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 | Serenity - Flucht in neue Welten |  | | |
Serenity, 2005 | |
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| deutscher Start: | 2005 | | Herstellungsland: | USA | | Regie: | Joss Whedon |
| Drehbuch: |
Joss Whedon |
| Darsteller: | Nathan Fillion, Gina Torres, Alan Tudyk u.a. | | Verleih: | UIP | | Genre: | Abenteuer/Action/Sci-Fi/Thriller | | Länge: | 119 Minuten | | FSK:
| ab 16 Jahren |
| Website: | Link aufrufen | | Günstig DVD, Video, Buch oder Soundtrack zu "Serenity - Flucht in neue Welten" | 
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Inhalt:
500 Jahre nach unserer Zeit. Der abgehalfterte Kriegsveteran Kapitän Malcom Reynolds (Nathan Fillion, „Dracula 2000“) schlägt sich mit kleinen Gaunereien und Frachtaufträgen auf dem Raumschiff Serenity durchs Universum. Mit an Bord: seine Crew aus streitbaren, aufsässigen doch bis in den Tod loyalen Gefährten.
Die Serenity-Crew besteht aus der Originalbesetzung der TV-Serie „Firefly“.
Als Malcom zwei Passagiere aufnimmt, den jungen Doktor Simon (Sean Maher) und dessen labile und telepathisch veranlagte Schwester River (Summer Glau), wird der Jäger zum Gejagten. Denn das Pärchen flüchtet vor der unbarmherzigen Koalition des Universums, die vor nichts zurückschreckt, um das Mädchen zurückzubekommen. Die Crew, die einst unbemerkt durch die entferntesten Winkel der Galaxis reiste, steht plötzlich zwischen den Fronten einer unaufhaltsamen Militärmacht und den „Reavers“, einem mordenden Kannibalenheer, das die entlegendsten Regionen des Weltraums heimsucht.
Wie weit reicht die übersinnliche Begabung von River noch?
Gejagt von schier übermächtigen Feinden, wird der Crew fatalerweise klar, dass die größte Gefahr an Bord der Serenity selbst lauert... |
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| Kritik:
Ob der Captain nun Kirk, Picard oder Janeway hieß, immer kämpften die Helden des „Star Trek“-Franchises für Frieden und Freiheit in der Galaxis. Im Hintergrund die Föderation, ein Universen-umspannendes Handels- und Militärbündnis, das mit einer übertriebenen Selbstverständlichkeit nur das Beste für alle Lebensformen erreichen will. Selten bis nie fragt sich der Zuschauer, ob die Absichten und Ziele die Mittel rechtfertigen, oder ob sich diese gewaltige Machtkonzentration nicht schon längst verselbstständigt hat. In „Serenity“ wird die Allianz, ein der Föderation vergleichbares Bündnis, von Außen beleuchtet. Kommandant Reynolds und seine Crew sind Outlaws, die sich zunächst vor der Allianz verstecken, bis sie durch einen Zufall zu kämpfenden Rebellen mutieren. Sie müssen erkennen, dass die Mitglieder der Allianz zwar immer noch denken, für die gerechte Sache einzutreten, sich aber mittlerweile in ihrem Kampf um alte Ideale verrannt haben. Mord und Unterdrückung sind zur echten Alternative geworden, um ein oberflächlich gutes Leben zu bewahren. So entpuppt sich „Serenity“ als Anti-„Star Trek“, das sich nicht in den Dienst staatlicher Propaganda stellt, sondern offen Kritik übt. Gleich zu Beginn des Films fragt ein Schüler in einer Geschichtsstunde die Lehrerin, warum sich die Rebellen eigentlich gegen die Allianz gewehrt haben, „wir sind doch die Guten“. Eine Frage, die man sich in zwanzig Jahren, vielleicht sogar schon heute, auch in einem US-Klassenzimmer vorstellen könnte.
Ihre Diebeszüge begeht die Serenity-Crew in einer alten Schrott-Schüssel.
Aber auch andere politische Themen werden in „Serenity“ kritisch behandelt. Die kannibalischen „Reavers“, nach dem Sieg über die Rebellen Hauptfeind der Allianz, entpuppen sich als Abfallprodukt eines Terraforming-Projekts – genau wie die Taliban Abfallprodukte der US-Ölpolitik in Afghanistan waren. Außerdem hat Whedon im Gegensatz zu George Lucas akzeptiert, dass technisch weit unterlegene Rebellen nicht im offenen Kampf gegen gigantische Imperien bestehen können. Wo Luke Skywalker noch mit seinem winzigen Fighter den mächtigen Todesstern niederrang, geht Reynolds moderner vor und nutz die Medien als fast allmächtigen Verbündeten. Ein einziges Video stürzt die Allianz in eine kaum zu überwindende Krise - in der Realität ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite rechtfertigt der Westen mit Bildern von angeblichen Chemielabors die Kriege im Nahen Osten, der Mensch hinterfragt was er hört, glaubt was er sieht. Auf der Anderen schürt Al Quiada mit Bekenner- und Drohvideos die Angst vor dem Terror.
Regisseur Whedon gibt letzte Anweisungen für eine Kneipenschlägerei.
Sechs Crew-Mitglieder, zwei aufgelesene Anhalter, drei verbündete Führer von verschiedenen Enden des Universums und ein Killer auf Seiten der Allianz – eine Menge Charaktere um sie in nur 115 Minuten angemessen vorzustellen. Hinzu kommen Beziehungen – von geheimer Liebe zur offenen Feindschaft – in einer solchen Fülle, dass es eigentlich einer ganzen Serien-Staffel benötigte, das soziale Geflecht sauber zu entwirren. Eine Folge der Entstehungsgeschichte von „Serenity“. Das Kino war die einzige Möglichkeit für Regisseur Whedon seine Ideen aus der kurzlebigen TV-Serie „Firefly“ (2002) zu Ende zu bringen. Die pure Masse an unbekannten Figuren ist für den Zuschauer, genau wie die komplexe Story, nur mit einer gewissen Vorbildung aus anderen Sci-Fi-Serien zu bewältigen. Die fünfhundert Jahre, die bis zur Geschichte der „Serenity“ vergangen sind, fasst der Film in nicht einmal einer halben Minute zusammen, folgen kann man nur Dank der großen Ähnlichkeit zu „Star Trek“ & Co.
Einer der wenigen Außendrehs, der Großteil wurde in Studiokulissen gefilmt.
Die Inszenierung ist mit einem einzigen Wort zu beschreiben: Fernsehen. Erst in der letzten Viertelstunde geht Whedon über seine „Buffy“- und „Angel“-Erfahrungen hinaus, liefert mit einer überzeugenden Weltraumschlacht und abwechslungsreichen Laser-Shoot-Outs sowas wie Kino. Vorher begnügt er sich mit der Aneinanderreihung unzähliger, dafür aber kurzer Dialoge - in typischer Serien-Art aus der Halbnahen und in günstigen Studiokulissen gefilmt. Unterlegt wird das ganze von einer TV-Score-Variation zwischen Irish-Folk- und Country-Musik. So wird sich der Zuschauer bei Whedon´s nächstem Regie-Projekt „Wonder Woman“ auf eine zumindest inhaltlich interessante Comic-Verfilmung einstellen dürfen, auch wenn es inszenatorisch noch ein weiter Weg bis zu den ausgefeilten Action-Dramaturgien eines Sam „Spiderman“ Raimi ist. |
| | Fazit: Das Leinwand-Debüt von „Buffy“-Macher Joss Whedon ist mehr „Star Trek“-TV als „Star Wars“-Kino. Trotzdem unterhält „Serenity“, wenn man das Ganze als Special-Screening einer Serien-Doppelfolge akzeptiert, über weite Strecken und überrascht mit gelungenen Genre-Variationen und bissiger US-Kritik. Mangels wirklich großer Bilder kann man aber auch getrost auf die DVD-Veröffentlichung warten. |
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