title=
Filmfans online
HOME
NEWS
KINO
FILM
CHARTS
SERVICE
COMMUNITY
Celluloid Dreams
KONTAKT
 /TD>


Kritik suchen erweiterte Suche

0-9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Der Exorzismus von Emily Rose

 

The Exorcism Of Emily Rose, 2005

 
Poster zu 'Der Exorzismus von Emily Rose' kaufen
deutscher Start:2005
Herstellungsland:USA
Regie:Scott Derrickson (“Hellraiser: Inferno”)
Drehbuch: Paul Harris Boardman, Scott Derrickson
Darsteller:Tom Wilkinson, Laura Linney, Jennifer Carpenter u.a.
Verleih:

Sony Pictures
Genre:

Drama/Horror/Thriller
Länge:119 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Website:

Link aufrufen

Günstig DVD, Video, Buch oder Soundtrack zu "Der Exorzismus von Emily Rose"
DVD zu 'Der Exorzismus von Emily Rose' kaufen
Musik zu 'Der Exorzismus von Emily Rose' kaufen Musik zu 'Der Exorzismus von Emily Rose' kaufen Buch zu 'Der Exorzismus von Emily Rose' kaufen
 

Inhalt:


In einem außergewöhnlichen Entschluss erkennt die katholische Kirche die satanische Besessenheit der 19-jährigen Emily Rose (Jennifer Carpenter) offiziell an. Pfarrer Moore (Tom Wilkinson, „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“) führt die umstrittene Teufelsaustreibung durch.

Bild 1 zu Der Exorzismus von Emily Rose
Gefundenes Fressen für die Medien: „Exorzismus-Pfarrer vor Gericht.“

Ein Unterfangen mit tödlichem Ausgang. Der Geistliche wird wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Seine Anwältin Erin Bruner (Laura Linney, „Kinsey“), mit ihrem eigenen Leben nicht zufrieden und von Einsamkeit geplagt, übernimmt die Verteidigung des Priesters. Ein Prozess, der zur Hetzjagd aller Beteiligten wird...

Kritik:


Bei William Friedkins Genre-Klassiker „Der Exorzist“ (´73) hatte der Zuschauer keine Wahl. Spätestens nach Linda Blairs 360°-Kopfwende war klar, hier sind echte Dämonen am Werk, das Ganze als religiösen Humbug abzutun ist keine Alternative mehr. „Emily Rose“ gibt sich in diesem Punkt vielschichtiger. In der Gerichtsverhandlung gegen den Exorzismus-Pfarrer Moore werden von Epilepsie über Schizophrenie die verschiedensten medizinischen Erklärungsversuche für Emilys Verhalten angeführt. Selbst die gläubigsten Staatsanwälte und Geschworenen können für sich nicht akzeptieren, ein Wunder Gottes oder in diesem Fall ein Werk des Teufels als reale Erscheinung gelten zu lassen. Selbst für den begründeten Zweifel, der für Moore Freispruch bedeuten würde, reicht es nicht. Trotzdem bleibt ein letzter Funken des Zweifels, der wohl in jedem von uns steckt. Nicht ohne Grund ist eine häufige Antwort auf die Frage ob jemand gläubig sei, dass man zwar nicht an den von der Kirche präsentierten Gott glaube, aber irgendetwas übernatürliches, das in Jedem und Allen steckt, müsse es ja geben. Kann man aber so einfach den Glauben auf bestimmte Bereiche des Lebens beschränken und ihn in allen „ernsthaften“ Gebieten – Arbeit, Politik, Rechtsprechung – ausblenden. Oder müsste man dann nicht konsequent sein und Pfarrer Moore freisprechen, Emilys Tod als Teufelswerk beurteilen. Ein Thema, dass in den stark christlich geprägten USA natürlich um einiges brisanter ist, als in unserem Land der Kirchenaustreter. Umso überraschender, dass „Emily Rose“ auf einem wahren Fall beruht – einem Fall aus Deutschland.

Bild 2 zu Der Exorzismus von Emily Rose
Von welchem Film sich Jennifer Carpenter wohl für ihre Rolle inspirieren ließ?

Dass der Exorzismus eigentlich nur als Anstoß für Moral- und Glaubenskonflikte dient (vielleicht neben der besseren Vermarktbarkeit des Titels) sieht man auch daran, dass Moores Anwältin Erin Bruner der interessanteste Charakter des Film ist, obwohl sie mit der Austreibung direkt nichts zu tun hat. Sie ist überzeugte Agnostikerin, nur auf ihre Karriere fixiert. Zunächst kann sie gar nicht verstehen, warum gerade sie sich um einen solch religiösen Fall kümmern soll. Aber selbst ihr, die mit Gott noch nie was am Hut gehabt hat, kommen Zweifel. Ihr letzter Mandant, den sie in einem spektakulären Medienprozess freigehauen hat, bringt zwei weitere Menschen um. Jede Nacht um Punkt 3.00 Uhr wird sie von unheimlichen Geräuschen in ihrer Wohnung geweckt und noch andere Merkwürdigkeiten deuten darauf hin, dass der Teufel gegen sie ist, seitdem sie sich auf die Seite der Kirche gestellt hat. Laura Linney spielt Erin, die nicht weiß, ob sie sich nun wirklich mit dem Übersinnlichen konfrontiert sieht, oder ob sie in Anbetracht der alltäglichen Beschäftigung mit Dämonen normale Zufälle übertrieben deutet, gewohnt souverän. Überraschend hingegen, dass der sonst stets überzeugende Tom Wilkinson mit der Rolle als Gottesmann nicht viel anzufangen weiß. Vor allem während des Exorzismus und seines Kreuzverhörs bleibt er zu abgeklärt. Entweder ein Ergebnis der Versteifung in seiner Karriere auf englische Aristokraten und coole Geschäftsleute oder einer gewissen Lustlosigkeit – ein Hollywood-Horrordrama mit einem unbekannten Genre-Regisseur am Steuer ist für einen ambitionierten Shakespeare-Darsteller halt auch einfach Mal nur eine gute Gelegenheit zum Geldverdienen.

Bild 3 zu Der Exorzismus von Emily Rose
Obwohl „based on a true story“ geht es richtig übersinnlich zur Sache.

Leider scheint Regisseur Scott Derrickson weder dem Glaubenskonflikt noch seinen Charakteren über den Weg zu trauen. Und so verlässt er sich bei der Beschreibung von Emily Roses Leidensgeschichte auf Erfahrungen aus frühen Regietagen, hatte er doch seine ersten Erfolge mit dem Horror-Sequel „Hellraiser: Inferno“. Der Exorzismus wirkt so aus einer Direct-to-Video-Produktion entführt und in einem A-Film versteckt. Nicht das die übernatürlichen Sequenzen viel schlechter wären als in anderen Filmen, sie passen einfach nicht. Der reißerische Inszenierungsstil raubt allen Konflikten die Bedeutung, nimmt dem Zuschauer die Möglichkeit zwischen den verschiedenen Deutungsmöglichkeiten zu schwimmen, drängt ihn dazu, Pfarrer Moores Aussagen zu glauben. Während der Gerichtsverhandlung wird andauernd davon gesprochen, dass Emily zwischen ihren Anfällen klare Momente hatte. In keiner Rückblende aber ist ein solcher Moment zu sehen, immer liegt Emily zusammengekrümmt herum oder kratzt die Tapete mit den Fingernägeln ab. Eine solche Fixierung auf den bloßen Effekt, dass es selbst für Hollywood ungewöhnlich ist.

Fazit:


Was ein packendes Justiz-Drama um Moral, Glaube und Gewissen hätte werden können, beraubt sich durch die zu reißerische Inszenierung der Horror-artigen Einschübe und Rückblenden selbst jeder Ernsthaftigkeit. Als hätte man „Eine Frage der Ehre“ mit Szenen aus „Hellraiser“ aufgepeppt.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Christoph

Eingetragen am:

19.10.2005

Aufgerufen:

162445 Mal

Diskutiere über "Der Exorzismus von Emily Rose" im Forum

Weitere Kritik:

keine vorhanden


Eine Vervielfältigung oder Verwendung unserer Kritiken in anderen elektronischen oder gedruckten Publikationen ist ohne unsere ausdrückliche Zustimmung nicht gestattet. Jegliche Zuwiderhandlung bringen wir ohne Wenn und Aber zur Anzeige!




SEITENSUCHE

Web auf CD (lokal)
Anzeigen:
UMFRAGE

Welcher Film aus Mai 2009 gefiel dir am besten?

Simons Geheimnis
17 Again
Der Womanizer
Last House on the Left
Der Junge im gestreiften Pyjama
Zwölf Runden
Nachts im Museum 2
Illuminati
A Boy
Public Enemy No. 1 - Todestrieb
WIR sind Papst!
Ichi - Die blinde Schwertkämpferin
Star Trek
My bloody Valentine 3D
anderer Film

Ergebnis
Archiv
Umfrage vorschlagen
NEWSLETTER
Immer auf den neuesten Stand mit CD...

E-Mailadresse:
eintragen
austragen

VOTE FOR US
MovieNation.de - One Passion, One Nation! - Topliste

zum Seitenanfang
| • Hinweise zum Datenschutz | • Nutzungsbedingungen | • © 2003-2009 Celluloid-Dreams.de |
Sitemap 1 2 3 4
Blu-ray Filme Filmering.at Cineclub.de Bollywoodsbest.de Bolly-wood.de Filmfacts.de Movie-Infos.de Regiecut.de DVD Beilagen DVDimHeft.de