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Krieg der Welten

 

War of the Worlds, 2005

 
Poster zu 'Krieg der Welten' kaufen
deutscher Start:2005
Herstellungsland:USA
Regie:Steven Spielberg ("Terminal")
Drehbuch: H.G. Wells (Novelle), Josh Friedman, David Koepp
Darsteller:Tom Cruise, Justin Chatwin, Dakota Fanning u.a.
Verleih:

UIP
Genre:

Abenteuer/Action/Drama/Sci-Fi/Thriller
Länge:116 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Website:

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Inhalt:


Ray Ferrier (Tom Cruise; nach „Minority Report“ die zweite Zusammenarbeit mit Regisseur Steven Spielberg) ist ein geschiedener Dockarbeiter und nicht gerade perfekter Vater. Kurz nachdem seine Ex-Frau (Miranda Otto; „Herr der Ringe“) und ihr neuer Ehemann seinen Teenager-Sohn Robbie (Justin Chatwin; „Taking Lives“) und seine junge Tochter Rachel (Dakota Fanning; „Hide and Seek“) für ein seltenes Besuchswochenende bei Ray abgeliefert haben, zieht sich ein seltsames und mächtiges Gewitter zusammen.

Bild 1 zu Krieg der Welten
Finale im Flutlicht: Kriegsspiele für Erwachsene.

Kurz darauf, an einer Kreuzung nahe seinem Haus, wird Ray Zeuge eines außergewöhnlichen Vorfalls, der ihr aller Leben grundlegend verändern wird. Eine gewaltige, dreibeinige Kriegsmaschine taucht aus den Tiefen der Erde auf und legt alles um sich herum in Schutt und Asche, bevor auch nur irgendjemand reagieren kann. Ein ganz normaler Tag wird plötzlich zum größten Ereignis ihres Lebens – der erste Angriff einer katastrophalen Attacke der Außerirdischen.

Bild 2 zu Krieg der Welten
Nicht nur E.T. wäre lieber zu Hause.

Ray tut alles, um seine Kinder vor diesen unbarmherzigen, neuen Feinden in Sicherheit zu bringen und begibt sich auf eine Reise, die ihn und seine Familie durch das verwüstete Umland führen wird, wo sie sich der Menschenmenge von Flüchtlingen anschließen, die versucht, der Armee von außerirdischen Tripods zu entkommen.

Kritik:


Seit Millionen von Jahren wird unsere Erde von Außerirdischen überwacht, die unsere Zivilisation so sehr beneiden, dass ihnen nichts anderes einfällt, als sie komplett auszulöschen – wenn auch für den einen oder anderen Hartz IV-Empfänger nicht ganz nachvollziehbar, für die Weltbevölkerung in Spielbergs Apokalypsenspektakel „Krieg der Welten“ bittere Realität. Eine unsichtbare Bedrohung, die Ängste schürt, die auch in der heutigen Zeit durchaus berechtigt in uns verwurzelt sind. Wenn in Deutschland der Überwachungsstaat und dauernde Beobachtung bis jetzt auch nur von Innenminister Otto Schily einsam propagiert werden, ist die USA mit ihren schon längst nicht mehr kontrollierbaren Sicherheitsorganen CIA, FBI und NSA schon ein ganzes Stück weiter – und im Fernsehen läuft mittlerweile die 6-te Staffel von „Big Brother“. Hatten die Menschen zu Zeiten der ersten Verfilmung von H.G. Wells Roman in den 50er Jahren noch Angst vor möglichem Leben auf Mond oder Mars, haben wir die heute längst erforscht und nichts gefunden. So lässt Spielberg seine Aliens aus tieferen Weiten des Universums auf uns los, die Angst in uns aber, die er für sein Panikszenario geschickt auszunutzen weiß, liegt viel näher. Nach dem ersten Angriff der Außerirdischen fragt Rachel ihren Vater: „Waren das Terroristen?“. Wie schon viele vor ihm, bezieht auch Spielberg sich auf die Massenhysterie nach dem 11. September, nicht weil ihm nichts anderes einfällt, sondern weil das Genre des Katastrophenfilms das dem Zeitgeist am stärksten unterworfene ist. Ein Durchschnittsamerikaner würde heutzutage halt eher auf den Mars fliegen, als auch nur einen Fuß in den nahen Osten zu setzen.

Bild 3 zu Krieg der Welten
Flüchtlingsstrom quer durch die USA – zu schön um wahr zu sein.

Bevor die ersten Laserstrahlen anfangen, nicht nur aus Kühen Barbecue zu machen, wird dem Zuschauer zunächst die Familie Ferrier, mit der er die folgenden zwei Stunden durch die Wirren des Krieges taumeln soll, näher gebracht. Trotz Spielbergs konservativer Einstellung in Sachen Familie, deren Niederschlag in seinen Filmen nicht unbedingt als subversiv zu bezeichnen ist, besteht sie nicht aus den herkömmlichen Mitgliedern: Vater, Mutter und zwei Kinder. Ray und Mary Ann Ferrier sind geschieden, sie – glücklicher – wieder verheiratet, die Kinder verstört und mit der Situation überfordert. Eher die typische als die perfekte Familie. Ray ist vor der Invasion als Vater ähnlich hilflos wie als Beschützer nach der ersten Welle von Tripod Angriffen. Als Kranfahrer kommt er mit kaputten Motoren besser klar, als mit anderen Menschen. Durch seine Kinder unfreiwillig in die Erwachsenenwelt gepresst ist er noch immer ein naiver Junge, der keine Verantwortung übernehmen kann. Sein Sohn Robbie will im Zuge seiner pubertären Rebellion alles anders – und natürlich besser – machen. So ist er es, der die Verantwortung für seine kleine Schwester übernimmt und in Kriegszeiten für sein Land kämpfen und Leben retten will, während Ray Rachel mit Erdnussbutter, gegen die sie allergisch ist, abspeist und vor den Aliens einfach nur feige wegrennt. Neben einer für Hollywood-Maßstäbe ungewohnt ausgefeilten Charakterisierung ist dieser Kunstgriff auch ein gekonntes Spiel mit Erwartungen. Cruise ist von seinem Image als heroischer Held so weit weg, wie er nur sein kann.

Bild 4 zu Krieg der Welten
Wochenendausflug mit Hindernissen: Patchwork-Family Ferrier.

Spielberg ist ein Regisseur, der viel Wert darauf legt, auch auf Seiten des Bösen differenzierte Charaktere zu präsentieren, seine Figuren bewegen sich meist in Grauzonen, sind nie einfach nur schlecht. Mit den Außerirdischen in „Krieg der Welten“, aus purem Neid tötende Killermaschinen, scheint er sich auf neues Terrain zu begeben. Und wirklich, an den eklig triefenden Viechern ist nicht ein Deut Gutes. Die Aliens sind aber auch nur Teil eines äußeren Szenarios, mit dessen Hilfe Spielberg die Natur des Menschen, sein Verhalten gegen die eigene Moral im Zustand der Panik und Machtlosigkeit, erforscht. So sind die stärksten Szenen auch die, in denen keine Tripods herumstapfen oder schlangenartige Wesen mit Kamerakopf die Protagonisten durch enge Gänge verfolgen, sondern die, in denen die Menschen untereinander in Anbetracht der nahenden Bedrohung agieren. Ray ist als genialer Mechaniker nach dem elektromagnetischen, ersten Angriff als einziger im Besitz eines fahrenden Autos. Als er mit seinen Kindern auf der Flucht ein kleines, ländliches Städtchen durchquert, wird er von hunderten Bewohnern attackiert, die ihm das Auto streitig machen wollen – das Ganze sieht aus wie in einem Romero-Zombiefilm. Nach kurzem Kampf gibt Ray den Wagen frei, ihm geht es nur um das Leben seiner Kinder, die anderen aber machen weiter, fangen an sich gegenseitig zu erschießen. Auch wenn Weiße in Not sind, sind sie durchaus dazu in der Lage, einen Fahrer kaltblütig zu töten, um an sein Auto zu kommen. Im ganzen Film wird keine private Waffe auf ein Alien abgefeuert, nur andere Menschen sind das Ziel – eine Aussage, die stark an die eines Films von Michael Moore erinnert.

Bild 5 zu Krieg der Welten
Sommerferien? Denkste! Außerirdische, elektromagnetische Superblitze.

Spielberg erfüllt sich mit der Inszenierung ausufernder Zerstörungsorgien, bei denen ganze Straßenzüge zuckend in sich zusammenfallen, den Traum eines wohl jeden großen Jungen. Schon in der ersten Actionsequenz, in der Ray und andere Neugierige vom auferstehenden Alien-Roboter zunächst überrascht und dann durch halb New York gejagt werden, bleibt kein Stein auf dem anderen, alles was in irgendeiner Weise kaputt gehen kann, geht auch in die Brüche. Die Kamera bleibt dabei immer auf Cruise gerichtet, während er um sein Leben rennt, geht um ihn herum die Welt unter. Durch diese Nähe zur Figur, der man auch emotional verbunden ist, fühlt es sich an, als wäre man selbst dabei. Eine Qualität, die man bei Spielberg auch schon in der Eröffnungssequenz von „Der Soldat James Ryan“ beobachten konnte. Indem wir die Fluchten aus der Sicht von Ray erleben und somit immer nur Ausschnitte der Situation gezeigt bekommen, wird auch in hektischeren Abschnitten die Spannung hoch gehalten. Im Sekundentakt werden neue Alien-Roboter oder Einzelheiten zu den Ausmaßen der Invasion oder der Zerstörung offenbart. Sowieso scheint sich Spielberg in seiner Dramaturgie voll auf eine Art Anti-Suspense zu verlassen. Im Gegensatz zu Hitchcock, der Spannung durch einen Wissensvorsprung des Zuschauers gegenüber den Protagonisten erzeugte, gibt es bei „Krieg der Welten“ kein erbarmen. Es gibt keine Szene, in der Ray nicht vorkommt, der Zuschauer ist somit genau so macht- und hilflos wie die Flüchtenden im Film.

Bild 6 zu Krieg der Welten
Rotes Gemüse: Gedüngt mit Botanikern und anderen armen Wichten.

Seit seinem weltbekannten Theme zu „Der weiße Hai“ ist John Williams („E.T.“) der Hauskomponist von Steven Spielberg. Natürlich steuert er nun auch für „Krieg der Welten“ wieder einen seiner Bombast-Scores bei. Die an sich schon eindrucksvolle Weltuntergangs-Szenerie steigert sich mit Hilfe von hochdosierten Orchesterklängen zur eindringlichen, real spürbaren Gefahr – dem Zuschauer wird keine Ruhe gelassen, ständig ist er auf der Flucht oder fühlt sich bedroht. Eine Ohrwurm-Erkennungsmelodie ist diesmal aber, im Gegensatz zu Williams Arbeiten für „Harry Potter“ oder „Krieg der Sterne“, nicht vorhanden. Ein vom Film separatem Genuss des Scores daher nur eingeschränkt zu empfehlen. Noch beeindruckender als das Werk der Musiker ist aber das der Tontechniker. Die Soundeffekte dringen mit einer unglaublichen schärfe (in der deutschen Fassung leider gefiltert) mitten in die Eingeweide und sorgen für ein nicht immer angenehmes Kribbeln. Vor allem das elefantenartige Geschrei der Tripods lässt einen tiefer erschaudern als der eigentliche Anblick der metallenen Monster.

Bild 7 zu Krieg der Welten
Der Kinderstar dieses Jahrzehnts: Dakota Fanning als Rachel Ferrier.

Das „kleine“ Schauspielphänomen Dakota Fanning spielt Rays Tochter Rachel, nach der Hauptrolle in der Mini-Serie „Taken“ die zweite Zusammenarbeit mit Spielberg. Nachdem sie sich als Entführungsopfer in „Mann unter Feuer“ und Tochter eines psychopathischen Mörders in „Hide and Seek“ schon mal warm geschrien hat, steigt sie als verwöhntes, von Killer-Aliens gehetztes Vorstadt-Mädchen entgültig in den Olymp sowohl der „Scream-Queens“ als auch Charakterdarstellerin auf – mit 11 Jahren. Ihre Mutter und Rays Ex-Frau Mary Ann wird von Miranda Otto verkörpert, die das Engagement zunächst wegen ihrer Schwangerschaft ausschlagen wollte, von Spielberg dann aber doch überredet werden konnte: Eine Schwangerschaft erhöhe die Dramatik sogar noch. Da Ray davon überzeugt ist, sich nicht ausreichend um seine Kinder kümmern zu können, will er sie nach dem ersten Angriff schnellstmöglich zu deren Mutter bringen, Mary Ann dient somit als eine Art Kompass für die Reise der Familie Ferrier. Auf der Flucht finden Ray und Rachel unterschlupf in einem Bunker, der von Ogilvy, einem typischen Bewohner der ländlichen Provinz, zum Schutz vor all dem angelegt wurde, vor dem er sich laut der angststreuenden Politik der Bush-Regierung fürchten solle. Er ist ein „wahrer“ Patriot: Nach dem der Rest seiner Familie von den Aliens ausgelöscht wurde, ist er bereit zu kämpfen, sein Leben sinnlos zu opfern. Tim Robbins spielt den Borderline-Charakter mit seiner großen Erfahrung routiniert herunter, kann seiner oskarprämierten Rolle aus „Mystic River“ jedoch nicht viel hinzufügen.

Bild 8 zu Krieg der Welten
Wie im Horrorfilm: Ogilvy (Tim Robbins), ein typischer US-Redneck.

Änderungen an einer Geschichte bei der Transformation von einem Buch auf die Leinwand sind nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht. Die beiden Medien sind so unterschiedlich, dass die gleiche Geschichte eigentlich gar nicht unter den verschiedenen Voraussetzungen funktionieren kann. Eine Abweichung in Spielbergs Kinoversion von „Krieg der Welten“ von der H.G. Wells Vorlage ist aber zumindest einer Diskussion würdig. Im Original sind die Menschen gegenüber den Aliens macht- und wehrlos, alle Verteidigungsversuche schlagen fehl, die Rettung durch die bekannte Wendung ist reines Glück. Spielberg schafft es hingegen nicht, sich komplett diesem Schicksal zu ergeben und wird zum Ende hin inkonsequent. Durch einen Trick schafft es der sonst so unheroische Ray, einen der Tripods zu zerstören und den letzten Stich versetzt den Aliens dann doch das amerikanische Militär.

Bild 9 zu Krieg der Welten
Spielberg + Cruise: Das Hollywood-Powerduo im imagefördernden Outfit.

Anmerkung zur deutschen Fassung:

Der Film wurde in der deutschen Version zu Gunsten einer FSK 12 gekürzt. In der fehlenden Szene wird ein Mensch von Aliens obduziert und anschließend zu Düngemittel verflüssigt.

Fazit:


Wenn ihr dieses Jahr nur einmal ins Kino geht, schaut euch „Krieg der Welten“ an! Wenn ihr dieses Jahr 10x ins Kino geht, schaut euch 10x „Krieg der Welten“ an! Selbst beim x-ten Sehen wird man mehr Neues entdecken, als in einem durchschnittlichen Hollywood-Blockbuster der heutigen Zeit überhaupt steckt. Nicht einfach nur der beste Film des Jahres.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Christoph und Thorsten

Eingetragen am:

29.06.2005

Aufgerufen:

45024 Mal

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