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Lemming

 

Lemming, 2005

 
Poster zu 'Lemming' kaufen
deutscher Start:2006
Herstellungsland:Frankreich
Regie:Dominik Moll ("Intimacy")
Drehbuch: Gilles Marchand, Dominik Moll
Darsteller:Laurent Lucas, Charlotte Gainsbourg, Charlotte Rampling u.a.
Verleih:

Alamode Film
Genre:

Drama/Thriller
Länge:130 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Website:

Link nicht vorhanden

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Inhalt:


Alain (Laurent Lucas) und Benedicte Getty (Charlotte Gainsbourg) sind ein absolutes Traumpaar. Sie wohnen in einem schicken, gemütlichen Haus, haben durch Alains Job als Ingenieur reichlich Geld und sind verliebt wie am ersten Tag, nur ein Kind fehlt noch zum Glück. Die Schlange schleicht sich allerdings ins Paradies, als Alains Chef Richard Pollock (Andre Dussollier) und seine Frau Alice (Charlotte Rampling) zu einem vornehmen Abendessen bei dem jungen Pärchen eingeladen sind. Alice rastet völlig aus, kippt ihrem Mann ein Glas Rotwein ins Gesicht und bezichtigt ihm der Untreue, bevor Richard, peinlich berührt, seine Frau schnappt und verschwindet.

Bild 1 zu Lemming
Noch ist die Runde recht gesellig.

Am darauf folgenden Tag entdeckt Alain einen scheinbar toten Nager im Abflussrohr. Als Benedicte bemerkt, dass dieser noch lebt, beschließt sie ihm zum Tierarzt zu bringen, wo festgestellt wird, dass es sich dabei um einen Lemming handelt. Mysteriös ist allerdings, wie dieser in das Abflussrohr gelangt ist. Währenddessen erhält Alain bei der Arbeit Besuch von Alice. Richard ist auf Geschäftsreise in Korea und seine Frau nutzt nun die Chance Alain eindeutige, sexuelle Avancen zu machen, die er wohl oder übel ablehnt. Benedicte ist überrascht, als Alice plötzlich bei ihr erscheint. Eine unangenehme Szene entwickelt sich, die mit Alices Bitte endet, sich kurz hinzulegen. Als Alain nach Hause kommt eskaliert die Situation und Alice erschießt sich im Gästezimmer. Doch das soll erst der Anfang einer Reihe mysteriöser Ereignisse sein, in deren Mittelpunkt Benedicte steht, die sich zunehmend verändert.

Kritik:


Es ist kein Grund sich zu schämen, wenn man nicht weiß, was ein Lemming ist. Ich persönlich wusste es bis zum Anschauen dieses Filmes auch nicht. Es handelt sich dabei um einen hamsterähnlichen Nager, der vorzüglichen in skandinavischen Regionen haust. Interessant ist allerdings die Legende die über das kleine Tierchen erzählt wird: Angeblich kommt es alle paar Jahre zu einem Massenselbstmord, bei dem sich Hunderte dieser putzigen Dinger Klippen hinunterstützen und im kühlen Nass ertrinken. Zwar wird dieses Gerücht im Laufe des Films widerlegt, dennoch bringt der Zuschauer dieses Märchen unweigerlich mit den unheimlichen Geschehnissen von „Lemming“ in Verbindung, die sich irgendwo zwischen dem abgründigen Alpträumen von Lynch und dem Suspense von Hitchcock bewegen.

Bild 2 zu Lemming
Das Traumpaar macht eine grausige Entdeckung.

Zunächst beginnt „Lemming“ recht harmonisch und ist sogar mit einigen Einlagen bestückt, die man fast schon komödiantisch bezeichnen könnte. Spätestens mit Alices Tod ist die Harmonie komplett entwischen und hat Platz für das Mysteriöse gemacht. Die Alten dringen langsam, aber unaufhaltsam in das Leben der Jungen ein und das selbstverständlich auf eine übernatürliche Art und Weise. Die Existenz von Alain und Benedicte wird völlig auf den Kopf gestellt und steuert, bis zum rätsellösenden Finale, immer mehr auf einen Abgrund zu. Dabei wird alles auf eine dichte Atmosphäre gesetzt. Der Thrill bleibt stets subtil, aber spürbar. Um diesen aufrecht zu erhalten bedient sich Regisseur Dominik Moll simpler und klassischer Stilmittel. Der „Horror“ wird oft angedeutet, jedoch der Zuschauer immer soweit im Unklaren gelassen, dass es fesselnd bleibt. Eine immerwährende Ruhe umhüllt den Streifen, wodurch Ausbrüche aus dieser Ruhe vor dem Sturm gleich doppelt intensiv treffen. Eine buchstäblich alptraumhafte Szene, in der ein paar Dutzend Lemminge eine Rolle spielen, will sich so gar nicht in das stimmige Gesamtbild einfügen. Dieses Szenario erinnert eher an amerikanischen Psychothrill statt an den französischen Suspense, den „Lemming“ uns ja bieten will. Diese Abwechslung tut dem Thriller aber auch ganz gut.

Bild 3 zu Lemming
Für Alain verschwimmen Realität und Fiktion.

Um die Anspannung zwischen den Figuren zu schärfen, wurde eine ausgefeilte Dialogführung erdacht. Oft kommt es zu einer Art Verhörsituation, in der einer der Hauptprotagonisten sein Gegenüber, meist Alain, aufs hartnäckigste ausquetscht und Letzterer dann lediglich mit Ja/Nein-Antworten reagiert. Durch dieses einfache Mittel wird die beklemmende Atmosphäre noch einmal deutlich verstärkt. Für die meiste Spannung sorgt allerdings Charlotte Rampling als Alice. Obwohl sie die kleinste Rolle der vier Hauptfiguren hat, erzielt sie die stärkste Leistung. Sobald Alice ins Bild tritt, macht sich Unbehagen im Publikum breit. Nach ihrem Tod gibt es eine kleine Einstellung, in der sie mit toten Augen direkt in die Kamera schaut. Dieser Blick, der noch einmal die gesamte Boshaftigkeit ihrer Figur einfängt, brennt sich in das Gehirn des Zuschauers. Einfach sensationell!

Bild 4 zu Lemming
Unheimlich diese Frau: Charlotte Rampling als Alice.

Auch ihre Kollegen können überzeugen. Laurent Lucas als Alain ist die Bezugsperson des Zuschauers. Er meistert seine Rolle als glücklicher Ehemann, der aufgrund seltsamer Ereignisse mehr und mehr in den Wahnsinn gestürzt wird, sehr gut. Charlotte Gainsbourg die zunächst als glückliche und ruhige Unschuld vom Lande daher kommt, verblüfft mit gruseligen Gefühlsausbrüchen. Ähnlich agiert Andre Dussollier als Richard, der oft zwanghaft freundlich wirkt, aber mit dem ein oder anderen aggressiven Ausbruch, sein wahres Gesicht zeigt. Vom berühmtberüchtigten Overacting ist keine Spur. Man könnte eher das Gegenteil behaupten, wenn man denn böswillig wäre.

Bild 5 zu Lemming
Benedicte (Charlotte Gainsbourg) verhält sich zunehmend seltsam.

Abzüge gibt es, weil „Lemming“ in seinem Mittelteil etwas an Atmosphäre verliert. Das liegt einfach nur daran, dass sich das Publikum an die beklemmende Situation gewöhnen kann. Leider kommen dadurch einige Längen auf, die sich allerdings wieder erledigt haben, sobald Charlotte Rampling gegen Ende wieder auftritt (wie, verrate ich natürlich nicht) und der Spannungspegel erneut in die Höhe schießt. Letztendlich muss allerdings gesagt werden, dass „Lemming“ absolut nichts für Anhänger des Popcornkinos ist. Wie gesagt ist er sehr subtil und man muss schon ein gewisses Feingefühl, das erarbeitet werden muss, aufweisen, um die gesamte Intensität des Films zu spüren. Mainstreamgucker sollten also einen möglichst weiten Bogen um „Lemming“ machen. Fans von kunstvollen, französischen Filmen und speziell auch der Art-house-fraktion ist der Eröffnungsfilm der Filmfestspiele 2005 in Cannes aber wärmstens ans Herz zu legen.

Fazit:


„Lemming“ ist ein anspruchsvoller, subtiler und hervorragend inszenierter, wie gespielter Mystery/Thriller, der zwar nicht für die breite Masse gemacht wurde, aber Fans vom kunstvollen Kino durchaus begeistern dürfte.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Kevin

Eingetragen am:

23.08.2006

Aufgerufen:

6295 Mal

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Weitere Kritik:

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