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 | Die Liebe in mir |  | | |
Reign Over Me, 2007 | |
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| deutscher Start: | 2007 | | Herstellungsland: | USA | | Regie: | Mike Binder |
| Drehbuch: |
Mike Binder ("An deiner Schulter") |
| Darsteller: | Don Cheadle, Adam Sandler, Liv Tyler u.a. | | Verleih: | Sony Pictures | | Genre: | Drama | | Länge: | 125 Minuten | | FSK:
| ab 6 Jahren |
| Website: | Link aufrufen | | Günstig DVD, Video, Buch oder Soundtrack zu "Die Liebe in mir" | 
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Inhalt:
Nach Jahren der Funkstille laufen sich die beiden ehemaligen College-Kollegen Alan Johnson (Don Cheadle) und Charlie Fineman (Adam Sandler) zufällig über den Weg. Alan scheint alles im Leben erreicht zu haben, was er sich vorgenommen hat. Er hat einen guten Job als Zahnarzt, seine schöne Frau Janeane (Jada Pinkett), wohlerzogene Kinder und ein schickes Haus. Trotzdem fühlt er sich von der familiären Idylle erdrückt – er wünscht sich die Freiheit zurück, die er einst als Junggeselle hatte. Zudem droht ihm ein Rechtsstreit mit seiner Patientin Donna (Saffran Burrows), die ihn sexuell belästigt hat.
Grundverschieden und doch ein Herz und eine Seele: Alan und Charlie. Charlie dagegen ist völlig abgestumpft, wirkt teilweise wie ein kleines Kind und scheint seine Umgebung kaum noch wahr zunehmen. Er hat während des 11. Septembers seine Familie verloren, dieses Schicksal noch immer nicht verarbeitet und blockt jeden ab der ihn darauf anspricht. Alan kommt die Begegnung mit Charlie gerade recht, da die Treffen mit ihm in Clubs und zum Fernsehen und Videospielen bei ihm zu Hause eine willkommene Auszeit vom alltäglichen Trott sind. Nebenbei versucht er mit Hilfe seiner Kollegin Angela (Liv Tyler), einer Psychologin, auch Charlie zu helfen. |
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| Kritik:
Eine Figur, die den Verlust von Frau und Kind zu verarbeiten hat, die während des 11. Septembers ums Leben gekommen sind; eine andere Figur, die sich von der Rolle als treusorgender Familienvater und Ehemann angeödet fühlt und nach einer Ausbruchsmöglichkeit sucht; oben drauf ein schmalzig anmutender Titel wie „Die Liebe in mir“: Das klingt nach fürchterlich weinerlichem, plakativem Kitsch, der übermäßig auf die Tränendrüse drückt. Doch davon sollte man sich nicht beirren lassen, denn Mike Binders „Die Liebe in mir“ ist ein völlig anderer Film, als es auf dem Papier den Anschein hat. „Die Liebe in mir“ ist kein schmalziges Melodram, kein übersentimentales Selbstfindungsdrama und vor allem kein Film über den 11. September, sondern viel mehr eine beschwingte Tragikomödie über 2 Männer, die etwas seltsames verbindet, die sich in den Irrungen und Wirrungen des Lebens verheddert haben und die sich nun auf spielerische Weise gegenseitig therapieren. Ein unverkrampfter Film über eine authentische Männerfreundschaft, der vor allem durch das tolle Zusammenspiel zwischen den beiden Hauptdarstellern Don Cheadle und Adam Sandler rundum funktioniert.
Donald Sutherland in einer hübschen Minirolle als Richter. Eine besondere Stärke von Regisseur und Drehbuchautor Mike Binder ist, dass er die Emotionsklaviatur ungemein gut beherrscht und das in „Die Liebe in mir“ immer wieder aufs Neue unter Beweis stellt. Auf seinem Film liegt eine gewisse Schwere, die sich aufgrund des Themas nicht vermeiden lässt und die sicherlich wichtig für die Geschichte ist. Die Aufgabe besteht also darin, dem Zuschauer diese Tragik nicht allzu plakativ unter die Nase zu reiben und ihn damit zu erdrücken. Binder gelingt dieses Vorhaben größtenteils sehr gut, weil er zum einen sehr subtil mit seinen Figuren umspringt und deren persönliche Schicksale 2/3 der Laufzeit nur zaghaft andeutet und zum anderen weil es ihm gelingt immer wieder herzliche Gags in seinen Plot einzubauen. So haben Momente, wie wenn Alan und Charlie gemeinsam auf einem Scooter durch die Nacht brausen, Videospiele zocken oder in Clubs abhängen einen angenehmen Hang zum Unbeschwerten. Im Gegenzug versteht es Binder aber auch seine Szenen auf harmonische Weise von Komödie in Richtung Drama zu lenken, wenn Charlie, als sehr unberechenbare Figur, einen seiner Gefühlsausbrüche erleidet. Im letzten Drittel übernehmen diese dramatischen Momente passenderweise die Oberhand, bevor die „Liebe in mir“ versöhnlich endet.
Charlies Lieblingshobby: Mel Brooks-Filme. Die besondere Faszination des Films ergibt sich aus der eigenartigen Harmonie der beiden Hauptfiguren, die unterschiedlicher im Grunde nicht sein könnten, aber dennoch zusammen durch Dick und Dünn gehen und sich sofort vertraut sind, obwohl eine langjährige Funkstille zwischen ihnen herrschte. Adam Sandler wirkt im ersten Moment ziemlich fehlbesetzt. Man kann sich kaum vorstellen, dass er eine dermaßen ernste Rolle stemmen kann. Schnell bemerkt man aber, dass er eigentlich die Idealbesetzung für den kauzigen Charlie ist, der seit dem Tod seiner Familie zum kindsköpfigen Teenager mutiert zu sein scheint und die Welt um sich herum gar nicht wahr nimmt oder nicht wahr nehmen will. So bekommt er immer wieder die Möglichkeit auch sein komödiantisches Talent auszuspielen, während er zwischendurch auch die Tragik seiner Figur glaubhaft rüber bringt. Allzweckwaffe Don Cheadle steht Sandler natürlich in nichts nach. Gewohnt souverän spielt er seinen Alan, der glaubt Charlie zu helfen, ohne zu bemerken, dass es auch umgekehrt der Fall ist. Die Szenen, in denen nur die beiden Hauptakteure zu sehen sind, sind zweifellos die Besten und Herzlichsten des Films.
Unterfordert: Liv Tyler als Angela. Ein Problem ergibt sich allerdings aus den Nebenfiguren. Zwar sind diese u.a. mit Liv Tyler, Jada Pinkett, Safran Burrows und Donald Sutherland hochkarätig besetzt und gut gespielt, doch wirken ihre Rollen weniger wie authentische Menschen als einfach ein Mittel zum Zweck, um bestimmte Mechanismen bezüglich der Figurenentwicklung der beiden Hauptcharaktere in Gang zu setzen. Bei der Rolle von Liv Tyler z.B. ist es von Anfang an klar, dass sie diejenige sein wird, die Charlie letztendlich auf den Zahn fühlt. Eine weitere Funktion oder eine eigene Identität bekommt sie leider nicht. Man erfährt, dass sie Psychiaterin ist und deshalb eben gut mit Menschen umgehen kann – mehr Hintergründe zu dieser Person werden nicht erwähnt. Der Subplot von Safran Burrows wirkt sogar ziemlich überflüssig. Zwar wird sie später noch in die Haupthandlung mit eingebunden, doch das täuscht nicht darüber hinweg, dass dieser Charakter auch unkomplizierter in die Handlung hätte eingeführt werden können. So wirkt „Die Liebe in mir“ etwas künstlich in die Länge gezogen.
Sexy: Saffran Burrows als Donna. Dennoch bleibt Binders Werk ein recht kurzweiliger, beschwingter Spaß mit einigen ernsten Tönen, der die Botschaft, dass man über seine Probleme reden und sie verarbeiten soll, statt sie zu verdrängen, glaubhaft überbringt, ohne den Holzhammer zu schwingen. Erwähnenswert sind übrigens auch die stilistischen, schönen Bilder die Binder hat einfangen können, vor allem wenn er das Duo auf dem Scooter durch die nächtlichen Straßen schickt, und der gut gewählte Soundtrack, vornehmlich alte Rocksongs, wobei das Pearl Jam-Cover des The Who-Klassikers „Love reign over me“ für einige besonders schöne Momente sorgt. |
| | Fazit: „Die Liebe in mir“ behandelt ernste Themen wie den Verlust der Familie, wobei der Zuschauer durch die beiden fantastischen Hauptdarsteller Adam Sandler und Don Cheadle, deren gut gestalteten Figuren und vielen herzlichen Gags, nie von der Schwere der Thematik erdrückt wird. Die Ausarbeitung der gut besetzten Nebenfiguren fällt aber etwas oberflächlich aus. |
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