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Mysterious Skin

 

Mysterious Skin, 2006

 
Poster zu 'Mysterious Skin' kaufen
deutscher Start:2006
Herstellungsland:USA
Regie:Greg Araki ("Splendor")
Drehbuch: Scott Heim, Gregg Araki
Darsteller:Brady Corbet, Joseph Gordon-Levitt, Michelle Trachtenberg u.a.
Verleih:

ems
Genre:

Drama/Mystery
Länge:101 Minuten
FSK: ab 18 Jahren
Website:

Link nicht vorhanden

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Inhalt:


Sport verbindet, bekanntermaßen! So ist es auch im Falle der 8-jährigen Brian Lackey (Georg Webster) und Neill McCormick (Chase Ellison). Brian ist ein schüchterner Riesenbrillenträger, der von seiner peniblen Mutter wie ihr eigener Augapfel gehütet wird, dafür aber vom strengen Vater eher schroffe Behandlung ertragen muss. Neill ist ein frühreifer Wildfang, der beste in der Baseballmannschaft erzogen von einer sexuell sehr offenen Hippiemutter (Elisabeth Shue), der er gerne mal heimlich beim Schäferstündchen zuschaut, wobei er sich von deren männlichen Partnern besonders angezogen fühlt. Die beiden haben nichts gemeinsam, kennen sich nicht. Doch sie spielen in einer Baseballmannschaft, womit der Ausgangspunkt von „Mysterious Skin“ geschaffen wäre.

Bild 1 zu Mysterious Skin
Ein UFO: Traum oder Wirklichkeit?

Im Sommer 1981 soll das Leben Beider von Ereignissen heimgesucht werden, die sich negativ auf ihren weiteren Lebensweg auswirken. Brian erleidet einen Blackout. Ganze 5 Stunden sind aus seinem Gedächtnis verschwunden und er erwacht mit Nasenbluten im heimischen Keller. Ein Vorkommnis, das sich noch einige male ähnlich wiederholen soll. Neill dagegen verliebt sich in seinen Baseballcoach (Bill Sage) und zu seiner Überraschung erwidert dieser seine Gefühle und schläft weit mehr als einmal mit ihm, wobei Neill großen Gefallen daran findet.

Bild 2 zu Mysterious Skin
Der Anfang einer grauenvollen Freundschaft.

10 Jahre später ist Brian (nun gespielt von Brady Corbet) fest davon überzeugt, dass seine Blackouts auf Aliens zurückzuführen sind. Er behält seine Theorie für sich, sieht sich gezwungen nachzuforschen und kontaktiert Avalyn Friesen (Mary Lynn Raiskub), die ebenfalls behauptet von UFOs entführt worden zu sein. Zur gleichen Zeit macht Neill (nun: Joseph Gordon-Levitt) in seinem Provinzheimatstädtchen erste Gehversuche als Stricher und verbringt die meiste Zeit mit seinen Freunden Wendy (Michelle Trachtenberg) und dem ebenfalls schwulen Eric (Jeffrey Licon). Als Wendy nach New York aussiedelt, beschließt er kurzerhand ihr hinterher zu reisen und in der Großstadt sein Glück zu versuchen. Keiner der beiden Jungs ahnt, dass ihre Schicksale auf grauenvolle Weise miteinander verknüpft sind, denn bekanntlich sieht man sich immer zweimal im Leben.

Kritik:


Die Welt ist schon ungerecht! Jedes Jahr drängen eine handvoll großartiger Filme an die Front, umgesehen zu werden, um ihr Publikum zu berühren und zu begeistern. Kleine Meisterwerke von meist völlig unbekannten Regisseuren, die oft sogar ein Debütwerk vorlegen und den ganz großen Durchbruch mehr als verdient hätten. Doch die gewaltigen Besucherzahlen in den amerikanischen Kinos wollen sich nicht so recht einstellen. In Europa bleibt der Einzug in die Kinos sogar ganz vorenthalten, stattdessen gibt es meist erst einige Jahre später eine Direct-to-DVD-Veröffentlichung. Diese Filme lassen sich in der Regel in 2 Kategorien einteilen. Zum einen wären da die, deren gebotener Stoff einfach zu komplex und verwirrend daher kommt, um eine breite Masse für sich zu gewinnen. Zu dieser Sorte dürfen sich „Donnie Darko“ und jüngst Marc Forsters „Stay“ zählen. Auf der anderen Seite gibt es die Werke, die sich an sehr heikle Themen heranwagen und die das frigide, amerikanische Publikum oft durch ihre Rauheit und Unverblümtheit verschrecken. „Mysterious Skin“ gehört unfraglich zu letzterer Kategorie, wo er doch mit Kinderschändung und Prostitution zwei äußerst brisante Themen im Schlepptau hat. Während also die prüden Amerikaner eifrig versuchen die Sittenpolizei an die Strippe zu bekommen, klebt diese womöglich gerade an der Mattscheibe und lässt sich von „Mysterious Skin“ verzaubern.

Bild 3 zu Mysterious Skin
Ein bewegender Abschied: Neill, seine Mutter und Eric.

Eigentlich ist der neue Streifen von Gregg Araki ein Doppelwhopper der besonders schmackhaften Art. Hier wird nicht nur eine Geschichte erzählt. Nein, es gibt zwei zum Preis von einer. Beide Handlungsstränge sind packend erzählt, wunderbar gefilmt, bewegend und das Wichtigste: Keine der beiden Geschichten kommt zu kurz. So laufen sie bis zum Schluss äußerst interessant nebeneinander her, um zum Finale zur großen und schockierenden Aufklärung ineinander zu verschmelzen. Besonders der Handlungsstrang von Joseph Gorden-Levitt als Neill hat es mit seinen kontroversen Thematiken faustdick hinter den Ohren und es ist wirklich erstaunlich wie sensibel Araki diese Sequenzen angeht. Was im Kindesalter noch sehr zurückhaltend und träumerisch mit Frühstücksflockenregen dargestellt wird, gewinnt mit dem wachsenden Alter von Neill zunehmend an Härte. Speziell die Letzte dieser Szenen, in der Neill von einem seiner Freier brutal misshandelt und verprügelt wird, ist erschreckend hart geraten, aber keines Wegs over the top inszeniert, womit die Altersfreigabe ab 18 durchaus berechtigt ist. So offenbaren auch die zunächst romantisch wirkenden, sexuellen Spiele zwischen Neill und seinem Trainer zum Schluss ihre ganze Grausamkeit. Zum Glück kann die pathetische und moralische Erkenntnis, wie sie sonst der Fall ist, weiterhin im Schrank verstauben, denn die Konsequenzen für die Taten von Neill sowie dessen Peinigern bleiben im geringen Ausmaß, lassen sich nur zwischen den Zeilen in der Charakterzeichnung erkennen, was das Publikum zwingt, sich in die Lage hineinzudenken.

Bild 4 zu Mysterious Skin
Dem Rätsel auf der Spur: Brian und Avalyn.

Auch schauspielerisch hat sich „Mysterious Skin“ auf sehr hohem Niveau eingependelt. Mit Joseph Gordon-Levitt hat sich Araki den zurzeit talentiertesten und umjubeltesten Jungdarsteller ins Boot geholt. Sein Neill ist hart, rücksichtslos und trägt an der Stelle des Herzens ein schwarzes Loch, wie Michelle Trachtenberg im Film so schön sagt. Und doch schafft es Gordon-Levitt durch diese harte Schale immer wieder Verletzlichkeit durchblitzen zu lassen. Seine Leistung knüpft nahtlos an seine famose Darstellung in „Brick“ an und wer weiß, ob da nicht in 1-2 Jahren der Oscar winkt. Das Brady Corbet da nicht ganz mithalten kann, ist ihm nicht übel zunehmen, vor allem weil auf Gordon-Levitts Handlungsstrang der größte Fokus liegt. Doch auch Corbet hat speziell gegen Ende einige sehr starke Momente und weiß als brillentragender Freak komplett zu überzeugen. Als erfahrenen Beistand hat man sich Elisabeth Shue erkauft, die als jugendliche Mutter Sympathien en masse sammelt und voll in ihrer Rolle aufgeht. Michelle Trachtenberg übernimmt die Rolle des lebenserfahrenen Schutzengels und weiß zu begeistern, vor allem weil man ihr eine derartige Rolle gar nicht zugetraut hätte. Des weiteren sind die wichtigeren Rollen mit Bill Sage, Mary Lynn Raiskub, Jeffrey Licon und als Gaststar Billy Drago blendend besetzt.

Bild 5 zu Mysterious Skin
Neill auf der Suche nach seinem nächsten Freier.

Die Bebilderung ist irgendwie edel und roh zur gleichen Zeit geraten. Matte und blasse Farben behalten stets die Oberhand, doch durch immer wieder schöne Einstellungen und Kamerafahrten wird der triste Eindruck oft durchbrochen und „Mysterious Skin“ erlangt eine einzigartige Bildästhetik. Besonders auffallend ist auch der häufig auftretende perspektivische Wechsel in die personale Ebene, was bedeutet, dass die Darsteller oft direkt in die Kamera schauen und reden. Eigentlich ein absolutes No-Go im Filmgeschäft, es sei denn es handelt sich um einen Monolog, doch Regeln sind da um gebrochen zu werden. Durch diesen simplen Trick rückt der Zuschauer noch näher an das Geschehen. Ideal unterstrichen wird die Optik von einem unauffällig wirkungsvollen Score.

Bild 6 zu Mysterious Skin
Die grausame Wahrheit kommt ans Licht.

Zumindest die Vorraussetzungen, um Anklang bei einem großen Publikum zu finden, sind mehr als zu Genüge gegeben. Mit etwas Glück stehen die Zeichen gar nicht mal so schlecht, dass sich „Mysterious Skin“ vom Geheimtipp zum vielbeachteten Highlight mausert, denn falsch ist an diesem Werk absolut gar nichts. Kritikerlob hat er bereits von allen Seiten empfangen, einschließlich von mir. Jetzt bleibt nur noch Daumen drücken und hier und da mal mündlich die Werbetrommel zu rühren. „Donnie Darko“ hat es ja auch geschafft und „Mysterious Skin“ ist unfraglich ebenfalls mit der nötigen Emotionalität und Durchschlagskraft ausgestattet. Das wird also schon!

Fazit:


Greg Araki hat Mut bewiesen und sich an die äußerst gewagten Thematiken Pädophilie und Prostitution herangewagt. Erstaunlich sensibel und leichtfüßig gleitet „Mysterious Skin“ mit Hilfe von 2 grundverschiedenen Geschichten durch seine 101 Minuten Laufzeit, ohne dabei aber zu harmlos zu bleiben. Dieses sehr ehrliche, kleine Meisterwerk ist allein schon durch seine makellose Inszenierung und das hervorragende Ensemble absolut sehenswert. Prädikat: Besonders wertvoll.
 

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Userbewertung:

Autor:

Kevin

Eingetragen am:

03.10.2006

Aufgerufen:

10890 Mal

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Weitere Kritik:

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