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Miami Vice

 

Miami Vice, 2006

 
Poster zu 'Miami Vice' kaufen
deutscher Start:2006
Herstellungsland:USA
Regie:Michael Mann ("Ali")
Drehbuch: Michael Mann, Anthony Yerkovich
Darsteller:Colin Farrell, Jamie Foxx, Gong Li u.a.
Verleih:

UIP
Genre:

Action/Drama/Krimi/Thriller
Länge:132 Minuten
FSK: ab 16 Jahren
Website:

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Inhalt:


Zweifelsohne prägte Miami Vice das Lebensgefühl der 80er. Jetzt bringt Michael Mann (Heat, Collateral) die erfolgreichste TV-Serie aller Zeiten auf die große Kinoleinwand. Colin Farrell (Alexander) und Oscarpreisträger Jamie Foxx (Ray, Jarhead) geben sich als Sonny Crockett und Ricardo Tubbs die Ehre. Miami Vice – spektakulärer kann Florida nicht sein. Ihre Wagen: noch schneller! Ihre Boote: noch schnittiger! Ihre Anzüge: noch teurer! Sonny Crockett und Ricardo Tubbs geben wieder Vollgas – natürlich undercover.

Bild 1 zu Miami Vice
Wird so richtig böse: Colin Farrell (l.) als Detective Sonny Crockett.

Tubbs schmuggelt Drogen nach Süd-Florida, um einem kubanischen Dealer-Ring das Handwerk zu legen. Crockett schleust sich unterdessen bei den Lieferanten ein und lernt dort Isabella (Gong Li). Doch damit begibt sich der Sonnyboy auf dünnes Eis.

Kritik:


Tatsächlich eroberte mit „Miami Vice“, mit Don Johnson und Philip Michael Thomas als Sonny Crockett respektive Ricardo Tubbs, eine völlig neue Species von Fernsehpolizisten in den achtziger Jahren die Bildschirme. Die Detectives traten chic und charmant auf. Sie jagten die Bösewichter – vorwiegend Drogenbarone und Heroinhändler – in schnellen, teuren Autos und schnittigen Speedbooten. Es gab leckere Cocktails und verführerische Latinas. Das Ganze war flott geschnitten und unterlegt mit damals frischer Popmusik von Madonna, Phil Collins und natürlich Gloria Estefan. Trotz eines unerschütterlich blauen Himmels über Miami, Florida, schien in dieser Serie keineswegs immer die Sonne. Für die richtige Dosis Tragik sorgten die kleinen Verlierergestalten, Gauner, Spitzel, abgetakelte Nutten, Junkies, deren Bekanntschaft Crockett und Tubbs im Laufe ihrer Ermittlungen machten. Oft wuchsen diese armseligen Gestalten den eitlen Cops ans Herz. Oft waren die lässigen Detectives nicht in der Lage, das Leben dieser Menschen zu schützen, wenn es bedroht war. Und oft mussten sie ihre Mörder wieder laufen lassen, weil diese sich nun mal sehr teure Rechtsbeistände leisten konnten. Im Vergleich zur Kinoversion waren die Dialoge und Drehbücher der Fernsehserie geradezu nobelpreisverdächtig literarisch. Insbesondere dann, wenn sie von wortmächtigen Genies wie „Apocalypse Now“-Autor John Milius stammten, oder vom puertoricanischstämmigen Dramatiker und Lyriker Miguel Pinero, der selbst in einer Gastrolle einen Drogenbaron verkörperte.

Bild 2 zu Miami Vice
Das Duo Crockett (Colin Farrell) und Tubbs (Jamie Foxx) mal im Sonnenlicht…

Was hat nun die Kinoversion zu bieten? Das Handy von Detective Sonny Crockett (Colin Farrell) klingelt. Das Handy von Detective Ricardo Tubbs (Jamie Foxx) klingelt. Das Handy der Gangsterbraut und Gangsterbuchhalterin Isabella (Gong Li) klingelt. Das Handy von Drogenbaron Montoya (Luis Tosar) klingelt. Das Handy von José Yero (John Ortiz), rechte Hand von Montoya, klingelt. Zwischen gestern und heute, zwischen 1984 und 2006, liegt die Verbreitung des Mobilfunkwesens. Die Macher des Films schmieden daraus ein verheerendes dramaturgisches Prinzip. Bis zum Erbrechen hört man in „Miami Vice“ die Mobilfunkgeräte bimmeln. In abgedroschene Phrasen verpackt, die man für Gangsterjargon halten soll, werden übers Handy Beleidigungen ausgetauscht, Binsenweisheiten zum Besten gegeben, möglichst hirnverbrannte Übergabeorte für Drogendeals mitgeteilt, Drohungen hervorgegrunzt und lächerlich verklausulierte Koordinaten für den Aufgalopp von grotesk überproportionierten Polizeieinsätzen durchgegeben. Für diesen Kommunikationsmüll des auch Quatschocento genannten Mobilfunkzeitalters gehen die meisten der ca. 140 Filmminuten von „Miami Vice“ drauf.

Bild 3 zu Miami Vice
...mal in der Dunkelheit, ...

Und der Rest der Zeit? Dem Zuschauer wird zum Beispiel sehr, sehr genau erklärt, auf was für tolle Einfälle die Macher des Films gekommen sind. Da ist zum Beispiel die Entführung von Ricardos Freundin, Trudy (Naomie Harris), durch eine übergewichtige, in einem Trailerpark hausende White-Trash-Bande, die sich ‚Arische Bruderschaft’ nennt. Die bösen Jungs stellen eine Mobilfunkverbindung mit Crockett und Tubbs her. In den Schoß der gefesselten und geknebelten Trudy legen sie einen Fernsehschirm, über den gerade der Wetterbericht flimmert. Crockett und Tubbs können am anderen Ende der Leitung den Wetterbericht mithören. Tubbs legt kunstvoll die Stirn in nachdenkliche Falten und verkündet: „Sie wollen, dass wir wissen, dass es jetzt geschieht!“ Mit dieser blöden Bemerkung scheint sich der Drehbuchautor selbst auf die Schulter klopfen und sagen zu wollen: Ist das nicht eine klasse Idee? Unbeholfen und peinlich ist das!

Bild 4 zu Miami Vice
...mal im Speedboot.

Das gilt rundweg auch für den Inszenierungsstil. Während sie mit einem Speedboot übers Wasser heizen, sollen Crockett und Isabella, die gerade Tuchfühlung aufnehmen, ein tiefsinniges Gespräch führen. Ein hoffnungsloses Unterfangen, wenn das Motorengeräusch die Worte übertönt und der Fahrtwind einem die Haare in den Mund weht. Und jede graziös oder intim gemeinte Geste ungelenk aussehen lässt. Um zu zeigen, wie sehr Isabella noch an ihrer toten Mutter hängt, muss sie einmal durch ihr schönes Haus auf Cuba laufen und mit dem Bild ihrer Mutter zu Crockett ins Bett zurückkehren. Dennoch ist sie nicht in der Lage, ihrem Liebhaber auch nur annähernd klarzumachen, inwiefern das Bild ihre Gefühle zum Ausdruck bringt. Was dazu gedacht war, anhand des Schicksals ihrer Mutter Isabellas Bemühungen um ein selbstbestimmtes Leben zu motivieren, bleibt in Sentimentalität verhaftet, die sich selbst nicht versteht.

Bild 5 zu Miami Vice
Eine langweilige Affäre (Gong Li, Colin Farrell).

Wenn etwas im Film nicht rüberkommt, liegt das nicht zuletzt an den Schauspielern. Gong Li, die nach „Die Geisha“ mit „Miami Vice“ erst ihren zweiten amerikanischen Film gemacht hat, ist in der Rolle der Isabella nur überzeugend, wenn ihr das Drehbuch den Platz neben einem Patriarchen wie dem Drogenbaron Montoya zuweist. Sobald sie ins freie Spiel erotischer Kräfte mit Crockett/Farrell eintritt, wirkt sie im Gegensatz zu dem, was die Rolle fordert, unsicher, widerwillig und spröde. Farrell allerdings auch. Denn er ist ganz eindeutig die katastrophale Fehlbesetzung, die den ganzen Film überschattet. Don Johnson als Sonny Crockett hatte Witz, Eleganz und vor allem Sex-Appeal. Colin Farrell hat bekanntermaßen nichts davon. Im Vergleich zu ihm hatte Don Johnson ein breites schauspielerisches Repertoire. Wenn Colin Farrell bewegt scheinen will, muss er eine Miene machen, als ob er gleich weinen wird. Unerträglich ist im Übrigen der Anblick seiner anachronistisch langen Haarmatte. Für deutsche Zuschauer hat er dadurch eine äußerst unangenehme Ähnlichkeit mit dem Schlagerbarden Wolfgang Petri.

Bild 6 zu Miami Vice
Grauenhafter Mattenanblick.

Immerhin gibt es zwei, drei exzessiven Shootouts, die man als Ablenkung durchaus zu schätzen weiß. Zwar stehen dabei Cops und Gangster einander zunächst einmal ziemlich ratlos gegenüber, als hätten sie die Gebrauchsanweisung für die nächsten Handlungsschritte zuhause auf dem Küchentisch liegen gelassen. Aber dann geht´s doch zur Sache, mit Splattereffekten dank Pump Gun und Schnellfeuergewehren. Die schale Begeisterung für die Blutspritzerei entspringt allerdings der Verzweiflung darüber, das es sonst nichts im Film zu entdecken gibt, was einem irgendeine wie auch immer geartete emotionale Reaktion entlocken könnte.

Bild 7 zu Miami Vice
Das ist nicht cool, das ist prolo!

Der ausführende Produzent der „Miami Vice“-Serie, der spätestens seit „Ali“ als Regisseur hoch gefeierte Michael Mann, hat die Kinoversion geschrieben und gedreht. Er ist gewissermaßen in seine eigenen Fußstapfen getreten. Hoffentlich hat er wenigstens im nach hinein gemerkt, dass sie zu groß für ihn sind. Man kann solche und solche Kinoversionen von erfolgreichen Fernsehserien anfertigen. Ben Stiller und Owen Wilson haben sich entschieden, „Starsky & Hutch“ und mit Ihnen die siebziger Jahre durch den Kakao zu ziehen. Das ist ihnen gelungen. Michael Mann wollte dem Konzept des stilvollen Krimidramas, auf dem die Serie beruhte, auf geradezu verkrampft ernsthafte Weise treu bleiben - und hat sich, seine Darsteller und den ganzen Film aus Mangel an Professionalität unfreiwilliger Lächerlichkeit preisgegeben.

Fazit:


Gehört ganz, ganz tief in die Sümpfe Floridas versenkt.
 

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Userbewertung:

Autor:

Andreas

Eingetragen am:

30.07.2006

Aufgerufen:

21950 Mal

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