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 | Syriana |  | | |
Syriana, 2005 | |
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| deutscher Start: | 2006 | | Herstellungsland: | USA | | Regie: | Stephen Gaghan ("Abandon") |
| Drehbuch: |
Robert Baer (Buch), Stephen Gaghan |
| Darsteller: | Kayvan Novak, George Clooney, Amr Waked u.a. | | Verleih: | Warner Bros. | | Genre: | Drama/Thriller | | Länge: | 126 Minuten | | FSK:
| ab 12 Jahren |
| Website: | Link aufrufen | | Günstig DVD, Video, Buch oder Soundtrack zu "Syriana" | 
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Inhalt:
In „Syriana“ dreht sich alles um die Übernahme des Öl-Unternehmens Killen durch den Energie-Giganten Connex. Erzählt werden die verschiedensten Geschichten rund um den Globus, die alle auf die eine oder andere Art mit dieser Fusion zusammenhängen. Zum Beispiel die um den jungen, reformwilligen Prinz Nasir (Alexander Siddig, „Königreich der Himmel – Kingdom of Heaven“), der die seit langem bestehende Verstrickung der Politik seines Landes mit den amerikanischen Geschäftsinteressen auflösen möchte. Connex würde so seine Bohrrechte an die Chinesen verlieren, aber die Bevölkerung würde endlich eine brauchbare Infrastruktur bekommen. Oder die um den altgedienten CIA-Experten Bob Barnes (George Clooney, „Ocean`s Twelve“), der aus diesem Grund mit dem Auftrag ausgesandt wird, Prinz Nasir auszuschalten. Und dass, obwohl dieser als Demokratie-Befürworter und Sozial-Visionär für sein eigenes Volk viel mehr erreichen könnte, als sein habgieriger, aber dafür pro-amerikanisch eingestellter Bruder Meshal (Akbar Kurtha).
CIA-Agent Bob (Clooney) kämpft für die gerechte (amerikanische!) Sache.
Weil die Geschäftsführung von Connex Angst hat, Killen könnte in einen Bestechungsvorfall im Nahen Osten verwickelt sein, schicken sie vor der Fusion den jungen, aber schon desillusionierten Anwalt Bennett Holiday (Jeffrey Wright, „Broken Flowers“), um der Sache auf den Grund zu gehen. Nachdem er wirklich etwas gefunden hat, finden Kanzlei-Chef Dean Whiting (Christopher Plummer, „Alexander“) und Killen-Inhaber Jimmy Pope (Chris Cooper, „Capote“) in Form von „Right Wing“-Politiker Danny Dalton (Tim Blake Nelson, „Das Geheimnis von Green Lake“) genau das richtige Opferlamm, um die Sache wieder geradezubiegen. Energie-Analyst Bryan Woodman (Matt Damon, „Brothers Grimm“) ist zusammen mit seiner Frau Julia (Amanda Peet, „Igby!“) zu einer Party von Prinz Nasirs Vater, dem Emir Hamad Al-Subaai (Nadim Sawalha), eingeladen. Wegen eines defekten Kabels kommt ihr Sohn bei einem Sprung in den Pool ums Leben. Nasir versucht die Sache durch den Verkauf von Ölfeldern an Bryans Firma wieder gutzumachen. Als Bryan bei der ganzen Sache hart und integer bleibt, zeigt sich Nasir so beeindruckt, dass er Bryan sogar zu seinem persönlichen Wirtschaftsberater ernennt. |
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| Kritik:
„Syriana“, das Regie-Debüt von „Traffic“-Autor Stephen Gaghan, basiert auf einem Tatsachenroman, den der Ex-Agent Robert Baer nach seinem Ausscheiden aus der CIA über seine aktive Zeit verfasste. Dabei hat Gaghan die Vorlage aber im Endeffekt soweit verfremdet, zum Beispiel wird der Name Landes, in dem die umkämpften Ölfelder liegen, nie genannt, dass der Film selbst nicht auf wahren Tatsachen beruht, sondern ein rein fiktionales Werk ist. Es geht Gaghan aber auch gar nicht darum, konkret bestimmten Leuten den Schwarzen Peter zuzuschieben, sonder vielmehr darum, die komplexen Abläufe und Zusammenhänge der amerikanischen Ölwirtschaft auf die verschiedensten Lebensbereiche überall in der Welt darzustellen. Und dass ist ihm auf tief beeindruckende, verstörerische und zugleich stets differenzierte Weise ohne Einschränkung gelungen.
Dalton versucht Holiday von den Vorzügen der Korruption zu überzeugen.
Von vielen Seiten wurde der Film als so komplex beschrieben, dass man als Zuschauer gar nicht alle Zusammenhänge durchschauen kann. Und wirklich sollte man sowohl FBI, CIA und NSA auf der einen, Hisbollah, Madrassas (Islamschulen) und Al Quaida auf der anderen Seite unterscheiden können. Dann sollten dem aufmerksamen Zuschauer die Beziehungen und Zusammenhänge auch in ihren Details deutlich werden. Aber auch ohne dieses Vorwissen lohnt der Kinobesuch allemal, weil einem dann die Absurdität der Einflüsse des Öl-Netzwerks wahrscheinlich noch übler aufstößt.
Nasir hofft mit Bryans Unterstützung seinem Volk helfen zu können.
Die Besetzungsliste von „Syriana“ klingt selbst für einen Film mit einem Budget von 50 Mio. $ auf den ersten Blick unglaublich (bzw. unbezahlbar). Aber die Darsteller haben sich allesamt eher aus persönlichen Sympathien für Gaghan und seine politischen Aussagen als aus finanziellen Erwägungen für das Projekt entschieden. Und dieses Engagement für die Sache merkt man dem durchweg grandiosen Spiel auch an, wobei die meisten Darsteller sogar Rollen verkörpern, die zumindest teilweise konträr zu ihrer eigenen politischen Sicht eingestellt sind. Allen voran George Clooney, der im Gegensatz zu seinem Part in dem von ihm selbst inszenierten „Good Night, And Good Luck“ nicht den über alle Zweifel erhabenen, grundmoralischen Helden mimt, sondern einen durchaus fragwürdigen CIA-Agenten, der zwar am Schluss versucht, doch noch für die richtige Seite einzustehen, aber diesen Sinneswandel erst durchmacht, nachdem er von seinen eigenen Leuten aufs Kreuz gelegt wurde. Auch Jeffrey Wright, Chris Cooper und Christopher Plummer verkörpern Mitglieder des Öl-Netzwerkes, die nicht weiter von ihrer privaten Einstellungen entfernt sein könnten. Wobei sich vor allem am Charakter von Jeffrey Wrights Rolle zeigt, dass der Film auch mit den Figuren, die der Zuschauer zunächst für Schurken halten mag, differenziert umgeht. Neben all den zwielichtigen Absprachen, die Holiday trifft, glaubt er doch, wirklich im Wohle Amerikas zu handeln und kümmert sich in nicht zu knappen Szenen um seinen alkoholkranken, desillusionierten Vater.
Öl-Magnat Pope hat gut lachen: Ihm wird trotz Betrügereien nichts passieren.
Nut Matt Damon gibt als junger Idealist eine positive Figur, die für ein besseres Leben im Nahen Osten eintritt, dafür aber auf der anderen Seite seine Frau und seine Familie vernachlässigt. So gesteht der Film allen Parteien komplexe, differenzierte Charaktere zu, auch wenn er im Endeffekt natürlich eine linke, anti-wirtschaftsliberale Haltung einnimmt. Nach Steven Spielbergs „München“ und „Der ewige Gärtner“ von „City of God“-Macher Fernando Mereilles hat es Stephen Gaghan als Debüt-Regisseur natürlich sehr schwer, mit diesen Polit-Thriller- Schwergewichten auch filmisch mitzuhalten. Überraschenderweise scheint ihm dies aber spielend zu gelingen, denn auch wenn er nicht so virtuose Sequenzen wie Spielberg oder so große Bilder wie Mereilles liefert, kann er mit seinem ruhigen, fast dokumentarischen Stil doch auf der ganzen Linie überzeugen. Das Projekt „Syriana“ ist schon allein als politische Stellungnahme von Hollywoods linkem Flügel zu befürworten, dass daraus dann auch noch ein meisterhafter Film geworden ist, ist natürlich noch umso besser. |
| | Fazit: Obwohl „Syriana“ einer der komplexesten Polit-Thriller ist, die jemals gemacht wurden, ist er in jeder noch so kurzen Szene differenziert, hoch spannend und filmisch brillant. |
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