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Capote

 

Capote, 2005

 
Poster zu 'Capote' kaufen
deutscher Start:2006
Herstellungsland:USA
Regie:Bennett Miller ("The Cruise")
Drehbuch: Dan Futterman, Gerald Clarke (Buch)
Darsteller:Philip Seymour Hoffman, Catherine Keener, Clifton Collins Jr. u.a.
Verleih:

Sony Pictures
Genre:

Drama
Länge:114 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Website:

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Inhalt:


Im November 1959 ist Truman Capote (Philip Seymour Hoffman, „Owning Mahowny“) dank des Erfolgs von „Frühstück bei Tiffany“ ein gefeierter Schriftsteller und der Liebling des New Yorker Jetset. Beim Lesen der New York Times wird er auf einen Aufsehen erregenden Mordfall aufmerksam: Eine vierköpfige Familie aus Kansas wurde förmlich hingerichtet. Spontan beschließt Capote, dass eine Untersuchung des Falls vor Ort sein nächster Artikel für den New Yorker werden soll.

Bild 1 zu Capote
Der Oskar ist so gut wie sicher. Philip Seymour Hoffman als „Capote“.

Begleitet von seiner Freundin und Muse, der Schriftstellerin Harper Lee (Catherine Keener, „Being John Malkovich“), reist Capote ins amerikanische Hinterland, wo man dem flamboyanten Großstädter mit den auffälligen Manierismen mit großer Skepsis begegnet. Als noch während Capotes Recherchen die beiden Täter, Perry Smith (Clifton Collins Jr., „Mindhunters“) und Dick Hickock (Mark Pellegrino, „Twisted“), geschnappt werden, beschließt der Schriftsteller den geplanten Artikel auszuweiten: Mit einem Roman über die wahren Ereignisse will er Literaturgeschichte schreiben und unsterblich werden.

Bild 2 zu Capote
Die „kaltblütigen“ Killer: Richard Hickock und Perry Smith.

Doch bald schon entwickelt sich aus seinem anfänglichen Interesse wahre Obsession: Vor allem der intelligente Smith steht Capote bald näher, als ihm lieb sein könnte...

Kritik:


Truman Capote ist an seinem Meisterwerk, dem Tatsachenroman „Kaltblütig“ über die Ereignisse um die Holcomb-Morde, zerbrochen. Zu lange musste er auf die Vollendung warten, immer wieder wurde die Vollstreckung der Todesurteile aufgeschoben, so dass das letzte Kapitel nicht geschrieben werden konnte. Capote sollte nach „Kaltblütig“ nie wieder ein Buch fertig stellen, dem Alkohol verfallen und 1984 schließlich an seiner Sucht zugrunde gehen. Die Arbeit des Autors Gerald Clarke an Capotes Biographie, auf der der Film beruht, sollte ein ähnliches Martyrium werden. Als Clarke mit dem Buch begann, ging er davon aus, dass die Sache relativ einfach werden würde – immerhin gibt es über die schimmernde Figur Truman Capote mehr als genug zu schreiben. Aber die Arbeit sollte schließlich 13 Jahre, bis zu Capotes Tod, dauern, in denen Clarke auch aktiv an Trumans Leben teilnahm. In den letzten Wochen unterhielten sich die beiden sogar täglich mehrere Stunden über Capotes Leben. Die Authentizität der Vorlage scheint also gewahrt.

Bild 3 zu Capote
Nach „Frühstück bei Tiffany“ (1958) steht Capote im Rampenlicht.

Drehbuchautor Dan Futterman hangelt sich nicht wie bei anderen Kino-Biographien üblich durch das ganze Leben seines Protagonisten, sondern konzentriert sich nur auf die „Kaltblütig“-Phase. Wie sich schnell herausstellt, eine richtige Entscheidung. Anhand seiner Recherchen kann man Capotes ambivalenten Charakter wunderbar nachvollziehen. Auf der einen Seite verliebt sich Capote in den zum Tode verurteilten, sehr komplexen Perry Smith, möchte unbedingt mehr Zeit mit ihm verbringen und besorgt ihm sogar Anwälte, um die Vollstreckung der Urteile abzuwehren. Als er aber in den Gesprächen genug Material für seinen Roman gesammelt hat und ihm die Besuche im Gefängnis eher lästig werden, sehnt er sich das Ende seines Schützlings herbei. Wobei er sich seine eigenen Gefühle nicht einzugestehen traut, sich immer weiter selbst belügt. Nur seine Freundin Harper Lee traut sich ihm zu sagen, dass er alle anderen Menschen in seiner egozentrischen Art ausbeutet, seinen eigenen Vorteil über persönliche Beziehungen stellt.

Bild 4 zu Capote
Bei seinen Recherchen wird Capote von Harper Lee unterstützt.

Auch wenn Philip Seymour Hoffmans Darstellung von vorne bis hinten auf Oskar getrimmt ist, ist sie trotzdem schlichtweg genial. Er stellt den egozentrischen Jet-Set-Unterhalter genauso perfekt dar, wie den einfühlsamen Helfer der Todeskandidaten oder das Genie am Rande des Nervenzusammenbruchs. Der einzige Nachteil dieser Leistung ist, dass sie alles andere überschattet. Weder am Spiel von Catherine Keener als „Wer die Nachtigal stört“-Autorin Harper Lee, Chris Cooper („Adaption“) als introvertierter Dorfsheriff noch an Bruce Greenwood („Thirteen Days“) als Trumans Gefährte Jack Dunphy gibt es das Geringste auszusetzen. Trotzdem wird keine Figur in Erinnerung bleiben. Vielleicht ist das aber auch nur ein weiterer Einfluss des historischen Capote, neben ihm konnte auch im wahren Leben keiner bestehen.

Bild 5 zu Capote
Nach der Veröffentlichung von „Kaltblütig“ verfällt Capote dem Alkohol.

Bennett Miller begeht als Regie-Debütant glücklicherweise nicht den Fehler, sich erstmal formal auszutoben, sondern stellt sich mit seiner Inszenierung ganz in den Dienst seiner Geschichte und seines Hauptdarstellers. Wirken die ruhigen Bilder und vorsichtigen Schnitte zu Beginn noch sehr angenehm, entwickeln sie sich aber im Verlauf des Films zu einem zweischneidigen Schwert. Irgendwann hält man Millers bedächtige Art nicht mehr für vornehme Zurückhaltung, sondern eher ängstlich. Es fehlt einfach die eigene Handschrift, nicht ein Mal macht Miller etwas mutiges, hält sich stringent an seinen 08-15 Independant-Stil. Vor allem im letzten Drittel, in dem es etwas sentimental wird, kommt es so doch zu erheblichen Längen.

Fazit:


In „Capote“ geht es nur um die Darstellung eines exzentrischen Genies, was dem Film mit einer der ambivalentesten Figuren der Filmgeschichte auch gelingt, und das geniale Spiel von Philip Seymour Hoffman. Dass es an vielen anderen Stellen etwas zu bemängeln gibt, spielt da nur eine untergeordnete Rolle.
 

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Userbewertung:

Autor:

Christoph

Eingetragen am:

20.12.2005

Aufgerufen:

13092 Mal

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