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 | Der Vorleser |  | | |
The Reader, 2008 | |
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| deutscher Start: | 2009 | | Herstellungsland: | USA | | Regie: | Stephen Daldry ("The Hours") |
| Drehbuch: |
David Hare, Bernhard Schlink (Buch) |
| Darsteller: | Ralph Fiennes, Jeanette Hain, David Kross u.a. | | Verleih: | Senator | | Genre: | Drama/Romanze | | Länge: | 124 Minuten | | FSK:
| ab 12 Jahren |
| Website: | Link aufrufen | | Günstig DVD, Video, Buch oder Soundtrack zu "Der Vorleser" | 
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Inhalt:
Berlin 1958: Der 15-jährige Michael Berg bricht auf seinem Heimweg zusammen. Hanna Schmitz, eine 36-jährige Straßenbahnschaffnerin, hilft Michael und bringt ihn nach Hause. Als sich der Schüler Monate später bei ihr bedankt, entbrennt zwischen den Beiden eine stürmische Liebe. Die geheimnisvolle Hanna ist geradezu davon besessen, dass Michael ihr die spannendsten Bücher vorliest. Eines Tages verschwindet Hanna plötzlich, ohne sich zu verabschieden. Knapp 10 Jahre später treffen sie sich wieder: Im Gerichtssaal. Hanna Schmitz wird beschuldigt, als KZ-Aufseherin an der Ermordung von über 300 Juden beteiligt gewesen zu sein... |
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| Kritik:
„Der Vorleser“ von Bernhard Schlink ist ein weltweiter Bestseller. Es ist das erste deutsche Buch, welches es auf Platz 1 der New York Times schaffte. Schon 1997 sicherten sich die Brüder Bob und Harvey Weinstein die Filmrechte, doch dauerte es 11 Jahre bis zum fertigen Film. Ich muss gestehen, das Buch nicht gelesen zu haben. Somit ging ich völlig unvoreingenommen und ohne große Erwartungen an den Film. Eins kann ich schon mal vorwegnehmen: Der Film ist es wert gesehen zu werden! Sei es die kontroverse und fesselnde Geschichte, oder die in den kleinsten Rollen passend besetzten Darsteller. Man ist die ganze Zeit über gebannt.
Was hat Hanna zu verbergen? Zunächst beginnt der Film mit der langsamen Annäherung der beiden Hauptfiguren Hanna Schmitz und Michael Berg. Eine verbotene Liebe entwickelt sich zwischen dem minderjährigen Jungen und der 20 Jahre älteren Frau. Diese Romanze wird dem Zuschauer in recht offenherzigen, aber dadurch authentischen Bildern präsentiert. Die ungewöhnliche Beziehung wirkt zu keiner Zeit unglaubwürdig. Kate Winslet schafft es ihrer Rolle eine geheimnisvolle Aura zu verleihen. Irgendetwas scheint Hanna Schmitz zu verbergen. Warum möchte sie unbedingt, dass Michael ihr vorliest? Und weshalb reagiert sie gereizt, als er nach drei Besuchen ihren Namen wissen möchte? Trotzdem ist Michael gerade zu versessen nach ihr. Die erste große Liebe. Zu einer 20 Jahre älteren Frau! Nach der Hälfte der Spieldauer springt der Film um. Aus dem anfänglichen Liebesfilm entwickelt sich ein moralisches Drama über Schuld und Sühne. Der Holocaust aus der Sicht einer Verantwortlichen. Ein Film, der auf Grund seines brisanten Themas zum Nachdenken anregt und auch für einige Kontroverse sorgt. Wie konnte Hanna Schmitz so etwas tun? Sieht sie ihre Schuld ein? Kann Michael ihr vergeben? Scheinbar kann er es nicht. Und doch verbindet die Beiden eine tiefe Zuneigung. Ihr ganzes Leben lang.
Michael kann sie einfach nicht vergessen. Die Geschichte ist bestimmt keine leichte Kost. Geht man vielleicht zu milde mit der Täterin um? Zudem kann man darüber streiten, ob sich der Regisseur nicht vielleicht zu Beginn ein paar freizügige Szenen hätte sparen können, um die ein oder andere Länge zu vermeiden. Aber trotz alledem fesselt der Film ungemein. In meist tristen Bildern und mit einem emotionalen Soundtrack versehen, reisst einen der Film mit. Vor allem den Schauspielern ist es zu verdanken, dass man sich dem Ganzen nicht entziehen kann. Kate Winslet, die durch „Titanic“ weltweiten Ruhm erlangte, konnte schon früher durch ihre Wandlungsfähigkeit und ihrer intensiven Schauspielkunst überzeugen. „Der Vorleser“ tut dem keinen Abbruch. Dass sie für ihre Leistung mit einem Oscar belohnt wurde, überrascht da wenig und ist absolut gerechtfertigt. Aber auch die anderen, namhaften Schauspieler enttäuschen nicht. Der deutsche David Kross leistet vor allem im Hinblick auf sein junges Alter ein hervorragendes Schauspiel ab. Eine große Karriere scheint für ihn bestimmt zu sein. Auch Ralph Fiennes, der den erwachsenen Michael Berg spielt, enttäuscht uns nicht. Weiterhin dürfen wir in einigen Nebenrollen deutsche Schauspielerinnen wie Alexandra Maria Lara, Karoline Herfurth oder Hannah Herzsprung, sowie den Schweizer Charakterdarsteller Bruno Ganz sehen. |
| | Fazit: „Der Vorleser“ ist ein fesselndes Drama voller Emotionen. Die weltweit sowohl positiven als auch negativen Kritiken machen eins deutlich: Der Film spaltet die Lager. Keine leichte Hollywood-Kost, sondern anspruchsvolles Kino. |
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