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Julia

 

Julia, 2008

 
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deutscher Start:2008
Herstellungsland:Belgien/Frankreich
Regie:Erick Zonca ("The Little Thief"), Camille Natta
Drehbuch: Eric Zonca, Aude Py, Camille Natta, Michael Collins
Darsteller:Tilda Swinton, Saul Rubinek, Kate del Castillo u.a.
Verleih:

Kinowelt
Genre:

Drama/Thriller
Länge:144 Minuten
FSK: ab 16 Jahren
Website:

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Inhalt:


Julia Harris ist eine 40jährige, haltlose Alkoholikerin und notorische Lügnerin, die in mehr als einer Hinsicht durchs Leben taumelt. Zwischen Saufgelagen und One-Night-Stands bewegt sie sich stets am Randes des Absturzes. Als sie aufgrund des Trinkens auch noch ihren Job verliert, rückt der völlige Crash ziemlich nahe. Einzig ihr Freund Mitch unterstzützt sie noch, und das auch eher aus Mitleid, denn aus echter Freundschaft heraus, denn auch Mitch war früher Alkoholiker.

Bild 1 zu Julia
Julia - eine Trinkerin am Rande des totalen Absturzes.

Doch dann bittet Elena (Kate del Castillo), eine flüchtige Bekannte aus der Nachbarschaft sie, ihren Sohn, der bei seinem steinreichen Großvater lebt, für sie zu entführen und zu ihr zu bringen. Erst zögert Julia, doch die Aussicht auf schnelles Geld als Ausweg aus ihrem trüben Dasein überzeugt sie mehr als alles andere. Sie entführt Tom (Aidan Gould) und flieht mit ihm nach Mexiko, und spätestens dann wird Julia klar, dass sie keine Ahnung hatte, worauf sie sich einlässt und weit davon entfernt ist, alles im Griff zu haben.

Kritik:


Julia ist vor allem eine One-Woman-Show vonTilda Swinton. Die hat auch genug Präsenz und schauspielerisches Talent, um den Film tragen zu können. Wer je einen Alkoholiker aus direkter Nähe erlebt hat, weiß, wie realistisch die Figur der Julia dargestellt ist, wie gut beobachtet das Verhalten einer süchtigen Person ist. Ihr körperlicher und seelischer Verfall wirkt erschreckend auf den Zuschauer und das ganze Elend ist hier in jedem Schweißtropfen, jeder Geste, jedem Blick spürbar. Der Teufelskreis der Sucht und Julias Selbstzerstörung berühren einen durchaus. Als Zuschauer begibt man sich auf eine emotionale Achterbahnfahrt, wenn man sich auf die Hauptfigur einlässt. Mal triumphierend, mals abgrundtief verzweifelt, wechseln die Stimmungen so schnell wie die Kulissen. Denn überdies ist der Film auch ein ziemlich abgedrehtes Roadmovie, immer mit zwei Rädern mindestens über dem Abgrund.

Bild 2 zu Julia
Julia will mit der Entführung das große Geld machen, doch die Sache gleitet ihr langsam aus den Händen.

Dabei erfährt man eigentlich nicht viel über Julia, nicht über ihre Herkunft, Vergangenheit, nichts, was einen Hinweis gibt, wie sie zu der Person geworden ist, die man erlebt. Und das ist schade, denn mehr Hintergrund würde auch bedeuten, dass die Figur mehr Tiefe hätte. So bleibt sie an der Oberfläche, und man bekommt zwar die volle Dröhnung ihres aktuellen Desasters, ihres Elends und ihrer Verzweiflung mit, aber eigentlich weiß man nicht, wer sie eigentlich ist. Sie bleibt zweidimensional und entzieht sich dem Zuschauer ein Stück weit. Zuschauer suchen sich im Film oft und gern Figuren, mit denen sie sich identifizieren können, aber dafür muss eine Figur in ihren Motiven erlebbar und verstehbar sein. Im Fall von „Julia“ läuft man als Zuschauer allerdings gegen eine Wand. Man würde gern mehr sehen, mehr erfahren, aber das lässt das Drehbuch nicht zu. Deshalb fragt man sich die ganze Zeit, was treibt diese Frau an? Wo kommt ihre Wut her, die sie immer weiter machen lässt, egal, wie verzweifelt die Lage wird, und nicht ganz uninteressant wäre auch die Frage, wie sie zur Alkoholikerin wurde. Doch das Drehbuch des Autorenteams um Regisseur Erick Zonca lässt einen hier leider im Stich. Und so kann man auch die sich entwickelnde Zuneigung zu dem von ihr entführten Jungen nicht recht nachvollziehen, den sie zuvor noch gnadenlos gefesselt und geknebelt und mit Tabletten ruhiggestellt hatte. Man wundert sich nur, als sie nach ihrer Flucht nach Mexiko plötzlich mütterliche Gefühle für das Kind entwickelt.
Bild 3 zu Julia
Nach einer Weile entwickelt sich zwischen Julia und Tom ein freundschaftliches Verhältnis.

Das ist leider nicht das einzige Problem dieser One Woman-Tour de Force, denn während die Hauptfigur überlebensgroß im Zentrum steht, wirken die Nebenfiguren alle blass und recht leblos. Das mag zum einen daran liegen, dass alle Rollen echt schwach besetzt sind mit Schauspielern, die nicht in derselben Liga spielen wie Tilda Swinton. Bestes Beispiel ist da Mitch (Saul Rubinstein), Julias geduldiger Freund und Unterstützer. Diese Figur ist so profillos, dass man sie nach der Hälfte des Films schon fast vergessen hat. Aber auch Regie und Drehbuch tragen dazu bei, dass die Charaktere oft nicht mehr sind als Stichwortgeber für die Hauptfigur und ansonsten die Präsenz von Pappfiguren haben. Das führt trägt dazu bei, dass die Handlung und damit der Film nicht wirklich in Gang kommen, da eine Interaktion der Figuren nicht funktioniert. Ohne richtige Interaktion jedoch bleibt ein Film, der eine Geschichte erzählen will aber eher ein Monolog. Möglicherweise ist diese Wahl der Nebenrollen auch bewusstes Kalkül, um der Hauptfigur und ihrer Darstellerin mehr Entfaltungsspielraum zu geben, doch das geht in diesem Film eher nach hinten los, da es auf Kosten des gesamten Plots geschieht.

Bild 4 zu Julia
In Mexiko wird Julias Lage immer brenzliger.

Dementsprechend ist die Figur der Julia die einzige, die im Film merklich agiert. Und die Dialoge mit den anderen Charakteren kommen einem folglich auch wie Monologe vor – man bekommt gar nicht mit, dass noch jemand anders redet außer Julia. Das tut dem Film nicht gut. Er schleppt sich voran, und Tilda Swinton ackert sich durch die Geschichte bis zu ihrem dramatischen, aber viel zu moralischen Ende. Doch bis dahin vergeht einige Zeit, und man kann als Zuschauer nicht umhin, sich zu wünschen, die Geschichte würde etwas gestrafft und der Film etwas kürzer sein. Wenn sich so ein Eindruck beim Zuschauer festsetzt, ist das meist ein Zeichen, dass der Film nicht wirklich funktioniert. So auch hier. Und das ist schade, denn Filme mit starken, aktiven Frauenfiguren im Zentrum sind im Kino eher selten. Deshalb hätte Regisseur Zonca unbedingt mehr aus diesem Plot machen können und sollen.

Fazit:


Die schauspielerische Leistung von Tilda Swinton ist sicherlich sehenswert, aber dennoch ist „Julia“ kein herausragender Film. Dafür ist er zu sehr Egotrip und zu wenig stimmige Geschichte. Die Wendungen und Wandlungen der Hauptfigur sind für den Zuschauer eher unverständlich, da sie nicht aus der Filmhandlung heraus entstehen. So wirkt es, als konnten sich Drehbuch und Regie sich nicht wirklich entscheiden, was für ein Film „Julia“ sein sollte. Es beginnt als Charakterstudie über eine Trinkerin, wird dann zum Krimi und verliert sich dann als Roadmovie. Weniger wäre hier mal wieder mehr gewesen – weniger One-Woman-Show, dafür mehr Film.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Claudia

Eingetragen am:

31.08.2008

Aufgerufen:

6979 Mal

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