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Flug 93

 

United 93, 2006

 
Poster zu 'Flug 93' kaufen
deutscher Start:2006
Herstellungsland:USA
Regie:Paul Greengrass ("Die Bourne Verschwörung")
Drehbuch: Nevin Schreiner
Darsteller:Lewis Alsamari, JJ Johnson, Gary Commock u.a.
Verleih:

UIP
Genre:

Drama/Geschichte/Thriller
Länge:110 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Website:

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Inhalt:


Am 11. September 2001 wurde die Welt in ihren Grundfesten erschüttert. Zwei von vier entführten Flugzeugen schlugen ins World Trade Center, eines zerstörte Teile des Pentagons, während das letzte sein Ziel nicht erreichte. „Flug 93“ schildert in Echtzeit die Ereignisse an Bord dieses Flugzeuges. Regisseur Paul Greengrass („Die Bourne Verschwörung“) rekonstruiert die letzten Stunden von United Airlines Flug 93.

Bild 1 zu Flug 93
Spannung á la Hitchcock: Nur der Zuschauer weiß wie dieser Flug endet.

Genau um 8:42 Uhr startet Flug 93 in Richtung San Francisco. Permanent pendelt der Film zwischen den einzelnen Orten des Geschehens hin und her. Ob am Boden oder in der Luft, alle Parteien versuchen händeringend eine Lösung herbeizuführen...

Kritik:


Es wurde oft und lange darüber diskutiert, ob man einen unterhaltenden Kinofilm über die Geschehnisse des 11. September 2001 machen darf. Natürlich muss die Antwort „Ja“ lauten, es ist sogar geradezu eine Verpflichtung der Filmschaffenden, ein solch wichtiges Ereignis aus einer künstlerisch-politischen Perspektive zu beleuchten – es hat sich ja auch niemand ernstzunehmendes darüber aufgeregt, dass Steven Spielberg mit „Schindlers Liste“ ein sehr persönliches Statement zum Holocaust abgegeben hat. Fraglich bleibt hingegen, ob Paul Greengrass mit seinem als dokumentarischer Thriller angelegten „Flug 93“, dessen künstlerischen Komponenten lediglich der Steigerung der Spannung dienen, die richtige Herangehensweise gewählt hat. Oder ob man von einem Filmemacher, der den Mut aufgebracht hat, sich dieses Themas anzunehmen, nicht auch den Mut zu einer eigenen Meinung verlangen muss.

Bild 2 zu Flug 93
Die pulsierenden Punkte haben sich in potentielle Waffen verwandelt.

Regisseur Greengrass nutzt nur zwei Stilmittel, um die Wirkung seiner Geschichte, die er stets in der Nähe gesichert-rekonstruierten Fakten anzusiedeln versucht, zu beeinflussen. Auf der einen Seite gibt es die hektische Wackelkamera, mit der Greengrass möglichst nah an den Gesichtern der Beteiligten bleibt, wodurch der Zuschauer in einem immer schneller werdenden Fluss der Bilder und Einstellungen mitgerissen wird. Auf der anderen gibt es den für einen solch kleinen Film eigentlich viel zu monumentalen Score von Komponist John Powell, der ansonsten auch eher für die musikalische Untermalung solcher Blockbustern wie „Face Off“, „Mr. & Mrs. Smith“ oder „X-Men: Das letzte Gefecht“ bekannt ist. In Kombination mit der Tatsache, dass es sich bei „Flug 93“ nicht um bloße Fiktion handelt, entwickelt der Film so eine unglaubliche emotionale Kraft, die den Zuschauer förmlich erschlägt. Für einen herkömmlichen Thriller wäre diese Wirkung das höchste zu erreichende Ziel.

Bild 3 zu Flug 93
Die ahnungslosen Piloten freuen sich über den aufklarenden Himmel.

Ob einem ein solch effektiver Thriller aber ausreicht, oder ob man ihn als bloßes Ausschlachten der Katastrophe empfindet, muss im Endeffekt jeder selbst entscheiden. Aber wenn sich Greengrass schon den ganzen Film über jeder politischen Sichtweise verweigert, muss er nicht noch im Abspann nachtreten und doch noch Schuldige präsentieren. In Form von Texttafeln muss man da lesen, dass die Airforce nicht schnell genug handeln konnte, weil die gesetzlichen Grundlagen fehlten. In Verbindung mit der Emotionalisierung des Zuschauers durch den Film ist dies eine reine Marketing-Kampagne für Bushs „Homeland Security Act“ – wenn man nur diesen einen Ausschnitt zeigt, Folgen wie Folter in Guantanamo, die Kriege in Afghanistan und Irak sowie beliebige Einreisebestimmungen hingegen konsequent ausblendet, ist der Kinobesucher natürlich für jede noch so fragwürdige Regelung empfänglich, solange sie nur zukünftig eine ähnliche Katastrophe verhindern kann.

Bild 4 zu Flug 93
Im hinteren Teil bereiten sich die Passagiere zur Gegenwehr vor.

Möchte man dem Film zugute halten, dass er den Zuschauer die Ohnmacht dieses Tagen noch einmal nachvollziehen lässt – was er ohne Zweifel auf eindrucksvolle Weise zustande kriegt – muss man sich dann aber schon fragen, warum da als prominent platzierter letzter Satz im Abspann zu lesen ist: „Dieser Film wurde vom American Airlines weder gesponsert noch sonst irgendwie unterstützt.“ Die Kritik an den Sicherheitsbestimmungen der Airlines und dem nur unzureichend geschulten Personal wurde immer mal wieder laut – aber wenn der Film ganz zum Schluss die Situation auf ein Problem beschränkt, dass man durch ein paar bewaffnete Marshalls an Bord jedes Flugzeugs beheben könnte, mag dies vielleicht die Angst und gefühlte Ohnmacht der Amerikaner lindern, aber mit der realen, um einiges vielschichtigeren Welt hat dies nichts mehr zu tun.

Bild 5 zu Flug 93
Nach dem ersten Crash fehlt den Lotsen jegliche Übersicht und Kontrolle.

„Flug 93“ mag als hochspannender, sehr bewegender, wenn auch äußerst voyeuristischer Thriller perfekt funktionieren – es wird kaum einen Zuschauer geben, der nicht emotional aufgewühlt und mitgenommen aus dem Kinosaal taumelt. Aber außer einer zusätzlichen Emotionalisierung der Geschehnisse vom 11.09.2001 hat er nichts zu bieten und das ist für den ersten Hollywoodfilm über dieses historisch so bedeutende Ereignis einfach zu wenig. So bleibt nur die Hoffnung auf Oliver Stones Ground-Zero-Projekt „World Trade Center“ über den Anschlägen folgenden Einsatz der New Yorker Feuerwehr. Als einer der am kontroversesten diskutierten politischen Filmemacher der 90er Jahre wird er sich im Gegensatz zu Greengrass nicht darauf ausruhen, die Ereignisse bloß zu rekapitulieren, sondern es sich nicht nehmen lassen, seinen persönlichen Kommentar in seinen Film zu integrieren.

Fazit:


„Flug 93“ ist ein sehr wirkungsvoll inszenierter Realthriller, versagt als Aufarbeitung des bisher wichtigsten historischen Ereignisses dieses Millenniums aber völlig.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Christoph

Eingetragen am:

03.05.2006

Aufgerufen:

10954 Mal

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