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 | Verliebt in eine Hexe |  | | |
Bewitched, 2005 | |
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| deutscher Start: | 2005 | | Herstellungsland: | USA | | Regie: | Nora Ephron ("E-m@il für Dich") |
| Drehbuch: |
Nora Ephron, Delia Ephron |
| Darsteller: | Nicole Kidman, Will Ferrell, Shirley MacLaine u.a. | | Verleih: | Sony Pictures | | Genre: | Fantasie/Komödie | | Länge: | 102 Minuten | | FSK:
| ab 0 Jahren |
| Website: | Link aufrufen | | Günstig DVD, Video, Buch oder Soundtrack zu "Verliebt in eine Hexe" | 
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Inhalt:
Freundlich ausgedrückt hat Jack Wyatt (Will Ferrell, „Old School“) seine besten Tage als Leinwandstar schon lange hinter sich. Ein Comeback muss her und sein enthusiastischer Agent Richie (Jason Schwartzman, „Rushmore“) hat bereits das rettende Projekt zur Hand: ein Remake der legendären Fernsehserie „Verliebt in eine Hexe“. Fehlt nur noch eine weibliche Partnerin, die in der Rolle der naselkräuselnden Hexe Samantha Jack nicht in die Quere kommt.
Eigentlich geht es doch immer nur um das Eine - das Nasenkräuseln.
Die hinreißende Isabel Bigelow (Nicole Kidman, „The Hours“) scheint wie geschaffen für den Part – sie stand noch nie vor der Kamera, hat sich Hals über Kopf in Jack verliebt und kann die Nase kräuseln. Was keiner ahnt: Isabel ist noch aus einem ganz anderen Grund die Idealbesetzung – sie ist nämlich auch im wahren Leben eine Hexe. Als sie feststellt, dass Jack sie schlicht betrogen hat, greift sie auf ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten zurück – und verführt den Star der Show nach allen Regeln der Hexenkunst... |
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| Kritik:
Ach, wie schön wäre es doch gewesen, wenn David Beckham bereits in den 80er Jahren gekickt hätte. Dann wäre der Trend zum metrosexuellen Mann 1988 schon weit genug fortgeschritten gewesen und man hätte beim Kinobesuch von „Schlaflos in Seattle“ ungeniert in das Schluchzkonzert der Freundin einstimmen können. Heute ist Typen das Heulen nicht einfach nur erlaubt, die Mode zwingt einen fast dazu seine Tränendrüsen allzeit bereit zu halten – und was passiert, anstatt großes Gefühlskino, das uns wehrlos in die tröstenden Arme unserer Begleitung treibt, bekommen wir von Nora Ephron nur noch ein niveauloses Komödchen geboten, dass dazu noch mit dem unglaubwürdigsten Liebespaar seit Clinton und seiner Monica aufwartet. Will Ferrell hängt noch immer an seiner „Saturday Night Live“-Karriere und versucht garnicht erst sich auf seine Partnerin einzustellen – stattdessen missbraucht er seine Rolle als abgehalfterter, egoistischer Filmstar um die Marotten seiner Kollegen zu parodieren, z.B. die Divenhaftigkeit einer gewissen Frau Lopez. Dass er die zurückhaltendere Nicole Kidman dabei einfach ummäht und mit seinem übertriebenen Spiel jeden aufkeimenden Funken Romantik die Luft nimmt, scheint ihm garnicht aufzufallen. Höhepunkt dieses anti-liebenswerten Charakters ist, dass er sich erst in Isabel verliebt, als die ihn vor allen Leuten fertig macht und herabwürdigt – der Masochistenhumor einer billigen TV-Comedy-Show.
Nach diesem Auftritt dürfte auch Ferrells Karriere in der Luft hängen.
Isabel trottet naiv staunend durch die mit Rosenblüten ausstaffierten Sets, immerhin ist sie gerade dabei die reale Welt ohne Magie für sich zu erforschen. Für den Zuschauer wirkt es aber eher, als ob Kidman die ganze Zeit darüber nachsinnt, was sie in dem Film eigentlich verloren hat. Isabel möchte einen Mann, der sie einfach so liebt und den sie nicht erst verhexen muss, um an ihr Ziel zu kommen. Eine einfache, allseits bekannte „Weißer Gartenzaun“-Moral, die mit Dialogzeilen wie „Sei nicht immer so negativ“ noch auf die antikritische Haltung Hollywoods getrimmt wurde. Als Isabel endlich bemerkt, dass Jack sie nur benutzt hat, fängt die Frauenzeitschriften-Erziehung von Nora Ephron an in das Geschehen durchzuscheinen. Die geschundenen Frauen schließen sich zusammen und planen einen gemeinen Elektroschockangriff auf den armen Jack. Im Endeffekt reicht es dann aber doch nur für ein paar angehexte Akzente – somit kann man dem Film zumindest zu Gute halten, das er absolut harmlos ist.
Wie so oft das Beste am ganzen Film: Michael Caine als Dandy-Vater.
Die Nebenrollen sind zumindest auf dem Papier stark besetzt und Michael Cain („Batman Begins“) schafft es sogar trotz der in letzter Zeit leider üblichen schlechter Rollenwahl seine Figur, den frauenfressenden Hexenvater, ohne Schiffbruch zum Abspann zu führen. Jason Schwartzman scheint hingegen gar nicht erst losgesegelt zu sein. Meilenweit von seinem exzentrischen Spiel in „I Heart Huckabees“ entfernt, dient er lediglich als Stichwortgeber für den schauspielerisch amoklaufenden Ferrell. Die größte Schande ist aber der endgültige Niedergang von Schauspiel-Ikone Shirley MacLaine („Das Appartement“) – zumindest darf sie dabei als Hexen-Schwiegermutter ziemlich ausgeflippte Klamotten tragen. Die emotionslose Inszenierung liegt qualitativ nicht über der der originalen Sit-Com aus den 60er Jahren. Obwohl die Schauspieler sehr schnell reden und immerzu hektisch auf und ab hüpfen, entwickelt der Film kein spürbares Tempo. Die Spannungskurve gleicht in etwa der eines Marie Claire–Artikels über neue Eppilier-Methoden und das auf der Leinwand gerade was lustiges passieren soll, erkennt der Zuschauer nur an den Veränderungen des Scores – die Suche nach dem Witz gestaltet sich dann aber ähnlich schwer wie die berühmte im Heuhaufen. Immer wenn Isabel mit ihren Hexereien Mist gebaut hat, spult sie einfach zurück (und wir müssen uns das inklusive Rew.-Einblendung tatsächlich ansehen), so dass als tatsächlich Passiertes am Ende nicht viel mehr als ne gute Halbestunde stehen bleibt. Am besten hätte sie bis zum ersten Treffen der Produzenten zurückgespult und ihnen puren Kaffee statt puren Whiskey in die Becher gehext. |
| | Fazit: Man muss Nora Ephrons Film schon fasst als progressiv bezeichnen. Eine RomCom zu machen, die weder komisch noch romantisch ist, zeugt von großem Mut und entspricht auf mancher Ebene gar der symbolischen Sinnlosigkeit moderner Kunst – ansehen möchte man sich so etwas natürlich trotzdem nicht. |
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