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 | Friday Night Lights - Touchdown am Freitag |  | | |
Friday Night Lights, 2004 | |
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| deutscher Start: | 2005 | | Herstellungsland: | USA | | Regie: | Peter Berg ("Welcome to the Jungle") |
| Drehbuch: |
Buzz Bissinger, David Aaron Cohen, Peter Berg |
| Darsteller: | Billy Bob Thornton, Derek Luke, Garrett Hedlund u.a. | | Verleih: | Universal | | Genre: | Action/Drama/Sport | | Länge: | 115 Minuten | | FSK:
| ab 12 Jahren |
| Website: | Link nicht vorhanden | | Günstig DVD, Video, Buch oder Soundtrack zu "Friday Night Lights - Touchdown am Freitag" | 
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Inhalt:
Freitag, Nacht: Wenn im texanischen Städtchen Odessa die Stadionsscheinwerfer angehen und sich das gesamte Kaff zum ersehnten Football-Event zusammenfindet, ist es endgültig vorbei mit aller Beschaulichkeit. Im Jahre 1988,die Wirtschaftslage ist nicht die Beste, klammert sich ein jedes ländliche Völkchen an die selbstgebackenen Helden ihrer Zeit: Die Footballspieler der örtlichen High School. Sie sind es, die ähnlich einem antiken Heroenkultus die Hoffnung und Moral der einfachen Leute repräsentieren. Sie sind der Stolz der Gemeinde. Sie sind die "Permian High Panthers".
Die legendären Permian High Panthers von 1988.
In Wirklichkeit sind es 17-jährige Jugendliche, die mit dem permanenten Druck auf unterschiedliche Art und Weise klarkommen müssen. Sie leben alle für den einen Moment: Die staatliche Meisterschaft. Ihre Zukunft hängt am seidenen Faden, denn nur die Erfolgreichen unter ihnen erhalten die begehrten Sportstipendien und die Aussicht auf eine Footballkarriere. Die Konkurrenz ist groß und genauso erbarmungslos; wer am Freitagabend nicht 100% gibt, kann gleich nach Hause fahren. Auf ihren und den Schultern des Coachs lasten die hohen Erwartungen von ganz Odessa, denn diese verlangen nichts Geringeres als "state champion" zu werden. |
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| Kritik:
Filme, in denen sich alles rund um eine bestimmte Sportart dreht, sind entweder mühelos vorhersehbar und peinlich überkonstruiert oder benutzen den sportlichen Hintergrund lediglich als stumpfe Rahmenhandlung. Selten ist ein Film, der sich selbst als "Sportfilm" tituliert, auch wirklich so was wie ein „waschechter“ Sportfilm. Das mag durchaus daran liegen, dass sich die eigentliche Dramatik mehr neben dem Spielfeld abzeichnet; wobei allzu gerne "08/15" Schicksale vorgeführt werden, die sich ein Jedermann dazudichten könnte. Die meisten Filme dieser Art sind deshalb unterdurchschnittliche Sozialdramen oder dröge Glorifizierungen von Sportidolen („The Rookie“; „Miracle“), deren Story höchstens wie eine dramaturgisch aufgemotzte Variante der „The Bad News Bears“, "Karate Kid" oder den „Mighty Ducks“ Kinderfilme anmutet, und darüber hinaus den sportlichen Spirit als universellen Problemlöser darstellt. Mit dem von der Filmindustrie ungemein lieb gewonnenen „based on a true Story“-Einzeiler versucht man einerseits die platten Geschichten zu rechtfertigen und andererseits die Wiederholungstechnik zu kaschieren. Die bevorzugte Sportart bei Verfilmungen scheint nach wie vor der Boxsport zu sein, wo sich am Ende der obligate „Mann gegen Mann“-Kampf anbahnt - letzte Ausnahme diesbezüglich „Million Dollar Baby“. Die Palette der Filme mit sportlichem Hintergrund ist derweilen ziemlich umfangreich, rotiert aber meist um die eigene Achse. Ein gutes Beispiel für einen absolut missglückten „Sportfilm“ (Tennis & Liebe= kotz!) liefert „Wimbledon“ (2004). Ein Paradebeispiel, wie man Sport und Drama verbinden kann, zeigt Spike Lee mit "He got Game" (1998).
Gaines fordert nichts Geringeres als Perfektion: "Can you be perfect?"
Football ist bekanntlich - noch vor Basketball, Baseball und Eishockey - die beliebteste Sportart der Amerikaner und für manchen unter ihnen der Mittelpunkt des Universums - zumindest am Wochenende. „Friday Night Lights“ adaptiert den Bestsellerroman von H.G. Bissinger („Friday Night Lights: A Town, a Team, and a Dream“) und basiert fast schon selbstverständlich auf wahren Gegebenheiten. Storytechnisch formal-simpel wird die Geschichte eines texanischen Footballteams, den Permian High Panthers aka „Mojo“, aus dem Jahre 1988 wiedergegeben. Vier Schicksale werden dabei primär skizziert: Runningback Boobie Miles (Derek Luke; "Antwone Fisher"), Quarterback Mike Winchell (Lucas Black), Don Billingsley (Garrett Hedlund) und der Coach Gary Gaines (Billy Bob Thornton). Der Film hält sich größtenteils mit Vertiefungen zurück und beschränkt sie auf klischierte Storyelemente, welche unmittelbar (in Zusammenhang) neben dem Footballszenario ablaufen. Die Handlungen erscheinen dadurch auf das Notwendigste reduziert und sind mehr Platzhalter als wirklich relevante Elemente. So erweist sich beispielsweise die Vater-Sohn-Beziehung als weniger brisant und auf die tragische Geschichte mit Mike Winchells kranker Mutter wird erst gar nicht weiter eingegangen.
Darsteller: J. Hernandez, D. Luke, G. Hedlund und L. Black.
"Friday Night Lights“ zeigt dennoch stellenweise eindrücklich welch Manie und Fanatismus hinter dem amerikanischen Football steckt. Wie enthusiastisch das gesamte texanische Kleinstädtchen Odessa an den Höhen und Tiefen seines Footballteams hängt und mitfiebert, aber auch welchen unnatürlichen Druck auf diese 17-jährigen Jugendlichen und den verantwortlichen Coach ausgeübt wird. Der Film spielt an der Grenze, wo das geliebte „Spiel“ den Sinn seiner einfachen wörtlichen Bedeutung verliert und sich soviel unangenehme Realität ansammelt, bis der Begriff zum heimtückischen Ernst des Lebens mutiert. Glück und Leid liegen dabei so nahe zusammen wie Sieg und Niederlage. Wenn der Coach vor dem letzten Drittel des Endspiels zur Aufmunterung predigt, dass er über die Jahre zur Einsicht gelangt sei, weder der Sieg noch die Niederlage zähle, sondern die persönliche Zufriedenheit darüber, alles Mögliche fürs Team geleistet zu haben; dann offenbart das Spiel in aller Unwürde seine unverfrorene Scheinheiligkeit - allerdings mehr ungewollt. Der Film versucht zwar auch weniger positive Kritik zu üben, bleibt aber lieber bei den Heldengesängen, als dass ernstzunehmende melancholische Töne angestimmt würden.
Auch Footballspieler dürfen Weinen.
"Friday Night Lights" sichert sich durch sein etwas unkonventionelles Ende eine kleine Nische im einheitlichen Pool der Sportfilme, bleibt aber über die gesamte Länge oberflächlich und lässt fast keine Gelegenheit aus, sich selbst und den wunderbaren Nationalsport - der trotz seinen Schattenseiten das Nonplusultra bleibt - zu beweihräuchern. Regisseur Peter Berg („Very Bad Things“, „Welcome to the Jungle“) legte sein Hauptaugenmerk deutlich auf die Inszenierung und schafft eine gelungene Atmosphäre zwischen sportlicher Rasanz und texanischer Gelassenheit. Die Spielszenen zeichnen sich realistisch ab und vermitteln ein „authentisches“ Mittendrin-Gefühl. So dass ich als NFL-Laie - mit meinem Footballwissen, welches sich lediglich auf die Erläuterungen der ORF-Moderatoren der Superbowle-Nacht stützt - zwar nicht hinter die spielerischen Raffinessen blicke, aber zumindest den Regelverlauf logisch deuten kann. Schön fügen sich die - leider zu seltenen - Landschaftsaufnahmen von Texas sowie die Kamerafahrten durch das ausgestorbene Städtchen, wenn gerade ein Spiel zu Gange ist, in das hektische und teilweise schnell geschnittene Spielgeschehen ein, das im typischen Dokustil mit hauptsächlich handgehaltener Kamera eingefangen wird. Der Film ist durch und durch so amerikanisch wie der „American Football“ selbst. Optisch und akustisch bietet der Film somit die vorausgesetzte Unterhaltungssubstanz, bleibt aber atmosphärisch hinter Stones Genregigant „Any Given Sunday“.
Nach Erfolgen ist Coach Gaines ein gern gesehener Gast.
Bei Footballfilmen ist die Schlüsselfigur der Coach: Wenn der Coach nicht überzeugt, ist der Film bereits gescheitert. Die ersten drei Film-Football-Coachs die mir spontan in den Sinn kommen, sind: Al Pacino in „Any Given Sunday“, Denzel Washington in „Remember the Titans“ und Ed Harris in „Radio“. Billy Bob Thornton scheint für die Rolle des Coachs sowohl das richtige Alter als auch die perfekte Mine zu haben. Thornton trägt die Spannungen des Films geschickt auf, spielt einen mental gefassten Coach, dem allerdings auch mal gehörig die Verzweiflung oder die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben steht. Ihm gegenüber spielt ein Schauspielerensemble, welches vom Können her keinesfalls mithalten kann, aber zumindest eine einheitliche und passable Leistung zeigt. Die Story ist daneben bekannte Kost, während sich im Soundtrack Rock- und Hip-Hop-Tracks abwechseln. Dabei sind folgende Elemente bei Footballfilmen praktisch vorprogrammiert: Der Schlüsselspieler wird „unerwartet“ verletzt; es gibt entweder ernstzunehmende Konflikte mit dem Coach oder anderen Autoritätspersonen, und was so sicher ist wie das Amen in der Umkleidekabine: Ein kräftemäßig überlegener sowie verwegener Gegner wartet am Ende der Saison (Carter-Dallas).
Boobie Miles und Derek Luke feiern gemeinsam den Filmerfolg
Das „American Film Institute“ kürte „Friday Night Lights“ übrigens zu einem der Top 10 Filme des Jahres 2004. Sicherlich eine reichlich „amerikanisch-patriotische“ Wertung, denn mehr als solide Unterhaltung bietet der Film eigentlich kaum. Wer auf Sportdramen dieser Art steht, wird auf jeden Fall Gefallen an „Friday Night Lights“ finden. Als Ergänzung zur eher mageren Filmhandlung empfiehlt sich sehr die Specials der DVD auszukosten, denn dort gibt es ein rund dreißigminütiges Video, „Die Geschichte der Permian Panthers von 1988“, wo einige der Teammitglieder von Damals interviewt werden und man sieht Ausschnitte aus den Originalaufnahmen sowie interessante Fotos. Die Tatsache, dass diese Leute alles in ihre Hoffnungen und Träume investierten, zeigt den Zerreispunkt zwischen Spiel und bitterer Realität. Der Film endet jedoch dort, wo das wirkliche, alltägliche Sportlerdrama beginnt - fern der grellen Scheinwerfer. Der kleine Rückblick taucht die Schicksale dafür noch etwas in ein vertrauteres Licht. |
| | Fazit: „Friday Night Lights“ präsentiert sich inhaltlich als ziemlich typische, aber erträgliche Seifenoper. Trotzdem, der Film unterhält und weist kaum Längen auf. Wer sich auch nur geringfügig für den Footballsport und seine tragischen Helden begeistern kann, sollte "Friday Night Lights" nicht verpassen. |
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