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Verflucht

 

Cursed, 2004

 
Poster zu 'Verflucht' kaufen
deutscher Start:2005
Herstellungsland:USA
Regie:Wes Craven ("Scream - Schrei!")
Drehbuch: Kevin Williamson
Darsteller:Christina Ricci, Shannon Elizabeth, Brooke Allen u.a.
Verleih:

Buena Vista
Genre:

Horror/Thriller
Länge:99 Minuten
FSK: ab 16 Jahren
Website:

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Inhalt:


Vollmond über dem Mullholland Drive, Hollywood. Ellie (Christina Ricci) und ihr Bruder Jimmy (Jesse Eisenberg) sind auf dem Heimweg, als plötzlich etwas Riesiges gegen die Windschutzscheibe des Autos kracht. Ein entgegenkommendes Fahrzeug muss ausweichen, überschlägt sich dabei und stürzt die Böschung hinab. Beim Versuch, die angsterfüllte Fahrerin Becky (Shannon Elizabeth) zu retten, wird diese von einem wolfsartigen Ungetüm attackiert – auch Ellie und Jimmy kriegen die scharfen Krallen der Kreatur zu spüren.

Bild 1 zu Verflucht
Autsch! Ob das wohl ansteckend ist?

Während Ellie den schrecklichen Vorfall möglichst schnell vergessen will, glaubt Jimmy fest daran, dass sie Opfer eines Werwolfs geworden sind. Was sich zu bestätigen scheint, denn ein fünfstrahliges Pentagramm, das Zeichen der Bestie, hat sich in die Innenfläche ihrer rechten Hand eingebrannt. Zudem entwickeln die beiden urplötzlich animalische Instinkte und eine ausgeprägte Vorliebe für rohes Fleisch und frisches Blut...

Kritik:


Mitte der 90er Jahre kamen zwei Filme in die Kinos, die das amerikanische Kino der Gegenwart erheblich prägen sollten. Beide stammen aus der Feder von Film-Freaks, die ihre Jugend in Videotheken verbrachten und die Filmgeschichte in und auswendig kennen. Beides sind selbstreferenzielle Werke, deren eigentliches Thema das Filmemachen selbst ist, deren Autoren aber klug genug waren, eine glänzende Oberfläche für das Mainstream-Publikum einzubauen – so wurden aus Filmen für die sehr spezielle Rasse der Videothekenhocker unerwartete Welt- und Kritikererfolge, sogar eine Goldene Palme in Cannes sprang dabei heraus.

Bild 2 zu Verflucht
1.: Das Gehirn muss vom Herzen getrennt werden, gerne auch mit Schaufel.

Quentin Tarantino brachte nach „Reservoir Dogs“, der zwar schon alle Elemente seiner späteren Werke enthielt, aber aufgrund seiner Brutalität und bedingungsloser Konsequenz am großen Publikum vorbeigelaufen war, mit „Pulp Fiction“ seinen zweiten Film heraus. Voll gestopft mit Zitaten, die sich ohne jede Gequältheit zu einem Ganzen fügen, verarbeitet er die Geschichten seiner Jugend, genau wie er sie damals von seiner Familie, dem Videorekorder, erzählt bekommen hat. Meisterhaft setzt er die Stücke zusammen, ohne dass die Bruchstellen erkennbar wären, oder das Gesamte zu sehr wie Kunst wirken würde.

Bild 3 zu Verflucht
Der Werwolf-Schnelltest für Zuhause: Pures Silber.

Was Tarantino mit seinem Genre, dem Gangsterfilm, anstellte, schaffte der bis dahin völlig unbekannte Autor Kevin Williamson mit dem Horrorfilm. Er schrieb „Scream“ und hatte das große Glück, dass mit Wes Craven ein Regisseur zur Verfügung stand, der mit „Hügel der blutigen Augen (1977)“ und „A Nightmare on Elm Street – Mörderische Träume (1984)“ bereits zwei Klassiker des modernen Horrorfilms geschaffen hatte und so über eine Genreerfahrung verfügte, die es ihm ermöglichte Williamsons tiefgründige Spielereien zu verstehen und bei der Transformation auf die Leinwand nicht außer acht zu lassen. „Scream –Schrei!“ entlarvt sowohl den Teenie-Slasher, indem er die Einfachheit der Regeln offenbart, zugleich aber auch die Fans der Filme, indem er sie zu seinen Protagonisten macht und sie an dem, was sie sonst auf der Leinwand bewundern, im echten Leben zerbrechen lässt. Er zeigt die Lächerlichkeit solcher Filme, stellt ihre Fans als grenzdebil dar und schafft es durch die gleichzeitige Präsentation eines spannenden Horrorfilms dennoch, genau diese, von ihm bloßgestellten, Fans zu seinen eigenen Jüngern zu machen – immerhin ist Williamson einer von ihnen und beweist so ein nicht unbeachtliches Maß an Selbstironie.

Bild 4 zu Verflucht
Ein meisterlicher Handwerker + gutes Buch = guter Film: Wes Craven.

Nach der Fortsetzung „Scream 2“ ist „Verflucht“ nach einer längeren Pause nun die dritte Zusammenarbeit der Beiden, die zwischenzeitlich versuchten, getrennte Wege zu gehen. Craven führte die „Scream“-Triologie mit Drehbuchautor Ehren Kruger zu einem unwürdigen Ende und produzierte eine Reihe billiger Vampirfilmchen. Williamson begann seine eigene Regiekarriere mit dem leidlich interessanten „Tötet Mrs. Tingle“, der eher durch seine menschenverachtende Haltung als inszenatorische Finesse auffiel. Trotzdem hat die Kreativpause zu einer Weiterentwicklung geführt: Neben dem Wechsel vom Teenie-Slasher zum Monsterfilm ist die Angst vor dem Fan gewichen. Ihm werden bei „Verflucht“, im Gegensatz zu den „Scream“-Filmen, keine Brotkrumen in Form angedeuteter Logik oder gar Anspruchs mehr vorgeworfen. Die aufgedeckte Lächerlichkeit wird nicht mehr versteckt, sondern offen, für jeden sichtbar auf die Leinwand geworfen. Schon in der allerersten Szene wird der Standpunkt deutlich gemacht. Becky und ihre Freundin wollen sich von einer Wahrsagerin ihre Zukunft voraussagen lassen, anstatt der üblichen Jahrmarkts-Deutungen warnt die Frau mit einer Ernsthaftigkeit, die sie nur noch unglaubwürdiger macht, vor einer Bestie und viel Blut. Natürlich glauben die Beiden ihr nicht und genau so geht es dem Zuschauer wenn er sich Filme über Monster ansieht auch. In unserer aufgeklärten Gesellschaft glauben wir nicht an das Okkulte, warum erwarten wir dann, dass uns ein Film durch zahllose Stilmittel und aufgesetzte Komplexität Glaubwürdigkeit vorgaukelt.

Bild 5 zu Verflucht
Was gleich mit ihr passiert ist ziemlich lustig.

Ist die Unmöglichkeit das Lächerliche in etwas Ernsthaftes zu verwandeln erst einmal erkannt, kann man sich von jeglichem äußeren Zwang lösen und so unbefangen mit den Versatzstücken der Genres jonglieren. Blut, Zitate, optische Spielereien, Tempo- und Stimmungswechsel können ohne Kontrollinstanz verwendet werden. Lässt man sich als Zuschauer darauf ein, kommt man in den Genuss purster Unterhaltung, tut man es nicht, outet man sich als Jemand, der sich von einem Film lieber falschen Anspruch andrehen lässt, als sich an der reinsten Form des Mediums zu ergötzen. Neueres Beispiel dieser Philosophie ist Stephen Chows „Kung Fu Hustle“, der trotz der Befolgung aller Kung-Fu-Film-Konventionen keine Erwartungen erfüllen will, auch hier wird die kreative Spielerei über alles gestellt. Abschreckendes Gegenteil ist „Catwoman“, der trotz hanebüchener Story um Glaubwürdigkeit buhlt und so erst recht jegliche verliert. Der Höhepunkt dieser Reduktion von abzuarbeitenden Genre-Erwartungen ist erreicht, wenn der „Killer“ am Ende von „Verflucht“ nach einem halben Satz Motiverklärung nur noch anfügt: „You Know the Line“ – die endgültige Verweigerung, etwas unnötiges zu zeigen, nur weil man es halt so macht.

Fazit:


„Verflucht“ ist das mutigste und konsequenteste Werk von Horror-Handwerker Craven und Horror-Durchschauer Williamson.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Christoph

Eingetragen am:

02.06.2005

Aufgerufen:

18097 Mal

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