Westküste Australiens. Mit vollen Rucksäcken, viel Enthusiasmus und einem halbwegs fahrtüchtigen Ford Kombi starten sie in den Urlaub ihres Lebens: Drei Wochen Outback-Tour im Wolf Creek Nationalpark.
Keine zu coolen Sprüche, nicht zuviel Sex – „Wolf Creek“ zeigt Alltag pur!
Der beginnt mit Sommerhitze, Abenteuer und Romantik. Bis eines Abends das Auto nicht mehr anspringt. Die drei richten sich schon für eine dunkle Nacht ein, als Mick auftaucht. Der schrullige Mann bietet an, sie mit seinem Truck abzuschleppen und am nächsten Tag ihr Auto zu reparieren. Doch bei Sonnenaufgang wird klar, dass Mick (John Jarratt) sie nicht gehen lassen will. Niemals wieder... |
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| Kritik:
Mittlerweile gibt es nahezu jeden Monat einen gehypten Horrorstreifen, der angeblich alles zuvor Gesehene in den Schatten stellen soll. Zuletzt war es Eli Roths „Hostel“, der zwar Spaß gemacht hat, aber seinem folternden Vorab-Ruhm nie gerecht werden konnte. Der australische Independent-Horror „Wolf Creek“ hingegen, der seine weltweite Kinoauswertung vor allem einer bluttriefenden Mundpropaganda nach den ersten Festival-Screenings verdankt,
wartet nun mit zweieinhalb wirklich heftigen Szenen auf, die im Gegensatz zur comichaften Gewalt in „Hostel“ richtig wehtun. Das Problem ist nur, dass der Rest keinerlei filmische Qualität besitzt. Wer nicht nur ins Kino geht, um sich an einer Handvoll brutaler Szenen hochzuziehen, sondern um einen guten Film zu sehen, sollte „Wolf Creek“ also möglichst meiden.
Der Meteoritenkrater bietet die schönsten Naturaufnahmen in „Wolf Creek“.
Der Horrorfilm „Wolf Creek“ beginnt erst nach etwa einer ersten Dreiviertelstunde, die als höhepunktloses, naturlastiges Road-Movie daherkommt. Das Ziel, das Regisseur Greg McLean mit dieser ungewöhnlichen Dramaturgie verfolgt, ist offensichtlich: Indem er uns die Reise seiner Protagonisten als den herkömmlichen, unspektakulären Alltag schlechthin serviert, soll der Zuschauer sich stärker als in anderen Horrorfilmen mit den Opfern identifizieren. Dass dieser gar nicht mal so dumme Ansatz nicht aufgeht, hat mehrere Gründe. Zum einen ist die Zeichnung der drei Backpacker natürlich realistischer als in vergleichbaren Produktionen, die Figuren und ihre Gespräche sind aber gleichzeitig auch so uninteressant und langweilig, dass der Zuschauer trotzdem kalt bleibt. Zum anderen macht McLean schon bei der ersten Folterszene, die zumindest psychologisch auch die härteste ist, einen Rückzieher von seinem eigenen Konzept: Statt den Zuschauer sich mit dem Opfer identifizieren zu lassen, worauf dieser ja auch immerhin einen elend langen Prolog hinüber vorbereitet wurde, führt er ihn über eine andere Figur zum Ort des grausamen Geschehens – drückt ihn so wieder in die Position eines einfachen Voyeur. Natürlich funktionieren die meisten Horrorfilme auf einer rein voyeuristischen Ebene, aber wozu dann die übertrieben ausdauernde Einführung?
Crocodile Dundee meets Lucky Luke – der typische Aussie-Killer.
Auch inszenatorisch hält McLean seinen Stil nicht konsequent durch – mal ganz davon abgesehen, dass die wackelige Handkamera, die zwar Hektik und Orientierungslosigkeit transportieren soll (vgl. „Flug 93“), im Endeffekt aber eigentlich nur nervt, möglichst bald ihren „in“-Status wieder verlieren sollte. Scheinbar fand er seinen Film, der seinen visuellen Schwerpunkt klar auf die Nähe der Kamera zu den Figuren legt, einfach zu hässlich. So hat er seinen Kameramann Will Gibons angewiesen, sich im unendlich beeindruckenden australischen Outback ein wenig umzusehen und das ein oder andere Panorama, den einen oder anderen Sonnenuntergang einzufangen. Natürlich sind diese Aufnahmen die mit Abstand schönsten des Films, zur auf Intimität achtenden Atmosphäre des Rests passen sie freilich kaum.
Dieses Chainsaw-Zitat ist ein Versprechen, dass der Film nie einlösen kann.
Auch wenn „Wolf Creek“ viele Elemente des Serial-Killer-Genres innehat, kann man ihn auch in die Abteilung des Torture-Porns („Saw“, „Saw 2“, „Hostel“) einsortieren. Wie die Bezeichnung schon sagt, ähnelt die Dramaturgie dieser Filme, der eines Pornofilms, nur dass Gewalt und Folter statt Sex zur Befriedigung gereicht werden. Die Folge ist, dass die Szenen zwischen den einzelnen Akten (egal ob Sex oder Gewalt) ihre Spannung nur aus der Tatsache ziehen, dass der Zuschauer weiß, dass noch etwas Gefälliges passieren wird. Und genau wie bei einem Porno ist es auch hier vollkommen in Ordnung, sich den Streifen wegen dieser wenigen Szenen reinzuziehen – nur von einem „guten“ Film sollte man deshalb noch lange nicht sprechen. Und noch eine Majestätsbeleidigung zum Schluss: Wie das Bild über diesem Absatz zeigt, hat es sich McLean nicht nehmen lassen, den nur thematisch ähnlichen „Texas Chainsaw Massacre“ von Tobe Hooper zu zitieren – aber wo über die Aussage des Klassikers hunderte Bücher geschrieben wurden, kommt „Wolf Creek“ ohne jeglichen Subtext aus. Also seien alle Horrorfans, die am meisten Spaß an der Übertragung des blutigen Geschehens auf Politik („The Hills Have Eyes“), Religion („Das Omen“) oder Soziales („Dark Water“) haben, noch einmal im Besonderen gewarnt. |
| | Fazit: Nur harte Folterszenen machen noch lange keinen guten Horrorfilm. |
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