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Domino

 

Domino, 2005

 
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deutscher Start:2005
Herstellungsland:USA
Regie:Tony Scott („Top Gun“)
Drehbuch: Richard Kelly, Steve Barancik
Darsteller:Keira Knightley, Mickey Rourke, Edgar Ramirez u.a.
Verleih:

Constantin Film
Genre:

Action/Drama/Krimi/Thriller
Länge:127 Minuten
FSK: nicht bekannt
Website:

Link nicht vorhanden

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Inhalt:


Nach einer wahren Geschichte - Domino (Keira Knightley, „Kick it Like Beckham“) kommt als Tochter des Schauspielstars Lawrence Harvey und des Topmodels Sophia Wynn in einer Welt voller Reichtum zur Welt - und schert sich keinen Tag ihres Lebens um vermeintliche Privilegien. Nach einem kurzen Ausflug in die Fashion-Welt als Model findet sie ihre Bestimmung - eher zufällig, als sie an einem Seminar für Kopfgeldjäger teilnimmt.

Bild 1 zu Domino
Das passiert wenn in den USA „Rich-Kids“ mal langweilig wird.

Domino verliebt sich nicht nur in diesen gefährlichen Straßenjob, sondern findet in ihren grimmigen Kollegen auch eine Art Ersatzfamilie. Der raubeinige und mit allen Wassern gewaschene Ex-Kriminelle Ed Mosbey (Mickey Rourke, „Sin City“) wird zu ihrem Mentor, während sie vom attraktiven Latino Choco (Edgar Ramirez) heimlich verehrt wird. Der Dritte im Bunde ist Alf (Rizwan Abassi), ein afghanischer Einwanderer, der die Gang mit seiner Vorliebe für Sprengstoff unterstützt. Zusammen spürt dieses unorthodoxe Quartett so viele flüchtende Verbrecher auf, dass der TV-Produzent Mark Heiss (Christopher Walken, „Die durch die Hölle gehen“) auf sie aufmerksam wird und sie zu Stars in der Reality-TV-Serie namens „The Bounty Squad“ macht.

Bild 2 zu Domino
Drei ganz harte Hunde: Domino mit ihren Kollegen Ed und Choco.

Was jedoch keiner der Beteiligten weiß: Die vier Kopfgeldjäger stehen kurz vor ihrem schwierigsten Job. Unfreiwillig ausgelöst durch ihren Auftraggeber, den Kautionshändler Claremont Williams III (Delroy Lindo, „Gottes Werk und Teufels Beitrag“), geraten sie mitten in einen bizarren FBI-Fall, in dem es um viel Geld und extrem dubiose Machenschaften geht. Um diesem Geflecht von Gefahren und Komplikationen lebendig zu entkommen, müssen Domino und ihre Partner zu radikalen Mitteln und Tricks greifen...

Kritik:


Der Film beginnt mit der Einblendung „Based on a true Story“ und endet mit den Worten „If You want to know what is true and what not, You can Fuck Off, it´s non of Your Business”. Und wirklich hat der Zuschauer gerade einen 2-stündigen Highspeed-Trip durch Tony Scotts abgedrehte Filmwelt hinter sich, in der die Unterscheidung zwischen Realität und Fiktion schon lange nicht mehr möglich ist. Domino ist die Tochter des berühmten Schauspielers Lawrence Harvey und sie ist eine der Klatschpresse wohlbekannte Kopfgeldjägerin. Soweit die „gesicherte“ Wahrheit. Aber die übertriebene Gangsterstory, die Scott uns in hochstilisierten Videoclip-Bildern präsentiert, kann der Kinobesucher unmöglich als Realität akzeptieren. Scott hat, obwohl er die echte Domino persönlich gut kennt, aber auch gar nicht das Ziel, einen biographischen Film zu machen. Vielmehr nutzt er die absurde Lebensgeschichte, um an ihr den Wahnsinn einer gesamten Gesellschaft zu exerzieren. Das Ergebnis ähnelt Terry Gilliams „Fear and Loathing in Las Vegas“ – nur dass die Drogen hier nicht Heroin und Kokain, sondern Gewalt und Adrenalin sind.

Bild 3 zu Domino
Dominos Verhör entwickelt sich zum Psychokrieg zwischen zwei coolen Biestern.

Gerade noch kämpfte Keira Knightley in „Stolz und Vorurteil“ mit frechen Spitzen in Wortgefechten um den netten Mr. Darcey, zieht sie nun mit einem vollautomatischen Gewehr in jeder Hand gegen die ganz bösen Jungs ins Felde. Auch wenn aus den langen Haaren im Bauernmädchen-Style ein fescher Bubikopf-Model-Schnitt wurde, ist der verschmitzt überlegene Blick, mit dem sie jeden männlichen Gegenspieler in die Defensive zwingt, der gleiche geblieben. Nur Lucy Liu kann da als Polizei-Psychologin-„Bitch“ in Sachen Coolness noch mithalten, gewohnt souverän gibt sie ihre Paraderolle als eiskaltes Miststück. Weitere Glücksgriffe der durchgehend überzeugenden Besetzung sind Mickey Rourke als semi-sympathischer Kopfgeld-Rambo und Dominos Vaterersatz, Christopher Walken als übergeschnappter TV-Produzent sowie Ian Ziering und Brian Austin Green, die Stars der Popkultur-Serie schlechthin: „Beverley Hills 90210“, die sich selbst karikieren und in Cameo-Rollen als Hosts der Reality-Show „Bounty Squad“ auftreten. In den wenigen lustigen Szenen wird die Showbiz-Welt weit treffender auf die Schippe genommen als in der gesamten Laufzeit von „Be Cool“.

Bild 4 zu Domino
Die beiden „90210“-Stars geben ein Gastspiel als Reality-Show-Hosts.

Oberflächlich betrachtet sieht „Domino“ aus wie ein sehr langer Jeans-Werbespot. Schon in seinen letzten Filmen fing Scott an, sich für immer außergewöhnlichere Schnitt- und Kameratechniken zu interessieren. In „Der Staatsfeind Nr. 1“ passte es gut zur Satellitenüberwachung aus dem All, aber in „Spy Game“ und „Mann unter Feuer“ waren es nicht mehr als überflüssige Spielereien. In „Domino“ treibt er es aber noch weiter, es gibt keine einzige Szene mehr, die nicht durch schnelle Schnitte „zerlegt“ oder durch andere technische Mittel wie unerwartete Zooms oder ungewohnte Farbfilter verfremdet wurde. Der Weltrekord im Verhältnis von Schnitten zur Laufzeit dürfte zumindest nicht weit entfernt sein, wenn er in „Domino“ nicht sogar überboten wurde. Eigentlich ziemlich prätentiös und vor allem unglaublich anstrengend (der Kinobesuch ist nur mit sehr ausgeruhten Augen zu empfehlen), aber die merkwürdig fließende Atmosphäre, die so entsteht, passt kongenial zu den Charakteren, die selbst schon jeden Bezug zur Realität verloren haben, trotz aller aufgesetzter Coolness weder Herr der Lage noch über sich selbst sind.

Bild 5 zu Domino
Kann auch ganz lieb sein: Domino als ganz normales Mädchen.

Nebenbei ist „Domino“ der erste Film, indem Tony sich an satirische Einschübe heranwagt. In einer längeren Sequenz wird das Selbstverständnis der ethnischen Minderheiten in den USA politisch unkorrekt und unerwartet konsequent hinterfragt. Lateesha (Mo´Nique), die jüngste schwarze Oma des Landes, ist bei Jerry Springer eingeladen, um über die Probleme des Gesundheitssystems zu sprechen. Stattdessen nutzt sie aber die Gelegenheit, um ihr neues Konzept zur Benennung von Mischlingen aus verschiedenen ethnischen Gruppen vorzustellen, weil ihr das mehr Chancen auf einen Buch-Deal eröffnet. Von Japanic (Japanese + Hispanic) bis zu Chinegro (Chinese + Negro) ist für jeden das Passende dabei. An anderer Stelle spielt er mit seiner Figur des explosionsgeilen Afghanen. Nicht nur, dass der alles, was ihm nicht in den Kram passt, einfach in die Luft jagt, er schickt auch die Beute in Carepakete verpackt in die Heimat. Die surreale Szene, in der die armen afghanischen Kinder mit dem Geld um sich schmeißen, erinnert stark an den kritischen Ansatz aus David O. Russells „Three Kings“.

Bild 6 zu Domino
Das kommt davon, wenn man einen durchgeknallten Afghanen im Team hat.

War Gewalt bisher für Scott nicht mehr als ein effektives Stilmittel, geht er auch damit in „Domino“ differenzierter um und spielt mit den gewohnten Mustern. Beim ersten Versuch eine Zielperson zu überwältigen, kommt es zu der altbekannten Shoot-Out-Situation, bei der sich zwei Gangs gegenüberstehen und jeder seine Knarre an den Kopf des anderen hält. Nach einer wilden Schießerei liegen zunächst alle tot auf dem Boden, doch Scott spult die Szene wieder zurück und löst sie durch einen erotischen Table-Dance Dominos neu auf. In einer anderen Szene, bei der in einem Bus der Arm einer Geisel, auf dem ein Code in Form eines Tattoos eingraviert ist, mit zwei Pump-Gun-Schüssen abgetrennt wird, wird die ganze Bandbreite der Zuschauerreaktionen auf die Gewalt auch auf der Leinwand reflektiert. Die 90210-Geiseln schreien sich vor Schrecken und Ekel die Seele aus dem Leib, während Domino, abgestumpften Horror-Junkies gleich, das Ganze nicht einmal interessant genug findet um überhaupt hinzusehen.

Fazit:


Zugleich der bisher durchgeknallteste aber auch reifste Tony Scott-Film. Vor allem aber sein Bester.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Christoph

Eingetragen am:

12.11.2005

Aufgerufen:

22860 Mal

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