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Winter Passing

 

Winter Passing, 2005

 
Poster zu 'Winter Passing' kaufen
deutscher Start:2006
Herstellungsland:USA
Regie:Adam Rapp ("The L Word")
Drehbuch: Adam Rapp
Darsteller:Zooey Deschanel, Ed Harris, Will Ferrell u.a.
Verleih:

Tobis Film
Genre:

Drama
Länge:96 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Website:

Link nicht vorhanden

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Inhalt:


Die drogenabhängige Theaterschauspielerin Reese (Zooey Deschanel) sitzt in einer moralischen Zwickmühle: Ihre kürzlich verstorbene Mutter, eine Künstlerin, vererbt ihr 150 Briefe, die sie und ihr Mann (Ed Harris), ebenfalls bekannter Schriftsteller, sich gegenseitig in jungen Jahren schrieben. Eine Verlegerin macht Reese nun das verlockende Angebot $ 100000 für diese Schriftstücke springen zu lassen. Nach einigem Überlegen verlässt die junge Schauspielerin New York und macht sich auf den Weg nach Michigan zu ihrem Vater, um die Briefe dort abzuholen. Was sie dort vor findet ist allerdings mehr als seltsam:

Bild 1 zu Winter Passing
Don ist völlig verwahrlost.

Ihr kränklicher und völlig verwahrloster Vater Don hat es sich in der Garage gemütlich gemacht, während Shelley (Amelia Warner), eine seiner ehemaligen Studentinnen und der etwas zurückgebliebene Corbit (Will Ferrell) das mit Büchern vollgestopfte Haus bewohnen. Reese zieht für eine Weile in die skurrile WG ein und lernt eine Lektion fürs Leben.

Kritik:


„Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.“ Das hat sich wohl auch Adam Rapp gedacht und verleiht seinem neuen Werk „Winter Passing“ viel Ruhe, um somit die ganze Schönheit und Tiefgründigkeit des Filmes zu entfalten. Geschwiegen wird in diesem Selbstfindungstrip selten, aber oft kommt es dem Zuschauer so vor. Still und leise plätschert die Geschichte rund um Reese vor sich hin, ohne dabei wirkungslos zu bleiben. Auf riesige Gefühlsausbrüche wird dabei verzichtet. Ob das nun daran liegt, dass Regisseur und Autor Rapp Angst davor hatte in die Kitschkiste zu fallen oder ob es tatsächlich ein durchdachter Schachzug ist, sei mal dahin gestellt. Fest steht, dass „Winter Passing“ den Druck auf die Tränendrüse gar nicht nötig hat. Die Geschichte funktioniert auch ohne wunderbar und hat nach Beendigung eine faszinierende Wirkung auf seine Zuschauer. Die Stimmung schwappt kompromisslos über und man sollte sich zu Hause auf dem heimischen Sofa nicht wundern, wenn nach dem Film einfach mal niemand etwas sagt und das mindestens für 10 Minuten.

Bild 2 zu Winter Passing
Depressionen sind ihr ins Gesicht geschrieben: Reese.

In diesem einfühlsamen Drama dreht sich alles um die Schauspielerin Reese, die, obwohl sie sich dem nicht bewusst ist, sich selbst sucht. Durch ihre Kokainsucht ist die junge Künstlerin emotional völlig abgestumpft. Sie fühlt nichts mehr, obwohl sie das gerne möchte. Um überhaupt irgendetwas zu spüren, klemmt sie sich gerne mal absichtlich die Hände an Schubladen. Außerdem wechselt sie die Sexualpartner täglich. In einer sehr bizarren Szene kauft sie sich ein Kätzchen, stopft dieses dann in eine Sporttasche und wirft sie ins Meer. Das würde kein Mensch machen, stellt aber nur allzu deutlich dar, wie emotionslos Reese ist. Sie wird hervorragend von Zooey Deschanel gespielt. Diese mimt ihre unterkühlte Figur mit einer tollen Intensität, schafft es aber sie nicht unsympathisch wirken zu lassen. Das Publikum kann sie einfach nicht hassen, selbst nicht, wenn sie das süße Kätzchen dem Tod überlässt. Dazu gesellen sich einige weitere interessante Charaktere. Don, Reeses Vater, gibt seiner Tochter Rätsel auf. Wieso stellt er das Wohlergehen von Shelley und Corbet vor seine eigene Gesundheit und wohnt in der Garage? Dieses Unterfangen ist nur eine der Thematiken die für Diskussionsbedarf sorgen. Der Vater-Tochter-Konflikt zwischen den beiden spielt eine tragende Rolle in „Winter Passing“ und erweißt sich letztendlich als Schlüssel zu Reeses Selbstfindung. Ed Harris verleiht der kauzigen Rolle einen gewissen Charme und schafft es die traurigen Gebrechen von Don ironisch und witzig darzustellen. Will Ferrell ,als Corbit, glänzt, da er seiner Rolle einen unverkennbaren Witz zuspricht und Corbit so zur außergewöhnlichsten Figur in „Winter Passing“ aufsteigt. Genau wie der Film selbst, tut Corbit nie das, was von ihm erwartet wird und sorgt somit für Lacher. Amelia Warner als Shelley bleibt ein wenig blass. Ihre Aufgabe besteht darin, zunächst als die vermeintliche Bösewichtin aufzutreten, die in der Hinterhand die Fäden zieht und somit für die bizarren Verhältnisse im Haus sorgt. Wie sich herausstellt ist aber alles anders, denn wie gesagt, „Winter Passing“ tut nie das was man von ihm erwartet.

Bild 3 zu Winter Passing
Ein seltsamer Typ: Corbit.

Insgesamt hat der Streifen einige Mysterien zu bieten, die es im Laufe der Geschichte zu klären gilt. Davon sind besonders die Umstände in der Wohngemeinschaft gemeint: Warum wohnt Don in der Garage? Wieso wurde das Arbeitszimmer zu einem In-door-Golfplatz umgebaut? Wieso stehen die Möbel von jenem Arbeitszimmer im Garten? Und wieso trägt Corbet Eyeliner und was vergräbt er neben dem Haus? Fragen die zunächst völlig absurd und belanglos wirken, aber einen tieferen Sinn haben und deren Antworten im Endeffekt so stimmig sind wie sie nur sein könnten. Komplettiert werden diese ebenso witzigen, wie tragischen Szenarien von traumhaften Landschaftsaufnahmen und einem Soundtrack zum nieder knien. Hier passt einfach jedes Tönchen wie die Faust aufs Auge. Die musikalische Untermalung transferiert dieselbe Wirkung wie der Film, nämlich diese emotionale Ruhe, ohne dabei in irgendeiner Weise aufdringlich zu werden.

Bild 4 zu Winter Passing
Corbit und Reese freunden sich an.

Leider hat der Film ein Problem: Er will zu viel. Er zeigt unheimlich viele Facetten auf, schafft es aber im Endeffekt nicht, all diese verschiedenen Handlungsebenen zu ende zu führen. So gerät zum Beispiel die Drogensucht von Reese irgendwann in Vergessenheit, auch die Verlegerin hat im späteren Verlauf keinen Auftritt mehr, obwohl man sich den Ausgang dieses Handlungsstrangs selbst ausmalen kann. Der Streifen braucht lange Zeit um zum Punkt zu kommen, beschäftigt sich sehr lange mit Belanglosigkeiten, was auch gut ist, weil er ansonsten seine Wirkung verlieren würde, hat aber später Angst sich in die Länge zu ziehen und zieht abrupt einen Schlussstrich, wobei einige der Handlungsstränge noch offen bleiben. In einigen Filmen funktioniert diese Art des Abschlusses gut, jedoch nicht in einem Drama wie „Winter Passing“. Doch das soll der Qualität keinen Abbruch tun. „Winter Passing“ ist ein guter Film. Aber ein sehr kleiner und vielleicht sogar unbedeutender. Er wird nicht für Furore sorgen, viele Zuschauer werden ihn eine Wochen nach dem Ansehen schon wieder vergessen haben, nicht viele Exemplare werden davon verkauft werden und auch in den Regalen der Videotheken wird er wie Blei liegen. Dafür ist er zu unkonventionell. Zu simpel um kunstvoll zu sein, zu kompliziert für den Mainstream. „Winter Passing“ wird ein trauriges Schicksal ereilen, also werde ich einfach etwas dagegen unternehmen und rufe dazu auf sich den Film zu kaufen oder einfach auszuleihen. Sehenswert ist er allemal.

Fazit:


„Winter Passing“ ist ein sensibles, unaufdringliches Perlchen unter den Dramen, das allerdings zeitweise mit seinen vielen Ansätzen überfordert ist.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Kevin

Eingetragen am:

05.08.2006

Aufgerufen:

5283 Mal

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Weitere Kritik:

keine vorhanden


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