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Brothers Grimm

 

The Brothers Grimm, 2005

 
Poster zu 'Brothers Grimm' kaufen
deutscher Start:2005
Herstellungsland:Tsechische Republik/USA
Regie:Terry Gilliam („The Fisher King“)
Drehbuch: Ehren Kruger („Arlington Road“)
Darsteller:Heath Ledger, Matt Damon, Monica Bellucci u.a.
Verleih:

Concorde
Genre:

Abenteuer/Fantasie/Horror/Komödie/Thriller
Länge:119 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Website:

Link nicht vorhanden

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Inhalt:


Will und Jake Grimm (Matt Damon und Heath Ledger) sind Geschichtenerzähler und Hochstapler aus Leidenschaft. Gemeinsam reisen die beiden Brüder von Ort zu Ort und geben sich als Geister- und Hexenaustreiber aus. Sie führen Exorzismen vermeintlicher Gespenster durch und befreien die Dorfbewohner von angeblich verzauberten Kreaturen.

Bild 1 zu Brother Grimm
Die Gebrüder Grimm in voller Montur (Heath Ledger und Matt Damon).

Als die beiden Betrüger jedoch eines Tages auf ein Dorf stoßen, das von einem echten Fluch im nahe gelegenen verwunschenen Wald bedroht wird, müssen sie ihren ganzen Mut zusammennehmen und ihre wahren Fähigkeiten unter Beweis stellen...

Kritik:


Die Gebrüder Grimm: Jacob Ludwig Karl (04.01.1785 bis 20.09.1863) und Wilhelm (Karl) (24.02.1786 bis 16.16.1859), die gebürtigen Hanauer, sind neben ihren Verdiensten in der Sprach- und Literaturwissenschaft weltbekannt als die Sammler deutschsprachiger Märchen und Sagen. Ein Jeder kennt zwangsläufig zumindest eines von Grimms Märchen - selbst wenn er sich dessen nicht bewusst wäre. Sie prägten und inspirierten die nachfolgenden Mediengenerationen auf der ganzen Welt so markant wie ein Shakespeare es tat und weiterhin tut. Wie manch anderer bin auch ich mit all diesen Geschichten aufgewachsen: Bücher, Hörspielkassetten, die Augsburgerpuppenkiste und natürlich die Disney Filme oder die Verfilmungen von Walter Beck oder Gottfried Kolditz; die Motive der Grimm-Märchen finden vieler Orts Verwendung, so auch bei durchwegs erwachsenen Geschichten wie beispielsweise dem Anime "Jin-Rô" oder "Grimm" (2003; R: Alex van Warmerdam).

Bild 2 zu Brother Grimm
Wo sich Rotkäppchen rumtreibt, kann der böse Wolf nicht weit sein.

Der erste Band der Sammlung "Kinder- und Hausmärchen" (KHM) erschien am 20. Dezember 1812, das erste Märchen der Sammlung war "Der Froschkönig"; insgesamt überlieferten die Brüder über zweihundert Märchen und Sagen. Die Kasseler Handexemplare der KHM wurden mittlerweile ins UNESCO-Programm "Memory of the World" („Gedächtnis der Menschheit“ / Das Weltdokumentenerbe) aufgenommen. Was jedoch noch fehlte - oder auch nicht... - ist ein Real-Film über diese historischen Brüder. Allerdings waren die Gebrüder Grimm überhaupt keine Draufgängertypen, somit würde eine dokumentarisch-angehauchte Abhandlung wohl keinen "modernen" Kinozuschauer heranlocken. Doch wenn Fakten und Wirklichkeit zu erdrückender Langeweile führen, blieb der Menschheit - in diesem Falle den "Gebrüder Weinstein" - stets die Flucht in die Fantasie. Und wer könnte das besser realisieren als Terry Gilliam? [Tim Burton vielleicht] Doch Fantasie - und die damit verbundene freie, kreative Auslebung - ist in der Welt Hollywoods ein zwiespältiger Begriff: Fantasie bedeutet ebenso kalkulierte Investition. Fantasievoll heißt auch Opportunität zu Gunsten der Massentauglichkeit.

Bild 3 zu Brother Grimm
Regisseur Terry Gilliam möchte das Märchen Wirklichkeit werden lassen.

Terry Gilliam („Monty Python and the Holy Grail“, „Jabberwocky“, „Time Bandits“, „Brazil“, „The Adventures of Baron Munchausen“, „The Fisher King“, „Twelve Monkeys“, „Fear and Loathing in Las Vegas“) ist eine unbändige Fantasie- und Ideenmaschine, und einer dieser Regisseure, über den man Unmengen an Worten verlieren kann, doch trotzdem hat man schlussendlich nur einen winzigen Abriss eines leidenschaftlichen Berserkers und Künstlers. Dass Gilliam auch scheitern kann, zeigte die Doku „Lost In La Mancha“ (2002) - diese Doku, die „Murphys Law“ (Alles was Schiefgehen kann, wird auch Schiefgehen) in Bezug auf eine Filmproduktion vor Augen führt, brachte somit eine anderweitige Bereicherung. Der in Minneapolis geborne Gilliam (22.11.1940), sesshaft in England, ist kurzum ein verrücktes, kreatives Stehaufmännchen - ein „Python“ eben. Über den Film und die Grimms meinte er: „Ich hätte mir nicht vorstellen können, aus den historischen Brüdern einen interessanten Film zu machen. Das waren ernsthafte Leute. Wir aber machen Blödsinn.“ Mit dieser Aussage trifft er selbst den Nagel auf den Kopf: Im Gewirr der Grimm-Märchen, den rudimentären Anleihen an die Personen, in mitten der visuellen Opulenz verschanzt sich humorvoll eingewickelter Nonsens, dessen Gags allerdings selten zünden.

Bild 4 zu Brother Grimm
Jonathan Pryce als überladener Napoleon-Verschnitt.

Die gegensätzlichen Geschwister sind charmante Hochstapler, die auf den Ängsten und dem Aberglauben der bäuerlichen Bevölkerung gespenstische Erscheinungen inszenieren und diesen heldenhaft den Garaus machen. Die beiden Brüder, der Träumer Jacob/Jake (Heath Ledger) und der pragmatische Wilhelm/Will (Matt Damon), fallen jedoch Ende des 18ten Jahrhunderts (1796; in Wirklichkeit wären die Brüder gerade mal 13 Jahre alt) in die Hände der napoleonischen Besetzungstruppen, die an den Betrügereien keinen Gefallen finden. Doch der Befehlshaber Delatombe (Jonathan Pryce) lässt Milde vor Recht ergehen und schickt die Scharlatane in Begeleitung seines Vasallen Cavaldi (Peter Stormare) nach Marbaden, wo unlängst mysteriöse Dinge vor sich gehen. Die Grimms sollen den Geschehnissen auf die Schliche kommen und den Schwindel aufdecken. Hier, nachdem der Anfang reichlich unspektakulär über die Bühne ging, erfährt die Handlung und Atmosphäre eine überfällige Verdichtung, auch der Plot kommt allmählich ins Rollen. Bei den Reitausflügen in den schön gestalteten Zauberwald mit Angelika (Lena Headey) flackert tatsächlich etwas wie Märchenhaftigkeit auf. Aber ungleich anderer Gilliam-Filme verläuft die Inszenierung irgendwie gezügelt und artig, wird weder düster noch bizarr, sondern verharrt in einem Musterzustand, der in Hollywood zum Produktionsalltag gehört. Man merkt hin und wieder, wie eine seiner Ideen aus dem Schema auszubrechen versucht, allerdings wird diese flugs vom plumpen Humor oder der kindertauglichen, fröhlichen Überbeleuchtung zurück auf den Boden der Tatsachen geschleudert: Das Konzept, mit Gilliam einen familiengerechten Unterhaltungsfilm zu drehen, ging nicht auf. Auch den Schauspielern bereitet der Kontrast zwischen dem spannungsarmen Drehbuch (Ehren Kruger) und der unterjochten Gesinnung des Regisseurs, welche ihnen keine gestalterische oder zumindest einheitliche Rolle verleiht, Mühe. Sie agieren in der Märchenszenerie mit einem Stich ins Karikierende und kippen dabei vermehrt in trotteliges und sinnloses „Over-acting“.

Bild 5 zu Brother Grimm
Oh Schreck, das geliebte Spieglein! (Im Bild Monica Bellucci).

Der Film scheitert an seiner förmlichen Heiterkeit, doch die Grimm Märchen bieten im Grunde eine Menge skurrilen Spielraum, worin man eine wirklich schräge und düstere Story konstruieren könnte, die nicht wie eine geschönte „Lagerfeuer-Geschichte“ daher kommt. Der Ausflug ins Reich der Magie bleibt marginal und besticht einzig durch die aufwändige Bilderorgie, deren Reiz aber angesichts der produktionstechnischen Meinungsverschiedenheiten zu verpuffen droht. Der Zwist zwischen Gilliam und den "Gebrüder Weinstein" - der sogar zu einer Unterbrechung der Dreharbeiten führte - über die Nasenprothese, die Matt Damon ursprünglich tragen sollte, scheint interessanter als die eigentliche Filmhandlung und bildet vermutlich nur die Spitze des Eisberges. Während dem gesamten Film wird man das Gefühl nicht los, dass sowohl die Produzenten als auch das Drehbuch einem "Hollywood-Querdenker" wie Gilliam zuwenig freie Hand ließen, um den Film zu machen, den er wollte - und welchen getreue Gilliam-Anhänger erwartet haben. Gilliam hat nun einen ähnlichen kommerziellen Vertreter in der Filmografie wie Tim Burton mit dem "Plantet der Affen" Remake. All das, was „Time Bandits“ oder „The Adventures of Baron Munchausen“ zu liebevollen und reichhaltigen Fantasy-Abenteurern machte, sucht man in „The Brothers Grimm“ vergebens: Eine Mischung aus „Sleepy Hollow“ und „Van Helsing“ sowie einer mickrigen Prise „Gilliam“.

Fazit:


Spieglein, Spieglein an der Wand, beugt sich Gilliam über Hollywoods schmalen Tellerrand? Nein! "The Brothers Grimm" ist ein visuell ansprechender, aber inhaltlich unausgewogener Fantasyfilm, der einem kreativen Regisseur wie Terry Gilliam beinahe unwürdig scheint. „Brothers Grimm“ ist ein wildes Sammelsurium der Grimm Märchen, gepaart mit Filmzitaten und schwerfälligem Klamauk.
 

Bewertung[?]::

Userbewertung:

Autor:

Mr. Blonde

Eingetragen am:

26.10.2005

Aufgerufen:

23927 Mal

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