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 | Ein Ungezähmtes Leben |  | | |
An Unfinished Life, 2005 | |
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| deutscher Start: | 2005 | | Herstellungsland: | USA | | Regie: | Lasse Hallström ("Casanova") |
| Drehbuch: |
Mark Spragg, Virginia Korus Spragg |
| Darsteller: | Robert Redford, Jennifer Lopez, Morgan Freeman u.a. | | Verleih: | Universum Film | | Genre: | Drama | | Länge: | 108 Minuten | | FSK:
| ab 6 Jahren |
| Website: | Link aufrufen | | Günstig DVD, Video, Buch oder Soundtrack zu "Ein Ungezähmtes Leben" | 
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Inhalt:
Regieausnahme Lasse Hallström beweist mal wieder sein Fable für Charakterdramen und stellt seine Story, die Darsteller und die Geschichten die sie zu erzählen haben vor alles andere. In seinem neusten Werk „Ein ungezähmtes Leben“ ist Jean (Jennifer Lopez) der Ausgangspunkt. Diese führt ein nicht gerade leichtes Leben. Sie wird von ihrem Freund Gary (Damian Lewis) regelmäßig geschlagen und nicht nur sie, sondern auch ihre kleine Tochter Griff (Becca Gardner) leidet. Nachdem Gary nun erneut zu tätlicher Gewalt neigte, fasst Jean den Beschluss, mit Griff die Flucht zu ergreifen. Die beiden kurven zunächst ziellos durch die Weltgeschichte bis der Wagen streikt und Jean einen Beschluss fasst, der ihr Leben verändern soll.
Mitch hat mit Schmerzen zu kämpfen.
Ortswechsel: Einar (Robert Redford) lebt etwas zurückgezogen auf einer kleinen Ranch in Wyoming. Die einzige Person die ihm nahe steht ist der verletzte Mitch (Morgan Freeman), den er aufgrund eines Bärenangriffs hegen und pflegen muss. Abgesehen von einem kleinen, Dörfchen in der Nähe liegt wirkliche Zivilisation in weiter Ferne. Umso mehr ist Einar erstaunt als Jean und ein kleines Mädchen namens Griff bei ihm auftauchen, wobei sich letztere als seine Enkeltochter herausstellt. Schnell wird klar das Jean und Einar nicht gerade die besten Freunde sind. Dennoch bietet der Hinterwälder seiner Ex-Schwiegertochter eine Unterkunft an. Das Zusammenleben gestaltet sich schwierig und beiden wird klar, dass es höchste Zeit ist, mit der schmerzhaften Vergangenheit aufzuräumen. |
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| Kritik:
Das Genre des Dramas ist ohne Frage die Meisterklasse unter den Filmen. In diesem Genre wird alles was andere Filme so attraktiv macht auf das Wesentliche beschränkt. Keine riesigen Explosionen, keine umherfliegenden Gliedmaßen oder Kunstblut, keine Slapstick, keine wilden Kamerafahrten oder extreme optische Einlagen. Hier stehen lediglich zwei Dinge im Vordergrund: Charaktere und Dialoge. Alles andere ist nebensächlich, es sei denn es geht darum die Figuren und deren Diskussionen zu untermalen. Aus diesen beiden Hauptbestandteilen einen Film zu basteln der den Zuschauer von Anfang bis Ende fesselt ist genauso schwierig wie es klingt. Wie soll die Geschichte vorangetrieben werden? Wo sollen dramaturgische Highlights gesetzt werden und in welcher Form? Wie vermeidet man es in Kitsch abzurutschen? Wie sollten die Dialoge gestaltet werden, um den Zuschauer nicht einzuschläfern? Fragen an denen so manches Drama schon gescheitert ist. Doch Hallström ist in dieser Disziplin ja mittlerweile erprobt, wo er sich doch schon seit Karrierebeginn auf die Welt des Dramas fixiert hat. Auch „Ein ungezähmtes Leben“ ist ihm mal wieder sehr gut gelungen.
Jean will von nun an auf eigenen Beinen stehen.
Das ist vor allem seinem beieindruckenden Cast zu verdanken. Allen voran Robert Redford der als knorriger Einsiedler, der noch immer unter dem Tod seines Sohnes leidet und somit in der Vergangenheit stecken geblieben ist, eine hervorragende Show abliefert. An dieser Stelle muss auch mal ein Machtwort für die Lopez gesprochen werden, denn diese hat ja bekanntlich unter Vorurteilen, in erster Linie aufgrund ihrer musikalischen Versuche, zu leiden. Erstens mal ist Frau Lopez keine schauspielernde Sängerin sondern eine singende Schauspielerin, denn ihr filmisches Debüt ereignete sich vor ihrem musikalischem Outing. Zweitens hat sie schon des Öfteren bewiesen, dass sie eine gute Figur auf der Leinwand abgeben kann, wie z.B. im schroffen „U-turn- Kein Weg zurück“ oder im einfühlsamen, wenn auch kitschigen „Angel Eyes“. Auch im vorliegenden Fall kann sie wieder überzeugen, wo sie doch neben Schauspielgiganten wie Redford und Freeman bestehen kann. Letzterer erfüllt eine ganz ähnliche Aufgabe wie in „Million Dollar Baby“ und das natürlich wieder besonders gut. Seine Wortgefechte mit Redford sind wie zu erwarten die komödiantischen Highlights des Films. Debütantin Becca Gardner als Griff hängt hier und da mal in der Luft, weiß aber auch zu überzeugen, wenn sie Hilfestellung von ihren erfahreneren Kollegen erhält.
Ein Problem mit dem Einar des Öfteren zu kämpfen hat: sein kaputter Wagen.
In weiteren Rollen zu sehen sind Josh Lucas, als Provinzsheriff, der sich langsam aber sicher zu einer Größe in Hollywood mausert, in diesem Fall aber, aufgrund seiner kleinen Rolle blass bleibt, Damien Lewis, als Jeans prügelnder Freund, ebenfalls nicht der Rede wert und Camryn Manheim, als Cafebesitzerin, die zwar auch die meiste Zeit unauffällig bleibt, aber gegen Ende noch eine starke Szene hat. Da wäre ja auch noch ein Bär, der mit einem feinfühligen Wechselspiel zwischen Putzigkeit und Aggression verblüfft (-:. Tatsächlich sorgt der dramaturgische Kniff einen Bären mit in den Plot einzubauen, an zwei Stellen für ungeahnten Nervenkitzel. Ein weiterer überzeugender Darsteller sind die atemberaubenden Luftaufnahmen der Naturlandschaft. Wirklich reizende, idyllische Bilder die Hallström dem Zuschauer da bietet, die perfektioniert mit einem hervorragendem Soundtrack nur einen Wunsch im Publikum auslöst: I want to go to Wyoming.
Griff gibt Einar einen neuen Lebenssinn.
Handlungstechnisch gibt es wenige Überraschungen. Lediglich die zerrüttete Beziehung zwischen Einar und Jean trägt den Film durch seine 108 Minuten Laufzeit. Die Vorgehensweise hierbei ist klassisch. Zu Beginn wird dem Zuschauer das Rätsel aufgegeben, worauf der Film aufgebaut ist. Dann passiert erst mal relativ wenig. Man kommt sich näher (vor allem Einar und Griff) und die Verhältnisse werden geklärt. Es wird viel drum herum geredet und nicht auf den Punkt gebracht. Glücklicherweise geschieht dies ganz ohne Längen, nicht zu letzt dank der humorgeladenen, verbalen Schlagabtausche zwischen Einar und Mitch. Trotz dramaturgischem Stillstand erweißt sich „ein ungezähmtes Leben“ als äußerst unterhaltsam. Im letzten Drittel wird das Geheimnis dann zum großen, emotionsgeladenen „Showdown“ gelüftet. Genau in diesem Teil des Films hat sich dann auch der Fehler eingenistet der für Lasse Hallström- Filme nur allzu typisch ist. Gegen Ende wird nämlich alles in Bewegung gesetzt, was in Bewegung zu setzen war. Dann geht es schlag auf schlag. Alle Facetten des Films werden zackig abgehandelt. Das wirkt dann sehr überhastet und wenig abgerundet.
Erste Annährungsversuche: Einar und Jean.
Dieser Makel trübt allerdings nicht den Unterhaltungsfaktor, den „ ein ungezähmtes Leben“ durchgängig bietet. Ein sensibles, humorvolles und wunderbar gefilmtes Familiendrama über Verlust und Vergebung hat Lasse Hallström da gezaubert und beweißt somit erneut, dass er ein Garant für Schmachtkino der unaufdringlichen Art ist. Wenig Kitsch, umso mehr Gefühl. Lass dir das nächste mal nur etwas mehr Zeit für den Schluss, Lasse! |
| | Fazit: „Ein ungezähmtes Leben“ ist ein einfühlsames Charakterdrama mit Topbesetzung, eingebettet in eine traumhaft, idyllische Naturlandschaft. Allerdings gibt es Punktabzüge für das übereilte Ende. |
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