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Das Geheime Leben der Worte

 

La Vida Secreta de las Palabras, 2005

 
Poster zu 'Das Geheime Leben der Worte' kaufen
deutscher Start:2005
Herstellungsland:Spanien
Regie:Isabel Coixet ("Marlango")
Drehbuch: Isabel Coixet
Darsteller:Sarah Polley, Tim Robbins, Javier Cámara u.a.
Verleih:

Tobis Film
Genre:

Drama
Länge:115 Minuten
FSK: ab 6 Jahren
Website:

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Inhalt:


Hanna (Sarah Polley) führt ein einsames, zurückgezogenes Leben. Die Fabrikarbeiterin, gelernte Krankenschwester, ist hörgeschädigt, redet mit niemandem, erledigt täglich dieselben Aufgaben zur selben Zeit und hat sich im Leben nur noch ein Ziel gesetzt: funktionieren, Tag ein Tag aus, ähnlich wie eine Maschine. Krank war sie seit vier Jahren nicht mehr und Urlaub nehmen kommt gar nicht in Frage. Als ihr Chef sie doch zu Letzterem verdonnert, befürchtet sie den Untergang ihres perfekt organisierten Alltags. Sie hat nicht die leiseste Ahnung, was sie mit ihrer im Übermaß vorhandenen Freizeit anfangen soll.

Bild 1 zu Das Geheime Leben der Worte
Alles Routine: Hanna bei ihrer Fabrikarbeit.

Rein zufällig erhält sie die Möglichkeit, als Pflegerin auf einer Bohrinsel anzuheuern. Ihr wird dort die Aufgabe zuteil den durch einen Unfall schwer verletzten und kurzzeitig erblindeten Josef (Tim Robbins) solange zu pflegen, bis dieser transportfähig ist. Zunächst scheint es, als sei er das komplette Gegenteil von Hanna. Doch schnell stellt sich heraus, dass sie eine eindeutige Gemeinsamkeit haben: Beide wissen bestens ihr Innenleben zu verbergen. So kommt es, wie es kommen muss. Unbewusst bringen sie sich gegenseitig bei sich zu öffnen und ihren Emotionen freien Lauf zu lassen. Eine außergewöhnliche Liebe beginnt zu wachsen und zu gedeihen.

Kritik:


"Kein Mensch ist eine Insel, in sich selbst vollständig; jeder Mensch ist ein Stück des Kontinentes, ein Teil des Festlands....“, stellte der Poet John Donne bereits vor einiger Zeit in seiner „Meditation XVII“ fest. Höchste Zeit diese Theorie zu hinterfragen. Ist es denn nicht möglich, als Insel zu existieren? Ganz für sich selbst zu leben, zu sorgen und zu sein? Ist es möglich ein Leben ganz ohne Kommunikation mit anderen Menschen zu führen? Von Gefühlen ganz zu schweigen? Diese Fragen hat sich auch die spanische Regisseurin Isabel Coixet („Mein Leben ohne mich“) gestellt und nutzte die Gunst der Stunde, um ihre Antworten auf Zelluloid einzufangen. Das Ergebnis trägt den wunderschönen Titel „Das geheime Leben der Worte“ und ist mitunter das Beste, was das Kinojahr 2006 im Bereich Drama zu bieten hat.

Bild 2 zu Das Geheime Leben der Worte
Fieber messen statt quatschen: Hanna und Josef.

Dafür dürfen sich in erster Linie die mit viel Liebe gezeichneten Charaktere auf die Schulter klopfen. Hanna führt ein, im wahrsten Sinne des Wortes, steriles Leben. Sie erledigt jeden Tag dieselben Tätigkeiten, isst jeden Tag Hühnchen mit Reis und Äpfeln, verwendet bei jedem Waschgang ein neues Stück Seife und schaltet ihr Hörgerät nur dann ein, wenn es unbedingt nötig ist. Von Gefühlsregungen jeglicher Art, kann nicht die Rede sein. Umso verzweifelter ist sie, als ihr Chef der jungen Bosnierin vier Wochen Urlaub aufbrummt. Doch die Rettung naht in Form des Jobs auf der Bohrinsel, wo sie prompt Josef kennen lernt und abweisend auf ihn reagiert, da sie nur vor hatte ihre Arbeit zu erledigen und nicht vergnügt mit ihm zu plaudern. Dabei hat Josef ein ganz ähnliches Problem, nur in einer völlig anderen Form: Er redet und redet und redet und verbirgt somit seine Gefühle hinter seelenlosen, nichtssagenden Phrasen. Diese Charakterschwäche wird durch seine Blindheit nur noch verstärkt. Wenn er schon nichts sieht, will er wenigstens etwas hören. So macht er sich einen Spaß daraus, Hanna auf Biegen und Brechen persönliche Informationen zu entlocken, was sie mit allgemeinen Weisheiten und psychologischen Analysen kontert. Nicht zuletzt die kulinarischen Köstlichkeiten des Inselkochs Simon (Javier Cámara) demontieren die verschiedenen Selbstschutzmechanismen und bewegen die beiden Hauptfiguren aufeinander zu zugehen.

Bild 3 zu Das Geheime Leben der Worte
Durch Simons Delikatessen entdeckt Hanna ganz neue Seiten an sich.

Die Bohrinsel bietet den perfekten Schauplatz für die ungewöhnlich ruhige Geschichte, vermittelt diese nicht nur sinnbildlich den Grundgedanken des Films, sondern offenbart auch die Möglichkeit die raue und kühle Umgebung, zeitgleich mit der Entwicklung der beiden Hauptprotagonisten, mit Leben zu füllen. So hat sich ein buntes Potpourri von leicht verrückten, aber doch sympathischen Außenseitern auf dem Stützpunkt versammelt, die sich alle ihre eigene, kleine Welt geschaffen haben. Allesamt versuchen sie die Zeit mit ihren ungewöhnlichen und sehr verschiedenen Marotten tot zu schlagen. Nach und nach erweißt sich die zunächst eiskalte und gefühllos wirkende Insel, als eigenartig idyllischer Ort voller Harmonie. Dementsprechend harmonisch und unspektakulär ist auch die Inszenierung geraten, die ganz gewollt haarscharf an der Belanglosigkeit vorbei schliddert. In den ersten beiden Dritteln verzichtet Coixet völlig auf Spannungsbögen, während die Kamera den Film in zurückhaltende, kühle, aber nicht unterkühlte Bilder hüllt und erstaunlich unmittelbar die seltsame Atmosphäre des Hauptdrehortes, auch mit Hilfe des spärlich gesäten Scores, einfängt. Oft tritt die Handlung ganz ungeniert auf der Stelle, wirkt aber dank Detailverliebtheit und pfiffigen Ideen nie langweilig. Es plätschert so vor sich hin. Umso heftiger und unerwarteter trifft dann der Paukenschlag gegen Ende. Die Schlüsselszene, in der Hanna die Gründe ihrer Verschwiegenheit preis gibt und nebenbei auch einen schockierend intensiven Einblick in die Grausamkeit des Bosnienkriegs eröffnet, treibt dem Zuschauer regelrecht eine Tränenflut im Ausmaß der Niagarafälle in die Augen und trifft auf schmerzhafteste Art und Weise ins Herz.

Bild 4 zu Das Geheime Leben der Worte
Ein seltener Anblick: Hanna einmal fast ganz entspannt.

Auch schauspielerisch ist in „Das geheime Leben der Worte“ alles in trockenen Tüchern. Tim Robbins meistert seine schwierige Rolle in Handumdrehen. Als machohafte Quasselstrippe, aus der die Sentimentalität erst noch herausgekitzelt werden muss, weiß er zu jeder Filmminute zu gefallen. Auch die vielen, kleinen Nebenrollen wissen auf ganzer Linie zu überzeugen. Allen voran die großartige Julie Christie, die als Hannas einzige Bezugsperson, schon allein durch ihre Präsenz glänzt. Schade, dass sie leider nur eine handvoll Szenen hat. Das große Highlight des Films ist allerdings fraglos Sarah Polley als Hanna. Ihre fesselnde und zutiefst rührende Performance ist schlicht und einfach oscarreif. Schon allein, weil die hübsche Engländerin konstant ihren bosnischen Akzent durchhält, gehört sie mit Auszeichnungen beworfen. Ganz großes Tennis! Diese Darbietung wird jedem Zuschauer noch lange in Erinnerung bleiben.

Bild 5 zu Das Geheime Leben der Worte
Die Inselgans sorgt hier und da für Lacher.

Doch letztendlich sind es die kleinen Einzelheiten die „Das geheime Leben der Worte“ zu einem Glanzstück der besonderen Art machen. Der Film strotzt geradezu vor schönen, interessanten Einfällen. Etwa die Gans, die auf der Bohrinsel herumgeistert oder die Nachricht einer Frau auf Josefs Mailbox, die sich Hanna immer und immer wieder anhört, weil sie so fasziniert davon ist oder einer der abgeschottetsten Einzelgänger, der den Druck der Wellen misst, obwohl dies der Insel rein gar keinen Nutzen bringt und nicht zuletzt die Voice-overs einer unbekannten Person, die, wenn man eins und eins zusammen zählt, noch einmal für tiefe Trauer in den Reihen des Publikums sorgen. Durch die leichtfüßige Tiefsinnigkeit, die diese Ideen mit sich bringen, wird der Zuschauer regelrecht dazu gezwungen jede Szene genau zu beleuchten und zu durchdenken. Somit ist „Das geheime Leben der Worte“ in jeder Hinsicht doppelbödig und ein absolutes Muss für alle Freunde des anspruchsvollen Kinos.

Fazit:


„Das geheime Leben der Worte“ ist ein äußerst stilles, aber dennoch sehr rührendes und intensives Drama über die erlösende Kraft der Kommunikation. Rein menschlich und handlungstechnisch gesehen ist dieser Film ebenso außergewöhnlich wie perfekt und auch inszenatorisch ist er ganz nah dran.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Kevin

Eingetragen am:

29.10.2006

Aufgerufen:

10256 Mal

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Weitere Kritik:

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