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Jarhead - Willkommen im Dreck

 

Jarhead - Welcome To The Suck, 2005

 
Poster zu 'Jarhead - Willkommen im Dreck' kaufen
deutscher Start:2006
Herstellungsland:USA
Regie:Sam Mendes („American Beauty“)
Drehbuch: William Broyles Jr., Anthony Swofford (Buch)
Darsteller:Jake Gyllenhaal, Peter Sarsgaard, Jamie Foxx u.a.
Verleih:

UIP
Genre:

Action/Drama/Komödie/Kriegsfilm
Länge:122 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Website:

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Inhalt:


Irak 1991. Die US-Marines wühlen sich durch den heißen Wüstensand - immer dem Feind entgegen. Mittendrin Sergeant Sykes (Jamie Foxx), Anführer eines Marine-Platoons und dessen Scharfschütze Swoff (Jake Gyllenhaal), soeben aus dem Ausbildungscamp entlassen. Bewaffnet mit einem Präzisionsgewehr, behangen mit einem fünfzig Kilo Rucksack, ziehen sie ins Ungewisse.

Bild 1 zu Jarhead - Willkommen im Dreck
Scharfschütze Anthony „Swoff“ Swofford (Jake Gyllenhaal).

Schutzlos der erbarmungslosen Hitze und den irakischen Soldaten ausgeliefert, können sie ihre Tage nur mit schwarzen Humor und einer deftigen Prise Sarkasmus ertragen. Sie kämpfen in einem Land, das sie nicht kennen, gegen einen Feind, den sie nicht sehen, in einem Krieg, den sie nicht verstehen. Was wird der nächste Tag bringen?

Kritik:


Am 02. August 1990 rückte Saddam Husseins Streitkraft nach Kuwait ein. Gründe für den Irak-Kuwait-Krieg, den Zweiten Irakkrieg, sind einerseits Streitigkeiten über Kriegsschulden seitens des Iraks gegenüber Kuwait in der Höhe von schätzungsweise 80 Milliarden US-Dollar aus dem Ersten Irakkrieg (Iran-Irak-Krieg), und andererseits generelle Besitzansprüche seitens des Iraks auf das anliegende Gebiet Kuwait, welches zwar nie zum Irak gehörte, aber seit der Neuaufteilung nach dem Ersten Weltkrieg durch die Kolonialmacht England von der Verwaltungseinheit der Provinz Basra abgespalten wurde. Kuwait unterstand britischer Vorherrschaft, bis es später offiziell vollends zur autonomen Monarchie überging. Diesem Grenzkonflikt lag wohl hauptsächlich das dortig hohe Vorkommen von Erdöl zu Grunde. Zum Schutz Saudi-Arabiens entsandte ein vereinigtes Militärbündnis (34Nationen) - Beginn der Operation „Desert Shield“ - (Wüstenschild) -, unter Führung der Amerikaner, Truppenverbände in die Golfregion. Unter den ersten Soldaten befand sich auch der frischausgebildete Scharfschütze Anthony Swofford. Die Medien berichteten von Gräueltaten der irakischen Besetzer: der UNO-Sicherheitsrat reagierte empört auf die Invasion, verhängte rasch Wirtschaftssanktionen und stellte dem Irak ein Ultimatum für einen kompromisslosen Rückzug bis zum 15. Januar 1991. Am 16. Januar 1991, nach dem alle Verhandlungen stagnierten und die Ultimatumsfrist abgelaufen war, begann eine massive Luftoffensive; diese Operation erhielt am folgenden Tag die Bezeichnung „Desert Storm“ (Wüstensturm). Am 24. Februar initiierten die USA zudem den Bodenkrieg, die Truppenkonzentration der Amerikaner steigerte sich bis dahin auf ca. 500.000 Mann. US-Präsident George (Senior) Bush verkündete am 27. Februar 1991 Waffenruhe sowie das vorzeitige Ende der Kriegshandlungen.

Bild 2 zu Jarhead - Willkommen im Dreck
Anthony Swofford, der Autor von „Jarhead“, heute.

Der englischstämmige (Theater-) Regisseur Sam Mendes („American Beauty“, „Road to Perdition“) verfilmt in seinem dritten Spielfilm „Jarhead“ - militärische Slangbezeichnung für einen Soldaten des United States Marine Corps (USMC) - den gleichnamigen, autobiographischen Roman, in dem ein US-Marine-Scharfschütze seine Erinnerungen an die Militärzeit schildert. Der Film, dessen Produktionskosten sich auf ungefähr 72 Mio. Dollar belaufen, wurde gänzlich ohne Mitwirken des Pentagons gedreht, damit das Drehbuch keinerlei Veränderungen unterzogen werden musste.

Bild 3 zu Jarhead - Willkommen im Dreck
„Let`s kick some Iraqui ass!“ - Swoff und Troy werden niemanden erschießen.

Die Soldaten hören in der Ferne Explosionen und befinden sich in permanenter Alarmbereitschaft. Die militärische Obrigkeit versucht während der knapp sechsmonatigen Wartezeit die unruhige Meute mit Routineübungen und Disziplin auf Trab zu halten. Waffenreinigen und Selbstbefriedigung werden zur Hauptbeschäftigung. Die zehrende Unwissenheit zermürbt sie: Hält die Frau oder Freundin die Treue? Einige beginnen allmählich den Zweck ihres Bereitschaftsdienstes zu hinterfragen, doch über diesen Punkt kommt der gesamte Film nie hinaus. Als sie schließlich doch den langersehnten Befehl zum Ausrücken erhalten - die Chance ganze vier Tage bei der „Operation Desert Storm“ mitzuwirken -, ziehen sie über Schlachtfelder, auf denen längst die Totenstille eines Friedhofes eingekehrt ist. Sie stoßen auf eine zerbombte Autokarawane - vermutlich ein Teil der aus den Medien bekannt gewordene „Highway of Death“ -. und stehen später vor den in Brand gelegten Öl-Feldern, wo Feuersäulen in den verdunkelten Himmel emporragen und das schwarze Gold auf ihre kahlen Köpfe regnet. An altbewährter, visuell eindrücklicher Sinnbildlichkeit mangelt es „Jarhead“ nicht; die Höhepunkte sind aber anderer, zynischer Art: In einer Szene bestaunen die Marines gerade voller Euphorie die berühmte Hubschrauberangriffsszene zu Wagners „Ritt der Walküren“ („Jarhead“ hat denselben Schnittmeister; Walter Murch) aus Coppolas „Apocalypse Now“. Der wohl größte Anti-Kriegsfilm wird zum Pathos verheizt, als plötzlich die Vorführung unterbrochen und der Beginn der Operation „Desert Shield“ bekannt gegeben wird. Oder als sich die gesamte Truppe vor dem Fernseher versammelt um das Video-Tape zu „Deer Hunter“ anzuschauen, welches einer von seiner Frau zugesandt bekam. Aber anstatt dem erwarteten Film treibt es die Ehefrau provokativ mit dem Nachbarn. „Jarhead“ enthält einige Reminiszenzen auf die Grossen des Genres („Full Metal Jacket“, „Platoon“, „The Thin Red Line“ u.a.) - weckt gar filmische Nostalgie. Der vielleicht eindringlichste Moment: Ein leicht verstörter Vietnamveteran, ein ehemaliger US-Marine, den die Vergangenheit offensichtlich nicht Ruhen lässt, steigt während einer Parade zu den heimkehrenden Marines in den Bus, um diese zu Beglückwünschen und wird zugleich von seinen eigenen Erinnerungen heimgesucht.

Bild 4 zu Jarhead - Willkommen im Dreck
Drill: Wer nicht spurt oder Scheiße baut: Trinkt Unmengen Wasser!

Die Antwort auf die Frage seines Ausbilders - bevor ihm dieser den Kopf gegen die Schreibtafel hämmert -, wieso Swofford dem USMC beigetreten sei: „Sir, I got lost on the way to college, sir!“. "Jarhead ist weder ein Film über den Golfkrieg noch tief greifend über die Absurdität des Krieges, sondern wirft den Fokus auf die Psychologie eines Soldaten, der zu gewissenlosem Töten gedrillt, in die sengende Wüstensonne geschifft, dort seiner eigenen Psyche überlassen und schließlich eiskalt abserviert wird. Die systematische Korrumpierung der seelisch-psychischen Integrität dieser jungen Erwachsenen, die wie Anthony Swofford auf der Flucht aus ihrer einengenden Umwelt, auf der Suche nach einer beständigen, sicheren Zugehörigkeit und vielleicht Führung sind, steht im Mittelpunkt. Sie sollen als überzeugte Befehlsempfänger dienen. Ihr Feindbild wird ihnen eingetrimmt, doch indem sie auf den (ausbleibenden) Ernstfall hoffen, wächst ein innerer psychischer Konflikt - einer, der unmerklich dem Verstand zusetzt. Interessant ist derweilen für den Zuschauer auch die nebenher ablaufende, militärische Maschinerie: der Patriotismus oder besser gesagt die moderne Propaganda, die restriktive Medienfreiheit, die Umgangsformen, Manierismen, der Drill sowie das Bilden einer sozialen Einheit. Die militärischen Reden mit ihren Hochwertworten inklusive dem Marine-Allzweckstimmungsruf - in der deutschen Synchronisation tönt dies fälschlicherweise nach einem „Hurra“. Der englische Original-Ton ist bei diesem Film wieder einmal unumgänglich, da der US-Marine-Slang ein fester Bestandteil der Atmosphäre bildet. All das sieht und hört man - natürlich nicht zum ersten Mal -, während die moderne Kriegsmaschinerie mit Hilfe der hochtechnisierten Luftwaffe im Hintergrund fast im Alleingang die Front führt.

Bild 5 zu Jarhead - Willkommen im Dreck
Alles was die „Jarheads“ finden, ist im wahrsten Sinne verbrannte Erde.

Mendes unterdrückte seine persönliche, politische Überzeugung zu Gunsten einer möglichst ungefärbten Authentizität - was Interviews zu entnehmen ist -, um nicht eine polemisierte Anklage gegen die heutige US-Außenpolitik abzufeuern. Im Zentrum steht die Erfahrung und Entwicklung eines zwanzigjährigen Menschen im Mikrokosmos des Militarismus, der viel erlebt und gesehen hat, ohne jedoch mit dem eigentlichen Feind, den Irakern, in Berührung gekommen zu sein. „Jarhead“ hat weder eine wirklich kritische noch eine pathetische Ader, versteht sich mehr als Zeugnis aus der Sicht eines einfachen Soldaten ohne schwerwiegend politisch oder moralisch vorgefärbt zu sein. Auf der einen Seite mag dieses Bestreben lobenswert sein, auf der anderen wohl einige Hauptkritikpunkte liefern. Ob oder in wie Fern die Erzählung Swoffords (Buch und insbesondere Hollywood-Film) als glaubwürdiger Tatsachenbericht zu interpretieren ist, und nicht als reine Fiktionalisierung, bleibt schlussendlich jedem Einzelnen überlassen. Mendes verzichtet darauf die Perspektive zu schwenken, er will eine enggebundene Authentizität mit dem Hauptcharakter schaffen. Man erhält einen subjektiven Einblick. Jake Gyllenhaal („Donnie Darko“,„Moonlight Mile“, „Brokeback Mountain“), der Swofford, genannt „Swoff“, mimt, besticht durch eine starke Präsenz und bringt sein Publikum dicht an das Geschehen heran. In den Nebenrollen überzeugen Peter Sarsgaard als Swoffs Partner Troy („Boys Don`t Cry", " Kinsey ", „Flightplan - Ohne jede Spur ") und Jamie Foxx („Ali", „Collateral ", „Ray ") als Hardliner Staff Sergeant Sykes.

Bild 6 zu Jarhead - Willkommen im Dreck
„We`re still out there in the desert.“

Die Quintessenz dieser autobiographischen Gratwanderung offenbart sich derweilen nicht, und ist - wie so oft - vermutlich mehr eine Verarbeitung eines Traumas für den Autor selbst, als dass sie eine umfänglich greifbare bzw. verwertbare Botschaft vermittelt. Hierzu hätte durchaus der Regisseur seinerseits mehr beisteuern dürfen. Der Zuschauer erlebt das Geschehen meist hautnah und beiläufig vorgekaut (kommentiert), dabei gönnt einem der selbstreflexive Off-Kommentar Swoffords, der gerne zu rhetorischem Seiltanz Anlauf nimmt, zu selten die Möglichkeit die Handlung selbst aus einer objektiven Warte in Betracht zu nehmen. Mendes währenddessen portiert das Geschehen stilsicher mit teilweise visuell ausschweifenden Bebilderungen. Ein obligat stimmungsvoller Kriegsfilm-Soundtrack fehlt selbstverständlich auch nicht, und reicht von „Don`t Worry Be Happy“ (Bobby McFerrin) hin zu „Fight The Power“ (Public Enemy). Während dem ganzen Schauspiel vermisst man allerdings etwas die notwendige Distanz oder Informationsdichte zum Geschehen und vor allem den übrigen Charakteren.

Fazit:


Regisseur Sam Mendes hat nicht versucht Sehgewohnheiten und Erwartungshaltungen konsequent zu brechen - ein typischer Hollywood-Epigone ist er dennoch nicht -, damit „Jarhead“ dermaßen aus der gewohnten Darstellung fällt, um sich aus dem Dunstkreis der überlegenen Genreklassikern zu begeben. Ihm ist in diesem Sinne kein Meisterwerk gelungen, dennoch aber eine solide Charakter-Porträtierung basierend auf den Memoiren eines einzelnen Mannes, der diesen psychisch zermürbenden „Kriegszug der Nutzlosigkeit“ durchlebte, ohne jemanden getötet oder den Wahnsinn und den Schrecken einer echten Schlacht erlebt zu haben. „Every war is different. Every war is the same.“ (Anthony Swofford): „Jarhead“ tangiert die vorherrschenden Verhältnisse und zeigt dadurch dringliche Missstände auf, könnte aber unterm Strich als Gesamtbild, trotz seiner stellenweise eindringlichen Rhetorik, auch als nichtssagend oder belanglos abgetan werden.
 

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Userbewertung:

Autor:

Mr. Blonde

Eingetragen am:

17.01.2006

Aufgerufen:

23892 Mal

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