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Havoc

 

Havoc, 2005

 
Poster zu 'Havoc' kaufen
deutscher Start:2006
Herstellungsland:USA
Regie:Barbara Kopple ("Bearing Witness")
Drehbuch: Stephen Gaghan, Jessica Kaplan
Darsteller:Anne Hathaway, Bijou Phillips, Mike Vogel u.a.
Verleih:

ems
Genre:

Drama/Krimi/Romanze
Länge:82 Minuten
FSK: ab 16 Jahren
Website:

Link nicht vorhanden

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Inhalt:


„Wir sind jung und uns ist krass langweilig. Uns ist total verfickt langweilig.“ Zwei zugegebenermaßen ziemlich vulgäre Sätzchen, die Hauptfigur Allison Lang (Anne Hathaway) zu Beginn und zum Schluss von „Havoc“ verwendet, um ihren eigenen Geisteszustand zu verdeutlich und auch gleich die Grundeinstellung des Films preis zu geben. In „Havoc“ geht es also um eine handvoll Teenager denen krass langweilig bzw. total verfickt langweilig ist. So weit, so gut!

Bild 1 zu Havoc
Gibt nicht nur als Disney-Starlet eine gute Figur ab: Anne Hathaway.

Die gelangweilten Teenager leben in den nobleren Vierteln von Los Angeles. Eigentlich haben sie alles was sich ein Heranwachsender wünschen kann: Die mangelnde Zuneigung der Eltern wird durch außerordentlich hohes Taschengeld kompensiert, sie besuchen eine renommierte Eliteschule und haben somit die besten Zukunftsaussichten und auch ein ausgesprochen großer Freundeskreis ist vorhanden. Doch wie gesagt ist den Damen und Herren ganz schön langweilig. So vertreiben sie sich die Zeit mit jeder Menge Sex, Drugs & Rock´n´Roll und haben noch dazu ein äußerst fragwürdiges Rundum die Uhr- Spiel entwickelt.

Bild 2 zu Havoc
Eine Seltenheit, dass die Eltern mal durchgreifen.

Sie ahmen den Lebensstil der L.A. Ghettos nach, sprechen in Gossensprache, ziehen sich auch dementsprechend an, gründen Gangs, die sich dann von Zeit zu Zeit die Köpfe einschlagen können. Doch das ist einigen irgendwann nicht mehr genug, so machen sie sich zu viert auf den Weg die echten Slums zu erkunden. Was für die Herren der Schöpfung (Mike Vogel, Joseph Gordon-Levitt) als krasse Demütigung endet, findet bei Allison und ihrer besten Freundin Emily (Bijou Phillips) Gefallen. Die Beiden beschließen sich öfter dort blicken zu lassen und finden Anschluss bei Hector (Freddy Rodriguez) und seiner Gang. Zu spät bemerken sie, dass aus dem harmlosen Spiel längst grausame Realität geworden ist.

Kritik:


Eine gewagte Story hat sich Kinodebütantin Barbara Kopple da ausgesucht, die sich zuvor durch TV-Produktionen Anerkennung verschaffte. Der Plot von „Havoc“ wartet mit einem ganzen Arsenal an Fallen auf in die die Regisseurin hineinfallen kann und auch gelegentlich tut. Dennoch ließ sie sich davon nicht abschrecken und geht umso enthusiastischer und mutiger ans Werk. Zur Absicherung überließ man in Sachen Drehbuch nichts dem Zufall. Hierfür holte man sich Hollywood-Garant Stephen Gaghan mit ins Boot, um die Idee zu Papier zu bringen. Dieser darf sich für Drehbücher von oscarprämierten Meisterwerken wie „Traffic“ und jüngst „Syriana“ verantwortlich zeichnen. Doch nach Anschauen von „Havoc“ wird man das Gefühl nicht los, dass Gaghan nur halbherzig bei der Sache war. So verkommt die geplante, authentische Jugend- und Ghettostudie zu einem teilweise unausgegorenen Unterhaltungsfilm, dessen Realitätsbezüge relativ rar gesät sind.

Bild 3 zu Havoc
Schlampenoutfits statt normaler Klamotten sind in der Scheingang ein Muss.

Das größte Manko bei „Havoc“ ist die platte Charakterzeichnung. Abgesehen von Heldin Allison Lang und deren Freund Toby (zumindest für einen Sekundenbruchteil) wird keiner einzigen Figur mehr als eine Facette zugesteckt. Sie bleiben alle konturlos und eindimensional. Besonders penetrant ist dies bei den reichen Jugendlichen zu erkennen. Diese spielen ja nur ein Rollenspiel und zwar das der knallharten Ghettogang. Da aber keinem die Möglichkeit geboten wird diese Rolle kurzzeitig abzulegen, entsteht der Eindruck, dass die Protagonisten rein gar keinen Charakter besitzen. Viel anders sieht es da bei der echten Ghettogang auch nicht aus. Barbara Kopple stellt diese als die mit Drogen dealenden, gewalttätigen und gefühllosen Bösewichte dar, wobei doch die Aufgabe sein sollte, dieses klischeebeladene Bild, das die Gesellschaft nun einmal hat, zu revidieren. Ein Bindeglied zwischen den beiden Welten ist auch nicht vorhanden. So gibt es die Reichen und die Armen. Etwas dazwischen scheint in „Havoc“ nicht zu existieren. Auch die Rolle der Eltern wird im Film kaum beachtet, wo diese interessante Ansicht den Streifen doch enorm bereichert hätte. Doch offensichtlich ist es ein Ding der Unmöglichkeit all diese zusätzlichen Ideen (die Eltern, die ausführliche Charakterzeichnung...) in die verhältnismäßig kurze Laufzeit zu packen. Die gut 80 Minuten reichen für ein derartig heikles Thema, das „Havoc“ behandeln will, hinten und vorne nicht.

Bild 4 zu Havoc
Sehr klischeebeladen: Die Ghettogang.

Ordentlich an Boden kann „Havoc“ allerdings durch seine radikale und konsequente Inszenierung gut machen. Mit nackter Haut wird nicht gespart. In der wohl kontroversesten und wichtigsten Szene des Films handeln die beiden Hauptfiguren Allison und Emily aus, welche Vorraussetzungen erfüllt werden müssen, um in Hectors Gang Einzug zu halten. Es läuft im Endeffekt auf Folgendes hinaus: Es muss gewürfelt werden. Die Anzahl der Augen, ist die Anzahl der männlichen Gangmitglieder, mit denen geschlafenen werden muss. Anne Hathaway als Allison zieht oben rum blank, was schon für genug Zündstoff im prüden Amerika sorgt, doch sie übernimmt nur den verhältnismäßig harmlosen Teil dieser Szene. Ihre Kollegin Bijou Phillips als Emily geht noch ein ganzes Stück weiter. So fallen gleich drei nackte Männer über die ebenfalls nackte Emily her, wobei dies mehr einer Vergewaltigung gleicht, als einer spaßigen Sexorgie. Hut ab, für diese mutige Szene. Dagegen wirken andere gute Einfälle doch recht nebensächlich, dennoch sind sie vorhanden. So gibt es z.B. einen Mitschüler, gespielt von Matt O´Leary, der das Leben seiner Freunde mit der Kamera dokumentiert. So erhält jede der wichtigeren Figuren seinen Monolog, die gar nicht mal uninteressant daher kommen.

Bild 5 zu Havoc
Matt O´Leary filmt Bijou Phillips und Joseph Gordon-Levitt.

Schauspielerisch bewegt sich „Havoc“ auf hohem Niveau, bleibt aber letztendlich unter seinen Möglichkeiten. Vor allem Anne Hathaway weiß als arrogante Allison zu überzeugen, da ihr das Drehbuch genügend Platz bietet und Allison die einzige Figur des Films mit Tiefe ist. Gratulieren kann man ihr für diese Rollenwahl ebenfalls, denn so hat sie es geschafft, sich von Disneyproduktionen wie „Plötzlich Prinzessin“ zu lösen. Bijou Phillips präsentiert ihre Emily gekonnt als Allisons unschuldiger Gegensatz. Mike Vogel mimt den Macho Toby gut und darf hier und da auch mal Verletzlichkeit durchblitzen lassen. Matt O´Leary hat eine wirklich starke Szene. Schade dass ihm keine weiteren Möglichkeiten gegeben werden, um zu zeigen was er drauf hat. Joseph Gordon-Levitt bleibt aufgrund seines Charakters ganz weit zurück. Seine Aufgabe scheint darin zu bestehen alberne Möchtegern-Gangster-Phrasen zu schleudern. Damit ist er stark unterfordert. Eine Schande, dass man den wohl talentiertesten Herrn im Cast für solch eine banale, überflüssige Rolle verschwendet, denn in Filmen wie „Mysterious skin“ oder „Brick“ hat er kürzlich ganz Großes geleistet.

Bild 6 zu Havoc
Wozu hat man denn eine beste Freundin?

Letztendlich ist „Havoc“ ein Film, der den Zuschauer zwar über seine Laufzeit hinweg gut unterhält und auch manchmal etwas schockiert, aber eben nicht mehr. Harte Kost ist was anderes. Um wirklich wachrüttelnd zu funktionieren ist der Streifen bei Weitem nicht authentisch genug und gibt einem auch nur wenig zu denken. Letzteres sollte mit dem offenen Ende bezweckt werden. Doch auch dieser Schuss ging nach hinten los. Da dem Publikum zwei mögliche Ausgänge geboten wird und dieses auch nicht durch hartnäckigste Kopfarbeit darauf kommen kann, welcher der beiden nun der tatsächliche ist und weil einem die beteiligten Personen ohnehin relativ egal sind, fängt man gar nicht erst an darüber nach zu denken. So bietet der Schluss das Sinnbild für den ganzen Film: Gut gemeint und auch ganz nett, aber eben nicht besonders positiv auffallend.

Fazit:


Mit Mut zur Unwahrheit fabriziert Barbara Kopple eine zwar äußert kontroverse, aber wenig authentische Gesellschaftsstudie. Letztendlich ist „Havoc“ ein kurzweiliger Unterhaltungsfilm, der für einen DVD-Abend definitiv zu gebrauchen ist, aber keinen wirklich tiefen Blick in seine Thematik wagt.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Kevin

Eingetragen am:

01.10.2006

Aufgerufen:

15675 Mal

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Weitere Kritik:

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