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 | Die Rotkäppchen-Verschwörung |  | | |
Hoodwinked!, 2005 | |
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| deutscher Start: | 2006 | | Herstellungsland: | USA | | Regie: | Cory Edwards, Todd Edwards, Tony Leech |
| Drehbuch: |
Cory Edwards, Todd Edwards, Tony Leech |
| Darsteller: | Keine Schauspieler | | Verleih: | Kinowelt | | Genre: | Animation/Familienfilm/Komödie/Mystery | | Länge: | 81 Minuten | | FSK:
| ab 0 Jahren |
| Website: | Link nicht vorhanden | | Günstig DVD, Video, Buch oder Soundtrack zu "Die Rotkäppchen-Verschwörung" | 
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Inhalt:
Es ist die altbekannte Szenerie: Das Rotkäppchen ist auf dem Weg zu ihrer Großmutter. Nach einer waghalsigen Reise durch den finsteren Wald und der Begegnung mit dem bösen Wolf, kommt sie schließlich, mit einem Körbchen voller leckerer Törtchen am Haus ihrer Großmutter, eine berühmte Backrezeptlegende, an. Doch irgendetwas stimmt nicht. Großmutter verhält sich äußerst seltsam und alles an ihr wirkt plötzlich so groß. Schnell entpuppt sie sich als der böse Wolf und beginnt das Rotkäppchen durch das Haus zu scheuchen, das sich gekonnt zur Wehr setzt. Nur wenig später hüpft Großmutter gefesselt aus dem Wandschrank und urplötzlich kracht ein Holzfäller, wie ein Irrer schreiend und mit erhobender Axt durchs Fenster. Cut.
Das A-Team unter den Waldbewohnern.
Inzwischen ist die Polizei am Tatort eingetroffen. Für Kommisar Waldbär ist die Sachlage klar: Der Wolf wollte Rotkäppchen und Großmutter verspeisen, bis der Holzfäller zur Rettung eilte. Doch der ebenso mysteriöse wie clevere Skippers (ein Frosch) vermutet etwas ganz anderes und glaubt, durch die Verdächtigen endlich den Fall des unheimlichen Rezeptdiebes zu lösen, der seit einiger Zeit sein Unwesen im Wald treibt. Er soll recht behalten. Die Vernehmung der vier Tatverdächtigen, die nun alle ihre Sicht der Geschehnisse schildern, offenbart neue Erkenntnisse. Die einzelnen Puzzleteile müssen nur noch entschlüsselt werden, um den bösen Rezeptgauner endlich hinter Gitter zu bringen. |
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| Kritik:
Jeder von uns kennt sie, die Geschichte vom Rotkäppchen. Man hat sie schon tausendmal in hunderten verschiedenen Variationen gehört. Jedoch hat sich nie jemand daran gewagt, die einzelnen Personen zu hinterfragen und zu ermitteln wie die Geschichte denn nach „und sie lebten glücklich und zufrieden...“ weiter gehen könnte. Warum haben sich der Wolf und das Rotkäppchen überhaupt getroffen? Welche Geheimnisse hat die Großmutter? War es Zufall, dass der Jäger/Holzfäller gerade bei Großmutter vorbei kam? Und wieso hat das Rotkäppchen eigentlich immer eine rote Kappe auf? Die Beantwortung dieser Fragen holen die Newcomer Cory Edwards, Todd Edwards und Tony Leech mit ihrer wilden und einfallsreichen Animations-Krimikomödie „Die Rotkäppchen-Verschwörung“ nun nach und verfrachten das Märchen vom Rotkäppchen in eine außergewöhnliche, urkomische Film Noir- Situation, mit lauter unüblichen Verdächtigen, wo nichts ist wie es scheint.
Das Rotkäppchen ist die erste Zeugin.
„Die Rotkäppchen-Verschwörung“ bedient sich einer, mittlerweile 57 Jahre alten, Erzähltechnik, die 1950 Akira Kurosawas „Rashomon“ zu einem Meilenstein der Filmgeschichte werden ließ. Ein und dieselbe Geschichte wird aus 4 verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Wo nach der ersten Geschichte, nämlich der Version des Rotkäppchen, noch einige Fragen offen bleiben, werden diese Lücken in den folgenden 3 Erzählungen durch erstaunlich kreative Einfälle geschlossen und geben zum Schluss ein stimmiges Bild in bester „11:14 - elevenfourteen“- Manier ab. In „Die Rotkäppchen-Verschwörung“ ist nichts zufällig. Um der Geschichte etwas mehr Reiz zu verleihen, wurden einige Dinge kreativ hinzugedichtet und neue Personen in die Handlung mit eingebaut. So wurde z.B. der Jäger einfachheitshalber zum Holzfäller degradiert oder der Spaziergang durch den Wald wurde durch eine wilde Achterbahnfahrt mit einem urkomischen, singenden Ziegenbock aufgepeppt. Mit dem Nebenhandlungsstrang des Rezeptdiebs wurde eine passende Überleitung zum großen Showdown gefunden, der auch, für jüngere Zuschauer, eine überaschende Plotwendung nach sich zieht. Dieser Aspekt spielt aber auch in den einzelnen Geschichten eine große Rolle, wie sich später herausstellt. Die fast schon krimihafte Sichtweise auf die altbekannte Geschichte ist einfach erfrischend und weiß bereits ab der aberwitzigen Eröffnungssequenz zu fesseln.
Ein Highlight: Der singende Ziegenbock gesprochen von Jan Delay.
Besonders einfallsreich zeigten sich die Macher bei der Entwicklung der verschiedenen Charaktere. ACHTUNG SPOILER. Das Rotkäppchen ist nun nicht mehr nur das liebe Mädchen, das ihrer Großmutter Verpflegung vorbei bringen möchte, sondern das Botenrotkäppchen mit schwarzem Gürtel, das sich in der friedlichen Obhut des Waldes unterfordert fühlt und stattdessen hinaus in die weite Welt ziehen möchte. Der Wolf ist ein rasender Enthüllungsreporter, der, mit seinem Kollegen, einem hyperaktiven Eichhörnchen (kleines Zugeständnis in Richtung „Ab durch die Hecke“) dem Rezeptdieb auf der Spur ist und in Rotkäppchen und der Großmutter Verdächtige vermutet. Der bayerische Holzfäller entpuppt sich als ebenso erfolg- wie talentloser Schauspieler, der sich durch seine Holzfäller- Tätigkeiten auf die Performance in einem Recall für einen Werbespot vorbereitet. Am besten gelungen ist sicherlich die Großmutter, die nicht nur einen eigenen Fanshop betreibt, sondern auch ein geheimes Doppelleben unter dem Decknamen Triple G führt und eine Vorliebe für Extremsportarten pflegt. SPOILER ENDE. Diese außergewöhnliche Zusammenstellung an zwiespältigen Charakteren sorgt für einige überraschende Verwicklungen und umso witzigere Auflösungen.
Triple G schwebt in Gefahr.
In Sachen Witze waren die beiden Edwards und Leech offensichtlich darauf bedacht auch ein erwachsenes Publikum gut zu unterhalten. So lässt sich in „die Rotkäppchen-Verschwörung“ eine ausgesprochen vielfältige Ansammlung an bissigen Wortwitzen vorfinden (Rotkäppchen: „Großmutter, warum hast du denn so große Ohren?“ Wolf in Omakostüm: „Damit ich deine kritischen Bemerkungen besser hören kann“). Außerdem gibt es eine erhabene Ansammlung von gewitzten Filmzitaten von alten Film Noir-Klassikern bis hin zu Filmen wie „Triple X“. Des Weiteren wurde ein gehöriger Blick in die Klischeekiste gewagt und in diesem Sinne alles Mögliche liebevoll durch den Kakao gezogen; selbst die Deutschlandklischees kommen hier nicht ungestraft davon. Doch auch für das jüngere Publikum ist ausgesorgt. Die Handlung wird immer wieder durch rasante Slapstick und gelegentliche Musikeinlagen, neben dem sehr gelungenen Soundtrack, angefeuert, so dass auch Kinder in „die Rotkäppchen-Verschwörung“ ihren Spaß haben werden. Im Original werden die Figuren übrigens von Stars wie Anne Hathaway, Glenn Close und Jim Belushi gesprochen. Für die deutsche Synchronisation begaben sich u.a. die zauberhafte Sarah Kuttner, Hans Werner Olm (passend als Oma) und Max Raabe vor das Mikro.
Der Holzfäller jobbt nebenbei als Schnitzel-am-Stiel-Verkäufer.
Der Animationsstreifen ist sicherlich nicht perfekt. Durch das, für Animation, eher geringe Budget von $ 5 Mio. ist die optische Umsetzung nicht auf dem hohen Niveau von z.B. Pixar-Filmen anzusiedeln. Oft erinnert der Streifen an PC-Spiel-Animationen. Auch ein paar wenige der Gags sind dermaßen kindisch und abgedroschen geraten, dass selbst das junge Publikum nicht darüber lachen wird. Doch diese Negativpunkte trüben den Gesamteindruck nur geringfügig. Die, in diesem Genre, unverbrauchte Herangehensweise, statt „putzige Tierchen erleben verrücktes Abenteuer“, ist mehr als willkommen, absolut sehenswert und hat sich die Floskel „auch für Erwachsene geeignet“ endlich mal voll verdient. |
| | Fazit: Eine besonders kreative, aber mäßig animierte Märchenparodie, die durch eine frische Herangehensweise, mit tollen Charakteren, witzigen Filmzitaten und Wortwitz auftrumpft. Auch für Erwachsene ist „Die Rotkäppchen-Verschwörung“ ein großer, bissiger Spaß. |
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