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Junebug

 

Junebug, 2005

 
Poster zu 'Junebug' kaufen
deutscher Start:2007
Herstellungsland:USA
Regie:Phil Morrison ("Perfect Partner")
Drehbuch: Angus MacLachlan
Darsteller:Embeth Davidtz, Amy Adams, Ben McKenzie u.a.
Verleih:

Arsenal Filmverleih
Genre:

Drama/Komödie
Länge:106 Minuten
FSK: nicht bekannt
Website:

Link nicht vorhanden

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Inhalt:


Es ist Liebe auf den ersten Blick, als sich die gebildete Enddreißigerin Madeleine (Embeth Davidtz) und der smarte Georg (Alessandro Nivola) bei einer Kunstausstellung in Chicago das erste Mal begegnen. Sie landen umgehend im Bett und sind nur wenige Monate später verheiratet. Madeleine ist ein Stadtmensch wie er im Buche steht und verdient ihren Lebensunterhalt in einer Kunstagentur. Georg ist im tiefsten Inneren ein Landei aus North Carolina, residiert allerdings schon lange genug in Chicago und hat es geschafft sich dem cosmopolitischen Lebensstil der Stadt optimal anzupassen.

Bild 1 zu r
Liebe auf den ersten Blick: Madeleine und Georg.

Eines Tages erhält Madeleine den Auftrag nach North Carolina zu reisen, um den talentierten Maler David Wark (Frank Hoyt Taylor) für ihre Agentur zu gewinnen. Georg beschließt mit ihr zu kommen, um anschließend einen kleinen Abstecher zu seiner Familie zu machen, die Madeleine immer noch nicht kennt. Schnell stellt sich heraus, dass durch dieses Zusammentreffen zwei völlig verschiedene Welten aufeinander prallen, denn Georgs Sippe, mit der resoluten Mutter Peg (Celia Weston), ihrem Mann Eugene (Scott Wilson), dem muffeligen Sohn Johnny (Ben McKenzie) und dessen schwangerer Verlobten Ashley (Amy Adams), scheint der krasse Gegensatz zur weltoffenen und gebildeten Madeleine zu sein. Ein Zusammenraufen der besonderen Art beginnt.

Kritik:


Andere Länder, andere Sitten. Der Kulturencrash zwischen verschiedenen Nationalitäten ist immer wieder für einen Film gut, scheint diese Thematik eine scheinbar unersättliche Bandbreite inne zu haben und immer wieder neue Facetten auf zu zeigen. Ob in dramatischer Ausführung, wie z.B. in Alejandro Gonzales Inarritus „Babel“, als Komödie oder sogar als Horrorstreifen, wenn Großstadt-Kids in die metzelnden Hände von hinterwäldlerischen Hillbillies fallen, wie in „Texas Chainsaw Massacre“; jedes Genre kann in diesem Großthema sein Plätzchen finden. Das es selbst innerhalb eines Landes zu kulturellen Reibereien kommen kann, ist besonders am Beispiel USA zu sehen. Hier kann es schon mal richtig krachen, wenn der konservative Republikaner-Kern des Landes und die demokratischen, weltoffeneren Küstenregionen aufeinander treffen. Diesem Thema hat sich Regie-Debutant Phil Morrison mit seiner Komödie „Junebug“ angenommen und erzählt seine Geschichte so menschlich und herzlich, dass es eine wahre Freude ist.

Bild 2 zu Junebug
Ashley ist besessen von Madeleine.

Dem Storyumriss nach könnte es sich bei „Junebug“ um eine brachiale Slapstickorgie im Stil von „Meine Braut, ihr Vater und ich“ handeln. Als waschechter Independent-Film zielt Morrisons Werk allerdings in eine ganz andere Richtung, nämlich in die von umjubelten Tragikomödien wie „Little Miss Sunshine“ oder Zach Braffs Geniestreich „Garden State“. Hier wird nicht auf brutale Lachattacken gesetzt, sondern durch ausgefeilte Dialoge und wunderbare Charakterzeichnung ein mollig-warmer Mantel um das Herz des Zuschauers gelegt. Der Handlungsverlauf ist komplett unspektakulär und setzt seine Akzente auf die vielen kleinen Details, die durchaus zum Denken, aber auch zum Schmunzeln anregen. „Junebug“ ist authentischer und ehrlicher als es Hollywood jemals sein kann und ist durch seine ruhige, unaufdringliche Art entlarvend und herzerwärmend zu gleich. Zum letzten Akt nimmt der Film eine unerwartete Wendung, schlägt einen dramatischeren Ton an und endet dann zwar versöhnlich aber nicht unbedingt mit Happy End, was Hollywood in dieser Form auch nicht hätte vollbringen können.

Bild 3 zu Junebug
Johnny der Bilderbuch-Prolet.

Die Charakterzeichnung knöpft sich gewollt einige Klischees vor und verleiht diesen auf wundersame Weise Leben ein. Madeleine, mit ihrer offenen, charmanten und vor allem gebildeten Masche, ist das Abziehbild eines Städters. Sie tritt selbst Fremden ausgesprochen herzlich entgegen und weiß sich stets ins rechte Licht zu rücken. Ihre Art sorgt bei der hinterwäldlerischen Familie zunächst für Verwirrung, später sogar für peinliche Missverständnisse und Ablehnung. Bindeglied Georg ginge ohne weiteres als Stadtmensch durch, entdeckt in seiner Heimat aber seinen Provinzkern wieder. Mutter Peg ist immer und überall auf das Wohl ihrer Familie bedacht. Sie sorgt für Zucht und Ordnung und tritt dem Fremdkörper Madeleine zunächst mit einer guten Portion Skepsis gegenüber. Ihr Mann Eugene wirkt dagegen immer eher desinteressiert und zieht sich gerne mal zu seinen Schnitzereien im Keller zurück, während Sohnemann Johnny alles und jeden abzulehnen scheint. Als krasser Gegensatz fungiert die hochschwangere Ashley, die sich Madeleine, aus purer Bewunderung, regelrecht aufdrängt und zwingend um ein bisschen Anerkennung von der intelligenten Frau von Welt ringt. Der Clou bei diesen Figuren ist, dass sie in der Theorie wie schräge Karikaturen aussehen, aber allesamt mindestens eine Schlüsselszene erhalten, die sie zu echten, glaubhaften Menschen machen.

Bild 4 zu Junebug
Ein zwiespältiges Wiedersehen zwischen Mutter und Sohn.

Besonders hervorzuheben sind die Darsteller, die einen Großteil zur Menschlichkeit ihrer Figuren beitragen. Embeth Davidtz mimt ihre Figur unglaublich charmant. Das Publikum hat sie schon nach wenigen Szenen ins Herz geschlossen, kann ihre nervenaufreibende Situation sehr gut nachvollziehen und fiebert mit ihr. Als große Überfliegerin in „Junebug“ erweist sich, trotz der starken Leistung von Davidtz, Amy Adams. Sie wurde für ihre Darstellung der Ashley letztes Jahr zu Recht für einen Oscar nominiert. Alessandro Nivola, Celia Weston und Scott Wilson haben es nicht leicht gegen die beiden Damen anzuspielen, schlagen sich aber mehr als wacker. An einer Figur wie Johnny lässt sich wunderbar feststellen wer sein schauspielerisches Handwerk beherrscht und wer nicht. Als rüpelhafter, ungebildeter Provinzler ohne Schulabschluss wirkt er zunächst wie eine wandelnde Ansammlung an uralten Klischees und ein 08/15-Darsteller täte sich schwer damit, dieser Rolle etwas Menschliches abzuringen. Ben McKenzie gelingt dies allerdings sehr gut, womit er beweist, dass er mehr kann als ein bisschen „O.C. California“-Schnickschnack. Inszenatorisch hat sich Morrison ein paar Späße gegönnt. Er zwingt seinem Film einen Indiestempel auf, wie man es selten erlebt hat. Er flechtet lange, starre Einstellungen von Belanglosigkeiten mit ein und protestiert ganz offensichtlich gegen Hollywood-Hochglanz-Photographie, die nur Dinge zeigt, die die Handlung voran treiben. Diese Abschnitte stoßen zwar nicht störend auf, sind aber auch ziemlich unnötig und stehen nicht im Dienste des leichtfüßigen Films.

Bild 5 zu Junebug
Madeleine versucht die Missverständnisse aus der Welt zu schaffen.

Alles in allem lässt sich dennoch festhalten, dass „Junebug“ ein rundum gelungener Film geworden ist. Lediglich im Fein-Tuning ließen sich noch einige kleinere Verbesserungen vornehmen, denn in Sachen Ideenreichtum reicht Morrisons Werk noch nicht ganz an Kollegen wie „Little Miss Sunshine“ heran. Der gute Wille und die gesellschaftlich-entlarvenden Aspekte des Films machen diese kleinen Unzulänglichkeiten allerdings größtenteils wett. Wer sich also auf den charmanten Zauber von Filmen wie „Garden State“ einlassen kann und ein ehrliches, herzliches Statement zur amerikanischen Kulturenspaltung sehen möchte, kann ohne Bedenken ein Kinoticket für „Junebug“ einlösen.

Fazit:


Charmant, charmant! „Junebug“ spiegelt die wesentlichen Aspekte der Republikaner/Demokraten-Thematik auf ebenso ehrliche wie herzliche Art wider.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Kevin

Eingetragen am:

13.02.2007

Aufgerufen:

6258 Mal

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Weitere Kritik:

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