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Walk The Line

 

Walk The Line, 2005

 
Poster zu 'Walk The Line' kaufen
deutscher Start:2006
Herstellungsland:USA
Regie:James Mangold ("Identität")
Drehbuch: Johnny Cash, Patrick Carr, Gill Dennis, James Mangold
Darsteller:Joaquin Phoenix, Reese Witherspoon, Ginnifer Goodwin u.a.
Verleih:

20th Century Fox
Genre:

Drama/Musik/Romanze
Länge:136 Minuten
FSK: ab 6 Jahren
Website:

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Inhalt:


1955 betrat ein taffer, hagerer Gitarrenspieler, der sich J.R. Cash nannte, die Studios von Sun Records – einem Label, das bald Berühmtheit erlangen sollte. Es war ein Moment, der die amerikanische Kultur nachhaltig und unauslöschlich beeinflussen würde. Mit seinen treibenden Akkorden, seiner großen Intensität und einer Stimme, die so tief und schwarz war wie die Nacht, trug Cash emotionale Songs vor, die vom alltäglichen Überlebenskampf, von Kummer und seelischer Not handelten. Songs, die mutig, lebensnah und völlig anders waren als alle Musik vorher.

Bild 1 zu Walk the Line
Übung, Übung, Übung macht den Meister!

An diesem Tag startete die beeindruckende frühe Karriere von Johnny Cash. Während er einen völlig neuen Sound kreierte, der kommenden Rock-, Country-, Punk-, Folk- und schließlich auch Rapstars den Weg bahnte, begab sich Cash auf eine wilde, orientierungslose Reise persönlicher Veränderungen. Nach unbeständigen, sprunghaften Lebensabschnitten entwickelte er sich vom selbstzerstörerischen Popstar zum ikonenhaften „Man in Black“. – Er stellte sich dabei seinen Dämonen, kämpfte für die Liebe, die ihn auffing und rettete, und lernte, wie er auf dem hauchdünnen Grat zwischen Zerstörung und Erlösung gehen musste.

Kritik:


Diesen Rhythmus wird man so schnell nicht los. Es ist der packenste Sound in diesem an packenden Sounds keineswegs armen Film. Noch Tage später hat man ihn im Kopf und in den Gliedern. Hunderte, vielleicht tausende von Stiefelpaaren erzeugen ihn als dumpfes Stampfen auf dem Betonboden des Folsom-Gefängnis. Auf der schmalen Bühne vor den Knackis spielt sich die Band von Johnny Cash warm. Wo bleibt der Star? Ganz in Schwarz gekleidet, befühlt er im Nebenraum die Zähne einer Kreissäge. Das grünliche Wasser in dem Trinkglas, das neben der Säge steht, erzittert unter dem Stampfen der Gefangenen. Sein Arbeitsinstrument, die Gitarre, ist auch zur Hand. Vom Auftritt im Folsom-Gefängnis geht „Walk the Line“ aus und hierher kehrt der Film nach einer langen Rückblende zurück, auch wenn dies noch nicht der Endpunkt der Geschichte sein wird.

Bild 2 zu Walk the Line
Cash (Joaquin Phoenix) gibt den schweren Jungs die Hand.

Das Gefängnis, das giftig erscheinende Wasser, die Kreissäge, die Gitarre – alle Elemente dieses bizarren Stilllebens der Eröffnungssequenz erhalten im Laufe der Zeit ihre Bedeutung. In einem Film, der genau genommen kein Bio-Pic ist, sondern ein Liebesdrama, für das die Beziehung zwischen Johnny Cash zu seiner Kollegin June Carter eigentlich lediglich die Vorlage bietet. Der Unterschied ist erheblich. Filme wie „Ray“ Charles und Truman „Capote“, deren Titelrollen im letzten respektive in diesem Jahr Jamie Foxx und Philip Seymour Hoffman Oscars einbrachten, handeln von Egomanen, für die die zerstörten Leben am Rande ihres Wegs zum Ruhm höchstens Kollateralschäden sind, Opfer, die man für den Ruhm nun mal in Kauf nehmen muss. Für den Johnny Cash, den Joaquin Phoenix verkörpert, ist umgekehrt der Verlust eines geliebten Menschen überhaupt erst das Motiv, mit ganzer Seele Musik zu machen, und auch dann wird ihm die Erkenntnis nicht erspart, dass das allein noch nicht ausreicht, um den Schmerz zu überwinden.

Bild 3 zu Walk the Line
Spielen, spielen, spielen und immer schön auf das Publikum zielen!

Am Anfang einer langen Rückblende, die den Auftritt im Folsom-Gefängnis in zwei Partien teilt, erfahren wir, dass Johnnys älterer Bruder Jack (Lucas Till) in eine Kreissäge geriet und verblutete. Der Vater (Robert Patrick) schiebt Johnny die Verantwortung für den Tod des Hoffnungsträgers der Familie zu. Seitdem lebt Johnny in dieser Schuld eingeschlossen wie in einem Kerker. Im Folsom-Gefängnis wird diese in dieser Schuld eingeschlossen wie in einem inneren Kerker. Im Folsom-Gefängnis wird diese Einsicht für Cash unausweichlich. Ohne irgendwelcher plumpen verbalen Erklärungen zu bedürfen, werden die inneren Vorgänge in eine prägnante, aber hochakzentuierte Filmsprache übersetzt, die Toneffekte ebenso unaufdringlich eindringlich einsetzt wie architektonische Elemente oder das brilliante, stoische Spiel von Joaquin Phoenix. Hoch an der Schulter und manchmal wie eine Waffe ins Publikum gerichtet, weiß Phoenix die Gitarre von Johnny Cash zu halten, als wäre sie die Bürde seines tragischen Helden selbst – die Schwere und die blödsinnige Blindheit des Schicksals. Cash zögert lange, bis er hinausgeht und sich mit denen vereint, die seine Brüder im Geiste sind – mit den verurteilten, einsitzenden Verbrechern. Man mag diese Szene nicht gleich verstehen. Aber man kommt nicht umhin, sie so lange vor seinem inneren Auge Revue passieren zu lassen, bis man sie irgendwann versteht. Der Sound, „stampfend wie ein Zug, scharf wie ein Rasiermesser“, der seinem Schöpfer aus dem Publikum entgegenbrandet, lässt einem nicht eher Ruhe.

Bild 4 zu Walk the Line
Porträt des einsamen Künstlers mit gelockerter Krawatte.

Mit Charakteren, die in ihrem Innern leben, ohne wirklich mit der Außenwelt vermittelt zu sein, kennt James Mangold, Regisseur und Co-Autor von "Walk the Line", sich aus. „Copland“ mit Sylvester Stallone in der Hauptrolle als Dorfpolizist mit einem tauben Ohr, der die Welt um ihn herum eher interpretiert als wahrnimmt, zeigt das ungleich schöner als der Serienkillerfilm „Identität“, der sich in der Art eines Computerspiels im Kopf eines Psychopathen abspielt. Das Besondere an „Walk the Line“ ist, dass Mangold seiner Hauptfigur einen Weg nach draußen weist. Dass er Cash nicht in seinem inneren Gefängnis zurücklässt. Erreichbar wird die Freiheit durch Cashs Liebe zu seiner Kollegin June Carter, die als charakterstark und selbstbewusst gezeigt wird. Reese Witherspoon spielt diese Rolle mit einer Bravour, die an Jane Fonda erinnert und die verdientermaßen mit dem Oscar belohnt wurde. Der Hauptteil des Films konzentriert sich darauf, wie Cash um Carter wirbt, während sie zusammen mit Jerry Lee Lewis und auch Elvis Presley durch die Lande touren. Sage und schreibe zehn Jahre, von 1958 bis 1969, dauert die Werbung. Dass die Höhe- und Wendepunkte dieser Bemühungen keine Minute lang langweilig sind, liegt außer an den bis unter die Haarspitzen motivierten Schauspielern sicherlich auch an dem Konzept der Schauspielführung von James Mangold, die seinen Stars eine elektrisierende Performance entlockt.

Bild 5 zu Walk the Line
"Stampfend wie ein Zug, scharf wie ein Rasiermesser": Johnny und June.

Denn ganz offensichtlich bildet eine modernisierte Version des Mythos von Orpheus und Eurydike die choreographische Grundlage für die Interaktionen der Figuren. Der Sage nach spielte und sang Orpheus so schön, dass seine zu früh verstorbene Gattin aus dem Reich der Toten ins Leben zurückkehren durfte. Doch weil sich Orpheus zu früh nach Eurydike umdrehte, blieb sie dann doch für immer in der Unterwelt. In schöner Umkehrung ist es in „Walk the Line“ die Frau, die den Mann aus einer Unterwelt, die hier aus Drogen und quälender Schuld besteht, herausführt. Abgesehen von dem Sängerberuf, den sie allerdings beide ausüben, sind sie Orpheus und Eurydike darin ähnlich, dass sie Gefahr laufen, einander zu verfehlen, weil der eine zu forsch und die andere zu scheu ist. Immer wieder wagt Cash/Phoenix – meist auf der Bühne – Annäherungen, die die Angebetete zu Rückzug und Abwendung bewegen, weil für sie die Zeit, sich zu öffnen, noch nicht gekommen ist. Ihrer eigenen Sehnsucht lässt Carter/Witherspoon mit Blicken meist dann freien Lauf, wenn Cash/Phoenix nicht einmal hinschaut.

Bild 6 zu Walk the Line
Gehen Sie den beiden einfach nach ins Kino.

Was sich bei den gemeinsamen Auftritten zwischen diesen beiden Menschen abspielt, gehört zum Romantischsten und Erotischsten, was das jüngere Kino zu bieten hat, ohne dass dafür ein Millimeter Nacktheit nötig wäre. Die Blicke, die Gesten, die Worte der Songs von Cash und Carter, die Phoenix und Witherspoon in bewunderungswürdiger Weise mit eigener Stimme singen – all das verwandelt sich in Elementarteilchen eines heftigen Funkenflugs Schwerstverliebter. Sie machen den Zuschauer sehnsüchtig nach jeder weiteren Szene, die die beiden im Duett zeigt. Wie wunderbar es ist, Mann und Frau zu sein und etwas voneinander zu wollen – hier erhält das Begehren seine zauberhafteste Form.

Fazit:


Weniger ein Bio-Pic als ein Dating-Movie – und was für eins! Der momentan stilvollste und ergreifenste Film für Liebespaare und solche, die es noch werden wollen. Oder einfach gerne mitfiebern, ob ‚sie sich wohl kriegen’. Nichts wie rein, so lange der Film noch läuft!
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Andreas

Eingetragen am:

21.03.2006

Aufgerufen:

23492 Mal

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