title=
Filmfans online
HOME
NEWS
KINO
FILM
CHARTS
SERVICE
COMMUNITY
Celluloid Dreams
KONTAKT
 /TD>


Kritik suchen erweiterte Suche

0-9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Stay

 

Stay, 2005

 
Poster zu 'Stay' kaufen
deutscher Start:2006
Herstellungsland:USA
Regie:Marc Forster ("Monster´s Ball")
Drehbuch: David Benioff
Darsteller:Ewan McGregor, Naomi Watts, Ryan Gosling u.a.
Verleih:

Kinowelt
Genre:

Drama/Thriller
Länge:99 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Website:

Link nicht vorhanden

Günstig DVD, Video, Buch oder Soundtrack zu "Stay"
DVD zu 'Stay' kaufen
Musik zu 'Stay' kaufen Musik zu 'Stay' kaufen Buch zu 'Stay' kaufen
 

Inhalt:


Psychiater Sam Foster (Ewan McGregor) ist von seinem neuen Patienten Henry Letham (Ryan Gosling) ebenso fasziniert wie irritiert. Foster hat die Vertretung für seine Kollegin Dr. Beth Levy (Janeane Garofalo) übernommen, deren Verschwinden nur eines der Rätsel ist, die es im Laufe der Geschichte zu klären gilt. Jedenfalls äußert der Künstler Henry seltsame Zukunftsvisionen und offenbart ein schreckliches Vorhaben: An seinem 21. Geburtstag will er sich das Leben nehmen.

Bild 1 zu Stay
Henry und ein brennendes Auto: die verheißungsvolle Eröffnungsszene.

Bis dahin sind es noch 3 Tage. Sam ist gefordert und taucht ein in Henrys abstruse Welt um seinen Selbstmord zu verhindern, wobei sich diese Odyssey nicht nur als hartnäckige Probe für seine Beziehung mit Freundin Lila (Naomi Watts), die er schon vor dem Suizid bewahrt hat, herausstellt, sondern auch als Kampf um seinen eigenen Geisteszustand. Realität und Fiktion verschwimmen immer mehr zu einem abgründigen Alptraum, der droht Sam zu verschlingen.

Kritik:


Man könnte behaupten, dass es so etwas wie eine Königsklasse im Thrillergenre gibt. Als amtierender Herrscher kann hier nur einer in Frage kommen: David Lynch. Dieser hat sich die Krone nicht zu letzt durch seine brillanten Straßen „Lost Highway“ und „Mulholland Drive“ redlich verdient. Alle anderen Kollegen sind in seinem Reich nur geduldet. Längst haben sie es aufgegeben, seinen unverwechselbaren Stil mäßig zu kopieren und versuchen sich stattdessen eine eigene Nische im Burggraben des lynchschen Königreichs zu schaufeln, wirken aber im Vergleich mit ihrem Kaiser dann doch nur wie einfältige Amateure. Aber auch Lynchie muss irgendwann mal in Rente gehen und da ist es höchste Zeit einen passenden Nachfolger für das Zepter zu finden. Einige sind ja schon mal in Aussicht. Christopher Nolan z.B. (Memento, Insomnia) oder Vincenzo Natali (Cube, Cypher). Und plötzlich und ohne jegliche Vorwarnung ereignet sich ein gemeiner Angriff aus einer Ecke wo man ihn niemals erwartet hätte, um den König von seinem Thron zu schubsen. Ein fieser Hinterhalt, sozusagen, von einem Herrn der sich bisher mehr im Bereich Drama heimisch gefühlt hat und mit „Monster´s Ball“ und „Wenn Träume fliegen lernen“ bewiesen hat, dass er da auch ganz gut aufgehoben ist. Nicht umsonst regnete es zahlreiche Auszeichnungen, u.a. Oscars, für jene Filme. Doch das scheint Marc Forster nicht mehr genug zu sein. Er wagt sich in neue Gewässer und macht nun bei seinem Thriller-Debut alles richtig. Die psychologische Intensität seines neuesten Werks und die alptraumhafte Geschichte, die immer weiter hinunter in menschliche Abgründe steigt, bringt wohl selbst den König zum erschaudern. „Stay“ ist ein waschechter Lynch, nur eben von Forster.

Bild 2 zu Stay
Sam und Lila haben des Rätsels Lösung gefunden.

Ein Film ist wie ein Fenster. Der Regisseur gibt lediglich den Rahmen. Was der Zuschauer darin sieht ist jedem selbst überlassen. Diese Devise hat sich Forster zu Herzen genommen und ein Meisterwerk gezaubert das ebenso faszinierend wie verwirrend daher kommt und dem Zuschauer die Aufgabe stellt, nicht nur von Anfang bis Ende des Films zu denken, sondern auch weit darüber hinaus. „Stay“ hat keine klare Lösung, bietet aber umso mehr Denkansätze, die während eines gemütlichen DVD-abends für reichlich explosiven Diskussionsstoff sorgen können und sollen. Drehbuchautor David Benioff hat wirklich ein Glanzstück abgeliefert. Ganz im Stile von „Mulholland Drive“ werden immer wieder Szenen in die Handlung eingeflochten, die zunächst nicht in Zusammenhang mit dem Rest gebracht werden können, aber bald darauf in den Mittelpunkt des Geschehens rücken. Eine Briese Dramatik im Stil von „K-Pax“ hebt „Stay“ von „Lost Highway“ oder „Mulholland Drive“ ab. Zwar ist die Story, die hier erzählt wird noch lange nicht so abgefahren wie es Lynchs Art ist, die Wirkung ist aber nicht weniger intensiv. Immer wieder werden Mosaiksteinchen zur Lösung beigesteuert, ohne jedoch das Bild zum Schluss zusammen zusetzen, denn das ist die Aufgabe des Publikums. Wenn der Abspann läuft ist es für den völlig verstörten Zuschauer an der Zeit sich selbst wach zu rütteln, von Fragen wie „Was war das denn? Macht das Sinn?“ abzulassen und das Gesehene noch einmal im Gedächtnis durch zu gehen, wie gesagt eine Diskussion zu starten, vielleicht ein paar Notizen zu machen oder gegebenenfalls noch einmal auf Play zu drücken, um sich „Stay“ noch einmal in aller Ruhe zu gönnen.

Bild 3 zu Stay
Auch Bob Hoskins als Blinder ist mit von der Partie.

Eine Geschichte kann jedoch so gut sein wie sie will, wenn der Rest nicht stimmt. Einen wichtigen Teil steuern die Darsteller zur Perfektion bei. So auch in „Stay“. Ryan Gosling ist einfach klasse. Er spielt Henry mit einer solchen Hingabe, dass es einem glatt vom Hocker haut. Sein Spiel, speziell die Mimik, schreit geradezu nach einem Oskar für den besten männlichen Nebendarsteller. Ewan McGregor, der die Hauptfigur Sam spielt, läuft nach dem Totalausfall in „Die Insel“ zur künstlerischen Hochform auf und liefert seine stärkste Performance seit Jahren, wenn nicht sogar die stärkste seiner Karriere ab. Und wenn Naomi Watts mitmacht, wird sowieso immer alles gut. Diese großartige Dame schafft es immer jeden Film allein durch ihre Präsenz zu bereichern. Trotz ihrer relativ kleinen Rolle als Lila schafft sie es wieder durch ein gekonntes Wechselspiel von Verletzlichkeit und Stärke zu glänzen. Somit wäre erneut unter Beweis gestellt, dass Naomi eine der besten Schauspielrinnen ist, die die Welt zurzeit hat. Nach dem kommerziellen Ausflug mit „King Kong“ war „Stay“ auch wieder eine exzellente Rollenwahl.

Bild 4 zu Stay
Naomi ist die Beste!

Was dem Ganzen jedoch das letzte bisschen Etwas verleiht, um „Stay“ unfraglich zu einem Meisterwerk zu machen, ist diese sensationelle Optik. Eben in dieser Kategorie ist Forster Lynch sichtlich überlegen. Er zaubert Bildspielereien die den Zuschauer in einen Strudel der Faszination ziehen. Allein schon diese Bilder machen den Film interessant. Dabei reißt ein grunddüsterer Ton die Führung an sich. „Stay“ hat mit Sicherheit einige der genialsten Schnitte aller Zeiten zu bieten. Forster bringt es zu Stande selbst völlig inhaltslose Szenarien zu einem einzigen Blickfang auszuarbeiten und den Zuschauer mit diesen atmosphärisch geladenen Bildern, in Verbindung mit einem tollen Score, vollends zu elektrisieren. Es versteht sich von selbst, dass diese extreme Optik nichts für Mainstreamgucker ist, was letztendlich auch für den ganzen Film gilt. Alle anderen sollten sich „Stay“ anschauen, um in den Genuss der aufregendsten Augenshow seit Jahren zu kommen.

Bild 5 zu Stay
Ryan ist aber auch nicht schlecht.

Nachdem ich nun alle positiven Superlative restlos ausgeschöpft habe, fallen bei „Stay“ eigentlich nur 2 Dinge auf, die ärgerlich sind und diese stehen noch nicht mal im direkten Kontakt mit dem Film. Zum einen ist es traurig, dass der Streifen beim amerikanischen Publikum derartig durchgefallen ist (Er ist ohnehin viel zu anspruchsvoll fürs Kino). Zum anderen ist es schade, dass wir den Deutsch-Schweizer Marc Forster nicht hier behalten haben. Dann hätten wir hier endlich mal jemanden der wirklich gute Filme dreht und solch grandiose Werke wie „Stay“ würden dem deutschen Kino mehr als gut zu Gesichte stehen.

Fazit:


Marc Forster scheint einfach alles zu beherrschen. Nun liefert er diesen abgründigen, mit hypnotischen Bildern bestückten und von hervorragenden Schauspielern getragenen Film namens „Stay“ ab, der mit Sicherheit einer der besten Filme des Jahres und einer der faszinierernsten Streifen des neuen Jahrtausends ist. Ein Meisterwerk von dem jedoch Fans des anspruchslosen Popcorn-Kinos die Finger lassen sollten, denn denen wird „Stay“ schwer im Magen liegen.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Kevin

Eingetragen am:

31.08.2006

Aufgerufen:

11176 Mal

Diskutiere über "Stay" im Forum

Weitere Kritik:

keine vorhanden


Eine Vervielfältigung oder Verwendung unserer Kritiken in anderen elektronischen oder gedruckten Publikationen ist ohne unsere ausdrückliche Zustimmung nicht gestattet. Jegliche Zuwiderhandlung bringen wir ohne Wenn und Aber zur Anzeige!




SEITENSUCHE

Web auf CD (lokal)
Anzeigen:
UMFRAGE

Welcher Film aus Mai 2009 gefiel dir am besten?

Simons Geheimnis
17 Again
Der Womanizer
Last House on the Left
Der Junge im gestreiften Pyjama
Zwölf Runden
Nachts im Museum 2
Illuminati
A Boy
Public Enemy No. 1 - Todestrieb
WIR sind Papst!
Ichi - Die blinde Schwertkämpferin
Star Trek
My bloody Valentine 3D
anderer Film

Ergebnis
Archiv
Umfrage vorschlagen
NEWSLETTER
Immer auf den neuesten Stand mit CD...

E-Mailadresse:
eintragen
austragen

VOTE FOR US
MovieNation.de - One Passion, One Nation! - Topliste

zum Seitenanfang
| • Hinweise zum Datenschutz | • Nutzungsbedingungen | • © 2003-2009 Celluloid-Dreams.de |
Sitemap 1 2 3 4
Blu-ray Filme Filmering.at Cineclub.de Bollywoodsbest.de Bolly-wood.de Filmfacts.de Movie-Infos.de Regiecut.de DVD Beilagen DVDimHeft.de