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Mad Hot Ballroom

 

Mad Hot Ballroom, 2005

 
Poster zu 'Mad Hot Ballroom' kaufen
deutscher Start:2005
Herstellungsland:USA
Regie:Marilyn Agrelo
Drehbuch: Amy Sewell
Darsteller:Keine Schauspieler
Verleih:

X-Verleih, Warner Brothers
Genre:

Dokumentarfilm
Länge:106 Minuten
FSK: ab 0 Jahren
Website:

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Inhalt:


„Mad Hot Ballroom“ begleitet drei Schulklassen aus New York bei einem ganz besonderen Projekt: „Dancing Classrooms“ nennt sich das gemeinnützige Programm, das derzeit an vielen öffentlichen Schulen New Yorks mit großem Erfolg angeboten wird.

Bild 1 zu Mad Hot Ballroom
Krasse Gegensätze: Gesellschaftstanz gegen New Yorker Gangalltag.

In einem zehnwöchigen Intensivkurs lernen die Schüler Grundlagen des „Ballroom Dancings“. Voller Begeisterung trainieren sie mit ihren Lehrern für das große Finale – und beweisen damit: „Anyone can make it, if they learn how to shake it!“

Kritik:


„Mad Hot Ballroom“ ist eine gutgelaunte Dokumentation, keine Frage. Aber kann sie außer zu unterhalten auch anderen Ansprüchen gerecht werden? 6000 Schüler aus unterschiedlichen Stadtteilen und damit aus den verschiedensten sozialen Milieus nehmen an dem Wettbewerb teil. Für manche war der Gesellschaftstanz schon immer Teil der eigenen Erziehung, für die Kids aus den wirtschaftlich schwächeren Gebieten mutet das adrette Auftreten und höfliche Benehmen hingegen doch eher merkwürdig an. Es wäre spannend gewesen, ob und in wie weit sich diese neue Erfahrung auch auf das Leben außerhalb der Schule, auf die häuslichen Probleme, auf das Verhalten gegenüber Freunden und Familie auswirkt. Leider spart der Film diesen Bereich nahezu komplett aus, deutet die Probleme nur kurz an, lässt sich von den dunklen Seiten der Kinder, die für ihn einfach nur niedlich sind, seine gute Laune nicht kaputt machen. So ist „Mad Hot Ballroom“ am Schluss doch recht oberflächlich geraten, geht nicht viel Tiefer als eine RTL II-Reportage.

Bild 2 zu Mad Hot Ballroom
Zur Unterhaltung lassen die Macher die Kids über Sex und Liebe sinnieren.

Eine Direktorin berichtet, dass 97% ihrer Schüler in Armut leben – viele von ihnen mit allein erziehenden Eltern. Sie erwähnt, dass sich daraus viele Probleme ergeben, verrät jedoch nicht welche. Hier hätte man die Kinder selbst zu Wort kommen lassen müssen. Stattdessen führt man sie in den Interviews wie Zirkuspferde vor, deren einzige Aufgabe es ist, das intellektuelle, erwachsene Publikum an die Schönheit und den Spaß der eigenen Jugend zu erinnern. So entmündigt dürfen sie nur ihre naive Sicht auf Liebe, Sex und den Unterschied zwischen Männern und Frauen zum Besten geben. Das ist sicherlich belustigend, ehrlich ist es nicht. Auch wenn kein einziges Bild des Elends gezeigt wird, es wurden nur die Wohnungen der Bessersituierten für Aufnahmen ausgewählt, hat der Zuschauer am Ende doch das trügerische Gefühl sich mit sozialen Problemen auseinandergesetzt zu haben. So oft werden sie am Rande erwähnt, immer wieder wird behauptet wie schlecht es in Wirklichkeit vielen ginge. Das weichgespülte Realitätsbild, das so im Kopf des Beobachters entsteht, ist mehr als fatal. Es lässt Eltern, die etwas für ihre Töchter und Söhne tun könnten, unangebracht gut schlafen. Statt sich um die Zukunft zu kümmern, lässt der Film sie von immer niedlichen, tanzenden Kindern träumen.

Bild 3 zu Mad Hot Ballroom
Auch bei den Drehorten wurde mehr Wert auf Schönheit als Authentizität gelegt.

Wo es mit dem deutschen Film zumindest nicht gerade bergauf geht, ist es umso mehr angebracht, hier noch einmal den letztjährigen Überraschungserfolg „Rhythm Is It!“ hervorzuheben. Genau wie „Mad Hot Ballroom“ beschäftigt auch der sich mit einem schulischen Tanzprojekt, setzte seine Schwerpunkte aber viel gezielter auf die soziale Entwicklung der Kinder durch das Erarbeiten eines gemeinsamen Ziels. Da wurde nichts beschönigt, jedem einzelnen Bild merkte man seine Echtheit an. Und gerade dadurch, dass die rauen Kanten nicht abgeschliffen wurden, gingen einem die lustigen oder dramatischen Momente noch mehr ans Herz. Auch in einem anderen Punkt, nämlich dem Projekt selbst, ist „Rhythm Is It!“ überlegen. Ziel war eine gemeinsame Aufführung aller Schulgruppen, jeder fand sich am Ende als kleiner Teil eines Ganzen auf der Bühne wieder. Egal ob Gymnasiast oder Sonderschüler, alle verschwammen zu einem künstlerischen Werk, das von den zahlreichen Zuschauern mit stehenden Ovationen beklatscht wurde. Im Gegensatz dazu ist in „Mad Hot Ballroom“ typisch amerikanisch ein Konkurrenzkampf an den anderen gereiht. Erst werden die Teilnehmer innerhalb der Klassen bestimmt, dann kommen die regionalen Vorentscheide bevor das große Finale, das alleine über eine halbe Stunde der Laufzeit in Anspruch nimmt, abschließt. Und der Film, der durch seine Dramaturgie jede Ausscheidung als nächsten spannenden Höhepunkt anpreist, stellt sich voll und ganz in den Dienst dieser Auslese, die die Schwächeren hinten runterfallen lässt. Dass manche Lehrer an dem Projekt scheinbar nur wegen der Medaillen und Pokale teilnehmen, wird nicht einmal im Ansatz kritisiert. Passend also, dass das letzte Bild vor dem Abspann noch einmal den großen Pokal zeigt. Bis zum Schluss haben die Macher nicht verstanden, dass es nicht ums Gewinnen geht.

Fazit:


Unterhaltsame Dokumentation, die aber nur unkritisch an der Oberfläche kratzt und die Probleme seiner Protagonisten – der tanzenden Kinder – nicht ernst nimmt.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Christoph

Eingetragen am:

19.10.2005

Aufgerufen:

5159 Mal

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Weitere Kritik:

keine vorhanden


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