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Transamerica

 

Transamerica, 2005

 
Poster zu 'Transamerica' kaufen
deutscher Start:2006
Herstellungsland:USA
Regie:Duncan Tucker ("Boys to Men")
Drehbuch: Duncan Tucker
Darsteller:Felicity Huffman, Kevin Zegers, Fionnula Flanagan u.a.
Verleih:

Falcom Media
Genre:

Abenteuer/Drama/Komödie
Länge:103 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Website:

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Inhalt:


Bree (Felicity Huffman) führt ein einsames und zurückgezogenes Leben. Nur die Therapeutin Margret (Elizabeth Pena) hat einen Draht zu ihr und kennt ihr Geheimnis: Bree war einst ein Mann, hieß Stanley und steht nun, nach langem Sparen, vor der letzten Operation, um sie komplett zur Frau zu machen. Ihr Vorhaben wird auf unerwartete Weise durchkreuzt, als sie einen Anruf aus dem Gefängnis in New York erhält. Der Anrufer erzählt ihr, er sei Stanleys 17-jähriger Sohn Toby (Kevin Zegers) und bräuchte nun jemanden der die Kaution stellt, da seine restliche Verwandtschaft tot sei. Das ist Bree zunächst einmal ziemlich egal, doch Margret droht damit die Papiere für die Umwandlung nicht zu unterschreiben, falls Bree sich nicht ihrer Vergangenheit stellt.

Bild 1 zu Transamerica
Bree befürchtet ständig entlarvt zu werden.

Also macht sie sich wohl oder übel doch auf den Weg nach New York um Toby, unter falscher Identität, aus dem Gefängnis zu holen. Schnell fühlt sie sich für den Halbstarken verantwortlich, zumal er auf der Straße lebt, sich prostituiert und Drogen nimmt. Sie erstellt den Plan ihren Sohn ein Stück mit in Richtung L.A., wo die Operation statt finden soll, zu nehmen, ihn in seinem Heimatprovinznest bei seinem Stiefvater abzusetzen und dann glücklich und zufrieden gen Weiblichkeit zu brausen. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Bald stellt sich heraus, dass das ungleiche Paar etwas mehr Zeit miteinander verbringen muss, als es beiden lieb ist und Brees wahre Identität droht zunehmend aufzufliegen.

Kritik:


Hollywood befindet sich zurzeit in einer sehr toleranten, um nicht zu sagen demonstrativen Phase. Die mit Preisen überhäuften und meistbeachteten Filme haben oft eine Gemeinsamkeit: Sie setzen sich für ethnische Minderheiten ein. Sei es Paul Haggis, der mit seinem „L.A. Crash“ einen Rundumschlag für viele kulturelle Randgruppen und gegen Rassismus vollführte oder natürlich Ang Lees „Brokeback Mountain“, der Homosexualität in den 60ern thematisiert. Mit seinem Debut widmet sich Regisseur Duncan Tucker nun einer Minderheit, die in der gesellschaftlichen Rangliste noch weit unter den Homosexuellen angesiedelt ist, nämlich den Transgendern. Tucker verfrachtet seine wichtige Thematik in einen himmlisch-charmanten Roadmovie, mit fabelhaften Darstellern und einer nahezu perfekt aufgebauten Dramaturgie, so dass das Prädikat „besonders wertvoll“ endlich mal wieder zu 100% angebracht ist.

Bild 2 zu Transamerica
Partner wider Willen: Bree und Toby.

Das größte Lob, das man „Transamerica“ zusprechen muss, ist das Feingefühl mit seinen Charakteren, dass so und nicht anders auch im realen Leben von Nöten wäre. Die Transsexualität der Hauptprotagonistin wird nie penetrant in den Mittelpunkt gerückt. Dieses Merkmal ist nur eine von vielen Charaktereigenschaften der Figur Bree. Sie ist nicht einfach nur ein Transsexueller, sondern ein Mensch aus Fleisch und Blut mit echten Gefühlen, der nebenbei eben transsexuell ist. Auch ein hoher Bildungsgrad, zwanghafte Manierlichkeit, Unsicherheit und Stärke sowie Zurückhaltung und Direktheit im Wechsel zeichnen sie aus. Falls sich ihr zweifelhaftes Geschlecht dann doch einmal in das Zentrum der Handlung pirscht, geschieht das völlig nahtlos und glaubhaft. Wenn Bree z.B. ihren Penis auspackt, um in den Straßengraben zu pinkeln, wird das nicht zum großen Schocker aufgebauscht, sondern wird so behandelt, als sei es das Natürlichste auf der Welt. Dementsprechend realistisch und klischeefrei gehen auch die Dialoge von statten, wenn Befürworter und Gegner dieser Lebensform aufeinander prallen.

Bild 3 zu Transamerica
Bree pflegt einen etwas seltsamen Kleidungsstil.

Toby ist konsequent als kompletter Gegensatz zu Bree angelegt. Er ist ein sexuell unentschlossener, naiver, geradezu kindlicher, junger Mann, nicht besonders gebildet geschweige denn wohlerzogen. Er macht sich kaum realistische Gedanken über die Zukunft, lebt stattdessen stets optimistisch in den Tag hinein. Logisch, dass sich das ungleiche Paar nicht selten wegen Kleinigkeiten zofft, woraus sich meist die charmantesten Szenen des Films entwickeln. Während sich die beiden also zunehmend näher kommen und so etwas wie Harmonie aufkeimt, sorgen diese mal kleinen mal großen Streitereien und Wortgefechte immer wieder für subtile, herzerwärmende Lacher. Somit gleitet „Transamerica“ unfassbar leichtfüßig über die 103 Minuten Laufzeit und über das schwierige Thema hinweg. Doch auch für Dramatik ist gesorgt, natürlich vornehmlich durchs Brees Enthüllungen, aber auch durch andere Überraschungen, die der Film bereit hält. Diese gut getimten Sequenzen können allerdings die ausgelassene Stimmung des Films nicht runterziehen, sind lediglich eine willkommene Abwechslung.

Bild 4 zu Transamerica
Das Mutter/Vater-Sohn-Gespann kommt sich endlich näher.

Ebenfalls zu Gute halten, muss man „Transamerica“ die Liebe zum Detail. Auch die zahlreichen Randfiguren sind gut ausgearbeitet, befördern die beiden Hauptprotagonisten in Ausnahmesituationen und Weiterentwicklungsmöglichkeiten und geben dem Film neue Impulse. Seinen komödiantischen wie dramaturgischen Höhepunkt erreicht „Transamerica“ mit dem Auftritt von Brees Familie. Besonders Fionnula Flanagan als Elizabeth, Brees Mutter, ist hier hervorzuheben. Auch die Kleinigkeiten, die die Geschichte nicht zwingend weiterbringen, sind immer wieder für herzhafte Lacher zu gebrauchen, wenn z.B. Bree, zu Beginn, des Films Stimmakrobatik vollführt, um ihren Job als Home-shopping-Telefonistin zu meistern, Toby seine Gefährtin in Unterwäsche erwischt oder einfach Brees besonders intellektuelle Ausdrucksweise.

Bild 5 zu Transamerica
Brees Familie ist eine Ansammlung von Verrückten.

Nicht zu vergessen sind natürlich die großartigen Darsteller, allen voran das Hauptdarsteller-Pärchen. Felicity Huffman, noch immer bei den „Desperate Housewives“ in Gefangenschaft, liefert eine atemberaubend Performance ab. Besser hätte man es wirklich nicht machen können. Der Golden Globe und die Oscar-Nominierung sind vollkommen verdient. Wenn man sie nicht mittlerweile gut genug kennen würde, könnte man wirklich meinen, es handele sich hierbei um einen Transgender. An dieser Stelle auch großes Lob an die Stylisten. Fast ebenbürtig ist ihr der junge Kevin Zegers, der seine etwas leichtere Rolle mit gleicher Inbrunst verkörpert und die Bälle seiner Partnerin geschickt annimmt und zurückspielt. Er zeigt nach eindimensionalen Rollen wie in „Fear Of The Dark“ oder „Dawn of the Dead“ was er drauf hat, so dass wir ihn hoffentlich noch öfter sehen werden. Der chillige Country-Soundtrack und die angenehm-helle Photographie runden die entspannte Einstellung und das stimmige Gesamtbild des Films optimal ab.

Bild 6 zu Transamerica
Der verschollene Enkel weiß noch nichts von seinem Glück.

Als einzige Abzüge lassen sich der etwas überhastete Schluss sowie die nicht ganz so sensible, auflösende Szene am Rande vermerken, die allerdings nur noch wenig ins Gewicht fallen. Hier wäre die eine oder andere Filmminute mehr sicherlich noch nötig gewesen, um „Transamerica“ von einem herausragenden Film zu einem echten Klassiker zu machen. Trotzdem hat Debutant Duncan Tucker ein seltenes Kunststück vollbracht: „Transamerica“ ist ein Feel-Good-Movie, der ausnahmsweise eine wichtige Message inne hat und diese auch noch fast perfekt suggeriert.

Fazit:


Duncan Tuckers „Transamerica“ springt so charmant, feinfühlig und realistisch mit seiner kontroversen Thematik um, dass es einfach nur so richtig ans Herz geht.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Kevin

Eingetragen am:

21.01.2007

Aufgerufen:

4094 Mal

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Weitere Kritik:

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