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Code 46

 

Code 46, 2003

 
Poster zu 'Code 46' kaufen
deutscher Start:2005
Herstellungsland:Großbritannien
Regie:Michael Winterbottom ("9 Songs")
Drehbuch: Frank Cottrell Boyce
Darsteller:Tim Robbins, Samantha Morton, Om Puri, Jeanne Balibar u.a.
Verleih:

Tiberius Film
Genre:

Drama/Romanze/Sci-Fi
Länge:93 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Website:

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Inhalt:


In einer nicht allzu fernen Zukunft ist die Klimakatastrophe zur Realität geworden und die Menschheit ist in zwei Klassen geteilt. Der privilegierte Teil der Menschen lebt in den übrig gebliebenen Großstädten, während die Randständigen in den Zwischenzonen dahinfristen - „al fuera“ nennen sie dieses Gebiet (spanisch bedeutet „fuera“ soviel wie außen/außerhalb/draußen). Der Grund dafür ist, dass sie keine Legitimation in Form eines Visums besitzen - den sog. „Papelles“, welche durch die staatliche Organisation namens „Sphinx“ ausgestellt werden, die anhand der Gene über das Schicksal bestimmt.

Bild 1 zu Code 46
William ist Versicherungs-Ermittler mit emphatischer Fähigkeit.

William Geld (Tim Robbins) wird nach Shanghai beordert, wo jüngst der Verdacht auf Fälschung gegen einen Mitarbeiter der „Sphinx“ gehegt wird. Er soll den Fälscher ohne Aufsehen zu erregen ausfindig machen. William ist dafür der richtige Mann, denn er trägt einen Empathie-Virus in sich, der ihn in den Gedanken befragter Personen lesen lässt. Schnell findet er heraus, dass Maria Gonzales (Samantha Morton) die gesuchte Kriminelle ist. Doch aus unerfindlichen Gründen fühlen sich die Beiden auf Anhieb zueinander hingezogen, sodass William es nicht fertig bringt sie ans Messer zu liefern und er verliebt sich Hals über Kopf.

Kritik:


Gleich zwei Filme vom britischen Regisseur Michael Winterbottom sind Anfang dieses Jahres in den deutschen Kinos gestartet: Ende Januar (20.01.05) "9 Songs" (2004) und am dritten März "Code 46" (2003). "9 Songs" ist ein kontroverses - manche würden behaupten perverses - Independentfilmchen, indem neben den titelbezogenen neun Liedern hauptsächlich Sex gezeigt wird, und zwar ziemlich freizügig. In diesen symbolhaften 69 Minuten blieb schließlich gehörig der Sinn verborgen, und neben hübschen Antarktisaufnahmen musste man sich mit viel nackter Haut und langwierigen Dialogen anfreunden. Beim Drehbuch zu "Code 46" hat aber zum Glück Frank Cottrell Boyce, der langjährige und bewährte Drehbuchautor von Winterbottom (24 Hour Party People, The Claim, Pandaemonium, Welcome to Sarajevo, Butterfly Kiss, Forget About Me) Hand angelegt; herausgekommen ist ein bildgewaltiges und interessantes Science-Fiction-Drama, welches an bekannte Sience-Fiction Filme wie "Gattaca" und "Blade Runner", aber auch an "Eternal Sunshine of the Spotless Mind" oder "Lost in Translation" erinnert.

Bild 2 zu Code 46
Shanghai wirkt durch seine modernen Bauten bereits heute futuristisch.

Angesiedelt in einer nahen Zukunft, in der die Klimakatastrophe genauso Realität ist wie das legale Klonen, leben die Menschen ausschließlich in den übrig gebliebenen Großstädten. Sie sprechen eine universelle Mixsprache, basierend auf Englisch mit etwas Spanisch, Französisch und Arabisch. Durch sog. Viren können sie sich Eigenschaften aneignen wie beispielsweise Fremdsprachen oder gar empathische Fähigkeiten. Diese fortschrittliche Zukunftswelt kämpft allerdings mit ernsthaften Schwierigkeiten. Einerseits ist die Klonpolitik außer Kontrolle geraten, weshalb der "Code 46" erhoben wurde, der es verbietet ab 25%iger genetischer Übereinstimmung Kinder zu zeugen. Andererseits werden Menschen aufgrund ihrer Gene differenziert und müssen solange außerhalb der Metropolen in der Einöde wohnen, bis sie ein für die jeweilige Stadt spezifisches Visum erlangen - eine Selektion also, die rigide auf DNA-Analyse beruht.

Bild 3 zu Code 46
An manchen Orten scheint der Fortschritt still zu stehen.

Eine spannende und viel versprechende Stimmung umgibt diese futuristische Szenerie, die einen gleich zu Beginn mit einem Kameraflug über eine Wüstenlandschaft, während man über die Situation und den "Code 46" ins Bild gesetzt wird, in seinen Bann zieht. Optisch ansprechend ist das Setting gestaltet, das gänzlich ohne pompöse Hollywoodkulissen zurecht kommt und sich stilistisch an Filmen wie "Welt am Draht" (1973, Fassbinder), in "Le Dernier Combat" (1982, Luc Besson) oder "Bis ans Ende der Welt" (1991, Wim Wenders) orientiert; indem man mehrere Originalschauplätze zu einem Ganzen montiert (Shanghai, Dubai und Jaipur) - so erscheint das zukünftige "Shanghai" wie eine futuristische Zufluchtsoase mit Wolkenkratzern. Eine beliebte Methode, um die Produktionskosten tief zu halten, aber trotzdem eine überzeugende Zukunftskulisse zu erhalten; dabei wirkt vieles vertraut und gegenwartsbezogen. Die Kameraführung (Alwin Kuchler) ist sehr ruhig und distanziert - eine fremdartige und auch poetische Aura umfängt somit diese Zukunftsvision. Eine besondere Intensität offenbart sich, wenn man Winterbottoms Flüchtlingsdrama "In This World" (2002) kennt, wodurch sich eine solche albtraumhafte Zukunft bereits in unserer Zeit mit erschreckenden Parallelen abzeichnet.

Bild 4 zu Code 46
Maria, die „überführte“ Fälscherin; welche Motivation hat sie?

Mit Tim Robbins in der Hauptrolle darf man sich an einer vertrauten und gestandenen Schauspielgröße erfreuen; er spielt seine Rolle wie man es von ihm erwartet - tadellos. Das trifft auch auf Samantha Morton (Maria) zu, die zusammen mit Tim Robbins (William) das tragische Liebespaar bildet, das an ihrer Umwelt und dessen Kontrollsystem zerbricht. Jedoch formt sich im Verlauf der Geschichte eine gewisse Barriere auf, denn die Romanze hat keinen gewohnten Charakter; sie unterbindet nachvollziehbare Motive, schürt im Gegenzug förmlich die Auseinadersetzung mit der Ethik - der Klonfrage im Allgemeinen. Ihre Liebe funktioniert auf einer anderen Ebene, die mehr mit genetischer Programmierung als mit natürlicher Leidenschaft zu tun hat. Bald einmal wird klar, dass in dieser Zukunft sowohl Gefühle als auch Erinnerungen keinen festen Wert mehr in der Gesellschaft besitzen und gnadenlos dem mechanisierten Willen des Allgemeinwohls zum Opfer fallen. Der zunehmenden Technisierung des Alltags und der Gesellschaft wohnt bereits heute eine beängstigende Tendenz und Gefahr inne, die dieser Film unserer noch "freien" Wirklichkeit warnend vor Augen führt: den Verlust individueller Selbstbestimmung, die Signifikanz der Menschlichkeit und Identität.

Bild 5 zu Code 46
William und Maria verstricken sich in eine aussichtslose Affäre.

Der Zuschauer soll sich daher nicht oberflächlich an einer Liebesgeschichte erwärmen, sondern dadurch in den Hintergrund blicken; dort konfrontiert uns die Geschichte nebst den Sehnsüchten der Figuren mit den relevanten Themen unserer Generation: Kommunikations- und Überwachungspolitik und der ethischen Frage des Klonens. Diese interessanten und wichtigen Fragen unserer Zeit wurden hervorragend integriert, doch leider baut dadurch die Romanze auch eine gewisse emotionale Distanz und Systematik auf. "Code 46" ist somit nicht jedem zu empfehlen; insbesondere jene, die nach romantischen Intentionen ihr Kinoprogramm aussuchen, werden an der futuristischen Liebe keinen Gefallen finden. Sollte man sich aber gerne relevanten Themen widmen wollen, darf man sich der visuellen Virtuosität (Alwin Kuchler) sowie der stimmungsvollen Musikuntermalung (David Holmes) hingeben und sich in philosophische Gedanken zurückziehen. In seinem nächsten Filmprojekt wagt sich Regisseur Michael Winterbottom übrigens an die Adaption des Literaturklassikers "The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman" von Laurence Sterne - Filmtitel: A Cock and Bull Story (2005); Hauptrolle: Steve Coogan (24 Hour Party People) -, worauf man bereits gespannt sein darf; selbst wenn eine gewisse Skepsis in Anbetracht der Vorlage berechtigt erscheint.

Fazit:


Michael Winterbottom gelingt mit “Code 46“ eine visuell eindrückliche Zukunftsvision, die sich mit den uns anstehenden ethischen Grundsatzfragen beschäftigt. Die Liebesgeschichte ist dabei mehr sinnbildliches Beiwerk, aber durch das begnadete Zusammenspiel von Tim Robbins und Samantha Morton gedeiht auch der Romanze die nötige Substanz an.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Mr. Blonde

Eingetragen am:

20.03.2005

Aufgerufen:

11593 Mal

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