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 | Death Sentence - Todesurteil |  | | |
Death Sentence, 2007 | |
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| deutscher Start: | 2007 | | Herstellungsland: | USA | | Regie: | James Wan ("Saw") |
| Drehbuch: |
Ian Jeffers, Brian Garfield (Novelle) |
| Darsteller: | Kevin Bacon, Kelly Preston, Garrett Hedlund u.a. | | Verleih: | Concorde | | Genre: | Action/Drama/Thriller | | Länge: | 106 Minuten | | FSK:
| ab 18 Jahren |
| Website: | Link nicht vorhanden | | Günstig DVD, Video, Buch oder Soundtrack zu "Death Sentence - Todesurteil" | 
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Inhalt:
Nick Hume (Kevin Bacon) kann sich eigentlich nicht beschweren. Er führt das perfekte Leben mit einem gutbezahlten Job als Statistiker in einer Versicherung, ist mit seiner wundervollen Frau Helen (Kelly Preston) verheiratet, die sorgsam den Hauhalt im idyllischen Vorstadt-Anwesen schmeißt und sich um die beiden jugendlichen Söhne Lucas (Jordan Garrett) und Brandon (Stuart Lafferty) kümmert. Als Nick und Brendan während einer abendlichen Heimfahrt an einer Tankstelle halten, wird die familiäre Idylle der Hume-Familie aufs Härteste erschüttert. Die Tankstelle wird überfallen und Brandon erschossen.
Die Hume-Familie in Trauer. Wie sich herausstellt geht der Mord an Brandon auf das Konto der berüchtigten Darly-Gang, unter der Führung des kriminellen Billy Darly (Garrett Hedlund), die die Tötung zum Zwecke eines Aufnahme-Rituals initiierte. Da die Beweislast allerdings nicht ausreicht, droht der Verantwortliche mit einer Gefängnisstrafe zwischen 3 und 5 Jahren davon zukommen. Das ist Nick nicht genug. Er bricht das Verfahren ab und nimmt die Justiz selbst in die Hand. Ein erbarmungsloser Krieg zwischen der Familie Hume und der Darly-Gang beginnt. |
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| Kritik:
Gewalt erzeugt Gegengewalt - Ein uraltes Gesetz der menschlichen Psyche, denn Rache ist bekanntlich süß und wer von seinem Gegner etwas wichtiges genommen bekommt, verlangt nach Genugtuung, womit eine Gewaltspirale in Gang gesetzt wird bis beide verfeindete Parteien letztendlich vor dem Trümmerhaufen ihrer Existenz stehen und nur noch das eigene Leben geopfert werden kann. „Saw“-Regisseur James Wan hat sich in seinem dritten Film „Death Sentence – Todesurteil“ bei diesem Thema bzw. bei der Romanvorlage von Brian Garfield bedient und möchte nun, indem er eine gutbürgerliche Familie und eine brutale Gang aufeinander los lässt, aufzeigen, wie sinnlos ein solches Unterfangen sein kann und wie dumm es ist Regeln wie „Auge um Auge“ zu befolgen. Leider scheitert er dabei auf ganzer Linie, weil er sich fortwährend in Widersprüche verstrickt und weil Wan und sein Scriptwriter Ian MacKenzie Jeffers sich nicht entscheiden konnten, wie ihr Film letztendlich aussehen soll. „Death Sentence“ schwankt kontinuierlich zwischen reißerischem Action-Thriller und kitschigem Drama. Stupide Unterhaltung vs. analytische Gewaltparabel; ein Kampf, den niemand gewinnen kann - am wenigsten der Zuschauer.
Aufopferungsvoller Familienvater und Schlächter: Kevin Bacon als Nick. Inhaltlich gewinnt „Death Sentence“ wahrlich keinen Innovationspreis. Die Geschichte des rachsüchtigen Vaters, der ein wichtiges Familienmitglied verloren hat, ist alt und bekannt, wurde bereits in unzähligen, meist hirnlosen Krach-Bumm-Actionern verwendet. Wans Vorteil ist, dass er so etwas auch ansprechend inszenieren kann. Die Actionszenen sind spektakulär und ansehnlich, die Verfolgungsjagden spannend und der Blutzoll – wie könnte es auch anders sein – sehr hoch. Auch die Darsteller sind gut gewählt, selbst wenn Kevin Bacon als liebender Vater zunächst etwas fehlbesetzt wirkt, zeichnet er doch meistens für Figuren mit etwas fieseren Charakterzügen verantwortlich. Handwerklich ist hier wirklich nichts zu beanstanden, womit die Liste der positiven Aspekte in „Death Sentence“ aber schon erschöpft ist, denn wie bieder, naiv und undifferenziert Wan und Jeffers das Drumherum aufgebaut haben, fällt angesichts der brutalen Gore-Szenen umso offensichtlicher auf.
Auge um Auge. Die perfekte, liebenswerte Hume-Familie gegen die böse Ghetto-Gang lautet hier die Devise und so platt wie das klingt, ist es auch. In der Hume-Familie haben sich alle ganz doll lieb und alle stehen hinter dem Vater, selbst wenn er ohne seine Familie einzuweihen die Justiz in die Hand nimmt und den Mörder seines Sohnes zur Strecke bringt. Im Kontrast dazu stehen die ultrabösen Gangster, die konsequent als Unsympathien gezeichnet werden. Hier macht es sich Wan viel zu einfach; die Welt ist nunmal nicht so schwarzweiß, wie das hier dargestellt wird. Am Rande greifen die Macher auf ein uraltes, nervtötendes Klischee zurück, wenn die Polizei und die Justiz natürlich wieder völlig unfähig und hilflos vorgeführt werden und die Umstände in denen der Mord am ältesten Sohn bzw. die anschließende Gerichtsverhandlung statt findet, sind mehr als fragwürdig und überaus konstruiert und unglaubwürdig. Das wäre noch durchaus zu verkraften gewesen, wenn Wan auch nur auf einen sinnlosen, aber unterhaltsamen Action-Reißer aus gewesen wäre, aber „Death Sentence“ nimmt sich selbst furchtbar ernst und will offensichtlich als wichtiger Beitrag zum Thema Selbstjustiz verstanden werden. Die einzigen Momente die einen Hauch von Witz vorzuweisen haben, sind die Szenen mit John Goodman; genau 2 (!!!) an der Zahl. Wenn Kevin Bacon sich gegen Ende den Kopf kahl rasiert und sich mit einem ganzen Waffen-Arsenal bestückt, um in die letzte Schlacht zu ziehen, wird das natürlich vollkommen ironiefrei serviert, womit diese Szene umso lächerlicher wirkt.
John Goodman in einer netten Mini-Rolle. Wie wenig sich James Wan und Ian MacKenzie Jeffers für ihr eigentliches Thema interessieren, wird unwiderruflich klar gemacht, wenn sie versuchen den Zuschauer auf geradezu dreiste Art und Weise zu manipulieren. Immer wieder werden Szenen in die Handlung eingeflochten, die irgendein Familienmitglied in einem Heulkrampf ausbrechen lassen, um auch unmissverständlich zu zeigen wie schlecht es der Familie aufgrund des schweren Verlustes geht. Untermalt werden diese Momente stets von einem Score mit extralanger Rotzfahne, um auch genug Mitleidspunkte beim Publikum zu erhaschen. Somit erscheint die Selbstjustiz von Vater Nick ab einem gewissen Zeitpunkt nur noch folgerichtig und gerechtfertigt und das Publikum wird dazu veranlasst die zum Schluss sogar poetisch-gefilmten Gewaltorgien geradezu abzufeiern, statt sie zu hinterfragen, wenn Nick mal wieder einen der Ghetto-Brüder um die Ecke bringt. Zwischendurch schaut immer mal wieder eine Polizistin herein, um einige Phrasen zu dreschen, im Sinne von „Selbstjustiz ist falsch und führt nirgendwo hin“, doch mehr kritische Ansichten gegenüber ihrem Thema haben die Macher nicht zu bieten. Ein Armutszeugnis für einen Film, der sich offensichtlich gerne mit dieser Thematik auseinander gesetzt hätte. Hier wurde dem Vorhaben, dem Publikum mit einem gepeinigten Heroen, der die Gegner platt macht, gute Unterhaltung zu bieten, eindeutig Vorrang gewährt und durch die unmissverständliche, moralische Bewertung von Nicks Taten bzw. von den Folgen, die diese Taten mit sich tragen, wird der Stoff komplett aus den Angeln gehoben.
Gesetzlos: Die Darly-Gang. So bleibt letztendlich doch nur ein stupider Action-Reißer, der mit seinen spektakulären und spannenden Gewalt-Szenen durchaus zu unterhalten weiß, der aber aufgrund von maßloser Selbstüberschätzung und einer aufdringlichen Ernsthaftigkeit übel aufstößt. Wenn man mit „Death Sentence“ seinen Spaß haben will, sollte man unter keinen Umständen über das Gebotene nachdenken, sondern sich einfach nur an den Action-Szenen ergötzen. Wer eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Selbstjustiz erwartet, sollte sich von diesem filmischen Widerspruch fern halten. Es ist nunmal so wie Kritiker-Papst Roger Ebert bereits treffend bemerkte: „...basically this is a movie about a lot of people shooting at each other...“. Dem ist nichts hinzu zufügen! |
| | Fazit: Ein sinnloser, spektakulärer Gewalt-Actioner, der mehr sein will, als er in Wirklichkeit ist, der aber viel zu undifferenziert, plakativ und effekthascherisch vorgeht, um auf eine tiefgreifendere Ebene vorzudringen. |
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