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Nach der Hochzeit

 

Efter brylluppet, 2006

 
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deutscher Start:2007
Herstellungsland:Dänemark/Schweden
Regie:Susanne Bier ("Brødre")
Drehbuch: Susanne Bier, Anders Thomas Jensen
Darsteller:Mads Mikkelsen, Rolf Lassgard, Sidse Babett Knudsen
Verleih:

Universum
Genre:

Drama
Länge:125 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Website:

Link nicht vorhanden

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Inhalt:


Der Däne Jacob (Mads Mikkelsen) ist mit seinem Leben rundum zufrieden. Er arbeitet in einem Kinderheim in Indien, hat dort sogar einen kleinen Adoptivsohn und hat seiner Heimat Dänemark schon vor langer Zeit den Rücken gekehrt, zumal ihm dort auch eine eher düstere Vergangenheit anhängt. Eines Tages erhält er ein seltsames Angebot: Der reiche Jorgen (Rolf Lassgard) verspricht ihm eine hohe Geldspende für das Heim. Der Haken: Jacob muss höchstpersönlich nach Dänemark fliegen um den Vertrag zu unterzeichnen.

Bild 1 zu Nach der Hochzeit
Jacob (Mads Mikkelsen) fühlt sich in Indien heimisch.

In der alten Heimat angekommen muss Jacob feststellen, dass Jorgen sich nicht die Bohne für das Kinderheim interessiert. Viel mehr verlangt er, dass Jacob zur Hochzeit seiner Tochter Anna (Stine Fischer Christensen) erscheint. Als sich Jorgens Frau bzw. Annas Mutter als Jacobs Jugendliebe Helene (Sidse Babett Knudsen) herausstellt, schwant dem Abtrünnigen Dänen schon Schreckliches. Das Anna jedoch seine Tochter ist, soll nicht die letzte Offenbarung sein, die ihm in den nächsten Tagen gemacht wird, denn Jorgen scheint ein komplexes Spiel mit ihm zu spielen.

Kritik:


Mit den Oscars ist das immer so eine seltsame Sache. Das gesamte Jahr über lässt sich kein einziger Film blicken, den man bereits im Vorfeld als Favorit beschimpfen könnte, bis zwischen November und Februar die Giganten scharenweise in den deutschen Kinos eintrudeln. Auch im Jahre 2006/2007 verhält es sich nicht anders. „Babel“, „Departed - Unter Feinden“ und „Little Miss Sunshine“ erreichten erst Ende 2006 unsere Leinwände, während ein Film wie „Dreamgirls“ erst 3 Wochen vor der Verleihung einen Starttermin ergattert. Auch Susanne Biers „Nach der Hochzeit“ ist ein Exemplar dieses Phänomens. Der dänische Film ist in der Kategorie „bester fremdsprachiger Film“ nominiert, wie auch unser deutscher Beitrag „Das Leben der anderen“ von Florian Henkel-Donnersmark. Angesichts der harten Konkurrenz, allen voran Guillermo del Toros „Pan´s Labyrinth“, kann man Bier und auch Henkel-Donnersmark nur wenige Chancen eingestehen. Dennoch ist „Nach der Hochzeit“ eine mitreißende und hochdramatische Abwärtsspirale.

Bild 2 zu Nach der Hochzeit
Die erste Begegnung nach langer Zeit: Jacob und Helene.

Das Besondere an „Nach der Hochzeit“ ist seine Dramaturgie. Die Familientragödie über Verantwortung und das Tragen von Konsequenzen ist aufgebaut wie ein Thriller. Die sympathische Hauptfigur Jacob, die nur Gutes im Sinn hat und sich für die Notleidenden dieser Welt einsetzt, wird aus ihrer gewohnten, idyllischen Umgebung in eine unheilschwangere Welt aus der Vergangenheit gerissen, wo der vermeintliche Bösewicht Jorgen die Fäden um sie herum zieht und sie in eine ausweglose Situation nach der anderen schleudert. Die Protagonisten sind allesamt undurchschaubar. Ihre Ambitionen und Pläne werden erst im späteren Verlauf aufgedeckt. Einzig und allein die unschuldige Anna ist ein wahrer Engel, wird aber aufgrund der äußeren Umstände mit in den Abgrund gerissen.

Bild 3 zu Nach der Hochzeit
Die Hochzeitsfeier nimmt für Helene ein erschütterndes Ende.

In „Nach der Hochzeit“ hat fast jeder seine Leichen im Keller, die nach und nach ans Tageslicht kommen. Twist reiht sich an Twist, nur sind diese eben nicht dem Nervenkitzel dienlich sondern von dramatischer Natur. Die Situation spitzt sich unaufhaltsam zu, steuert immer weiter aufs Verderben zu bis die Geschichte schließlich doch mit einem Funken Hoffnung endet. Die überraschenden Wendungen treffen den Zuschauer hart und reißen heftig mit. Leider wartet Susanne Biers, die mit Anders Thomas Jensen auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, oft viel zu lange um ihr hochexplosives Material zu sprengen. Stattdessen straft sie den Zuschauer häufig mit völlig uninteressanten Szenen und wusste offensichtlich nicht, wo sie die Schere anzusetzen hatte. Das Ergebnis ist eine deutliche Überlänge von 124 Minuten. Den gesamten Stoff hätte man auch mit Leichtigkeit in 100 wenn nicht sogar 90 Minuten unterbringen können. Folglich wird „Nach der Hochzeit“ speziell das kommerzielle Publikum unheimlich anstrengen und anöden. Wer nicht den Elan hat sich durch den großen Leerlaufanteil hindurch zu kämpfen, sondern stattdessen den Film einfach über sich ergehen lässt, wird auch an den radikalen Plottwists keinen Gefallen finden.

Bild 4 zu Nach der Hochzeit
Der vermeintliche Fiesling ist auch nur ein Mensch: Jorgen.

Schauspielerisch hat „Nach der Hochzeit“ allerdings wieder erstklassiges Niveau vorzuweisen. Die stärkste Leistung bringt allerdings nicht wie erwartet „Casino Royale“-Bösewicht Mads Mikkelsen, der zwar eine sehr gute Figur macht, aber von Rolf Lassgard mühelos in die Schranken gewiesen wird. Er spielt seinen Jorgen mit souveräner Gelassenheit um dann mit extremen Gefühlsausbrüchen zu schocken. Ohnehin haben die Darsteller mit den sehr glaubhaften Dialogen leichtes Spiel. Susanne Bier schafft es durch eine starke Bildsprache die deprimierende und tonnenschwere Stimmung des Films 1:1 auf das Publikum zu übertragen. Blasse Farben und starre Kameraeinstellungen dominieren die gesamte Laufzeit. Besonders Close-Ups scheinen es der Regisseurin angetan zu tun haben. Sie lässt die Hintergründe verschwimmen, zeigt ihre Darsteller hautnah und isoliert sie bildlich von der Umgebung. Sie sind allein mit ihren Problemen und Ängsten. Nicht sonderlich gelungen ist dagegen die Songauswahl. Hier wird der Eindruck erweckt, dass Susanne Biers einfach ein paar ihrer Lieblingssongs im Film haben wollte, statt die Atmosphäre akustisch zu verstärken.

Bild 5 zu Nach der Hochzeit
Jacob und Helene kommen sich wieder näher.

Warum gerade Biers Werk als Oscarvorschlag eingereicht wurde, erschließt sich somit nur bedingt. Mit „Adams Äpfel“ z.B. hätten die Dänen einen deutlich stärkeren Beitrag zur Auswahl gehabt. Popkorn-Kino-Anhänger sollten um „Nach der Hochzeit“ einen ganz weiten Bogen machen, denn für jene ist der Streifen viel zu ermüdend und unspektakulär. Freunde des Arthaus-Kinos sollten allerdings durchaus einen Blick riskieren.

Fazit:


Ambitioniertes, deprimierendes und stark gespieltes Familiendrama, das sich durch die gravierende Überlänge leider viel kaputt macht.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Kevin

Eingetragen am:

04.02.2007

Aufgerufen:

6459 Mal

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