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 | Dead Zone - Der Attentäter |  | | |
Dead Zone, 1983 | |
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| deutscher Start: | 1984 | | Herstellungsland: | USA | | Regie: | David Cronenberg ("Dead Ringers") |
| Drehbuch: |
Jeffrey Boam, Stephen King |
| Darsteller: | Christopher Walken, Brooke Adams, Herbert Lom u.a. | | Verleih: | Marketing Film | | Genre: | Drama/Fantasie/Horror/Thriller | | Länge: | 103 Minuten | | FSK:
| ab 18 Jahren |
| Website: | Link nicht vorhanden | | Günstig DVD, Video, Buch oder Soundtrack zu "Dead Zone - Der Attentäter" | 
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Inhalt:
Johnny Smith (Walken), liebenswerter und einfühlsamer Lehrer wird von plötzlichen Kopfschmerzattacken überfallen. Nach einem schweren Verkehrsunfall fällt er in ein fünfjähriges Koma, nach dessen Ende sein Leben einen traurigen Verlauf nimmt. Erste Hiobsbotschaft ist der Verlust seiner damaligen Freundin an einen anderen Mann. Weiterhin kann er nie wieder beschwerdefrei laufen und ist seine Anstellung los. Das Leben wartet nun mal nicht auf einen Komapatienten. Großartige Selbstironie Johnnys: „Den seinen nimmt`s der Herr im Schlaf“. Zudem wird er nun von unheimlichen Visionen geplagt, hellseherische Fähigkeiten haben im wahren Wortsinn „von ihm Besitz ergriffen“. Für Johnny beginnt eine Odyssey auf der Suche nach einem Weg, mit diesen Visionen leben zu können und seinem Null-Dasein wieder irgendeinen Sinn verleihen zu können. |
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| Kritik:
„Dead Zone“ ist kein Horrorfilm, so wenig, wie Stephen King sich auf puren Horror beschränken lässt. Die vorliegende Ballade bewegt sich zum Teil natürlich im Phantastischen, bezieht ihre Tiefe jedoch aus der unfassbar grausamen Realität des Verlustes, der gewöhnliche, wie außergewöhnliche Menschen gleichermaßen ausgesetzt sind. Freiheit wird zur Nichtigkeit degradiert, eine Farce von Illusion, die nach einem Sommer voller Hoffnung und Glück wie Herbstlaub unaufhaltsam zu Grunde geht und verrottet.
Die Metamorphose vom braven Lehrer mit Zukunft...
So wie Kings Kurzgeschichte „Überlebenstyp“ der Ausweglosigkeit Gestalt verleiht, stellt dieser Film den Prototypen King`scher Intention dar, Momente des gemeinsamen Glücks gegen eine Übermacht einsamen Leids, aus dem es kein Entrinnen gibt. Die treibende Kraft der Hauptfigur ist nicht das Streben nach Heldentum, sondern Liebe. Der geneigte Beobachter wird den Meister des Schreckens in einer Statistenrolle ausgemacht haben. Cronenberg (Videodrome, Naked Lunch) macht hier nicht den Fehler, zu weit inhaltlichen Verzweigungen zu folgen und sich in den Abgründen der Nebenfiguren zu verlieren, obwohl die Romane des Altmeisters Stephen King dazu einladen mögen. Er beschränkt sich auf das Wesentliche, den Leidensweg eines Mannes mit aussergewöhnlichen Fähigkeiten und ebenso gewöhnlichem Namen.
…zum einsamen, entschlossenen Jäger.
Bewusst wird der Winter als Zeit der Einsamkeit, des Leidens und der Hoffnungslosigkeit für die Dreharbeiten gewählt, harmonierend mit den durch die Bank tragischen Figuren. Das Leid Johnnys ist derart dominant und präsent, dass mir selbst der traurige Grundtenor sämtlicher Figuren erst nach einigen Tagen Abstand bewusst geworden ist. Johnny`s Arzt ist emotional nicht in der Lage, Kontakt zu seiner jahrzehntelang verschollenen Mutter aufzunehmen, widmet sich stattdessen über die Massen um das Schicksal seines Patienten. Ein verzweifelter Ermittler versucht Johnny für die Aufklärung einer Mordserie zu gewinnen. Der irgendwann eintretende Ermittlungserfolg bringt jedoch kein erlöstes Aufatmen mit sich, sondern löst nur noch mehr Leid und Rätsel für die Beteiligten aus.
Wer Cronenberg kennt weiß: dies ist kein netter Friseur.
Ein anderer Protagonist scheitert an seinen bizarren Trieben und zerstört seine Scheinwelt und die seiner Mutter mittels Suizid. Ein braver Journalist wird erpresst und mundtot gemacht, ein skrupellos machthungriger Politiker entpuppt sich als globale Gefährdung. Johnny selbst scheint nach und nach alle ihm lieb gewordenen Menschen zu verlieren, Freundin, Mutter, Schüler. Gibt es denn überhaupt nichts positives, was diese Geschichte zu vermitteln vermag? Doch, eins, es hätte alles noch viel schlimmer kommen können …
Das Lächeln der Schlange…
Ein Film so recht nach dem Geschmack meiner Wenigkeit, noch frei von dem heute oft üblichen Trendballast: Schnelle Schnitte, Reizüberflutung, Computereffekte, product placement, Inhaltsleere.
Geldgeber ist hier der äußerst umtriebige Dino De Laurentiis, welcher jahrzehntelang das Who is Who an Mimen und Regisseuren zu einigen großartigen, aber auch vielen belanglosen Filmen (sich selbst jedoch stets zu mehr Reichtum) verholfen hat. Als Qualitätsmerkmal sei die ausführende Produzentin Debra Hill erwähnt, welche gemeinsam mit John Carpenter das Minimax-Prinzip in Sachen Film verkörpert. (Minimax: minimale Investition, maximaler Ertrag)
...und ihr wahres Gesicht.
Sämtliche Figuren kreisen wie kleine Monde um einen exzellenten Christopher Walken, der beim Zuseher selten einen derartig hohen Grad an Sympathie erreicht haben dürfte, wie in diesem Film. Der dezenten Regie ist eine geradlinige Ernsthaftigkeit und Respekt vor dem Erschaffer Stephen King zu eigen, die Wurstfabriken der Marke Boll komplett abgeht und für Literaturverfilmungen ohnehin eher selten ist. „Dead Zone“ liest sich wie ein Buch, Kapitel für Kapitel dem Ende entgegen, erzählerische Kniffe wie erläuternde Rückblenden oder Parallelhandlungen sind völlig unnötig. Sich auf diesen Film einlassen können und ein Universum an Traurigkeit und Tragik entdecken, wie es in uns und um uns herum jeden Tag zu entdecken gilt. |
| | Fazit: Neben „Carrie“ und „The Shining“ die zweifellos wichtigste King Verfilmung. Anspruchsvolles Kino der einfachen Machart mit den essentiellen Zutaten: Story, Hauptdarsteller, Tiefe. |
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