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 | Elementarteilchen |  | | |
Elementarteilchen, 2006 | |
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| deutscher Start: | 2006 | | Herstellungsland: | Deutschland | | Regie: | Oskar Roehler ("Der Alte Affe Angst") |
| Drehbuch: |
Michel Houellebecq (Novelle), Oskar Roehler |
| Darsteller: | Hermann Beyer, Moritz Bleibtreu, Simon Boer | | Verleih: | Constantin Film | | Genre: | Drama | | Länge: | 113 Minuten | | FSK:
| ab 12 Jahren |
| Website: | Link aufrufen | | Günstig DVD, Video, Buch oder Soundtrack zu "Elementarteilchen" | 
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Inhalt:
Michael (Christian Ulmen, „Der Fischer und seine Frau“) und Bruno (Moritz Bleibtreu, „Vom Suchen und Finden der Liebe“) sind Halbbrüder, wie sie verschiedener kaum sein könnten. Ihre Mutter Jane (Nina Hoss, „Die weisse Massai“) führte einst ein unbekümmertes Jet-Set-Leben - ihre Söhne wuchsen derweil getrennt voneinander bei den Großmüttern auf. Während der introvertierte Molekularbiologe Michael sich lieber um seine Genforschungen als um Frauen kümmert, drücken sich Brunos "Kontakte" zum weiblichen Geschlecht mehr im Kopf oder im Bordell aus.
Grundverschiedene Brüder – der sexbesessene Bruno und der asexuelle Michael.
Schließlich aber begegnen beide der Liebe ihres Lebens: Michael trifft seine ehemalige Schulfreundin Annabelle (Franka Potente, „Die Bourne Verschwörung“) wieder, mit der ihn seit Kindesbeinen eine scheue Zuneigung verbindet. Bruno dagegen lernt in einem esoterischen Urlaubscamp Christiane (Martina Gedeck) kennen, mit der er endlich auch seine sexuellen Obsessionen ausleben kann. Doch das Glück scheint von kurzer Dauer – beide Frauen erkranken schwer. Bruno und Michael stehen vor einer ultimativen Entscheidung: altgewohnte Einsamkeit oder neuartige Zweisamkeit... |
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| Kritik:
1998 schockte der französische Skandal-Autor Michel Houllebecq mit seinem schonungslosen Roman „Elementarteilchen“ die Literaturwelt. Seine These über das Leben, nämlich dass funktionierende Beziehungen nur ohne jegliche Art des sexuellen Verlangens möglich sind, formulierte er dabei so grausam zynisch, dass es schon fast unerträglich-eklig ist. Regisseur Oskar Roehler, der in seinem letzten Film „Agnes und seine Brüder“ schon wunderbar-schwarzhumorige Gesellschaftskritik übte und absoluter Fan der Houllebecq-Vorlage ist, scheint auf den ersten Blick als perfekter Kandidat für die Leinwand-Umsetzung der „Elementarteilchen“. Aber scheinbar ist Roehler mittlerweile mit sich selbst im Reinen und nicht mehr so sehr mit Selbsthass erfüllt wie früher, so dass er immer wieder entschärfende Lichtblicke in Houllebecqs düsteres Universum einstreut.
Brunos Träume werden in Form seiner Urlaubsbekanntschaft Christiane wahr.
So wird die Kritik im Film so bieder und weichgespült präsentiert, dass nicht Provokation sondern Langeweile das Ergebnis ist. Da hätte man mit einer werkgetreueren, böseren Umsetzung besser leben können, die hätte man zwar für ihre bittere Konsequenz gehasst, aber zumindest hätte man überhaupt irgendwelche Emotionen entwickelt. Relativ zu Beginn gibt es eine Szene, in der Bruno versucht, seine rassistischen Schriften an den Rowohlt-Verleger Sollers (Herbert Knaup) zu verkaufen, die das eigentliche Potential der Verfilmung kurz durchscheinen lässt. Alt-Nazi Sollers lobt Brunos Arbeit über den Klee, lacht sich aber schlapp, als Bruno ihn fragt, ob er sie den nun veröffentlichen würde. Solch perfekt pointierte Satire sucht man im Rest des Films leider vergeblich, die meisten Seitenhiebe verpuffen fruchtlos oder reichen bestenfalls noch zu einem höflich-angedeuteten Lächeln.
Alte Liebe rostet nicht: Michael und seine Jugendfreundin Annabelle.
Die größte Veränderung, die Roehler im Vergleich zum Roman vorgenommen hat, ist die Gewichtung der Liebesgeschichten. Waren sie bei Houellebecq nur ein Mittel zum Zweck, um seine Theorien zu unterlegen, stehen sie bei Roehler im Mittelpunkt – ein Zugeständnis an den Mainstream, mit dem aber wohl keinem geholfen sein dürfte. Dass die asexuelle Beziehung zwischen Michael und Annabelle absolut emotionslos bleibt, liegt zwar im Sinne der Geschichte, führt aber auch nicht gerade zu einem gesteigerten Interesse der Zuschauer. Die triebgesteuerte (und nach Houllebecqs Theorie damit verdammte) Affäre zwischen Bruno und Christiane ist da schon ergiebiger, verliert in ihrem Verlauf aber immer wieder den Bezug zum eigentlichen Thema des Films und steht so relativ einsam-sinnfrei im Raum.
Schwere Entscheidung: Single-Dasein oder eine Freundin im Rollstuhl.
Die Schauspiel-Leistungen sind eigentlich in jedem Roehler-Film ein Leckerbissen. Aber in „Elementarteilchen“ sind sie nicht wie sonst ein zusätzliches Schmankerln, sondern die Rettung vor dem totalen Absturz. Während Franka Potente eigentlich gar keine wirkliche Rolle hat, sondern nur ab und an durchs Bild schlürft und Christian Ulmen eher vorsichtig gegen sein Image anspielt, überzeugt das andere Gespann auf der ganzen Linie. Auch wenn Moritz Bleibtreu im Endeffekt genau die gleiche Figur wie in „Agnes und seine Brüder“, nämlich den sexbesessenen Proll-Intellektuellen, spielt, sieht man ihm bei seiner schwarzhumorig-amüsanten Tour de Force auf der Suche nach sexueller Befriedigung einfach gerne zu. Und über die Qualitäten von Martina Gedeck, die die Mischung aus offensiver Swingerin und verletzlicher Frau mit Angst vor der Einsamkeit perfekt trifft, muss man wohl eh nicht mehr allzu viel sagen. |
| | Fazit: Erfreulicherweise vertritt Roehler in seiner Verfilmung des Michel Houellebecq Romans “Elementarteilchen” nicht dessen ekelhaft-zynischen Standpunkt zum Leben, aber leider auch keinen anderen. So verhindern nur die großartigen Darsteller Moritz Bleibtreu und Martina Gedeck ein Einschlafen des Zuschauers. |
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