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 | Die Liebe in den Zeiten der Cholera |  | | |
Love in the Time of Cholera, 2007 | |
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| deutscher Start: | 2008 | | Herstellungsland: | USA | | Regie: | Mike Newell ("Mona Lisas Lächeln") |
| Drehbuch: |
Ronald Harwood, Gabriel García Márquez (Novelle) |
| Darsteller: | Javier Bardem, Giovanna Mezzogiorno, Benjamin Bratt u.a. | | Verleih: | Tobis Film GmbH & Co. KG | | Genre: | Drama/Romanze | | Länge: | 139 Minuten | | FSK:
| ab 6 Jahren |
| Website: | Link aufrufen | | Günstig DVD, Video, Buch oder Soundtrack zu "Die Liebe in den Zeiten der Cholera" | 
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Inhalt:
Südamerika, im Jahr 1879: Eine flüchtige Begegnung und mehrere Briefe genügen, schon hat sich Florentino Ariza unsterblich in die Kaufmannstochter Fermina Daza verliebt. Für den jungen Telegrammboten zählt nur seine große Liebe, der er ein Leben lang treu bleibt. Weder Ferminas herrischer Vater, der diese Verbindung verhindern will, kann etwas daran ändern noch die Tatsache, dass Fermina Florentinos Antrag schließlich ablehnt und den angesehenen Arzt Dr. Urbino heiratet.
Florintino trachtet der nach der Liebe Ferminas. Denn der verschmähte Liebhaber gibt nicht auf. Er wartet, schwelgt in romantischen Versen, mit denen er seine Geschäftspost ziert, und entwickelt sich zu einem wahren Casanova, der über seine mehr als 600 Liebschaften gewissenhaft Buch führt. Florentino lebt sein Leben, ebenso wie Fermina, die mit ihrem Mann eine meist glückliche Ehe führt. Als der nach über 50 Jahren schließlich stirbt, sieht Florentino die Chance, doch noch mit der Liebe seines Lebens zusammen zu kommen. |
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| Kritik:
Literaturverfilmungen sind stets ein Drahtseilakt. Springt ein Regisseur zu "frei" mit der literarischen Vorlage um, setzt er sich dem Vorwurf aus, dass sei Film eigentlich keine Verfilmung eben dieses Romans mehr sei. Ist der Plot jedoch eng an die Romanvorlage angelehnt, besteht die Gefahr, dass der Film kein eigenes Profil entwickelt und lediglich ein blasses Abziehbild des Romans bleibt. Letzteres ist auch das Dilemma von „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“.
Fermina entscheidet sich für ein Leben mit dem Arzt Dr. Urbino. Regisseur Mike Newell („Vier Hochzeiten und ein Todesfall“) und Drehbuchautor Ronald Harwood haben in der Verfilmung des vielgerühmten Werks von Gabríel García Márquez den Versuch gemacht, die vielen Episoden der Romanhandlung filmisch zu einem roten Faden zusammen zu führen, und verirren sich dabei leider in Belanglosigkeit. Denn die zahlreichen Geschichten machen das eigentliche Thema des Films – die große, einzige wahre Liebe – für den Zuschauer unglaubhaft. Die Szenen aus Ferminas Ehe und gesellschaftlichem Leben oder Florentinos sexuelle Abenteuer – das alles vereint sich nicht zu einem harmonischen Ganzen, das die Motive der Hauptfigur nachvollziehbar macht. Gerade Florentinos Liebschaften wirken oft wie Fremdkörper oder Versatzstücke einer romantischen Komödie, weil sie so gar nicht zum eher tragisch-romantischem Thema des Films zu passen scheinen.
Florentino und Lotario Thurgot im Bordell.
Zu deutlich spürbar ist das Bemühen der Regie, die Fülle und die Stimmung des Romans 1:1 in den Film zu übernehmen. Die guten Darsteller, allen voran Javier Bardem („Das Meer in mir“, „No Country for Old Men“) und Giovanna Mezzogiorno („Ein letzter Kuss“) reizen alles aus, was Drehbuch und Regie ihnen an Gestaltungsspielraum zugestehen, aber viel ist das eben nicht. Deshalb können auch sie den Film letztlich nicht "rund" machen und ihn zu einer funktionierenden Geschichte formen. Dazu fehlt es Drehbuch und Regie viel zu sehr an einer klaren Richtung, die den Darstellern Orientierung geben könnte und sollte. Da dem Film der rote Faden fehlt, kommt dem Zuschauer „Die Lieben in den Zeiten der Cholera“ auch arg lang vor. Und umgekehrt hat ein Film eigentlich auch immer nur dann „Längen“, wenn er den Zuschauer nicht wirklich erreicht.
Florentino reift zu einem Casanova heran, der seine Eroberungen akribisch protokolliert.
Kostüme und Ausstattung sind opulent, und die Maske hat die ehrgeizige Aufgabe, die Schauspieler so extrem altern zu lassen, gut gelöst, so dass das Vergehen von fünfzig Jahren glaubhaft wirkt. Das alles kann jedoch nicht über die Drehbuchmängel hinwegtäuschen. Der Plot ist leider voller Schlaglöcher, in denen der ganze Film steckenbleibt. Am Ende schließt sich in dieser Geschichte dann eben auch kein Kreis. Die späte Erfüllung der großen Liebe ist für den Zuschauer kein zwingender Schluss. Stattdessen steht man etwas ratlos da; man fragt sich, was das für eine Liebe sein kann, die über Jahrzehnte eigentlich nur aus flüchtigen Begegnungen zweier völlig fremder Menschen besteht. Es bleibt die Beschwörung der wahren, der einzigen großen Liebe, die aber beim Zuschauer keinen emotionalen Widerhall finden kann, sondern eher schal bleibt und künstlich wirkt. |
| | Fazit: Die Liebe in den Zeiten der Cholera“ ist im Grunde kein schlechter oder gar langweiliger Film. Wäre er nicht die Verfilmung eines so berühmten Buches, würde man ihn aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten und positiver bewerten können. So jedoch muss er sich als "Literaturverfilmung" eben immer an der Vorlage messen lassen. Und verglichen damit bleibt der Film leider Mittelmaß. |
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