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 | Chaos |  | | |
Chaos, 2006 | |
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| deutscher Start: | 2006 | | Herstellungsland: | USA | | Regie: | Tony Giglio ("Dante´s Peak") |
| Drehbuch: |
Tony Giglio |
| Darsteller: | Jason Statham, Ryan Phillippe, Wesley Snipes u.a. | | Verleih: | ems | | Genre: | Action/Drama/Krimi/Thriller | | Länge: | 105 Minuten | | FSK:
| ab 10 Jahren |
| Website: | Link nicht vorhanden | | Günstig DVD, Video, Buch oder Soundtrack zu "Chaos" | 
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Inhalt:
Eine scheinbar typische Situation für die Polizei einer Großstadt: Eine Bank wird überfallen, die Täter verschanzen sich im Gebäude und nehmen Geiseln, um die Hüter des Gesetzes auf Distanz zu halten. Bei den Übeltätern handelt es sich um einen gewissen Lorenz (Wesley Snipes) und seine Bande. Als die Polizisten die Verhandlung mit ihren Kontrahenten aufnehmen wollen, blocken Letztere ab, denn Lorenz hat das Bedürfnis nur mit einer bestimmten Person tiefgreifendere Gespräche zu führen. Hierbei handelt es sich um den Ex-Cop Quentin Conners (Jason Statham), der bereits vor einem halben Jahr, aufgrund der versehentlichen Tötung einer Unschuldigen, suspendiert wurde.
Routiniert wie der ganze Film: Eine Tatortbegehung.
Überraschend schnell wird Conners ausfindig gemacht und zum Tatort verschleppt. Dort angekommen offenbart Lorenz dem Einsatzteam ein wirres Gerede über die Chaostheorie, worauf sich die Anwesenden zunächst keinen Reim machen können. Kurzerhand beschließt Conners die Bank zu stürmen. Eine Explosion geschieht. Doch die Geiseln können entkommen und auch sonst hat niemand größeren Schaden erlitten. Seltsamerweise sind die Bankräuber aber spurlos verschwunden, scheinbar ohne etwas mitgehen gelassen zu haben. Conners und sein unerfahrener, aber äußerst intelligenter, neuer Partner Shane Dekker (Ryan Phillippe) beschließen der Sache auf den Grund zu gehen. Ihre Nachforschungen führen zu einem riesigen Komplott, der sogar in den eigenen Reihen seine Angehörigen hat. |
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| Kritik:
Jason Statham, Ryan Phillipe und Wesley Snipes für seinen filmischen Erguss gewinnen: geschätzte $ 5 Mio. pro Person. Einen Flughafen, eine gutbesuchte Brücke und ein Krankenhaus als Drehort mieten: geschätzte $ 10000 pro Drehtag. Eine riesige Bank und ein kleines Landhaus in die Luft sprengen: geschätzte $ 5 Mio.. Ein paar Autos zu Schrott fahren: geschätzte $ 200000. Das Hauptdarsteller-Trio mit ausreichend Armani- und Versace-Kostümchen ausstatten und auch sonst dafür sorgen, dass sie zu jeder Filmminute blendend aussehen: geschätzte $ 10000. Die gefühlte Anzahl von Leuten die in „Chaos“ erschossen oder anderweitig vom Zeitlichen gesegnet werden: 100. Einen Drehbuchautoren beschäftigen, dem frühzeitig auffällt, dass das was er da zu Papier bringt kalter Kaffee ist, nach Schema F funktioniert und eigentlich nur brav die Action-Thriller-Checkliste nach und nach abhackt: UNBEZAHLBAR!
Ein häufig gezeigtes Bild in „Chaos“: Wesley Snipes am Hörer.
Letzteres wäre für Regisseur Tony Giglio gar ganz umsonst gewesen, wenn man mal „Zeit ist Geld“ außer Acht lässt, denn er hat sich selbst an die schweißtreibende Arbeit begeben das Drehbuch zu seinem „Chaos“ zu er arbeiten. Die Kreativität sieht folgendermaßen aus: Man nehme sich einfach die Chaostheorie, ohnehin ist diese ja noch nicht abgelutscht genug und baue um diese Idee einfach mal alles drum herum was man mal so aus anderen Thrillern aufgeschnappt hat. So gibt es den knallharten Bösewicht und den mindestens ebenso harten Ex-Cop, die immer mal wieder supercoole Oneliner schmettern, der unerfahrene Nachwuchs-Polizist, der über sich hinaus wächst, die Ex des knallharten Cops, ebenfalls Polizistin, nervenzerreißende Verhöre, wilde Verfolgungsjagden, brandgefährliche Explosionen, hektische Schießereien und Verschwörungen. Hmm....Wo hab ich das schon mal gesehen? Ach ja! In jedem dritten Durchschnitts-Actioner der letzten 10 Jahre. Da brauch man sich also nicht zu wundern, dass „Chaos“ bereits 2004 abgedreht wurde und jetzt erst, zwei Jahre später, eine Direct-to-DVD-Veröffentlichung ertragen muss.
Ungewollt durch dick und dünn: Quentin und Shane.
Das Jason Statham schauspielerisch arg limitiert ist, dürfte mittlerweile bekannt sein, wo er doch Film für Film immer und immer wieder dieselbe Rolle durchkaut, nämlich die des rauen Typen, der alle Schurken platt macht. In „Chaos“ wirkt er allerdings sehr gelangweilt und spielt seine Paraderolle nur mit halb so viel Elan, wie das sonst der Fall ist. Auch Ryan Phillippe kommt uns diesmal nicht ungeschoren davon. Er wirkt für seine Verhältnisse doch recht blass, was auch größtenteils an der Eindimensionalität seiner Rolle liegt, denn diese profitiert lediglich von der Intelligenz und von dem Rollenwechsel von Mentor und Schüler. Generell scheint Giglio nicht allzu viel für seine Figuren übrig zu haben, was den Zuschauer dazu zwingt nur selben Interesse für die agierende Personen aufzubringen. Nur Phillippes Schuld ist allerdings die Motorradverfolgungsjagd im Mittelteil von „Chaos“, wo nicht nur die alberne Helmkonstruktion, die er sich da um den Kopf schnallt, dazu führt, dass er äußerst dilettantisch dabei aussieht. Einzig und allein Wesley Snipes scheint die Spielfreude in Person zu sein und fühlt sich in seiner Rolle als eiskalter Unhold sichtlich wohl.
Der neuste Trend: Schüssel auf dem Kopf.
So plätschern nicht nur die Schauspieler, sondern auch die gesamte Handlung unmotiviert vor sich hin. Die Cops fahren mal da hin, mal dort hin, dann mal wieder da hin, verhören diesen und jenen, dann fliegt mal was in die Luft und ein paar Kugeln werden ausgetauscht. Ein wirkliches Spannungshoch, das länger als 5 Minuten dauert, lässt „Chaos“ gänzlich aus. Sobald der Thriller ein wenig in Fahrt gekommen ist, bremst Giglio wieder gnadenlos ab und lässt die Helden wieder irgendein narkotisches Verhör durchführen oder setzt sie einfach in eine Kneipe und lässt sie vergnügt miteinander plaudern, als ob es nichts Wichtigeres zu tun gäbe. Von den Klischees die ausgeschlachtet werden, wollen wir gar nicht erst sprechen. Die dramaturgischen Wendungen im letzten Drittel überzeugen nicht weil sie so unglaublich originell daher kommen, sondern eher weil sie aus dem tristen Gesamtbild herausstechen.
Kugelsichere Weste, Knarre, Uhrzeit stimmt auch. Dann kann´s ja losgehen!
Immerhin Technisch weiß Giglio zu überzeugen. So schüttelt er routiniert ein paar nette Actionszenen und pyrotechnische Feuerwerke aus dem Ärmel. Speziell die beiden großen Sprengungen, nämlich die der Bank und die eines kleinen Häuschen, wissen zu gefallen. Bild, Ton und Schnitt sitzen da wo sie hin gehören und sorgen zumindest zwischendurch ein paar Minuten für nicht herausragende, aber immerhin für solide Unterhaltung. Der Titel ist in diesem Fall definitiv nicht Programm und hebt den Streifen glücklicherweise doch noch aus der Kategorie „Zeitverschwendung“. Doch das rettet „Chaos“ letztendlich auch nicht mehr so wirklich. Wer einen handfesten Beweis dafür haben will, dass auch hochkarätige Produktionen mit Starensemble über lange Strecken öde sein können, hat hier ein Musterbeispiel gefunden. |
| | Fazit: Trotz Starbesetzung und Hollywoodbudget ist „Chaos“ ein durch und durch routiniertes und zusammengeklautes Action-Thriller-Vehikel, so frisch wie eine Tiefkühlpizza. |
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