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Inland Empire

 

Inland Empire, 2006

 
Poster zu 'Inland Empire' kaufen
deutscher Start:2007
Herstellungsland:Frankreich/Polen/USA
Regie:David Lynch ("Lost Highway")
Drehbuch: David Lynch
Darsteller:Laura Dern, Justin Theroux, Jeremy Irons u.a.
Verleih:

Concorde
Genre:

Drama/Mystery
Länge:180 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Website:

Link nicht vorhanden

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Inhalt:


Die Schauspielerin Nikki Grace (Laura Dern) hat schon bessere Zeiten erlebt. Ihre einstige, schillernde Hollywood-Karriere ist so gut wie beendet. Die Freude ist groß als sie die Möglichkeit erhält mit dem angesehenen Regisseur Kingsley Stewart (Jeremy Irons) und ihrem Co-Star Devon Berk (Justin Theroux) ein Liebesdrama zu drehen, dass laut Stewart ein bombensicherer Hit und Nikkis Karriere wieder in Gang setzen wird. Doch um den Film ranken einige unheimliche Gerüchte, so soll das Drehbuch schon mal verfilmt worden sein. Allerdings wurden die Dreharbeiten nie abgeschlossenen, weil die damaligen Hauptdarsteller angeblich ermordet wurden.

Bild 1 zu Inland Empire
Brilliant: Laura Dern als Nikki Grace.

Mit Unbehagen begibt sich Nikki an die Arbeit und startet eine Affäre mit Devon, befürchtet dabei von ihrem eifersüchtigen Ehemann ertappt zu werden und bemerkt einige merkwürdige Parallelen zwischen den wahren Geschehnissen und der Geschichte des zu drehenden Films. Für Nikki beginnen nun die Grenzen zwischen Realität und Fiktion zu verschwimmen und auch das Leben der ermordeten Darstellerin scheint in ihr Unterbewusstsein vorzudringen.

Kritik:


Eine seltsame Eigenart eines jeden Menschen, was ihn u.a. von den Tieren unterscheidet, ist ein omnipräsentes Bedürfnis nach einer logischen Ordnung, nach einem Sinn und Zweck in allem und jedem, nach Ursache und Wirkung. Alles hat einen Anfang und ein Ende, alles lässt sich wissenschaftlich belegen, nichts darf sich dem eigenen Verstand entziehen. David Lynch machte sich schon immer einen Spaß daraus, sich dieser engstirnigen Trugschlüsse anzunehmen und seinen Zuschauern einen Strick daraus zu drehen. Speziell seine beiden Meisterwerke „Lost Highway“ und „Mulholland Drive“ entzogen sich den Gesetzen von Zeit und Raum und damit auch jeglicher Logik, führten das Publikum zunächst mit einer schlüssig wirkenden Handlung an der Nase herum, um es schließlich in ein wirres Labyrinth zu schubsen, das lediglich einer eigenen inneren Logik folgte, statt sich universalgültigen, narrativen Konventionen anzubiedern und den Zuschauer so in verstörender Ratlosigkeit zurück ließen. Schließlich sind die unheimlichsten Dinge schon immer die gewesen, die sich nicht erfassen lassen, die nicht logisch begründet sind. So wurde ein DVD-Abend nach einem David Lynch-Film oftmals zur kopfzerbrecherischen Folterstunde, wenn sich die Beteiligten, weil es nunmal in ihrer Natur liegt, auf den steinigen Weg begaben einen Sinn im Gesehenen zu suchen, letztlich aber genau wussten, dass sie doch wieder in einer finsteren Sackgasse landen würden. Der neuste David Lynch-Streifen treibt dieses Phänomen auf die Spitze. „Inland Empire“ verweigert sich nun endgültig fast allen Elementen, sowohl filmischen als auch grundsätzlichen, die normalen Filmen jeglichen Unterhaltungswert bescheren und ist trotzdem ein aufregender, faszinierender Mindfuck geworden, wie er genialer gar nicht geht.

Bild 2 zu Inland Empire
Der Meister David Lynch in Aktion.

Hatten „Lost Highway“ und „Mulholland Drive“ immerhin eine ernst gemeinte Story, ein Fundament, an dem sich der Zuschauer festhalten konnte, zu bieten, ist diese in „Inland Empire“ nur noch rudimentär, ein Ausgangspunkt aus dem Lynch einen psychotischen, fast komplett unzusammenhängenden Alptraum entfalten kann. Als Ursprung nutzt er hier die uralte Tradition des Schauspiels, die Idee das eigene Dasein abzustreifen und in andere Rollen zu schlüpfen bzw. solange fremde Facetten in sich zu entdecken und auszuleben, bis die eigene Identität mit der gespielten Rolle verschmelzt und man sich mit dem zunehmenden Verlust der ureigenen Persönlichkeit konfrontiert sieht. Worin ist eine individuelle Identität verankert? Am Körper? Am Geist? An Erinnerungen? Diese Fragen stellt sich der Zuschauer zusammen mit Nikki Grace, aus deren subjektiver Sicht zu 100% erzählt wird. Für sie scheinen Realität und filmische Fiktion zu verschwimmen. Zudem empfindet sie auch das Leben der ermordeten Darstellerin nach, schlüpft in diese Rolle und weiß nicht wie es überhaupt dazu kommt, geschweige denn wer sie überhaupt ist. So lockt David Lynch seine Protagonistin und auch das Publikum immer wieder aufs Glatteis, wenn die Kamera zurück fährt und sich die Kulisse plötzlich als Filmset und eine real wirkende Szene als Film-im-Film-Moment entpuppt.

Bild 3 zu Inland Empire
Der prägnanteste Abschnitt des Films: Die Hasen-Sitcom.

Spätestens nach einem Drittel der Laufzeit löst David Lynch selbst die Erzählebene über den Filmdreh komplett auf und beginnt eine verstörende, surreale Szene an die nächste zu reihen, die scheinbar völlig zusammenhangslos und willkürlich, mit Zeit-, Raum- und Figurenwechseln versehen, die letzten beiden Stunden füllen. Hier sind es lediglich immer wiederkehrende, symbolische Motive, die beiläufig eingestreut werden und früher oder später die Bedeutung einzelner Szenen, wenn auch bei Weitem nicht von allen, immerhin erahnen lassen. Die bizarren Szenarien mit denen Lynch den Zuschauer hier in seinen Bann zieht, reichen u.a. von englischgesprochenen Szenen mit fremdsprachigem Untertitel über absurde Musicalmomente, verstörende Bildkollagen und Film Noir-artige Verhörszenen, in denen eine Figur völlig abgehobene Geschichten erzählt bis hin zu einer Sitcom über Menschen in Hasenkostümen, bei der das Lachen der Zuschauer an den seltsamsten Stellen erklingt. Minutenlang führt Lynch durch seine düsteren Kulissen, durch enge Wohnungen, riesige Hallen, dunkle Treppenhäuser und nächtliche Straßen ohne das auch nur ein Wort gesprochen wird, um das Zusehende irgendwie zu erklären. Falls doch einmal ein Dialog statt findet, gerät dieser meist völlig bizarr, wenn die Figuren aneinander vorbei zureden scheinen oder merkwürdige Monologe halten. Hier lebt „Inland Empire“ ausschließlich von der Faszination des Unfassbaren und den Stimmungen die Lynch treffsicher zu erzeugen weiß, denn einen Grund für all das zu finden, scheint unmöglich, zumal selbst die erfahrensten Lynch-Anhänger Wochen damit verbringen könnten all die Puzzleteile zusammen zu tragen, zu deuten und einander anzupassen, wobei am Ende trotzdem nie ein großes, stimmiges Bild entstehen würde.

Bild 4 zu Inland Empire
Eine der schrägen Musicalszenen.

Filmisch nutzte David Lynch erstmalig die Vorzüge der digitalen Aufnahmetechnik. Er hatte sichtlich Spaß daran all die verschiedenen Funktionen der DV-Kamera aus zu probieren, deren blasse und grobkörnige Bilder die beklemmende Atmosphäre zusätzlich verstärken. Lynch arbeitet mit Unschärfen, lässt Bilder ineinander verschwimmen und lotet Hell/Dunkel-Verhältnisse aus und lässt somit einen beeindruckenden Bilderrausch auf der Leinwand entstehen. Die Tonspur wird meist von einem beunruhigenden Wummern ausgefüllt, das aus im Grunde harmlosen Szenen alptraumhafte, bedrückende Momente macht. Die beiden Lynch-erfahrenen Hauptdarsteller Laura Dern und Justin Theroux leisten Großartiges. Vor allem Dern, die gleich für eine ganze Hand voll Rollen aufkommen muss, liefert eine unglaubliche Performance ab, macht die Angst und Ungläubigkeit der Figur Nikki Grace auf beeindruckende Weise greifbar und schlüpft scheinbar mühelos in all ihre verschiedenen Charaktere. Erst sie macht es möglich, dass der Zuschauer sich auf Lynchs filmischen Alptraum überhaupt einlassen kann, weil sie, trotz der völligen Undurchsichtigkeit der Geschichte, eine breite Identifikationsfläche anbietet.

Bild 5 zu Inland Empire
Film oder Realität?

In der Schlussszene von „Inland Empire“ sind Laura Harring und 2 Damen, die Patricia Arquette und Naomi Watts, die Hauptdarstellerinnen aus „Lost Highway“ und „Mulholland Drive“, sehr ähnlich sind, zu sehen, weswegen sich der Film wahrscheinlich als der Abschluss einer Trilogie verstanden wissen will. Wo sich allerdings bei Lynchs Vorwerken lediglich die Frage stellte ob man mit dieser Art des Filmemachens etwas anfangen kann oder nicht, ist das nun kaum noch möglich, denn „Inland Empire“ bewegt sich jenseits von Gut und Böse und macht es dem Betrachter nicht leicht eine eindeutige Bewertung abzugeben, weil hier kaum etwas vorhanden ist, an dem man irgendwelche Maßstäbe anlegen könnte. Dennoch sollte jeder Filminteressierte „Inland Empire“ mal gesehen haben, denn der Film ist ein einmaliges Erlebnis, in jeder Hinsicht eigenständig und eröffnet neue Welten der avantgardistischen Filmkunst. Man darf gespannt sein wie David Lynch das noch toppen will.

Fazit:


Mit dem surrealen, undurchschaubaren und verstörenden „Inland Empire“ entzieht sich David Lynch endgültig sämtlichen Bewertungsmaßstäben, abgesehen von der Leistung seiner Hauptdarstellerin Laura Dern, die ohne jeden Zweifel brilliant ist, weshalb die Höchstwertung absolut gerechtfertigt erscheint.
 

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Userbewertung:

Autor:

Kevin

Eingetragen am:

10.09.2007

Aufgerufen:

4791 Mal

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Weitere Kritik:

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