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Rohtenburg

 

Rohtenburg, 2006

 
Poster zu 'Rohtenburg' kaufen
deutscher Start:2006
Herstellungsland:Deutschland
Regie:Martin Weisz ("60 Seconds")
Drehbuch: T.S. Faull
Darsteller:Angelika Bartsch, Nils Dommning, Marcus Lucas u.a.
Verleih:

Senator Film Verleih
Genre:

Drama/Horror/Krimi/Thriller
Länge:90 Minuten
FSK: nicht bekannt
Website:

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Inhalt:


Für den Abschluss ihres Studiums der Kriminalpsychologie hat sich die junge Amerikanerin Katie Armstrong (Keri Russell, „An Deiner Schulter“) ein bizarres Thema ausgesucht: Sie will einen Blick hinter die marktschreierischen Schlagzeilen werfen und herausfinden, was Oliver Hartwin (Thomas Kretschmann, „King Kong“) zu dem notorischten Mörder in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland werden ließ. Im Internet hatte Hartwin nach einem Partner gesucht, der sich einverständlich von ihm töten und danach verspeisen lassen würde. Simon Grombek (Thomas Huber, „Komm, wir träumen!!“) hatte sich bereit erklärt und gab sein Leben in einem bizarren Akt des Selbstopfers. Im Heimatdorf von Hartwin beginnt Katie ihre Spurensuche.

Bild 1 zu Rohtenburg
Studentin Katie will den bizarren Mord unbedingt verstehen.

Sie findet Indizien für ein isoliertes Leben in Einsamkeit unter der Knute einer dominanten Mutter, für verzweifelte Ausbruchsversuche aus der Umklammerung und Einöde, für immer weiter ausufernde Gewaltfantasien. Und schließlich wird ihr anonym ein Video zugespielt. Darauf hat Hartwin die letzten Stunden im Leben von Simon Grombek minuziös festgehalten...

Kritik:


„Ich will mich später daran erinnern – wie eine Hochzeit. Und wenn es später einer herausfindet, sollen sie die Wahrheit erfahren.“ - mit diesen Worten begründet Oliver Hartwin im Film „Rohtenburg“, warum er seine kannibalische Tat auf Video aufzeichnet. Die Worte könnten aber auch von Armin Meiwes stammen, der im März 2001 tatsächlich dem Berliner Bernd Brandes den Penis abschnitt, um anschließend den leblosen Körper zum Großteil zu verspeisen, und von dessen Leben die Geschichte des Films inspiriert wurde. Nun hat der deutsche Kinoverleih Senator – neben verschiedenen Klagen wegen der Verletzung von Meiwes Persönlichkeitsrechten – mit dem fertigen Produkt vor allem ein Problem. Sie würden „Rohtenburg“ gerne als großes Event-Movie vermarkten, in das auch das durchschnittliche Publikum in Erwartung einer ernsthaften Charakterstudie gehen kann. Als solches aber funktioniert „Rohtenburg“ nicht einmal ansatzweise, vielmehr hat die amerikanische Produktionsfirma Atlantic-Streamline einen kleinen, schmutzigen, morbide-poetischen Genre-Film abgeliefert, der zwar nicht die Massen begeistern wird, für sich genommen aber höchst interessant ist. Deshalb ist auch der englische Titel „Butterfly - A Grimm Lovestory“ wesentlich näher am Film als der zwar medienwirksame, aber fälschlicherweise Authentizität versprechende deutsche Titel „Rohtenburg“.

Bild 2 zu Rohtenburg
Der junge Oliver Hartwin mit seinem unsichtbaren Freund.

Simon Grombeck hat Schuldgefühle wegen dem Selbstmord seiner Mutter und kommt mit seiner Homosexualität nicht klar. Oliver Hartwin hat eine krankhaft-einnehmende Mutter („Lass mich niemals alleine!“), einen unsichtbaren Phantasie-Freund, findet Gefallen an Schweineschlachtungen, hat sich Videos von „Gesichter des Todes“ angesehen und in seiner Jugend Puppen verspeist. Diese „Küchenpsychologie“ würde jedem ernsthaften Drama den Todesstoß versetzen, folgt im Endeffekt aber nur gängigen Genre-Mustern – auch Dario Argento (z.B. in „Profondo Rosso“), John Carpenter (in „Halloween“) oder Sean S. Cunningham (in „Freitag, der 13.“) nutzten ähnliche psychologische Ansätze für ihre düsteren Geschichten, wobei Argentos Einfluss auf „Rohtenburg“ vor allem auch in filmischer Hinsicht am stärksten scheint. Langsame, das Sichtfeld einschränkende Kamerafahrten wechseln sich mit seltenen, aber effektiven schnell geschnittenen Sequenzen ab. Die Rückblicke in die Kindheit werden in ausgewaschenen, 8mm-Aufnahmen imitierenden Bildern präsentiert. So liegt „Rohtenburg“ für eine deutsche Genre-Produktion zumindest visuell weit über dem Durchschnitt.

Bild 3 zu Rohtenburg
Olivers erstes Opfer macht kurz vorher doch noch einen Rückzieher.

Ein Hauptargument der „Rohtenburg“-Gegner ist die Annäherung an das Thema über die eigentlich unbeteiligte amerikanische Studentin Katie Armstrong, die ihre Dissertation über die kriminalpsychologischen Aspekte des Falls schreiben will und dabei einer gewissen Faszination für Oliver und seine Tat erliegt. Aber auch wenn ihre ersten Szene, ein Abendessen mit zwei Freunden, lächerlich-überzogen wirkt, ist Russells Rolle der eigentliche Grund, warum der Film trotz seiner realen Hintergründe erträglich bleibt und sich der Zuschauer seinem Voyeurismus hingeben kann, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Der Kinobesucher wagt sich nämlich erst in ihrem Schlepptau an die abartige Tat heran und kann sich so den Deckmantel der wissenschaftlichen Forschung mit überstreifen. Und wenn Katie sich am Schluss das schreckliche Video der Tat ansieht, welches auch der Zuschauer zu sehen bekommt, nimmt sie die erwartete Reaktion des Publikums vorweg, bricht stellvertretend in Tränen aus und zerreißt angeekelt die Bänder – während die Menschen vor der Leinwand weiter gebannt gaffen dürfen.

Bild 4 zu Rohtenburg
Aber in Simon findet Oliver dann doch noch einen willigen Verbündeten.

„Für mich gibt es kein Zurück mehr. Es geht nur noch nach vorne – durch deine Zähne!“

Auf der einen Seite verfolgt Katie ihre Nachforschungen, auf der anderen erzählt der Film aber natürlich auch die Geschichte der Tat selbst – und bleibt dabei sehr nah an den realen Abläufen des Falles „Meiwes“. Dabei ist Thomas Kretschmann der gewagte Sprung vom raubärtigen „King Kong“-Kapitän zum anhänglichen, weltfremden Muttersöhnchen Oliver - auch wenn seine Darstellung zunächst ein wenig gewöhnungsbedürftig ist – bravourös gelungen. Und auch Thomas Huber kann als unsicherer, aber mit aller Kraft sein Ziel – gegessen zu werden – verfolgender Simon voll überzeugen. Aber vor allem die Szenen, in denen sie zusammen auftreten, können mit einer unglaublichen Intensität aufwarten. Wie zwei Kumpels, die sich auf ein Bier verabredet haben, sprechen sie ihre Abmachung durch – eigentlich hatte man sich eine Unterhaltung, in der es um eine kannibalische Tötung geht, spektakulärer vorgestellt, aber gerade diese scheinbare Normalität ist doch in Wahrheit das Erschreckende. Alle Gore-Fans hingegen werden enttäuscht sein, Dialoge wie „Beiß in mein Ding! Beiß es ab!“ sind weitaus reißerischer als die Inszenierung der Tötung. Aber ein wenig Ekel verspürt man natürlich schon, wenn sich Oliver und Simon im Kerzenlicht gegenüber sitzen und Simons Penis verspeisen – auch wenn er aussieht, wie ein einfaches Würstchen.

Fazit:


Als Event-Movie oder Charakterstudie ist „Rohtenburg“ nicht einmal ansatzweise zu gebrauchen, aber als schmutziger Genrefilm macht er durchaus eine gute Figur.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Christoph

Eingetragen am:

01.03.2006

Aufgerufen:

12719 Mal

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