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Little Children

 

Little Children, 2006

 
Poster zu 'Little Children' kaufen
deutscher Start:2007
Herstellungsland:USA
Regie:Todd Field ("Beyond the City Limits")
Drehbuch: Todd Field, Tom Perrotta (Novelle)
Darsteller:Kate Winslet, Patrick Wilson, Jennifer Connelly u.a.
Verleih:

Warner Bros.
Genre:

Drama/Krimi/Romanze
Länge:136 Minuten
FSK: ab 16 Jahren
Website:

Link nicht vorhanden

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Inhalt:


East Wyndam ist eine normale, amerikanische Vorstadt wie jede andere, mit gepflegten Vorgärten, schön hergerichteten Häusern, spießig anmutenden Müttern, die mit ihren Kindern spazieren oder auf den Spielplatz gehen, um dort mit ihren Freundinnen den neusten Klatsch und Tratsch auszutauschen und deren erfolgreichen Ehemännern, die glücklich und zufrieden abends nach Hause kommen, um eine leckere Mahlzeit vorzufinden. Doch hinter der paradiesischen Fassade tobt Begierde, die danach schreit, ausgelebt zu werden. Da gibt es Sarah Pierce (Kate Winslet), die ein Leben zwischen Kochtöpfen und Kindergarten führt und deren Mann sich lieber durch Websites als durch Sarah befriedigen lässt. Beim mittäglichen Aufenthalt auf dem Spielplatz lernt Sarah schließlich ihren Gegenpol kennen.

Bild 1 zu Little Children
Sarah führt ein trostloses Leben ohne Freunde.

Brad (Patrick Wilson) schmeißt den Haushalt und die Kindeserziehung, während seine Frau Kathy (Jennifer Connelly), als erfolgreiche Regisseurin, das Geld nach Hause bringt. Mit dieser Rolle ist der angehende Anwalt nicht zufrieden, fühlt sich in seiner Männlichkeit unterdrückt und beginnt deshalb eine Affäre mit Sarah. Zeitgleich kehrt der skurrile Ronnie (Jackie Earle Haley), nach einem Gefängnisaufenthalt, aufgrund seiner pädophilen Neigungen in seine Heimat East Wyndam zurück, um ein neues Leben zu beginnen. Doch der überambitionierte Larry (Noah Emmerich) startet eine gnadenlose Schmutzkampagne gegen den seltsamen Eigenbrötler, um ihn schnellst möglich wieder aus der Stadt zu verjagen. Die Situation steuert auf eine Katastrophe zu.

Kritik:


Da liegen sie nun, Kate Winslet und Patrick Wilson, auf dem Plakat zu „Little Children“ wie Gott sie schuf, ganz offensichtlich direkt nach dem Matratzenausgleich-Sport. Da sollten sie glücklich sein, könnte man meinen, aber ihre Gesichter erzählen etwas ganz anderes. Leer sind ihre Blicke und gewähren einen Einblick in ihre verzweifelten Seelen, umringt von tiefschwarzer Dunkelheit. Ähnlich trostlos geht es dann auch in „Little Children“ zu, dem neuen Film von „In the bedroom“-Regisseur Todd Field. Ein spannendes Projekt, das große Tragödien an kleinen Orten entfaltet, nämlich überall dort, wo sich verschiedene Eltern mit ihren Kindern begegnen können, auf Spielplätzen und in Schwimmbädern, im Prinzip direkt nebenan. Die traurigsten Dramen spielen sich vor unserer Haustür ab.

Bild 2 zu Little Children
Der Beginn einer verhängnisvollen Affäre.

Dabei ist „Little Children“ stets bedacht in eine ähnliche Kerbe zu hauen, wie vor 7 Jahren „American Beauty“. Hier wird das gesittete, amerikanische Vorstadt-Leben seziert und folglich die heile Welt von scheinbar glücklichen Familien demontiert. Doch wo Sam Mendez 2000 noch mit ironischen und spöttisch-zynischen Einschüben für Auflockerung sorgte und alles überspitzt präsentierte, macht Todd Field nun ernst. „Little Children“ ist trister und abgründiger, wie schon lange kein Film mehr. Dreh- und Angelpunkt des Films sind Sarah und Brad, beide sind unglücklich in ihrer Ehe, beide sind mit den ihnen zugedachten Rollen nicht zufrieden und wollen die Schein-Idylle einer glücklichen Familie nicht vor ihre eigenen Bedürfnisse stellen. So finden sie schließlich in gegenseitiger Zuneigung eine Ausbruchsmöglichkeit aus ihrer trostlosen Welt zwischen Kindererziehung, Haushalt und Ehestreit. Ausgehend von diesen beiden Figuren, nimmt Field nun auch deren Umfeld kritisch unter die Lupe, entfaltet mehrere Episoden, die gegen Ende auf dramatische Weise fusionieren. Da bleiben die Ehepartner von Sarah und Brad ebenso wenig unangetastet, wie ein aus dem Gefängnis entlassener, bei seiner Mutter hausierender Pädophiler oder ein Ex-Polizist, der sich selbst zur Bürgerwehr ernannt hat und über einen alten Fall nicht hinweg kommt.

Bild 3 zu Little Children
Larry warnt die Nachbarschaft vor dem fiesen Perversling.

Und hier ist dann auch die über alle Maßen erhabene Stärke von „Little Children“ angesiedelt, denn wo andere Regisseure oberflächliche Schwarz-Weiß-Malerei oder eine krasse Überlänge fabriziert hätten, gelingt Field das scheinbar Unmögliche: Er zeichnet in dezenten Grau-Tönen und das keine Minute zu lang. Jede einzelne Figur erhält ihren persönlichen, glaubhaften Background, womit aus seelenlosen Abziehbildern echte Menschen werden. Hier gibt es kein Gut und Böse, sondern lediglich falsche Entscheidungen, hervor gerufen von Sehnsüchten und dem simplen Wunsch nach einem besseren Leben, die immer tiefer in seelische Abgründe führen. Die Laufzeit von 130 Minuten wirkt auf den ersten Blick etwas übertrieben, doch „Little Children“ braucht seine Zeit, um seinen starken Spannungsbogen aufzubauen, dem Zuschauer die Charaktere so nahe wie nur möglich zu bringen, um im letzten Drittel dann die Handlungsstränge zu einem tragischen Ende zu führen, das direkt den Nerv des Publikums trifft. Einziger Trost in dieser Abwärtsspirale sind die bissigen Einschübe der Erzählerstimme, die auch der Roman-Vorlage von Tom Perrotta, die ein wenig satirischer angelegt ist, gerecht werden.

Bild 4 zu Little Children
Ronnie findet Unterschlupf bei seiner Mutter.

Wie auch in „In the bedroom“ zeigt Todd Field wieder ein unglaubliches Gespür für seine Schauspieler und kitzelt aus ihnen Bestleistungen heraus. Kate Winslet ist gewohnt großartig. Die Szenen, die sie gemeinsam mit ihrem Partner Patrick Wilson verbringt, sind die darstellerischen Glanzmomente des Films, da die Funken zwischen den beiden unaufhaltsam sprühen. Jennifer Connelly dagegen hat nur eine recht kleine Rolle inne, kann aber auch hier wieder voll und ganz überzeugen. Die großen Überraschungen sind zweifelsohne die beiden No-Names Jackie Earle Haley und Noah Emmerich. Während Haley durch seine differenzierte Darstellung stets die Waage zwischen hassenswertem Perversling und bemitleidenswertem Außenseiter hält, darf Emmerich ein wenig Proleten-Charisma verbreiten. Doch nicht nur im Falle der Schauspieler stellt Field seine herausragenden Fähigkeiten unter Beweis, denn auch die Inszenierung ist ihm sehr gut gelungen. Die Bilder in „Little Children“ sind in leuchtende Farben gehüllt und muten sehr friedlich und idyllisch an, doch das Zusammenspiel von Bild, Score, Schnitt und vor allem Stille beschwört eine ganz andere, deprimierender Atmosphäre herauf. Inszenierungsbomben sind eine surreal wirkende Schwimmbad-Szene und das umwerfende Finale auf dem Spielplatz, die in den Händen von Field zu hochintensiven Nervenkitzlern werden.

Bild 5 zu Little Children
Eine kleine aber feine Rolle: Jennifer Connelly als Kathy.

Allein diese beiden Szenen sind das Eintrittsgeld für „Little Children“ schon wert und auch darüber hinaus ist Fields Meisterwerk Pflichtprogramm für alle Fans von anspruchsvollen Dramen. Mit den Oscars hat es leider wieder nicht geklappt, weder für Kate Winslet, noch für Jackie Earle Haley oder Todd Field, doch immerhin konnte „Little Children“ von insgesamt 24 Nominierungen für diverse Auszeichnungen beachtliche 11 Preise abräumen und das völlig zu recht. Bitter, sensibel und ungeheuer authentisch ist Fields Werk eines der großen Highlights des zweiten Quartals und vielleicht der bislang beste Film 2007.

Fazit:


Fesselnde und hochdramatische Vorstadt-Studie, die durch ein grandioses Drehbuch und brillante Darsteller auftrumpft.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Kevin

Eingetragen am:

04.05.2007

Aufgerufen:

6436 Mal

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