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 | The Descent - Abgrund des Grauens |  | | |
The Descent, 2005 | |
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| deutscher Start: | 2005 | | Herstellungsland: | Großbritannien | | Regie: | Neil Marshall (“Dog Soldiers”) |
| Drehbuch: |
Neil Marshall |
| Darsteller: | Shauna Macdonald, Natalie Mendoza, Alex Reid u.a. | | Verleih: | Universum Film | | Genre: | Horror | | Länge: | 94 Minuten | | FSK:
| ab 18 Jahren |
| Website: | Link aufrufen | | Günstig DVD, Video, Buch oder Soundtrack zu "The Descent - Abgrund des Grauens" | 
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Inhalt:
Sam verliert auf der Rückfahrt von einer Rafting-Tour bei einem Autounfall Ehemann und Kind. Um sie auf andere Gedanken zu bringen, überreden sie ihre Freundinnen ein Jahr später zu einem Höhlenabenteuer in den USA. Nach einem gemeinsamen Abend mit viel Bier macht sich die Gruppe am nächsten Tag auf, um Licht in das Dunkel des unerforschten Höhlensystems zu bringen.
Zwar wird der Film erst in der zweiten Hälfte blutig – dann aber richtig.
Zunächst hat die Truppe nur mit kleineren Unfällen und Eifersucht zu kämpfen, aber dann stürzt ihr Rückweg in sich zusammen und ein Wettlauf gegen die Taschenlampen-Batterien beginnt. Als sich dann auch noch marmorhäutige, „Gollum“ artige Geschöpfe aus der Dunkelheit auf die wehrhaften Frauen stürzen, ist der Spaß endgültig vorbei... |
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| Kritik:
In „Vertical Limit“ leitete Chris O´Donnell eine gefährliche Rettungsmission auf den verschneiten K2, trotz unzähligen Abstürzen, todbringenden Lawinen und spektakulären Explosionen blieb das Ganze aber mäßig spannend, meistens sogar recht langweilig. Umso höher ist die Leistung von Regisseur Marshall einzuschätzen, Hochspannung durch einen einzelnen losen Nagel, ein kurzes Steckenbleiben einen leichten Stolperer in einer kleinen Höhle zu erzeugen. In jedem dunklen Raum, in den die Gruppe sich vorarbeitet, wird die Spannungsschraube weiter angezogen, die Todesangst überträgt sich von der Leinwand fast ungemindert auf den Zuschauer. Der weitere Schritt, auch noch blutgierende Monster in teilweise ultraharten Szenen auf die Frauen zu hetzen, dürfte manchen sogar zu viel des Guten sein. Ein weiterer Stützpfeiler der Spannung ist die psychologische Präzision mit der die einzelnen Mitglieder der Gruppe reagieren. Im Gegensatz zu anderen Horrorfilmen laufen sie nicht einfach schreiend davon, sondern verhalten sich alle autonom, aber in sich schlüssig. Lediglich in den letzten fünf Minuten wird es dann spekulativ und die Präzision weicht schließlich doch dem Effekt.
Sam kämpft sich mit ihren Freundinnen durch ein unbekanntes Höhlensystem.
In jedem typischen Outback-Horrorfilm werden die Protagonisten bei ausufernden Lagerfeuer-Saufereien charakterisiert. Egal ob in Eli Roths vorvorjährigem Überraschungserfolg „Cabin Fever“ oder Sean S. Cunninghams überschätztem Feriencamp-Klassiker „Freitag, der 13te“, immer schüttet sich eine Gruppe End-Teenies / Anfänger-Twens bei Gesprächen über das Thema Nr. 1 die Birne voll, die Eloquenz erreicht dabei bestenfalls das Niveau der „American Pie“-Filme. Marshall geht einfach Mal andere Wege. Er schickt nur gestandene endzwanziger Frauen auf seinen Abenteuertrip, Männer und Fast-Kinder müssen zu Hause bleiben. Natürlich bleibt Sex Hauptgesprächsthema, aber statt offensichtlicher Prahlereien und übertriebener Akt-Ankündigungen verschiebt sich der Konkurrenzkampf auf eine weiblichere, subversivere Ebene. Ein psychologischer Stellungskrieg der übelsten Sorte entbrennt - fein dosierte Spitzen wechseln mit hinterfotzigen Schmäh-Kampagnen und wenn dann die Dunkelheit der Höhle die Nerven noch zusätzlich strapaziert, geht es erst richtig los: „Sex and the City“ in ganz, ganz böse.
Eine letzte Chance zur Flucht, aber ist der Horror wirklich vorbei?
Ende der 60er Jahre tobte die sexuelle Revolution. Das Kinopublikum Anfang der 70er war freizügig, aufgeklärt und offen für Alles. Trotzdem war sich die Jugend nicht sicher, ob ihre neu gewonnene Freiheit in Sachen Sex auch wirklich der richtige Weg ist. Eine Angst, die vor allem im Horror-Genre, das schon immer die dunklen Seiten des Zeitgeistes in sich aufsog, ihren Niederschlag fand. Nicht ohne Grund hat sich „Kein Sex“ als eine der wichtigsten Überlebensregeln (siehe „Scream“) im Slasher-Film etabliert. Merkwürdigerweise haben sich diese inhaltlichen Regeln über die letzten dreißig Jahre gehalten und dass obwohl wenn auch die ein oder andere radikale Gruppe noch immer die alten Werte propagiert, die eigentliche Problematik in der heutigen Gesellschaft keine ernsthafte Entsprechung mehr findet. Ursache dafür ist, dass der amerikanische Horrorfilm zwischen Ende der 70er und Mitte der 90er praktisch tot war und gerade durch Wes Cravens „Scream“ wieder belebt wurde, der sich mit, wenn auch meisterlichen, Zitaten begnügte und die Ängste der neueren Vergangenheit konsequent aussparte. Wegen „Screams“ großem finanziellen Erfolg folgten alle weiteren Filme der neuen Horrorwelle diesem Vorbild und bis auf wenige Ausnahmen, die sich zumindest in Ansätzen auch aktuelleren Themen annahmen, hängen wir moralisch noch immer in den 70er Jahren fest. „The Descent“ ist nun einer der Ersten einer hoffentlich ganzen Generation von Filmen, die Altes alt sein lassen und sich wieder auf das Heute konzentrieren. Statt auf Sex-Ängste zu spekulieren, setzt er auf die Auswüchse der modernen, kapitalistischen Gesellschaft – Konkurrenzkämpfe innerhalb der Gruppe und Verlustängste (Tod von Ehemann und Kind) – und besinnt sich auf unsere Urängste – hier vor dem Unbekannten im Dunkeln. Ein wichtiger Schritt um den Wagen Horrorfilm endlich aus dem festgefahrenen Morast aus Fan-Erwartungen und Genre-Konventionen herauszuholen und der neuen Generation von Zuschauern endlich einen eigenen Horror zuzugestehen. |
| | Fazit: Perfekt inszenierter Hochspannungs-Horror, der sich zwar formal an die klassischen Regeln hält, inhaltlich aber rebellisch genug ist, um das Genre endlich von dem moralischen Ballast der 70er Jahre zu befreien und ins neue Millennium zu führen – bleibt nur zu hoffen, dass diese Revolution nicht allzu schnell niedergeschlagen wird. |
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