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 | Don`t come knocking |  | | |
Don`t come knocking, 2005 | |
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| deutscher Start: | 2005 | | Herstellungsland: | Deutschland/USA | | Regie: | Wim Wenders ("Land of Plenty") |
| Drehbuch: |
Sam Shepard, Wim Wenders |
| Darsteller: | Sam Shepard, Jessica Lange, Tim Roth | | Verleih: | Reverse Angle Pictures | | Genre: | Drama | | Länge: | 123 Minuten | | FSK:
| ab 6 Jahren |
| Website: | Link aufrufen | | Günstig DVD, Video, Buch oder Soundtrack zu "Don`t come knocking" | 
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Inhalt:
Hollywoodstar Howard Spence (Sam Shepard) hat schon bessere Zeiten gesehen. Heute lebt er nur noch von seinem früheren Ruhm. Nach einer weiteren durchzechten Nacht flieht er eines Morgens vom Set des Westerns, den er gerade dreht, und reitet auf und davon, wie einer der Helden, die er sein Leben lang gespielt hat.
Sam Shepard als alternder Westernheld Howard Spence.
Als er kurz darauf erfährt, dass er womöglich ein Kind hat, von dem er nie etwas wusste, erscheint ihm das wie ein Hoffnungsstrahl. Vielleicht war sein Leben doch nicht völlig sinnlos, vielleicht gibt es doch irgendwo einen Ort, wo er hingehört. So lässt er alles hinter sich und macht sich auf die Suche nach diesem Sohn oder dieser Tochter - und entdeckt ein ganzes Leben, das er bisher verpasst hat - und eine Liebe, die er verloren glaubte. |
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| Kritik:
Zwei Jahrzehnte nach ihrem Kultfilm „Paris, Texas“, der in Cannes die „Palme d’Or“ gewann, kehren Sam Shepard und sein Regisseur Wim Wenders zurück in die staubigen Prärien des
Westens. „Don`t come Knocking“ ist ein selbstironischer, oft melancholisch angehauchter
Selbstfindungstrip, eingebettet in einen klassischem Road-Movie-Plot, der die längst verlorenen Ideale
der alten Western-Filme glorifiziert und gleichzeitig kritisch hinterfragt und ins Lächerliche zieht.
Der Drehbuchautor und Hauptdarsteller Sam Shepard bietet hier altbewährtes und tut auch gut daran.
Wie in „Paris, Texas“ und vielen anderen seiner Drehbücher greift Shepard die Themen der zerrütteten
Familie, entfremdeter Beziehungen und verschwundener Väter auf und verbindet sie mit dem Archetyp
des einsamen, harten Mannes, der über sein vergeudetes Dasein nachsinnt ohne daraus einen Ausweg zu finden.
Die farbenprächtige Kulisse sorgt für die surreale Atmosphäre.
Der Film spielt in einer leicht surreal angehauchten Welt, inmitten wunderschöner Landschaftsaufnahmen, kitschiger Alt-Western Motive, pastellfarbener Kleinstadt-Gebäude, umrandet mit kurzen Songeinlagen
und eigenwilligem Humor. So spielt Howard Spence in einem Western mit, der von der Optik und dem Dialog eher in einen Film der 60er Jahre paßt, obwohl „Don`t come Knocking“ klar in der Gegenwart angesiedelt ist.
Niemand würde heute noch so einen schmalzigen Kitsch drehen. Solche kleinen ironischen Anachronismen durchziehen den ganzen Film und geben ihm seine ungewöhnliche Atmosphäre. Die fast permanent vorhandene Country-Musik ist klug gewählt und unterstützt die leicht irreale Szenerie, die von Kameramann Franz Lustig in farbenprächtigen Scope-Bildern brillant eingefangen wurde.
Howard (Sam Shepard) triff seine Jugendliebe (Jessica Lange) wieder.
Doch nicht alles ist gelungen. Besonders hervorzuheben sind die vielen Logikfehler und Unglaubwürdigkeiten. So soll Howard ein vergessener Alt-Star sein, dessen guten Jahre schon lange der Vergangenheit angehören. Trotzdem erkennt ihn praktisch jeder, inklusive einer Gruppe Teenager, die nun wirklich nichts mit Western am Hut haben und spricht ihn an. Nur (O Wunder!!!) sein Sohn hat noch nie etwas von ihm gehört, wenngleich er in einer Stadt lebt, an der an jeder zweiten Ecke ein Plakat seiner vergangenen Filmerfolge hängt. Auch die Reaktionen von Howard Spence Mutter sind nicht immer nachvollziehbar. Als sie ihn nach über 30 Jahren wieder sieht, fällt die Begrüßung sehr verhalten aus. Was seine Mutter genau empfindet bleibt unklar.
Solche psychologischen Unzulänglichkeiten bei der Charakterisierung dürften einem Sam Shepard
eigentlich nicht passieren.
Eva Marie Saint spielt Howards Mutter.
Das Beste ist die pathetische Story, welche sich in realistisch anmutende Dialoge bettet, die lebensnah und echt klingen und den Figuren bitter nötiges Profil verleiht. Die Darstellung der Hauptrolle selbst ist zwiespältig. Einerseits passt Shepard optisch hervorragend in die Rolle einer alternden Western-Ikone, andererseits gelingt es ihm nie seine Figur sympathisch zu gestalten bzw. dem Publikum ihre Gefühle zu vermitteln. Allzu oft, senkt er seinen Blick und fährt sich mit der Hand übers Gesicht, um seinen inneren Schmerz zu zeigen den niemand so richtig nachvollziehen kann. Bis zum Ende bleibt er unausstehlich und unnahbar. Eine wirkliche Weiterentwicklung der Charaktere wird nur angedeutet, in seinem Spiel findet man jedoch nichts davon. Die Qualität der anderen Darsteller, allen voran Jessica Lange als ehemalige Geliebte von Howard, ist hingegen hervorragend. Schade, dass Sarah Polley, als Tochter von Spence, so wenig Spielzeit hat. Ihre Figur ist bei weitem die Faszinierendste. |
| | Fazit: Kontemplatives Road-Movie mit wunderschönen Landschaftsaufnahmen und klasse Darsteller-Ensemble, inhaltlich jedoch nicht ohne Mängel. Trotzdem bleibt „Don’t come Knocking“ eine hervorragende Alternative zum Mainstream-Kino. Alle die „Broken Flowers“ mochten, werden diesen Film lieben. |
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