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 | Das Mädchen aus dem Wasser |  | | |
Lady in the Water, 2006 | |
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| deutscher Start: | 2006 | | Herstellungsland: | USA | | Regie: | M. Night Shyamalan ("The Village") |
| Drehbuch: |
M. Night Shyamalan |
| Darsteller: | Paul Giamatti, Bryce Dallas Howard, Andrew Aninsman u.a. | | Verleih: | Warner Bros. | | Genre: | Drama/Fantasie/Mystery/Thriller/Sci-Fi | | Länge: | 109 Minuten | | FSK:
| ab 12 Jahren |
| Website: | Link aufrufen | | Günstig DVD, Video, Buch oder Soundtrack zu "Das Mädchen aus dem Wasser" | 
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Inhalt:
Cleveland Heep (Paul Giamatti, „Sideways“) versucht zwischen den durchgebrannten Glühbirnen und defekten Wasserhähnen im Wohnblock The Cove möglichst wenig aufzufallen. Doch eines Nachts wird sein Leben völlig auf den Kopf gestellt: Er entdeckt eine geheimnisvolle junge Frau namens Story (Bryce Dallas Howard, „The Village“), die in den Kanälen unter dem Swimmingpool haust und genau wie er den eintönigen Alltag im Gebäudekomplex nutzt, um unterzutauchen.
Hausmeister Cleveland versucht hinter das Geheimnis von Story zu kommen.
Cleveland findet heraus, dass sie eigentlich ein „Narf“ ist, eine Art Nymphe aus einer langen Gutenachtgeschichte: Sie wird von bösartigen Monstern verfolgt, die unbedingt verhindern wollen, dass sie die gefahrvolle Passage aus unserer Welt zurück in ihr Reich antritt. Mit ihren übernatürlichen Wahrnehmungsfähigkeiten kann Story die Zukunft von Clevelands Nachbarn voraussehen – Storys Schicksal ist direkt mit ihren verbunden. Nur gemeinsam können sie eine Code-Serie entschlüsseln, die ihr den Weg zurück in die Freiheit ermöglicht.
Der heimgesuchte Apartment-Komplex „Cove“ ist Schauplatz des düsteren Märchens.
Doch die Zeit läuft ab: Storys Rückreise in die Heimat ist nur noch kurze Zeit möglich, und um ihr zu helfen, setzen die Mieter ihr eigenes Leben aufs Spiel. Cleveland muss sich endlich seiner Vergangenheit stellen, vor der er sich im Cove-Apartmentblock verkrochen hat – und auch die übrigen Mieter müssen all ihre besonderen Fähigkeiten mobilisieren, die Story in ihnen weckt. Denn nur so besteht die Hoffnung, mit dieser tollkühnen und lebensgefährlichen Mission Storys Welt zu retten… und damit auch unsere eigene. |
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| Kritik:
Eigentlich hatte man ja gedacht, M. Night Shyamalan würde nach seinen gigantischen Box-Office-Erfolgen mit „The Sixth Sense“, „Unbreakable“ und „Signs – Zeichen“ bei Disney absolute Narrenfreiheit genießen. Aber in der Entwicklungsphase seines neuesten Fantasy-Märchens „Das Mädchen aus dem Wasser“ verlangte der Mickey-Mouse-Konzern so viele Änderungen am Drehbuch, dass Shyamalan irgendwann entnervt die Koffer packte und zu Warner Bros. wechselte. Aber war das nun eine gute Entscheidung? Für Shyamalan, der so ungestört seine unverfälschten Visionen einer düsteren Gutenachtgeschichte auf die Leinwand bringen konnte, auf jeden Fall. Aber das Kinopublikum im Allgemeinen und seine Anhänger im Speziellen wird er mit seiner absolut konsequent märchenhaften Erzählung sicherlich stärker spalten, als mit all seinen vorherigen Produktionen zusammen.
Storys Puzzlespiel schweißt die Bewohner des Wohnkomplexes enger zusammen.
Shyamalan – man erinnere sich nur an das den Boden unter den Füssen wegreißende Ende von „The Sixth Sense“ – hat schon immer gern mit Zuschauerwartungen gespielt. Bisher hat er dies aber immer auf eine Art und Weise getan, über die der weit überwiegende Teil des Publikums hoch erfreut war – das ad-absurdum-Führen aller Erwartungen war vielleicht sogar schon zu so etwas wie einer neuen Erwartung geworden. Mit „Das Mädchen aus dem Wasser“ hat Shyamalan aber eine andere Richtung eingeschlagen, hier setzt er sich nämlich über Ansprüche und Erwartungen an das moderne Kino hinweg, deren Nichterfüllung vielen Zuschauern richtig wehtun wird. So kommt der ganze Film ohne einen einzigen Funken Zynismus oder Coolness aus, er ist vielmehr von Vorne bis Hinten konsequent als ehrliches, hochmoralisches Märchen inszeniert. Wenn ein kleiner Junge die Zukunft anhand seiner Cornflakes-Packung voraussagt, wird die Mehrheit der Zuschauer diese Szene absolut lächerlich finden, im Endeffekt bleibt Shyamalan seinem Sujet – das nun einmal eine Gutenachtgeschichte ist – aber einfach nur treu.
Seinen eigenen Kritiker hat Shyamalan auch gleich in den Film eingebaut.
Neben den Märchenelementen hat Shyamalan seinen Film auch mit haufenweise selbstrefferenziellen Bezügen voll gestopft. So ist mit der Figur des Harry Faber (Bob Balaban, „Gosford Park“) gleich ein filmeigener Kritiker integriert, der die Vorgänge schon während des Zuschauens verreißt. Und die Mieterhorde, die Rätsel ratend durch den Wohnkomplex „Cove“ streunt, könnte man sich auch gut als ein typisches „The Village“-Publikum vorstellen: Waren doch die Andeutungen und Bezüge in Shyamalans letztem Film ähnlich verwirrend – immerhin konnte man die eigentliche Aussage je nach Deutungsweise zwischen revolutionärem Anti-Bush-Feldzug bis hin zu einem faschistischen Pamphlet variieren – wie der Kreuzworträtsel-Cornflakes-Quiz in „Das Mädchen aus dem Wasser“.
Die große Block-Party soll Story die gefahrlose Flucht ermöglichen.
Allerdings führen diese zahlreichen Selbstbezüge auch zu einem großen dramaturgischen Problem, das vor allem in der ersten Hälfte des Films einen Großteil der potentiellen Spannung verhindert. So läuft das Geschehen in der ersten Stunde in etwa nach folgendem Schema ab: Cleveland erhält aus einem weiteren Abschnitt der Gutenachtgeschichte einen neuen Hinweis und geht diesem in der nächsten Szene sofort nach. Hat er das Problem gelöst, wird ihm ein weiteres Kapitel des Märchens erzählt und das Rätselraten geht wieder von vorne los. Da Cleveland so auf jede Frage schnell selbst eine Antwort findet, bleibt der Zuschauer meist außen vor – und seien wir ehrlich, man kann sich Spannenderes vorstellen, als jemand anderem beim Kreuzworträtselmachen zuzusehen. Auch das Shyamalan so dem Publikum – metaphorisch ausgedrückt – sein liebstes Spielzeug klaut, werden ihm viele nicht verzeihen können. |
| | Fazit: Shyamalan liefert mit das „Mädchen aus dem Wasser“ zwar nicht seinen besten, aber zumindest seinen bisher unverfälschtesten Film ab. Die Mischung aus konsequent erzähltem Märchen und selbstrefferenziellen Verweisen ist dabei zwar fast immer interessant, aber nur selten richtig spannend. |
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