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The Elephant King

 

The Elephant King, 2006

 
Poster zu 'The Elephant King' kaufen
deutscher Start:2008
Herstellungsland:Thailand/USA
Regie:Seth Grossman ("Shock Act")
Drehbuch: Seth Grossman
Darsteller:Jonno Robert, Ellen Burstyn, Tate Ellington, Florence Vanida Faivre u.a.
Verleih:

Maxximum
Genre:

Drama/Romanze
Länge:92 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Website:

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Inhalt:


Jungwissenschaftler Jake Hunt (Jonno Robert )hat sein bisheriges Dasein hinter sich gelassen, genießt das wilde Leben in Thailand und taucht im Nachtleben der Stadt Chiang Mai ab, wo Alkohol, Ecstasy oder Frauen jederzeit und billig für wohlhabende westliche Touristen zu haben sind. Er denkt nicht daran nach Hause zurück zu kehren, denn nachdem er Forschungsgelder veruntreut hat, soll ihm dort der Prozess gemacht werden. Seine Mutter Diana (Ellen Burstyn) ist verzweifelt, da die Familie für Jakes Schulden haftbar gemacht werden soll und ihr deshalb der Ruin droht. Sie will, dass er zurück kommt und sich seiner Verantwortung stellt. Sie sieht ihre Chance gekommen, als Jake seinen Bruder Oliver nach Thailand einlädt und verlangt von ihrem zweiten Sohn, Jake von der Rückkehr zu überzeugen. Oliver (Tate Ellington) hingegen, ein verschlossener und depressiver junger Mann, der nebenbei Geschichten schreibt, bewundert seinen Bruder und dessen wildes und freies Aussteigerleben im paradiesischen Thailand.

Bild 1 zu The Elephant King
Jake lädt seinen Bruder zu sich nach Thailand ein.

Froh der familiären Misere und der mütterlichen Bevormundung entkommen zu sein, lässt Oliver sich von Jake und dessen easy living im neonhellen Nachtleben mitreißen und als sich auch noch die hübsche Thailänderin Lek (Florence Vanida Faivre) für ihn interessiert, genießt er fast rauschhaft das ungewohnte Gefühl von Freiheit und Glück. Folglich denkt auch er nicht mehr an Rückkehr nach New York. Doch die Illusion vom vermeintlichen Paradies währt nicht lange, denn eigentlich ist nichts so, wie es Jake den naiven Oliver glauben machen will und auch die Risse in der Beziehung zwischen Oliver und Jake treten immer deutlicher hervor. Und so müssen sich beide schließlich fragen, was sie suchen oder wovor sie eigentlich auf der Flucht sind.

Kritik:


Nur auf den ersten Blick ist „The Elephant King“ vor allem ein Familiendrama. Und zunächst stehen auch die familiären Beziehungen im Vordergrund. Bemerkenswert ist vor allem die Unfähigkeit zur Kommunikation untereinander. Man redet miteinander, aber niemand hört dem anderen zu. So kann Mutter Diana mit ihren finanziellen Sorgen bei ihrem Mann (Joseph Sommer) nicht auf Gehör hoffen, der nur davon träumt, an Jakes Stelle das unbeschwerte Leben als Sextourist zu genießen. Oliver wiederum findet kein Verständnis bei seiner überfürsorglichen Mutter, die immer perfekt weiß, was er tun und wie er sich verhalten soll.

Bild 2 zu The Elephant King
Oliver leidet unter der Bevormundung durch seine Mutter.

Oliver selbst kann seine Sicht der Dinge nicht artikulieren, und ist seinerseits taub für die Sichtweise seiner Mutter. Jake hört sowieso niemandem wirklich zu und beschränkt seine Kommunikation auf Sprüche klopfen. Regisseur Grossman führt dem Zuschauer hier ein typisches Familienleben vor, und die Banalität der alltäglichen Verzweiflung aller lässt den Zuschauer nachdenklich zurück. Auch auf den zweiten Blick zeigt der Film uns raue Wahrheiten, dass das Paradies keines ist, wird einem relativ schnell klar, wenn man Jakes Welt betrachtet, in die sein Bruder Oliver nun unvermittelt hineingerät. Zunächst ist Oliver geblendet und beeindruckt vom schnellen und freien Leben, das Jake in Chiang Mai vor allem nachts führt. In grellen Farben zeigt uns der Regisseur das rauschhafte Erleben dieser ganz anderen Welt, die für Oliver vor allem deshalb faszinierend ist, weil sie frei von Verantwortung ist und er hier endlich einmal frei von Bevormundung ist und tun und lassen kann, was er will. Parties, Drogen, Sex - alles käuflich, alles billig, jederzeit zu haben - das zeigt ihm Jake, der alldies wie selbstverständlich konsumiert. Doch im Gegensatz zu Jake ist Oliver im Grunde kein Sextourist. Ihn fasziniert auch eher die traumhaft anmutende, fremde Kultur als das Nachtleben. Umso glücklicher ist, er als die hübsche Lek sich für ihn interessiert, und sich eine romantische Beziehung anbahnt.

Bild 3 zu The Elephant King
Lek scheint sich für Oliver zu interessieren.

Letztlich durchschaut Oliver aber die Scheinwelt selbst nicht. Zwar erkennt er bald die Oberflächlichkeit von Jakes easy living und die hässlichen Schattenseiten dieses Lebensstils. Doch die scheinbare Romanze mit Lek verhindert, dass er sieht, was eigentlich unübersehbar ist. Die Einheimischen sind auf den Tourismus und seine Einnahmen angewiesen, und dafür müssen sie sich einiges von westlichen Touristen gefallen lassen, immer dankbar, immer dienstbar. Nur gelegentlich entladen sich die wahren Gefühle gegenüber denen, die einen ausbeuten und die sich wie die Herren aufspielen können. Ein solcher Moment ist die Szene, in der Jake fast eine Prügelei anzettelt, weil der einheimische Leadsänger der spielenden Band irgendwann keine Lust mehr hat, die reichen Touristen zu unterhalten, zumal diese mit Lek, in die er verliebt ist, flirten. Jakes Reaktion erscheint dann auch wie die fast erstaunte und empörte Wut eines Menschen, dem man plötzlich seine selbstverständlichen Privilegien verweigert. Wenn er zahlt, muss der Thai singen, denn er mit seinem Geld ist in dieser Welt der König. So singt Daeng (Pawalit Mongkolpisit) eigene Lieder gegen die ausbeuterischen Verhältnisse. Als Oliver einmal fragt, was er denn singe, sagt Lek einfach nur, dass es um Liebe ginge. Die Antwort genügt dem naiven jungen Mann, und einen Einblick in Realität des Alltags für die Thais bleibt dem Touristen erspart. Oliver bekommt wie andere Touristen auch nichts vom täglichen Existenzkampf der Menschen mit, die angesichts der totalen Abhängigkeit von wohlhabenden Westlern und ihren Brieftaschen ein selbstbestimmtes Dasein kämpfen. Die Tatsache, dass Lek ausgerechnet Tourismus studiert, ist da wie ein ironischer Kommentar zu den Herrschaftsverhältnissen im fortgeschrittenen Kapitalismus an.

Bild 4 zu The Elephant King
Oliver hat keine Ahnung vom Leben in Leks Welt.

Die beiden amerikanischen Touristen sind mit ihrer eigenen Sinnsuche beschäftigt. Oliver jedenfalls sucht etwas, wofür es sich zu leben lohnt, und je weiter der Film fortschreitet, desto klarer wird auch ihm, dass es nicht das ist, was Jake in Chiang Mai findet. Doch letztlich suchen beide, was sie zuhause nicht finden können, wie es so viele Aussteiger tun. Hier kommt eine kritische Haltung gegenüber einer bestimmten, in der westlichen Hemisphäre sehr verbreiteten Art des Aussteigertums zum Ausdruck, die sich exotische Länder sucht, um vor traumhaften Kulissen seinen eigenen Träumen zu folgen, ohne jedoch wirklich in dem jeweiligen Land und mit seinen Menschen zu leben. Dadurch bleibt man stets ein Fremder der nicht in der sozialen Realität des Gastlandes ankommt, stattdessen nur an der Oberfläche lebt. Regisseur Grossman kennt sich mit Aussteigertum wohl auch aus, hat er doch selbst einige Zeit in Thailand gelebt. So bleibt dann auch Oliver verborgen, was Lek wirklich umtreibt, und als er ihr seine Liebe gesteht, ist er fassungslos, als sie ihn abweist und ihm rät, er solle doch nach Amerika zurückkehren.

Bild 5 zu The Elephant King
"The Elephant King" ist voll in seinem Element.

Der Gipfel von Jakes großspurigen Lebensstils ist der Kauf eines Elefantenbabys, das forthin am Swimmingpool seiner Wohnanlage lebt. Symbolisch für die Beziehung der Brüder zueinander, siecht das kranke Tier immer mehr dahin, während auch das Verhältnis von Jake und Oliver immer stärker bröckelt, und Jakes Welt langsam aber sicher einbricht. Der Tod des Elefanten markiert dann auch das Ende von Jakes Scheinwelt: Jake ist pleite, Oliver will nach Hause zurückkehren und ihn mitnehmen, doch die beiden haben sich endgültig zerstritten. Die freundschaftliche Beziehung zu Lek hat Jake durch sein gewalttätiges Verhalten zerstört. Letztlich beginnt ein neues Leben für beide. Jakes Mutter verzeiht ihm und besucht ihn im Krankenhaus. Oliver scheint gestärkt nach New York zurückgekehrt: er wirkt nicht wie der depressive und in sich gekehrte Junge, der er vorher war. Doch diese Veränderung kann man nur ahnen, da der Regisseur sie nur in einigen kurzen Bildern beschreibt und so dem Zuschauer die Deutung überlässt.

Fazit:


In „The Elephant King“ steckt mehr drin, als man auf den ersten Blick vermutet. Der Film wirkt zunächst nur wie ein Familiendrama vor exotischer Kulisse. Doch Regisseur Grossman ist es gelungen, die Geschichte der beiden ungleichen Brüder mit der Kritik an kapitalistischen Verhältnissen und am westlichem Lebensstil zu verbinden.Thailand und seine Menschen sind eben nicht nur die Kulisse, vor der die Geschichte der Amerikaner erzählt wird, wie man das schon zu oft in Filmen erlebt hat. Stattdessen sieht man mit „The Elephant King“ einen nachdenklichen Film über Lebensträume und Realitäten. Ein Film, den anzusehen sich durchaus lohnt für Zuschauer, die gern mal unter die Oberfläche schauen.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Claudia

Eingetragen am:

22.06.2008

Aufgerufen:

4972 Mal

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