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 | Geliebte Lügen |  | | |
Separate Lies, 2005 | |
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| deutscher Start: | 2006 | | Herstellungsland: | Großbritannien | | Regie: | Julian Fellowes ("Gosford Park") |
| Drehbuch: |
Nigel Balchin (Novelle), Julian Fellowes |
| Darsteller: | Tom Wilkinson, Emily Watson, Rupert Everett u.a. | | Verleih: | 20th Century Fox | | Genre: | Drama/Romanze | | Länge: | 85 Minuten | | FSK:
| ab 6 Jahren |
| Website: | Link nicht vorhanden | | Günstig DVD, Video, Buch oder Soundtrack zu "Geliebte Lügen" | 
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Inhalt:
James Manning (Tom Wilkinson, „The Good Woman“), ein erfolgreicher Londoner Anwalt, und seine Frau Anne (Emily Watson, “Tim Burton´s Corpse Bride “) sind seit Jahren glücklich verheiratet. Sie führen ein sorgenfreies Leben in London und auf ihrem Landsitz in der englischen Countryside. Mehr aus Langeweile denn aus Interesse beginnt Anne eine Affäre mit dem attraktiven Bill (Rupert Everett, „Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia“).
Nach Außen sind James (Wilkinson) und Anne (Watson) das perfekte Paar.
Zunächst gelingt es Anne, ihre Seitensprünge vor ihrem Gatten geheim zu halten, doch dann rüttelt ein tragischer Unfall den bis dahin ahnungslosen Ehemann auf. Der bei dem Unfall getötete Fahrradfahrer ist der Mann der Haushälterin der Mannings (Linda Bassett) und trotz Fahrerflucht wird schnell klar, dass Bills Randrover in den Unfall verwickelt war. Doch nicht Bill saß an jenem Abend am Steuer des Wagens... |
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| Kritik:
Schon in Robert Altmans grandiosem Aristokraten-Krimi „Gosford Park“ wurde der nur oberflächlich glänzende Schein der englischen Oberschicht nicht gerade behutsam abgetragen. Nun versucht Gosford-Autor Julian Fellowes seine Mission alleine fortzusetzen und steuert zu „Geliebte Lügen“ nicht nur das Drehbuch bei, sondern hat auch die Inszenierung selbst in die Hand genommen. Und auch wenn er das Genre von Krimi zu Drama gewechselt hat und Fellowes mit seinem Regie-Debüt erwarteterweise nicht an die Virtuosität von „Gosford Park“ herankommt, ist der mit Tom Wilkinson, Emily Watson und Rupert Everett großartig besetzte „Geliebte Lügen“ doch ähnlich bissig wie Altmans Meisterwerk und spannend wie ein Thriller.
Der reiche und attraktive Sunny-Boy Bill (Everett) hat es Anne angetan.
Glänzende Reihenhausfassaden, penibel gestutzter Rasen und Sonnenschein – ein scheinbar perfekter Tag im englischen Countryside-Städtchen Buckinghamshire. Doch dann lässt ein markerschütternder Knall die herrliche Klaviermusik verstummen. Ein älterer Mann wurde angefahren, der schwarze Landrover macht keine Anstalten, anzuhalten. Die Eröffnungssequenz von „Geliebte Lügen“ ist wie die Ouvertüre in einer Oper, sie fasst das ganze weitere Geschehen des Films in einem kurzen Moment zusammen. Es geht in der Geschichte um die pompösen Häuser, die nur Dank der Lügen ihrer Bewohner, vor allen den gegenüber sich selbst so unantastbar strahlen. Und es geht um das eine, schreckliche Ereignis, das die Menschen ihre oberflächlichen Fassaden vergessen lässt, ihnen aber auch den Mut gibt, endlich ein echteres Leben zu beginnen.
Bei dem einen Kuss bleibt es zwischen Anne und Bill bei weitem nicht.
Das Geheimnis des Unfalls ist nach nicht einmal einer halben Stunde gelüftet – nur die Polizei tappt weiter im Dunkeln. Aber das tut der Spannung keinen Abbruch, steigert sie sogar eher noch, weil es in „Geliebte Lügen“ nämlich gerade nicht um die Aufklärung eines Kriminalfalls geht, sondern um die Beziehungen zwischen den durchweg aufregenden Charakteren. In fast kammerspielartigen, fein komponierten Szenen bieten sie sich meist ungewohnt zurückhaltende Wortgefechte, die den Zuschauer die Figuren trotz all ihrer Komplexität durchschauen lassen. Die Fragen „Wie werden die Charaktere mit ihrer Schuld fertig?“ und „Leidenschaft oder Sicherheit?“ werden hier genauso spannend präsentiert wie in anderen Filmen die Frage nach dem Mörder von Mr. X.
Wie lange wird James noch Verständnis für Annes wildes Treiben haben?
Funktionieren kann ein solch minimalistischer Thriller, in dem versteckte Gesten Explosionen und heimliche Blicke Verfolgungsjagden ersetzen, natürlich nur mit einer fähigen Cast. Und die kann „Geliebte Lügen“ zweifelsohne vorweisen, wobei die sowieso jeden Kino-Gourmet mit der Zunge schnalzen lassende Besetzung sich selbst sogar noch übertrifft. Die wunderbare Emily Watson, die gleich mit ihrem Debüt in Lars von Triers „Breaking the Waves“ eine der besten Schauspieler-Leistungen der 90er ablieferte, schafft den perfekten Spagat zwischen gefühlskalter Ehefrau und emotionaler Liebhaberin. Nach dem schwachen Auftritt in „Der Exorzismus von Emily Rose“ kehrt Charakterdarsteller Tom Wilkinson mit der Rolle als pedantischer Banker auf gewohnt hohes Niveau zurück. Seine 180°-Wandlung vom rücksichtslosen Gewohnheitsmensch über den kämpferischen Ehemann zum liebevollen Freund lässt er stets nachvollziehbar und glaubwürdig erscheinen. Höhepunkt bleibt aber Rupert Everett, der schon in so vielen Filmen seinen Co-Starts die Show gestohlen hat (bestes Beispiel: „Die Hochzeit meines besten Freundes“) und den man, obwohl er meist sehr lässig auftritt, noch nie so cool wie in „Geliebte Lügen“ gesehen hat. |
| | Fazit: Hervorragendes Charakterdrama – großartig gespielt und spannend wie ein Thriller. |
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