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Merry Christmas

 

Joyeux Noel, 2005

 
Poster zu 'Merry Christmas' kaufen
deutscher Start:2005
Herstellungsland:Deutschland/Frankreich/Großbritannien
Regie:Christian Carion (“Eine Schwalbe macht den Sommer”)
Drehbuch: Christian Carion
Darsteller:Diane Krüger, Benno Fürmann, Daniel Brühl u.a.
Verleih:

Senator Film Verleih
Genre:

Drama/Kriegsfilm
Länge:115 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Website:

Link nicht vorhanden

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Inhalt:


Weihnachten 1914 an der Westfront: Die französischen, britischen und deutschen Gruppen liegen sich schon seit Monaten in einem tödlichen Kampf gegenüber. Nach der anfänglichen Kriegsbegeisterung sind die Männer müde, ausgelaugt und haben auf beiden Seiten eigentlich nur noch den Wunsch nach Frieden.

Bild 1 zu Merry Christmas
Priester Palmer stellt sich gegen seine Kirche und wird damit zum Helden.

Die dänische Sopranistin Anna Sörensen (Diane Krüger, „Troja“) will sich diesen Wunsch erfüllen, indem sie Kronprinz Wilhelm von Preußen (Thomas Schmauser) zu einem Konzertabend in der Nähe der Westfront überredet, an dem auch ihr Geliebter teilnehmen soll: der Berliner Tenor Nikolaus Sprink (Benno Fürmann, „Der Krieger und die Kaiserin“), der zu dieser Zeit ebenfalls im Schützengraben liegt.

Bild 2 zu Merry Christmas
Das deutsch-dänische Trällerpaar steht im Kontrast zu den Grauen des Krieges.

Als er nach dem Konzert mit Anna zu seinen Kameraden zurückkehrt, um auch mit ihnen Weihnachten zu feiern, ereignet sich ein kleines Wunder: Die einfachen Soldaten auf beiden Seiten haben sich per Zettel und Zeichen verständigt und einen inoffiziellen Waffenstillstand verabredet. Und es funktioniert. Als Sprink „Stille Nacht“ anstimmt, antworten die Franzosen und Schotten mit Applaus. Man stellt Kerzen und Tannenbäume ins Niemandsland zwischen den Schützengräben. Soldaten, die gerade noch alles taten, um sich gegenseitig auszulöschen, steigen aus den Gefechtsständen, begraben gemeinsam ihre Toten, tauschen Geschenke aus und spielen sogar Fußball miteinander.

Bild 3 zu Merry Christmas
Versöhnung zum Fest der Liebe, Deutsche und Franzosen feiern Weihnachten.

Aber die „Verbrüderung mit dem Feind“ alarmiert die Heeresleitungen, die umso härter darauf reagieren und diesen Moment der Utopie ganz schnell vergessen machen...

Kritik:


Zu Beginn des Films tragen nacheinander ein englisches, ein französisches und ein deutsches Schulkind vor einem leeren Klassenzimmer ein Gedicht vor. Ein Gedicht über das unwerte Sein der Feinde, über die jeweiligen Gründe des Krieges. So soll gezeigt werden, dass der Hass auf den Gegner aus der Heimat stammt, von den Autoritäten eingetrichtert wurde und mit den Soldaten, die sich in den Schützengräben gegenüberliegen, eigentlich nichts zu tun hat. Später, als die verschiedenen Seiten zusammen Weihnachten feiern und Fußball spielen, wird klar, dass der Krieg sinnlos ist. Außer Vorurteilen haben diese Menschen nichts gegeneinander, genauso gut könnten sie Freunde sein. Gerade diese Absurdität aber begräbt der Film unter übertriebenem Gutmenschentum, unter einem Berg hochstilisierter Emotionen. Es gelingt nicht, diesen Moment wahrer Menschlichkeit, für den viele Soldaten im Nachhinein hart bestraft wurden, einfach so zeigen, wie er war. Der Zuschauer hätte die richtigen Schlüsse schon selbst gezogen. Der Mut dieser wenigen Tage hätte eine verdiente Umsetzung gefunden und für viele eine Lehre sein können. Stattdessen hebt der Film das Ereignis mit Hilfe der Schulkinder auf ein künstlerisches Podest, möchte uns lehrstückhaft von oben herab predigen. Durch diese Verknüpfung mag sich der Intellektuelle eher angesprochen fühlen, der wahre Geist der einfachen, guten Tat aber ist verraten. Das erste Bild von der französischen Seite zeigt zwei kopulierende Mistkäfer. Eine Metapher dafür, dass Liebe auch im Schmutz, auch während des Krieges möglich ist. Aber auch einer der Gründe für das Scheitern des Films. Weniger wäre mal wieder mehr, vor allem aber ehrlicher gewesen.

Bild 4 zu Merry Christmas
Audebert (Guillaume Canet) ist der Intellektuelle unter den Kommandanten.

Drei Parteien lagen sich in jenem Winter 1914 gegenüber. Und alle Drei sind an der Finanzierung von „Merry Christmas“ beteiligt. So merkt man fast jeder Szene das Gerangel der Geldgeber an, die eigenen Soldaten möglichst vorteilhaft wegkommen zu lassen. Im Ergebnis wurde alles fair geteilt. Sowohl französische, englische und deutsche Stars sind untergebracht, um die Vermarktbarkeit im eigenen Land zu sichern. Jede Figur hat, außer dass sie gut ist, genau eine Charaktereigenschaft und eine Anekdote aus der Vergangenheit jedes Soldaten wird zum Besten gegeben. Neben einem langweilig schematischen Aufbau ist auch absolute Harmlosigkeit ein Ergebnis dieses Tauziehens im Hintergrund. Nur in einigen Grabenkampfszenen ganz zu Beginn werden, dann aber im Vergleich übertrieben harte, Kriegsbilder gezeigt. Dies wahrscheinlich aber nur, um auch diejenigen zufrieden zu stellen, die sich sonst über eine Verharmlosung beschwert hätten. Die einzig gelungene - weil nicht 08-15 - Episode gehört Gary Lewis als Pfarrer, der sich weigert den Krieg als neuen Kreuzzug zu predigen. Wenn er nach der Weihnachtsfeier von seinem Bischof des Postens enthoben wird, während dieser den Soldaten erzählt, deutsches Leben sei kein Leben in den Augen Gottes und die deutsche Plage müsse ein für alle Mal ausgemerzt werden, wird ein wichtiges Stück Geschichte angeschnitten. Oft genug hat sich gezeigt, wie sehr der Kriegszustand das Gewissen ganzer Nationen verändert, ihnen den Respekt vor dem Leben entreißt und diese Entwicklung auch vor den Männern Gottes keinen Halt macht.

Bild 5 zu Merry Christmas
Harte Nuss. Regisseur Carion musste es Finanziers aller Länder recht machen.

Der deutsche Anteil an der Starbesetzung besteht aus Hollywood-Rückkehrerin Diane Krüger, Allzweck-Waffe Daniel Brühl („Die fetten Jahre sind vorbei“) und dem wandlungsfähigen – immerhin hat sich seine Karriere von „Und Tschüss!“ hin zu „Wolfsburg“ und „Gespenster“ entwickelt – Benno Fürmann. Krügers schauspielerische Schwächen offenbaren sich dabei in deutscher Sprache noch deutlicher als bei ihren US-Auftritten. Dass sich ihre Dialoge wie aufgesagtes Schultheater anhören mag zum Teil aber auch daran liegen, dass Regisseur Carion Franzose ist und sich so blind auf die fremdsprachigen Schauspieler verlassen muss. Ein Problem mit dem zu Beginn auch Daniel Brühl zu kämpfen scheint. Er schafft es jedoch sich im Verlauf des Films zu fangen und mit Hilfe seines Vollbartes einen glaubhaft verunsicherten Kommandanten zu geben. Ohne Beanstandung bleibt nur die Leistung von Fürmann, der von seiner Rolle als Sängerknabe aber auch kaum gefordert wird. Ein Schnitzer ist den Machern bei dem deutsch-dänischen Sangespaar Krüger/Fürmann unterlaufen, der kaum verzeihlich ist und auch noch das letzte Bisschen Atmosphäre zerstört. Die Lieder wurden von professionellen Künstlern gesungen und den beiden Schauspieler nachträglich in den Mund gelegt – das Ergebnis ist leider einfach nur peinlich.

Fazit:


Wie bei internationalen Koproduktionen üblich, wurde versucht es allen Seiten recht zu machen. So ist aus „Merry Christmas“ ein übertriebenes Rührstück geworden, dass ein zutiefst menschliches Ereignis ausschlachtet, um lehrstückhaft und von oben herab den Wahnsinn des Krieges aufzuzeigen. Der Zuschauer wird dabei mit gekünstelten Emotionen überschüttet und muss Kriegsbilder ertragen, die man so klischeehaft nur selten gesehen hat.
 

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Userbewertung:

Autor:

Christoph

Eingetragen am:

05.11.2005

Aufgerufen:

14878 Mal

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