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Inside Man

 

Inside Man, 2006

 
Poster zu 'Inside Man' kaufen
deutscher Start:2006
Herstellungsland:USA
Regie:Spike Lee ("25th Hour")
Drehbuch: Russell Gewirtz
Darsteller:Denzel Washington, Clive Owen, Jodie Foster u.a.
Verleih:

UIP
Genre:

Drama/Krimi/Mystery/Thriller
Länge:129 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Website:

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Inhalt:


„Warum ich den perfekten Bankraub begehe? Nun, weil ich es kann.“ Dalton Russel (Clive Owen) hat dazu die Intelligenz, die Nerven und die Kaltblütigkeit. Das bekommt vor allem Detective Keith Frazier (Denzel Washington) zu spüren. In diesem Katz-und-Maus-Spiel steht schnell fest, wer hier das Mäuschen ist. Während der eine verzweifelt versucht, die Geiseln zu retten, führen die Bankräuber im Innern der Bank den dreistesten Coup aller Zeiten durch. Kann er überhaupt vereitelt werden? Und welche geheimnisvolle Rolle spielt Madaline White (Jodie Foster)?

Kritik:


In politisch prekären Zeiten sind es nicht nur Horrorfilme, sondern auch Thriller, die mit Kritik an der jeweiligen Gegenwart gespickt sind. Dass Spike Lee dazu Neigung verspürt, weiß man seit „25th Hour“, seinem Film über die letzten Stunden, die ein Drogendealer in Freiheit verbringt, ehe er in den Knast geht. Spike Lee fing damals mit der Kamera die Wunde namens Ground Zero ein, die die Terroranschläge auf New York am 11. September 2001 hinterließ. Mit seinem neuen Film spielt Lee ganz offensichtlich auf die Menschenrechtsverletzungen an, die in dem US-Militärstützpunkt Guantanamo auf Cuba begangen werden. Ein Teil des Kunststücks von „Inside Man“ besteht darin, dass Lee dafür New York gar nicht verlassen muss. Das Politische ist unaufdringlich und nahtlos verwoben mit einem spannenden, an Überraschungen reichen Großstadt-Thriller um einen mysteriösen Banküberfall, der gewissermaßen von den Bewohnern New Yorks erzählt wird.

Bild 1 zu Inside Man
Cooler geht´s kaum: Clive Owen als Superbankräuber Dalton Russel.

Was für eine Art von Geschichte erzählt wird, ist jedoch nicht sofort klar. Zunächst verspricht dem Zuschauer ein gewisser Dalton Russel (Clive Owen) in die Kamera hinein, dass er den perfekten Bankraub begehen werde. Tatsächlich wird er Wort halten, was man über die wenigsten Bankräuber in die Filmgeschichte sagen kann. Aber eine Weile zweifelt man doch, ob man eine richtige Bankraubgeschichte zu sehen bekommen wird. Immerhin geht es damit los, dass eine Handvoll sonnenbebrillter Typen, deren Anführer jener Dalton Russel ist, als Anstreicher getarnt eine Bank betreten, die Überwachungskameras ausschalten und das Personal und die Kunden als Geiseln nehmen. So weit, so geläufig aus unzähligen „Big Caper Movies“, wie man das Genre nennt, das den großen Raubzug zum Thema hat.

Bild 2 zu Inside Man
Auch die Polizisten müssen sich erst einmal beschnuppern.

Doch dann setzt die Irritation ein. Der Banküberfall mit Geiselnahme wird Detective Keith Frazier übertragen. Denzel Washington, der schon früh mit Spike Lee gearbeitet hat, ist wieder einmal bewundernswert camäleonhaft mit seiner Rolle verschmolzen. Als Detective Frazier betritt er in elegantem hellen Anzug und Strohhut die Szene und kann wie sein Partner vor Smartheit kaum gehen. Erinnerungen werden wach an Eddie Murphy, der einst ähnlich gewandet einen Harlem-Cop in einer Chester-Himes-Verfilmung verkörperte. Sind wir also in einer Parodie gelandet? Für eine Entscheidung lässt uns Spike Lee keine Zeit, obwohl er sich bei dem, was jetzt folgt, sehr viel Zeit lässt. Gemächlich und durchaus humorvoll zeigt er, wie die Bank von der Polizei abgeriegelt wird. Wie die Kriminalbeamten und die Streifenpolizisten zögernd die Zusammenarbeit aufnehmen. Wie man versucht, mit den Geiselnehmern Kontakt aufzunehmen und an der unerklärlichen Gelassenheit nahezu verzweifelt, die der coole Clive Owen als Dalton Russel zur Schau trägt. Wie es inzwischen in der Bank aussieht und welche Angst die Geiseln ausstehen. Die Menschen, die in das Verbrechen verwickelt, mit seiner Lösung betraut oder nur peripher davon berührt sind, bekommen ein Gesicht, eine Stimme und vor allem eine Herkunft. Die Rede vom Schmelztiegel wird Fleisch und Blut. In dem muslimischen Bankbeamten etwa, der von den Geiselnehmern freigelassen wurde und sich bitterlich darüber beklagt, dass er noch bei jeder vermeintlichen „Zufallskontrolle“ durchleuchtet wird. In der verführerischen Albanerin, die für den Erlass ihrer Strafzettel wegen Falschparkens sich bereit erklärt, die seltsamen Reden zu übersetzen, die per Lautsprecher aus der Bank ausgestrahlt werden.

Bild 3 zu Inside Man
Der Tresorraum hat einiges zu bieten.

Alle diese Menschen – einschließlich des Anführers der Gangster – haben irgendwem etwas zu erzählen. Und sei es direkt dem Zuschauer. Es erscheint als das Menschliche überhaupt, etwas zu erzählen zu haben. Bezeichnenderweise hat nur der eigentliche Bösewicht dieser Geschichte nichts zu sagen. Jedenfalls nichts, was man irgendwem guten Gewissens mitteilen kann. Doch Spike Lee hat keinen Dialogfilm gedreht, in dem nur nach Anlässen gesucht wird, sich auszuquatschen. Was er zu sehen gibt, ist dafür zu erstaunlich. Viele Gauner- und Diebesgeschichten spielen damit, dass das, was gezeigt wird, sich in Wahrheit gar nicht abspielt. Die Endlosschleife, die in ein Kameraüberwachungssystem eingespeist wird, ist dafür ein bekanntes Beispiel. Spike Lee dreht die Schraube der optischen Täuschung im Kino noch eine entscheidende Windung weiter: Nicht nur was geschieht, sondern auch und vor allem, wer was macht, wird zum Rätsel.

Bild 4 zu Inside Man
Die Polizei blickt immer weniger durch.

Die Geiseln in der Bank tragen dieselbe Kleidung wie ihre Aufpasser – blaue Overalls. Die Geiseln sind in getrennten Räumen untergebracht. Die Zusammensetzung der Gruppen in den Räumen wird ständig geändert. Jemand wird hinausgezerrt und durch eine andere Person ersetzt. Sehr bald glaubt man seinen Augen nicht mehr zu trauen: Hat man diese Frau nicht eben als Bankräuberin gesehen – und jetzt als Geisel? In Flashforwards, in Zeitsprüngen nach vorn, wird gezeigt, wie die Polizisten verzweifelt versuchen, in Verhören zu klären, wer Opfer und wer Täter gewesen ist. Sie müssen die Teile eines Puzzles ordnen und zusammensetzen. Und das muss auch der Zuschauer, der das Geschehen auf der Leinwand verfolgen will. Als der Bankraub endet, werden zunächst alle, die im Gebäude waren, wie Täter behandelt. Ihre Kleidung, die Handschellen auf dem Rücken, ihre Unschuldsbeteuerungen, die Behandlung durch die Sicherheitskräfte korrespondieren am deutlichsten mit den Bildern, die wir von Guantanamo kennen. Mit seiner emphatischen Annäherung an die Einwohner der Vielvölkerstadt New York kann Spike Lee der Willkür einer allzu konsequenten Strafverfolgung entgegenhalten, dass die Einzigartigkeit der Einzelnen noch keinerlei Rückschlüsse auf verbrecherisches Tun erlaubt. Was der „Inside Man“, der Mensch in seinem Innern ist, kann niemals der bloße Augenschein verraten.

Bild 5 zu Inside Man
Wer legt hier gleich wen rein?

Dabei kommt sein Strafverfolger, Detective Frazier, keineswegs schlecht weg. Zwar führt er seine Verhöre ziemlich unsensibel. Aber dafür zeigt ihn Denzel Washington auch als einen Schelm, der trickreich die undurchsichtige Beraterin Madaline White (Jodie Foster) ausbremst und einem hoch angesehen Bankier mit dunkler Vergangenheit eng auf die Pelle rückt, um nach Kräften Wahrheit und Gerechtigkeit zu verteidigen. Auf einmal wird die Geschichte so ernst, dass man es kaum noch aushalten könnte, wäre da nicht Fraziers Strohhut, der irgendwie signalisiert, dass alles doch nicht ganz so ernst gemeint ist. Diese Relativierung gilt jedoch nicht für die überraschenden Wendungen und Enthüllungen, deren Verblüffungseffekt stets zündet, weil man wirklich immer mit etwas ganz anderem gerechnet hat.

Fazit:


Geniale Verschmelzung aus Nervenkitzel-Thriller, einfühlsamem Großstadt-Porträt, sympathischer Ethno-Komödie und einem originellen visuellen Krimipuzzle mit zeitkritischen Pointen, das herausfordert und Spaß macht. Das Prädikat: „Besonders wertvoll“ für „Inside Man“ ist endlich einmal voll verdient.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Andreas

Eingetragen am:

22.03.2006

Aufgerufen:

17653 Mal

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