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Das Meer in mir

 

Mar Adentro, 2004

 
Poster zu 'Das Meer in mir' kaufen
deutscher Start:2005
Herstellungsland:Frankreich/Italien/Spanien
Regie:Alejandro Amenábar ("The Others")
Drehbuch: Alejandro Amenábar, Mateo Gil
Darsteller:Javier Bardem, Belén Rueda, Lola Dueñas, Mabel Rivera u.a.
Verleih:

Tobis Film
Genre:

Drama/Familienfilm/Komödie
Länge:126 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Website:

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Inhalt:


Seit seinem schweren Unfall liegt der Galizier Ramón Sampedro (Javier Bardem) nun schon 27 Jahre lang querschnittgelähmt in seinem Bett. Sein innigster Wunsch ist den Freitod zu wählen, um endlich seinen Körper zu verlassen. Doch die Gesetzlage ist unumstößlich und lässt Euthanasie nicht zu. Sampedro tritt an die Öffentlichkeit und zieht vor Gericht.

Bild 1 zu Das Meer in mir
Ramón Sampedro (Javier Bardem) und Belén Rueda (Julia).

Zwei unterschiedliche Frauen treten an dieser Stelle in sein Leben: Die Anwältin Julia (Belén Rueda), die ihm endlich zu seinem Willen verhelfen möchte und Rosa (Lola Dueñas), eine verzweifelte alleinstehende Mutter von zwei Kindern, die sich in Ramón verliebt.

Kritik:


An den diesjährigen Oscarverleihungen dominierte ein heikles und brisantes Thema den pompösen Aufmarsch Hollywoods und zugleich gewann es an jenem Abend die wichtigsten Preise - das stets umstrittene Thema der Sterbehilfe. „Mar adentro“ erhielt verdient den Oscar für den besten ausländischen Film, während Clint Eastwoods „Million Dollar Baby“ im großen Stile die Preise abräumte. Der chilenische Regisseur Alejandro Amenábar („Tesis", „Abre los ojos“, „The Others") hat wie manche die Gelegenheit ergriffen und ein sog. Biopic inszeniert, die im Moment in Mode zu sein scheinen. In seiner Kategorie musste sich „Mar adentro“ dann auch noch gegen eine weltbekannte Figur behaupten, die überdies durch einen herausragenden Bruno Ganz zu neuem Leben erweckt wurde - Adolf Hitler in Oliver Hirschbiegels „Der Untergang“.

Bild 2 zu Das Meer in mir
Ramón prägt das Leben seiner Mitmenschen, besonders Neffe Javi.

Die Liste der Biopics ist beinahe unsäglich lang und eindeutig die beliebteste Ausweichmöglichkeit um die leicht kränkelnde Kreativität auszugleichen. Doch auch einige gute Aspekte sind diesem Trend abzugewinnen; so kann man auf angenehme Weise etwas über die Menschen hinter ihren bedeutsamen Namen erfahren oder sieht wie wandlungsfähig ein Schauspieler in eine solche Persönlichkeit hineinwächst. Sei es nun Leonardo DiCaprio als Aviatik-Pionier Howard Hughes („Aviator“), Jamie Foxx als Jazzlegende Ray Charles („Ray“), Don Cheadle als Menschenretter Paul Rusesabagina („Hotel Rwanda“), Gael García Bernal als junger Che Guevara („The Motorcycle Diaries“), Johnny Depp als Autor von „Peter Pan“ J.M. Barrie („Finding Neverland“), Liam Neeson als Sexualforscher Alfred Kinsey („Kinsey“) oder gar James Caviezel als Sohn Gottes („The Passion of the Christ“). All diese Persönlichkeiten haben etwas Grundlegendes gemein, was Javier Bardem („Perdita Durango“, „Before Night Falls“, „The Dancer Upstairs“) in der Rolle des querschnittgelähmten Ramón Sampedro nicht gestattet war: Bewegung. Dieser Umstand hindert ihn daran von der für einen Schauspieler essentiellen Ausdrucksform - der Gestik - Gebrauch zu machen. Eine schwierige Aufgabe, in welcher sich der fünfunddreißigjährige Javier Bardem jedoch bravourös zurecht findet. Lediglich mit seiner charmanten Mimik gewappnet, liegt er regungslos in einem Bett und bewegt eindrücklich das Wenige vom Halse aufwärts.

Bild 3 zu Das Meer in mir
Mutter Rosa (Lola Dueñas) besucht gerne Ramón mit ihren zwei Söhnen.

„Mar Adentro“ ist eine filmische Biographie des querschnittgelähmten Ramón Sampedro, die auf dessen Lebens- und Leidensgeschichte beruht. Ramón liegt seit sechsundzwanzig Jahren durch seinen schweren Unfall ans Bett gefesselt und hegt nur einen innigsten Wunsch - endlich sterben zu dürfen. Der Film setzt in den letzten Jahren seines Lebens ein; dort, wo auch das für den Film unentbehrliche autobiographische Werk „Cartas desde el infierno“ („Briefe aus der Hölle“) entstanden. Frühere Ereignisse werden in Form von Rückblenden oder Erzählungen aufgegriffen. Darin zeichnet sich Alejandro Amenábar aus; auf poetische Weise reflektiert er die Gefühlswelt Sampedros: So steigt dieser in seinen Gedanken auf, schiebt das Bett zur Seite, springt mit Anlauf aus dem Fenster und fliegt seinem geliebten Meer entgegen. Diese stimmungsvollen Bilder, begleitet durch eine traumhafte Score - Musik von Wagner und Puccini; Arie von Kalaf aus Puccinis Turandot -, oder aber auch Sampedros Gedicht, welches rezitiert wird und dem Film seinen Titel verlieh; bringen eine emotionale Dichte, die nur noch von den Leistungen der Protagonisten übertroffen wird.

Bild 4 zu Das Meer in mir
In seinen Gedanken besucht Ramón sein geliebtes Meer.

Alejandro Amenábar schafft auf feinfühlige Art und mit dem nötigen Fingerspitzengefühl die Thematik darzustellen und betont nachdrücklich immer wieder, dass man sich mit "Mar Adrentro" jedwedes Urteil über die Würde des Lebens, und damit die individuelle Auffassung vom würdevollen Leben, nicht anmaßen wolle. Trotzdem steht im Zentrum dieses Drahtseilaktes der Kampf um individuelle Selbstbestimmung eines geistiggesunden Menschen, der sich aufgrund seiner körperlichen Behinderung als würdelos betrachtet und dadurch auch gehindert ist, sich selbst das Leben zu nehmen. Seine Sehnsucht nach dem Tod versteht in seiner Umwelt vorerst keiner, denn man liebt und unterstützt den bettlägerigen Tetraplegiker mit aller Kraft und Fürsorge. Euthanasie, das bewusste Herbeiführen des Todes durch Narkotika, ist im katholisch-konservativen Spanien gesetzlich verboten und ein gesellschaftliches Tabu. Ramón Sampedro war der Erste, der mit seinem Verlangen an die Öffentlichkeit trat, um vor Gericht Sterbehilfe zu erwirken. Dieser juristische Abschnitt wird durch eine fiktive Anwältin, Julia (Belén Rueda), die es in dieser Form nie so gegeben hat, gedeckt. Durch ihre Figur erhält der Film auch eine romantische Note und lässt die langwierigen Auseinandersetzungen mit der staatlichen Obrigkeit langfristig den Emotionen weichen. Darin liegt auch die Stärke des Films, denn durch die verschiedenen Gespräche, die Ramón mit seinen Freuden und Verwandten führt - oder auch das humorvoll inszenierte Streitgespräch mit dem querschnittgelähmten Padre Francisco (José María Pou) -, gelingt Amenábar den Figuren Tiefe und Nachhaltigkeit zu verliehen.

Bild 5 zu Das Meer in mir
Generationen vereint: Neffe Javi (Tamar Novas) mit Großvater (Joan Dalmau).

Javier Bardem steht oder besser gesagt, liegt im Mittelpunkt und wie bereits angedeutet, ist seine Darbietung schlicht meisterhaft. Für seine außerordentliche Leistung wurde er dafür bei unzähligen Filmfestspielen wie beispielsweise in Venedig mit dem „Coppa Volpi" als „Bester Hauptdarsteller“ ausgezeichnet und erhielt außerdem zum zweiten Mal den „Europäischen Filmpreis“ verliehen. Sein Mimenspiel ist durchzogen von Unerschütterlichkeit und Zynismus, aber auch von Traurigkeit, Verzweiflung und einer liebevollen, humoristischen Ader. Neben dem galizischen Poeten überzeugt dessen gesamte Familie und Freundeskreis: Seine Schwägerin Manuela (Mabel Rivera); sein Neffe Javi (Tamar Novas), der mit seinem Großvater (Joan Dalmau) Ramóns Erfindungen bastelt; sein Bruder José (Celso Bugallo), der für den Sterbenswunsch seines Bruders überhaupt kein Verständnis aufbringen kann und Géne (Clara Segura), die die Organisation für Sterbehilfe vertritt. Unbedingt hervorheben muss man Belén Rueda (Julia) und Lola Dueñas (Rosa), die beiden Frauen spielen an der Seite von Javier Bardem eine grandiose Unterstützung.

Bild 6 zu Das Meer in mir
Für Ramón Sampedro existiert die Liebe nur noch in der Imagination.

Sicherlich mögen einige Interessensgruppen mit dem üblichen Affront über den Film herziehen und ihm vorwerfen die Würde anderer unheilbar Kranker und deren Lebensberechtigung zu denunzieren. Die Diskussion über die moralische Bedenklichkeit der Sterbehilfe muss im Grunde jeder für sich selber führen. Die Abhandlung des Themas „Leben und Tod" ist beinahe so alt wie die Kommunikation selbst und Suizid ist schon seit Menschengedenken die geächteste Form aus dem Leben zu scheiden. "Mar adentro" liefert jedenfalls einige hilfreiche Denkanstösse und ist auch überdies ein höchst sehenswerter Film.

Fazit:


Alejandro Amenábar gelingt mit „Mar Adentro“ trotz der kontroversen Thematik ein lyrisches Biopic und dank den brillanten Schauspielern, allen voran der phänomenale Hauptdarsteller Javier Bardem, eine denkwürdige und ergreifende Metaphorik des Meeres.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Mr. Blonde

Eingetragen am:

27.03.2005

Aufgerufen:

27841 Mal

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