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 | Die Insel |  | | |
The Island, 2005 | |
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| deutscher Start: | 2005 | | Herstellungsland: | USA | | Regie: | Michael Bay ("Bad Boys II") |
| Drehbuch: |
Caspian Tredwell-Owen, Alex Kurtzman, Roberto Orci |
| Darsteller: | Ewan McGregor, Scarlett Johansson, Djimon Hounsou u.a. | | Verleih: | Warner Bros. Pictures | | Genre: | Drama/Sci-Fi/Thriller | | Länge: | 136 Minuten | | FSK:
| ab 16 Jahren |
| Website: | Link aufrufen | | Günstig DVD, Video, Buch oder Soundtrack zu "Die Insel" | 
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Inhalt:
Lincoln Six-Echo (Ewan McGregor, „Trainspotting“) und Jordan Two-Delta (Scarlett Johansson, „Ghost World“) leben Mitte des 21. Jahrhunderts in einer scheinbar utopischen Wohneinheit, die in Wirklichkeit ein Gefängnis ist. Wie alle Bewohner werden sie ständig überwacht, angeblich zu ihrem eigenen Schutz. Sie alle hoffen, irgendwann auf „Die Insel“ reisen zu dürfen: die allerletzte unverseuchte Oase auf der Erde. Denn es heißt, dass alle Menschen auf der Welt – außer ihnen – bei einer Umweltkatastrophe umgekommen sind.
Kein Nike-Werbespot, sondern eine „düstere“ Zukunftsvision.
Seit kurzem wird Lincoln jedoch von unerklärlichen Alpträumen geplagt. Immer ungeduldiger stellt er sein Gefangenendasein infrage. Doch auf die Wahrheit ist er nicht vorbereitet: Neugierig geworden, entdeckt Lincoln, dass sein gesamtes Leben eine einzige Lüge ist – und die Insel nur Auswuchs eines Betrugsmanövers. Ihm wird klar, dass er, Jordan und alle anderen tot sehr viel mehr wert sind als lebendig. Die Zeit wird knapp, und so flieht Lincoln mit Jordan aus der einzigen Welt, die sie kennen. Draußen entkommen sie den wachsamen Augen des unheimlichen Instituts, und ihre anfangs platonische Freundschaft entwickelt sich zu einer intensiven Beziehung. Doch schon haben die gnadenlosen Schergen des Instituts die Verfolgung aufgenommen. Lincoln und Jordan kennen nur ein Ziel: am Leben zu bleiben. |
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| Kritik:
Der Lieblingsregisseur von Erfolgsproduzent Jerry Bruckheimer („Top Gun“, „Das Vermächtnis der Tempelritter“) Michael Bay („The Rock – Fels der Entscheidung“, „Pearl Harbour“) hat das Lager gewechselt. Seinen neuen Film „Die Insel“ inszenierte er für Dreamworks Pictures - angeblich weil ihm Steven Spielberg ein Drehbuch schickte, dass er unter keinen Umständen ablehnen konnte. Bruckheimer soll über diese Abwanderung „not amused“ gewesen sein, aber insgesamt gab es bei dem Geschäft wohl eh nur Verlierer – allen voran den Zuschauer.
Cops im Jahre 2019 – in den USA sehen die auch heute nicht anders aus.
Stammzellen-Forschung, Leihmutterschaft, menschliches Ersatzteillager, usw. – die Liste der Schlagwörter, wenn es zur Diskussion um Embryonen- und Genforschung kommt, scheint schier unendlich. Genug hochbrisanter Brennstoff, um hundert Filmen Tiefe und gesellschaftliche Bedeutung zu verleihen. Aber Michael Bay hat es noch in keinem seiner Filme geschafft, Themen von Relevanz zu behandeln und so zieht er auch bei „Die Insel“ den Schwanz lieber ein, anstatt einen Beitrag zur öffentlichen Diskussion zu leisten. Mit einem Kunstgriff zieht er sich aus der Schusslinie zwischen konservativen Kirchengruppen und progressiven Wissenschaftsverbänden: Die Menschen in der echten Welt wissen nichts von den lebenden Klonen in der Anlage, sie denken, es würde sich bei ihren Versicherungspolicen nur um vegetierende Fleischklumpen handeln – alles weitergehende wird im Film mit dem Gott-Komplex des Leiters des Instituts Merrick (Sean Bean, „Herr der Ringe“) erklärt. So wird auch die Verantwortung vom durchschnittlichen, kleinen Mann (dem Kinogänger) genommen und er kann fünf Minuten nach verlassen des Saals mit dem Vergessen anfangen ohne durch einen schweren Film belastet zu sein. Der Höhepunkt dieser beruhigenden schwarz-weiß Malerei ist der unausweichliche Vergleich mit der Ideologie des Dritten Reiches, der erst in den letzten zehn Minuten Einzug in den Film erhält, dem Zuschauer dann aber mit einem Holzhammer (genauer: Gaskammer) vor den Kopf geknallt wird.
Klonen der nächsten Generation – macht irgendwie hungrig.
Alles beginnt mit einem von Lincolns Alpträumen, dessen Visualisierung stark an einen Werbespott für schokoladenfreie Kokussnacks erinnert – karibisches Flair, Wolken ziehen vorüber, opernhafte Kirchenmusik und weiße Kleider wehen im Wind. Sowieso hat der ganze Film den zweifelhaften Charme einer überlangen, sterilen Shampoo-Werbung. Von der antiseptischen Kargheit der Wohnanlage, die ein perfektes Objekt für eine Foto-Serie in „Schöner Wohnen“ abgeben würde, über die nicht weniger künstliche reale Welt, wirkt alles merkwürdig unterkühlt. Macht dies in einer Forschungsanlage noch Sinn, fragt man sich vor allem in den Wüstenszenen schon, ob Michael Bay überhaupt dazu in der Lage ist, etwas anderes als Hochglanz zu inszenieren – die Filme der Scott-Brüder (Tony, „Mann unter Feuer“; Ridley, „Königreich der Himmel“) wirken dagegen wie präzise Charakterstudien mit feindosierten Bildkompositionen. Konnte man die letzten Bay-Filme durchstehen, indem man sich von einer soliden Actionsequenz zur nächsten hangelte, stellt „Die Insel“ den Zuschauer auf eine noch härtere Probe. Die reichliche Action ist in ihren meist zynischen Auswüchsen recht limitiert und erschöpft sich in ausgiebigem Weggerenne und einer Autobahn-Verfolgungsjagd, die es so eins zu eins schon in „Bad Boys 2“ zu sehen gab. Auch wenn gerade mal keine Actionsequenz im Drehbuch vorgesehen ist, lässt sich Bay leider nicht davon abhalten, seine Zeitlupen-Sucht auf andere Weise zu befriedigen und vergreift sich dafür selbst an den alltäglichsten Vorgängen wie Händeschütteln.
Genau so sehen Michael Bay - Filme aus, einfach nur langweilig.
Aber wir wollen auch Bays Leistungen nicht unter den Tisch fallen lassen. Mit seinem schier unendlich scheinenden Talent hat er es tatsächlich geschafft, die nicht gerade untalentierten Schauspieler Ewan McGregor und Scarlett Johansson auf jeweils zwei Gesichtsausdrücke zu reduzieren (er: erschrocken oder nicht erschrocken; sie: erschrocken oder verführerisch-naiv). Auch die anderen Darsteller funktionieren nur als zusätzliche Einrichtungsgegenstände: Michael Clarke Duncan („The Green Mile“) als erstes Opfer Starkweather, der in der realen Welt NFL-Spieler ist und auch bei seinem Fluchtversuch so manchen Bodycheque verteilt, Djimon Hounsou („In America“) als Söldnerführer Laurent, der sich zu guter Letzt an seine Vergangenheit als Rebell erinnert und Sean Bean als der personifizierte Wahnsinn. Nur Steve Buscemi („Reservoir Dogs“) konnte sich anscheinend vor Bays talentraubenden Einfluss in Sicherheit bringen und spielt gewohnt exzentrisch, außerdem hat er vom Drehbuch die einzigen funktionierenden One-Liner des gesamten Films zugebilligt bekommen. Michael Bay – Filme sind so sehr Konfektionsware, dass selbst die Entscheidung, ob der Hauptdarsteller mit dem rechten oder linken Fuß aufsteht erst nach vorheriger Publikumsumfrage getroffen wird. Warum aber sind seine Filme dann immer fast zweieinhalb Stunden lang – das kann sich doch nun wirklich keiner ernsthaft gewünscht haben. |
| | Fazit: Dann doch lieber den Michael Bay aus Bruckheimer-Zeiten, der war zumindest unfreiwillig komisch und nicht nur langweilig. Früher war es in Science-Fiction-Büchern und Filmen üblich, etwas Neues, Weitergehendes zu schaffen – entweder komplett neue Utopien zu entwerfen oder aber zumindest die Vorherigen zu vertiefen. Heute scheint der einzige Sinn neuer Filme des Genres darin zu bestehen, die alten Ideen so weit zu vereinfachen und auf das Oberflächliche zu beschränken, dass auch 15-jähríge Kiddies – während sie im Kino gleichzeitig rumknutschen und mit dem Handy telefonieren – den „tieferen“ Sinn verstehen. |
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