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Hard Candy

 

Hard Candy, 2005

 
Poster zu 'Hard Candy' kaufen
deutscher Start:2006
Herstellungsland:USA
Regie:David Slade ("Do Geese See God?")
Drehbuch: Brian Nelson
Darsteller:Ellen Page, Patrick Wilson, Sandra Oh u.a.
Verleih:

Senator Film
Genre:

Familienfilm
Länge:104 Minuten
FSK: ab 18 Jahren
Website:

Link nicht vorhanden

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Inhalt:


Eine grauenvolle Geschichte findet einen Anfang im Internet. In einem Chat lernen sich Haley (Ellen Page) und Jeff (Patrick Wilson) kennen, eine aufgeweckte, naive, etwas jungenhaft aussehende 14-Jährige und ein charismatischer Modefotograf Anfang 30. Sie treffen sich in einem Cafe tratschen eine Weile und kommen sich näher, bis Haley schließlich vorschlägt, in Jeffs Wohnung zu fahren und die Unterhaltung dort weiterzuführen. Jeff ist überrascht aufgrund des forschen Verhaltens des jungen Mädchens, willigt aber ein.

Bild 1 zu Hard Candy
Wolf im Schafspelz: Haley.

In Jeffs stylischer Wohnung angekommen, dreht Haley erst so richtig auf. Nicht nur dass sie sich sofort an den Spirituosen-Schrank begibt, um ein paar Drinks zu mixen, sie erklärt sich auch noch freiwillig bereit für freizügige Fotos zu posieren. Spätestens als Jeff schwarz vor den Augen wird und das Bewusstsein verliert, wird ihm klar, dass mit der 14-jährigen etwas nicht stimmen kann. Als er wieder aufwacht ist er an einen Stuhl gefesselt und wird von Haley der Pädophilie bezichtigt und sie macht schnell klar, dass sie vor keinem Mittel zurück schreckt, um ihrem Gegenüber ein Geständnis abzuringen.

Kritik:


Jede Geschichte hat ihren Helden, ein strahlender Ritter in der goldenen Rüstung, der vielleicht nicht gänzlich frei von Makeln ist, aber dennoch für das reine, unschuldige Gute steht, das, spätestens zum Schluss, den Kampf gegen das Böse gewinnen wird. Diese Figur ist der Fels in der Brandung für den Zuschauer. Ihm kann bedingungsloses Vertrauen entgegen gebracht werden, wobei man sich sicher sein kein kann, nicht enttäuscht zu werden. Er ist die Figur, die durch die Geschichte führt. Selten versucht ein Film aus diesem Schema auszubrechen. „Hard Candy“ von David Slade ist so ein Film, denn hier sind die Rollen von „Gut“ und „Böse“ nicht eindeutig verteilt, sondern wechseln unaufhaltsam die Position. Hier hat der Zuschauer keine heldenhafte Figur, an der er sich festklammern kann. Zusätzlich zu dieser ohnehin schon riskanten Dramaturgie gesellen sich heikle Themen wie Pädophilie und Lynchjustiz, die „Hard Candy“ endgültig zu einem Filmerlebnis der besonderen Art machen.

Bild 2 zu Hard Candy
Wolf im Schafspelz Nr. 2: Jeff.

Schon die erste Szene von „Hard Candy“ ist eine Irreführung der Extra-Klasse. Die junge Haley sitzt in einem Cafe und verspeist genüsslich ein dickes Stück Schokoladenkuchen, wirkt wie ein aufgewecktes, lebensfrohes Naivchen. Als der charismatische Jeff auftaucht, scheint seine Absicht von Anfang an klar zu sein. Sein Blick verrät, dass er mehr will, als nur einen netten Tratsch mit der Jugendlichen zu halten. Sobald die beiden in Jeffs Wohnung und damit in eine surreal anmutende, hochstilisierte Kulisse eintreten, beginnt ein kammerspielartiger Psycho-Terror, in dem die Grenzen zwischen Opfer und Täter verschwimmen. Haley fesselt den Photographen an einen Stuhl, beschuldigt ihn der Pädophilie und versucht mit Gewalt seine intimsten Geheimnisse zu entlocken. Spätestens wenn sich herausstellt, dass an Haleys Vermutung auch tatsächlich etwas dran ist, verliert der Zuschauer vollends die Orientierung und findet sich in einem moralischen Zwiespalt wieder. Er muss sich für eine Seite entscheiden. Entweder für den Racheengel Haley, dessen Vorgehen zunehmend brachialer ausfällt oder für den bemitleidenswerten Jeff, der nicht nur Minderjährige missbraucht zu haben scheint, sondern möglicherweise auch noch einen Mord auf dem Gewissen hat. Ein hochinteressanter Zwist, der, in diesem Ausmaß, bislang noch nicht in einem Film zu sehen war.

Bild 3 zu Hard Candy
Nicht nur psychisch, auch physisch geht es zur Sache.

„Hard Candy“ hätte nicht funktioniert, wenn die Darsteller nicht passen würden, denn gerade bei den beiden recht bösartig angelegten Figuren, ist eine sehr differenzierte Darstellung von Nöten, um das Publikum auch tatsächlich an die Charaktere zu binden. In dieser Hinsicht lässt David Slades Werk keine Wünsche offen. Die Leistungen von Ellen Page („X-Men - Der letzte Widerstand“) und Patrick Wilson („Little Children“) sind einfach großartig, da sie ihren Figuren nicht nur ein markantes Profil, sondern auch eine dicke Prise Menschlichkeit einhauchen. Zudem bekommen die Charaktere von Drehbuchautor Brian Nelson ein ganzes Arsenal von geschliffenen Dialogen in den Mund gelegt, die den Film auch über weite Strecken ohne große Action-Einlagen tragen können. Die Inszenierung von David Slade schließt sich nahtlos an. Wie er hier mit Farbtönen, Stimmungen und Close-Ups, weit weg von der üblichen Hochglanz-Hollywood-Ästhetik, experimentiert und die superstylische Wohnung optimal für das beklemmende Kammerspiel nutzt, verdient großen Respekt.

Bild 4 zu Hard Candy
David Slade hat tolle Bilder eingefangen.

Die provokante Thematik und die ungewöhnliche Struktur von „Hard Candy“ sind zwar die größte Stärke, aber auch die größte Schwäche des Films. Nicht jeder wird mit dieser Abwärtsspirale auch umgehen können, zumal sich der Film nicht von den Taten seiner Figuren distanziert und die Gerechtigkeit siegen lässt. Manche Zuschauer werden „Hard Candy“ als moralisch verwerflich bezeichnen, andere werden sich umso mehr an der kompromisslosen Umsetzung des Stoffes erfreuen. Ob das Ende des Films gegen die eigene Moral verstößt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Es gibt aber auch objektivere Kritikpunkte, z.B das an ein paar wenigen Stellen der Effekt über die Logik triumphiert. Außerdem hat „Hard Candy“ in der Mitte eine winzige Länge bevor sich der Streifen zum psychisch härtesten Moment, einer Kastration, aufschwingt.

Bild 5 zu Hard Candy
Kleiner Gastauftritt: Grey´s Anatomy-Star Sandra Oh.

„Autobahn“, ein neu gegründetes Label, dass sich auf Provokation spezialisiert hat und Filme, abseits des weichgespülten Massengeschmacks ins Kino bringt, hat ein gutes Händchen damit bewiesen, „Hard Candy“ als ersten Teil dieser Reihe auszuwählen. So erhält das Projekt des Senator-Verleihs einen glanzvollen Start, dem der sensationelle Neo-Noir-Thriller „Brick“ und die putzige Sex-Tragikomödie „Shortbus“ folgten. Eine anspruchsvolle Reihe für Filmfans? Die nächsten Veröffentlichung, das australische Jugend-Drama „2:37“ und der innovative Teen-Slasher „All the boys love Mandy Lane“, werden zeigen wohin die Reise für „Autobahn“ geht.

Fazit:


Mit „Hard Candy“ hat David Slade einige Wagnisse riskiert, indem er nicht nur kontroverse Themen behandelt, sondern diese auch noch in eine schwierige Dramaturgie verpackt. Durch die tolle Inszenierung und das brilliante Darsteller-Duo ist das Vorhaben größtenteils gelungen.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Kevin

Eingetragen am:

05.08.2007

Aufgerufen:

5112 Mal

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